Milliarden-Defizit FDP treibt Union zur Reform des Gesundheitswesens
Die Milliarden-Defizite der gesetzlichen Krankenkassen haben Schwarz-Gelb aufgeschreckt. Die FDP dringt nun umso stärker auf die Abschaffung des Gesundheitsfonds.
© Sean Gallup/Getty Images

Schwere Hypothek für Schwarz-Gelb: Merkel und Westerwelle müssen sich auf Milliarden-Defizite bei den Krankenkassen einstellen
Union und FDP beginnen ihre Beratungen über die künftige Gesundheitspolitik – unter denkbar schlechten finanziellen Voraussetzungen. Wie der Schätzerkreis für die gesetzliche Krankenversicherung am Dienstag mitteilte, droht den gesetzlichen Krankenkassen ein Defizit von knapp 7,5 Milliarden Euro. Damit müssen sich Millionen gesetzlich Versicherte auf Zusatzbeiträge einstellen.
Diese Prognose dürfte die schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen zum ohnehin heiklen Thema Gesundheitspolitik erschweren. Die FDP, die den Gesundheitsfonds ganz abschaffen will, sieht sich durch das Defizit in ihrer Kritik am Fonds bestätigt. So forderte der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr eine "vorbehaltlose" Diskussion. "Wer bei dieser Finanzlage stur an dem Fonds festhält, treibt die Krankenkassen in die Insolvenz", warnte der Liberale. Er sei daher gespannt, was die Union in den Verhandlungen nun als ihre Lösung präsentiere.
Der Fehlbetrag der Kassen ist nach Ansicht von Unions-Experten allerdings keine Folge des Fonds. "Wer dies dem Fonds anlastet, greift zu kurz und verkennt schlichtweg die Realität", sagte die hessische Umweltministerin Silke Lautenschläger (CDU), die wie Bahr der Arbeitsgruppe Gesundheit/Pflege angehört. Grund für die steigenden Kosten sei eben nicht das System zur Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen an sich, sondern gewollte Verbesserungen für Ärztehonorare sowie Mehrkosten bei der Krankenhausbehandlung. "In diesem Bereich hatte es jahrelang keine Erhöhung gegeben. Deswegen waren sich alle einig, dass wir mehr Ärzte im Krankenhaus und mehr Pflegekräfte für eine bessere Patientenversorgung brauchen."
Um die sich abzeichnende Finanzlücke bei den Kassen zu schließen, könnte die künftige Bundesregierung mehr Steuereinnahmen als geplant in den Gesundheitsfonds fließen lassen oder rasch ein neues Sparpaket für das Gesundheitswesen beschließen. Möglich wäre auch eine Anhebung des Einheitsbeitragssatzes von derzeit 14,9 Prozent.
Sowohl bei CDU/CSU als auch bei der FDP gibt es deutliche Vorbehalte gegen eine Erhöhung der Sozialabgaben. Auch weitere Steuermittel dürfte es kaum geben, weil sich die FDP schon am bislang geplanten Zuschuss von 11,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr stört.
Fest steht für die Liberalen indes: Der Gesundheitsfonds gehört abgeschafft. "Der Fonds macht vieles teurer, aber nichts besser", kritisierte der FDP-Vize Andreas Pinkwart. Er sei ein "fauler Kompromiss" der Großen Koalition gewesen. Künftig müssten Wahlfreiheit, hohe Qualität und Finanzierbarkeit in eine neue Balance gebracht werden.
Von nun an wird sich der Ton bei den Koalitionsverhandlungen also verschärfen – schließlich geht es ums Geld: Mit Steuern und Haushalt beginnt die wohl wichtigste Arbeitsgruppe des künftigen schwarz-gelben Regierungsbündnisses mit ihren Beratungen. Unter Führung von Kanzleramtschef Thomas de Maizière (CDU) und dem FDP-Finanzexperten Hermann Otto Solms wird ausgelotet, welche Entlastungen für Bürger und Unternehmen trotz der Rekordschulden im Bund machbar sind.
