Koalitionsvertrag CDU-Eingeständnisse stimmen Kritiker aus der SPD milde

Die CDU ist in vielen Teilen des Koalitionsvertrages der SPD entgegengekommen. Das hat auch die SPD-internen Kritiker des rot-schwarzen Bündnisses umgestimmt.

Die CDU hat den Weg für eine schwarz-rote Regierung in Thüringen durch weitreichende Zugeständnisse an die SPD geebnet. Das lässt sich aus den Inhalten des am Mittwoch veröffentlichten Koalitionsvertrages erkennen. Neben Neuerungen, wie dem Angebot von Gemeinschaftsschulen bis zur achten Klasse, sollen auch einige von der CDU verabschiedete Gesetze zurückgenommen werden. Beispielsweise werden Bürgermeister-Stichwahlen wieder eingeführt und der Verwaltungskostenbeitrag für Studenten abgeschafft.

"Er ist solide, belastbar und gut", sagte die designierte CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht über den Vertrag. Nach hohen Verlusten bei der Landtagswahl Ende August ist die seit zehn Jahren allein regierende CDU auf die SPD als Partner angewiesen, wenn sie nicht in der Opposition landen will.

Anzeige

Wir haben uns in dieser Koalitions- vereinbarung daran orientiert, was notwendig, möglich und verantwortbar ist.

Präambel des Koalitionsvertrages

SPD-Chef Christoph Matschie sprach von einem "gemeinsamen Aufbruch". Matschie, der bei vier Regionalkonferenzen für das Papier werben will, rechnet trotz des Richtungsstreits bei den Sozialdemokraten mit einer Parteitagsmehrheit für Schwarz-Rot. Kritik kam von Linken und Grünen, mit denen die SPD ebenfalls Sondierungsgespräche geführt hatte.

Nicht durchsetzen konnte sich die SPD mit ihrer Forderung nach einer Verwaltungs- und Gebietsreform. Für gemeinsame Vorhaben wird in den nächsten beiden Jahren eine hohe Verschuldung nicht ausgeschlossen. Die CDU schließt sich einigen Reformen an, die sie bislang weitgehend abgelehnt hat. So sollen die Ziele eines Volksbegehrens zur Familienpolitik umgesetzt werden, das unter anderem 2000 neue Erzieherstellen in Kindereinrichtungen fordert. Außerdem soll ein Landesprogramm gegen Rechtsextremismus verabschiedet werden. Die SPD sicherte zu, ihre Verfassungsklage gegen ein Gesetz zur Polizeireform zurückzunehmen.

In der Präambel des 64-seitigen Koalitionsvertrages heißt es: "Wir haben uns in dieser Koalitionsvereinbarung daran orientiert, was notwendig, möglich und verantwortbar ist." Größte Herausforderung seien die Überwindung der Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise und die Sicherung von Investitionen.

Leser-Kommentare
  1. Der gute Herr Matschie kann von mir aus einen Kopfstand machen und es ist nicht von Bedeutung, weil man viel mehr erreichen hätte können.
    Nach der nächsten LTW gibt es diese Partei (SPD) in Th nur noch im Geschichtbuch der Unrühmlichkeiten. Sie werden keine 5% mehr haben. Ha man kann ja das Gesetz vorher ändern, oder wir machen eine Schatten Wahl.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...vielleicht gibt es in dieser Patei, in TH, doch noch ein paar Genossen mit Gewissen, Ehrlichkeit und sozialdemokraticher Gesinnung.
    Ich glaube Matsch(ie) ist verdecktes "Ehrenmitglied" der CDU.

    ...vielleicht gibt es in dieser Patei, in TH, doch noch ein paar Genossen mit Gewissen, Ehrlichkeit und sozialdemokraticher Gesinnung.
    Ich glaube Matsch(ie) ist verdecktes "Ehrenmitglied" der CDU.

  2. ...vielleicht gibt es in dieser Patei, in TH, doch noch ein paar Genossen mit Gewissen, Ehrlichkeit und sozialdemokraticher Gesinnung.
    Ich glaube Matsch(ie) ist verdecktes "Ehrenmitglied" der CDU.

  3. "CDU-Eingeständnisse stimmen Kritiker aus der SPD milde" = es gibt also Pöstchen für alle ?

    Da wird sogar von den Jusos zugestimmt - natürlich nur mit Bauchschmerzen (eine inzwischen häufige SPD-Krankheit)

    Die SPD erspart der Linken den Realitäts-Check und wird in einer von niemanden geliebten Grossen Koalition zur leichten Beute der Linken.

    Die SPD wird mir fehlen - wir hatten immer was zu Lachen mit ihr.

  4. ...in der Überschrift ist ja eher sinnentstellend, besser wäre "Zugeständnisse" gewesen.
    http://synonyme.woxikon.de/synonyme/eingeständnis.php

    Aber davon unabhängig wird die Thüringer Bevölkerung das Verhalten der dortigen SPD als "Wahlbetrug" im Kopf behalten.

    Die vermutliche Folge: Weiteres Abrutschen der SPD mit entsprechenden Zuwächsen bei den Linken.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service