Verhandlungen Koalitionäre brauchen noch bis Samstag

Der straffe Zeitplan, den sich Union und FDP verordnet haben, kann offenbar nicht eingehalten werden. Die Verhandlungen kommen wohl erst am Samstag zum Abschluss.

Aufgrund zahlreicher Diskussionspunkte und offener Fragen können Union und FDP ihren Fahrplan wohl doch nicht einhalten. Die Verhandlungen zur Bildung einer schwarz-gelben Koalition in Berlin werden sich wahrscheinlich noch bis Samstag hinziehen, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Verhandlungsführer. Für diesen Fall soll die bislang für Freitag geplante Pressekonferenz der drei Parteivorsitzenden Angela Merkel (CDU), Horst Seehofer (CSU) und Guido Westerwelle (FDP) erst am Samstag stattfinden.
 

Man werde noch Mittwoch, Donnerstag und Freitag für die Ausarbeitung des Koalitionsvertrages benötigen, hieß es. An den drei Tagen trifft sich erneut die große Verhandlungsrunde mit den 27 Spitzenvertretern der drei Parteien in der NRW-Landesvertretung in Berlin.

Am Wochenende war noch von einem möglichen Ende der Verhandlungen am Mittwoch die Rede gewesen. Bis dahin sollten alle strittigen Punkte geklärt sein, hatte Kanzlerin Merkel angekündigt. Notfalls habe man Donnerstag und Freitag noch für ausstehende Verhandlungen reserviert.

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Knackpunkte: Atom

Für die beabsichtigte Verlängerung der AKW-Laufzeiten – bisher soll der letzte der noch 17 Meiler etwa 2022 vom Netz gehen – sollen die Betreiber hohe Auflagen erfüllen. Dazu gehört der Schutz der Meiler gegen Terrorattacken und Flugzeugabstürze. Die Mehrerlöse sollen sie zur Hälfte in die Förderung erneuerbarer Energien stecken.

Auch das große Thema der nuklearen Entsorgung soll angepackt werden: Für die stark strahlenden AKW-Abfälle soll der Standort Gorleben zu Ende erkundet werden. Bei Nicht-Eignung ist ein Vorratsbeschluss für alternative Standorte erforderlich. Auch für den leicht und mittelstark strahlenden Müll im maroden Bergwerk Asse muss dringend eine Lösung her.

Ökostrom

Auch Schwarz-Gelb will die erneuerbaren Energien ausbauen, bleibt aber bisher hinter den Zielen von Rot-Grün zurück.

Beim Ökostrom sind Förder-Einschränkungen im Gespräch, besonders bei der Sonnenenergie.

Kohle

Wie die Atomenergie soll für eine gesicherte Energieversorgung auch die Kohleverstromung als Übergangstechnologie über etliche Jahre weiterlaufen.

Dazu wollen die Koalitionäre neben der Frage des Anlagenneubaus erneut die Chancen einer Abtrennung des schädlichen Kohlendioxids aus dem Produktionsprozess sowie die unterirdische CO2-Isolierung prüfen.

Zur Diskussion stehen auch neue Vorschläge zum europäischen CO2-Emissionshandel.

Biosprit

Union und FDP wollen die unter Klimaschützern umstrittene Biosprit-Produktion erhöhen und die Hersteller von Steuern entlasten.

Die Union will die Energiesteuer für reinen Biodiesel zum 1. Januar 2010 von jetzt 18 Cent pro Liter auf 10 Cent senken. Für 2010 waren 24,5 Cent geplant. Die FDP will dann bei 18 Cent bleiben.

Ursprünglich sollte die Besteuerung bis 2013 auf 45 Cent steigen.

Nach diesem aktualisierten Zeitplan werden CDU, CSU und FDP am Samstag ihre Vereinbarungen vorstellen. Am Sonntag entscheidet darüber dann ein Sonderparteitag der FDP. Für Montag sind Kleine Parteitage von CDU und CSU einberufen. Die Unterzeichnung des Koalitionsvertrages ist demnach für Montag geplant.

Knackpunkte: Steuersenkung und Gesundheitssystem

Am heutigen Dienstag beraten die Bundestagsfraktionen von Union und FDP über den Stand der Koalitionsgespräche. Kanzlerin Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle stellen den Abgeordneten die bisherigen Pläne für das schwarz-gelbe Bündnis vor.

Knackpunkt ist weiter die Höhe der Steuersenkungen und das Datum. Seehofer geht trotz der schon beschlossenen Entlastungen für 2010 von niedrigeren Steuern bereits im Jahr 2011 aus. Er hält auch schon vorher Schritte zur Entlastung für möglich. Die FDP fordert einen Umfang von 35 Milliarden Euro, die Union hat 20 Milliarden Euro angeboten.

Umstritten sind bei den Verhandlungen außerdem noch Änderungen im Gesundheitssystem. Die FDP lehnt den Gesundheitsfonds ab. Bisher rechnen Union und FDP verschiedene Modelle für die Steuerentlastungen und die Finanzierung des Gesundheitssystems durch.
 

 
Leser-Kommentare
  1. Da Arbeiter und Angestellte üblicherweise eine Abmahnung erhalten, wenn Termine nicht eingehalten werden, KANN ICH KEINEN GRUND ERKENNEN, weshalb die betroffenen Politiker diese Vorzüge des Vertragsrechts gemäß GG nicht ebenfalls genießen sollten.

    Ich RÜGE die Regierungs-Koalition (CDU, CSU und FDP) wegen Nichteinhaltung gesetzter Termine und mahne diese ab.

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    • neptox
    • 20.10.2009 um 13:45 Uhr

    Genau!

    • neptox
    • 20.10.2009 um 13:45 Uhr

    Genau!

    • neptox
    • 20.10.2009 um 13:45 Uhr

    Genau!

    Antwort auf "ABMAHNUNG"

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