- Die CDU-Verhandler
-
An der Spitze der Delegation steht Kanzlerin Angela Merkel.
Die stellvertretenden Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen), Christian Wulff (Niedersachsen) und Roland Koch (Hessen) repräsentieren die Länder.
Innenminister Wolfgang Schäuble, Kanzleramtschef Thomas de Maizière und Bildungsministerin Annette Schavan könnten auch Mitglieder des neuen schwarz-gelben Kabinetts sein. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla dürfte Arbeitsminister werden.
Die CDU-Parlamentarier repräsentiert Unions-Fraktionschef Volker Kauder.
- CSU
-
Die Bayern werden von Ministerpräsident Horst Seehofer angeführt, der aber in München bleiben will.
Die CSU-Landesgruppe schickt ihre Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg (Wirtschaft) und Ilse Aigner (Agrar) in die Verhandlungen, die in der Regierung bleiben dürften. Landesgruppenchef Peter Ramsauer könnte für den Fall, dass die CSU drei Minister stellt, ins Kabinett wechseln.
Der Rest ist bayerische Politprominenz: CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt, die Landesminister Markus Söder (Umwelt) und Georg Fahrenschon (Finanzen) sowie die Vize-Parteichefinnen Beate Merk und Barbara Stamm.
- FDP
-
Leitfigur ist Parteichef Guido Westerwelle, der als designierter Außenminister gilt.
Rainer Brüderle und Hermann Otto Solms können sich Hoffnung auf die Posten als Wirtschafts- oder Finanzminister machen. Chancen haben auch Sabine Leutheusser-Schnarrenberger auf das Innen- oder Justizressort und die Ex-Generalsekretärin Cornelia Pieper auf das Bildungsministerium. Auch die bisherige Verteidigungsexpertin Birgit Homburger gilt als potenzielle Minister-Kandidatin.
Weiter mit von der Partie: Generalsekretär Dirk Niebel, NRW-Vize-Ministerpräsident Andreas Pinkwart und sein niedersächsischer Amtskollege Philipp Rösler.
Zwar gehen Beobachter davon aus, dass sich Union und FDP auf weitere Steuersenkungen verständigen. Die Liberalen pochen allerdings auf einen radikalen Umbau des Steuersystems. Steffen Kampeter, für die CDU ebenfalls Mitglied der Arbeitsgruppe Finanzen, hält die Steuersenkungsvorschläge der FDP indes für "irreal". Eine Entlastung von 35 Milliarden Euro sei "nicht machbar", die Gegenfinanzierungsvorschläge der Liberalen "rechtswidrig oder unsozial". Kampeter betonte: "Einen solchen finanzpolitischen Blindflug wird es mit der CDU nicht geben." Seine Partei strebe hingegen eine steuerliche Entlastung der Bürger um 15 Milliarden Euro an. Dabei wolle man sich auf die Entlastung von "kleineren und mittleren Einkommen konzentrieren".
Zu ersten Gesprächen kommt auch die Arbeitsgruppe zur Arbeits- und Sozialpolitik zusammen. Dicht beieinander sind beide Seiten mit ihren Vorstellungen, das Schonvermögen zur Altersvorsorge für Langzeitarbeitslose zu erhöhen. Schwieriger dürfte es bei der von der FDP geforderten Lockerung des Kündigungsschutzes werden. Über einen flexibleren Renteneinstieg soll ebenfalls gesprochen werden.
In der ebenfalls startenden Arbeitsgruppe für Umwelt, Agrar und Verbraucherschutz geht es vor allem um die Zukunft der Atomenergie. Wesentlicher Punkt sind Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke und der Preis, der dafür von Stromkonzernen verlangt werden könnte. Themen sind auch die Atommüll-Lagerung sowie neue Förderbedingungen für erneuerbare Energien. Verkehrs- und Bauexperten verhandeln unter anderem über die Zukunft der Deutschen Bahn, die Finanzierung der Verkehrswege sowie die FDP-Forderung nach einer Mietrecht-Lockerung.
- Datum 07.10.2009 - 13:59 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
- Kommentare 26
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In den Reden vor der Wahl war immer von Entlastungen die Rede. Nun gibt es die sogenannten "Sachzwänge", nämlich wieder mal Defizite der Krankenkassen. Diese müssen ausgeglichen werden, egal wer an der Regierung ist, also Mehrbelastung.
Was mich mal interessieren würde: wie machen das andere Länder mit vergleichbarem Lebensstandard (Benelux, Skandinavien) und ähnlichem Sozialsystem, dass sie ihre gesundheitliche Versorgung auch kostenm#ßig im Griff haben?
In vielen Ländern ist das Leben teurer, Steuern, Genussmittel, etc.
Dort gehen die Politiker, die Regierungen wahrscheinlich aber etwas verantwortlicher mit den Steuereinnahmen, dem Geld der Bürger um.
In Deutschland wird der Kapitalismus gefüttert!
Dafür sorgt schon ein Heer von Lobbyisten...
...so werden wir zur Bananenrepublik!
Hier wird schon lange nicht mehr das gemacht, was der Souverän, das Volk will!
Lobbyisten sind die wahren Volksverräter, [ entfernt: Bitte unterlassen Sie menschenverachtende Forderungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
…vielleicht wird es dann besser?
In vielen Ländern ist das Leben teurer, Steuern, Genussmittel, etc.
Dort gehen die Politiker, die Regierungen wahrscheinlich aber etwas verantwortlicher mit den Steuereinnahmen, dem Geld der Bürger um.
In Deutschland wird der Kapitalismus gefüttert!
Dafür sorgt schon ein Heer von Lobbyisten...
...so werden wir zur Bananenrepublik!
Hier wird schon lange nicht mehr das gemacht, was der Souverän, das Volk will!
Lobbyisten sind die wahren Volksverräter, [ entfernt: Bitte unterlassen Sie menschenverachtende Forderungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
…vielleicht wird es dann besser?
Frankreich z.B. hat die Krankenversicherung komplett umgebaut
Das heisst:
- Der Dschungel der KVs wurde massiv zurechtgestutzt
- die Allgemeine Sozialsteuer (CSG) wird auf ALLE Einkünfte erhoben (nicht nur Gehalt) auch auf Kapitaleinkünfte, Mieten usw.
- Private Krankenversicherung gibt es nicht
- Medikamentenpreise werden strikt kontrolliert - und sind deutlich niedriger als in Deutschland !
Das ist aber wohl nicht das, was sich die FDP für ihr Klientel aus Industrie und Ärzteschaft wünscht.
aber Entlastung für die besser verdienenden und Belastung für Rentner und weniger gut Verdienende (also die keine sogenannten Leistungsträger sind). Also bedeutet FDP:
[ entfernt: Bitte verzichten Sie auf polemische Bezeichnungen und tragen Sie zu einer sachbezogenen Debatte bei. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
also der parasiten die das Gesundheitswesen bis aufs Blut ausplündern. Ganz bestimmt nicht die Versicherten (habe noch nicht gehört, daß ein versicherter durch das gesundheitssystem reich geworden wäre, aber die Pharmaindustrie, korrupte Krankenhäuser und Ärzte (bestimmt nicht alle, aber, die die es tun, sind plündernde Parasiten) hochbezahlte manager der Krankenkassen und KV und ähnliches. Ach ja nach lesart der FDP sind diese Personengruppen auch Leistungsträger, die zur Belohnung auch steuerlich entlastet werden müssen.
... leider leben wir seit dem 27.09.09 wieder im Land der Privatisierungsliebhaber. Schlanker Staat als Naturgebot, doppelsinnig armes Deutschland.
solch ein System wie in Frankreich einzurichten!
da zahlt der Patient nämlich erstmal 50.- EUR, bevor er zum Arzt vorgelassen wird. Den Betrag kann er dann bei seiner Kasse einreichen und bekommt einen Teil ! davon zurück.
Machen Sie das mal bei einer Familie mit 3 kleinen Kindern. Da rennt niemand wegen einem Zipperlein gleich zum Doktor und lässt sich ein "rundum Sorglospaket" für Umsonst verschreiben....
aber Entlastung für die besser verdienenden und Belastung für Rentner und weniger gut Verdienende (also die keine sogenannten Leistungsträger sind). Also bedeutet FDP:
[ entfernt: Bitte verzichten Sie auf polemische Bezeichnungen und tragen Sie zu einer sachbezogenen Debatte bei. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
also der parasiten die das Gesundheitswesen bis aufs Blut ausplündern. Ganz bestimmt nicht die Versicherten (habe noch nicht gehört, daß ein versicherter durch das gesundheitssystem reich geworden wäre, aber die Pharmaindustrie, korrupte Krankenhäuser und Ärzte (bestimmt nicht alle, aber, die die es tun, sind plündernde Parasiten) hochbezahlte manager der Krankenkassen und KV und ähnliches. Ach ja nach lesart der FDP sind diese Personengruppen auch Leistungsträger, die zur Belohnung auch steuerlich entlastet werden müssen.
... leider leben wir seit dem 27.09.09 wieder im Land der Privatisierungsliebhaber. Schlanker Staat als Naturgebot, doppelsinnig armes Deutschland.
solch ein System wie in Frankreich einzurichten!
da zahlt der Patient nämlich erstmal 50.- EUR, bevor er zum Arzt vorgelassen wird. Den Betrag kann er dann bei seiner Kasse einreichen und bekommt einen Teil ! davon zurück.
Machen Sie das mal bei einer Familie mit 3 kleinen Kindern. Da rennt niemand wegen einem Zipperlein gleich zum Doktor und lässt sich ein "rundum Sorglospaket" für Umsonst verschreiben....
In vielen Ländern ist das Leben teurer, Steuern, Genussmittel, etc.
Dort gehen die Politiker, die Regierungen wahrscheinlich aber etwas verantwortlicher mit den Steuereinnahmen, dem Geld der Bürger um.
In Deutschland wird der Kapitalismus gefüttert!
Dafür sorgt schon ein Heer von Lobbyisten...
...so werden wir zur Bananenrepublik!
Hier wird schon lange nicht mehr das gemacht, was der Souverän, das Volk will!
Lobbyisten sind die wahren Volksverräter, [ entfernt: Bitte unterlassen Sie menschenverachtende Forderungen. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
…vielleicht wird es dann besser?
damals schon den Lobbyismus gekannt und seine verheerenden Einfluss auf unsere Politiker in Parlament und Regierung, er hätte die Rechtsanwälte "zugunsten" der Lobbyisten verschont, als er den Dick in Heinrich VI., 2. Teil, 4. Akt, 2. Szene sagen ließ: "The first thing we do, let’s kill all the lawyers!"
Für Herrn Westerwelle, hier auch noch die Übersetzung ins Deutsche: "Als erstes lasst uns alle Anwälte töten!" ;-))
Ohne diese "Politikerflüsterer" wären wir als Volk jedenfalls einen wesentlichen Schritt wieder hin zu einer richtigen Demokratie, die ihre Bezeichnung auch zu Recht trägt, einer Herrschaft durch das Volk!
In unserer aktuellen Variante einer Demokratie entsteht auf jeden Fall zunehmend der Eindruck, als wenn das Kapital - Geldadel und Shareholder - tatsächlich die Strippen zieht. Die Regierung wird derweil am Ring durch die Manege (vor)geführt!
Hierzulande wedelt offensichtlich der Schwanz mit dem Hund, nicht umgekehrt. :(((
damals schon den Lobbyismus gekannt und seine verheerenden Einfluss auf unsere Politiker in Parlament und Regierung, er hätte die Rechtsanwälte "zugunsten" der Lobbyisten verschont, als er den Dick in Heinrich VI., 2. Teil, 4. Akt, 2. Szene sagen ließ: "The first thing we do, let’s kill all the lawyers!"
Für Herrn Westerwelle, hier auch noch die Übersetzung ins Deutsche: "Als erstes lasst uns alle Anwälte töten!" ;-))
Ohne diese "Politikerflüsterer" wären wir als Volk jedenfalls einen wesentlichen Schritt wieder hin zu einer richtigen Demokratie, die ihre Bezeichnung auch zu Recht trägt, einer Herrschaft durch das Volk!
In unserer aktuellen Variante einer Demokratie entsteht auf jeden Fall zunehmend der Eindruck, als wenn das Kapital - Geldadel und Shareholder - tatsächlich die Strippen zieht. Die Regierung wird derweil am Ring durch die Manege (vor)geführt!
Hierzulande wedelt offensichtlich der Schwanz mit dem Hund, nicht umgekehrt. :(((
Der Blick von Frau Merkel auf dem Foto spricht Bände.
Der Gesundheitsfonds war ein fauler Kompromiss, den man damals besser bis nach der Wahl 2009 vertagt hätte.
Jetzt sitzt sie zwischen allen Stühlen. Zurück zur Kopfpauschale traut
sie sich nicht, zur Bürgerversicherung und zur Liberalisierung auch nicht.
Es bleibt beim Eindruck der Bevölkerung: Die große Koalition hat Deutschland schlecht regiert - aber wie Angela Merkel sich dabei (medial) gehalten hat, finden die Bürger hervorragend!
Wir hätten die fähigste Regierung seit Mitte der 90ger jahre, wenn diese Regierung eine einzige funktionierende Reform auf den Weg bringt. Mir ist egal, ob sie das Gesundheitssystem vernünftig umbaut und den Schlamassel um die Kassenärztliche Vereinigung, hohen Arzneikosten, Arbeitszeiten in Krankenhäusern usw. auflöst oder ob sie eine vernünftige Steuerreform mit wegfall der meisten Subventionen, Übersicht und gerechter Transparanz einführt. Auch ein gründliche Reform des Arbeitsmarktes und der Verteilung der Arbeit wäre mir herzlich recht. Mit einer gründlichen Reform des ganzen Bildungs- und Forschungssystems wäre ich zufrieden. In allen diesen Bereichen ist dringender Handlungsbedarf geboten. Mehr als eine Reform ist in 4 Jahren nicht zu schaffen. Die Stunde ist günstig! Eine Blockade im Bundesrat aus Parteipolitischen Erwägungen ist nicht zu befürchten. Die meisten dieser Reformen waren schon Anfang der 90ger überfällig, dan kam die Einheit. Ab 1994 kam die Blockade der SPD im Bundesrat und von etwa 2002 an die Blockade durch die CDU. Ich hatte mir ordentliche Reformen eigentlich von der großen Koalition erhofft, weil so ein Konsens zwischen den Lagern erreichbar gewesen wäre. Doch beide Parteien haben sich in der Koalition gegenseitig blockiert. DieSPD ist dafür abgestraft worden, die CDU hätte es auch verdient. Doch dann hätte es wieder für keine andere Regierung als die dann etwas geschrumpfte große Koalition gereicht.
Viele Grüße Z.
Dass das Gesundheitssystem in Deutschland auf Dauer zusammenbricht war doch schon lange vorherzusehen.
Und die Tatsache, dass die FDP nun endlich etwas gegen die Defizite unternehmen will, zeigt doch nur, dass sie sich wirklich Gedanken machen um Deutschlands Zukunft!
In anderen Ländern gibt es ein solch ausgeprägtes und umfangreiches Krankensystem einfach nicht. Daher sind die Kosten dort auch viel geringer die entstehen (Stichwort: Medical Center).
Wenn man sich in seinem Umfeld auch nur ein bisschen umsieht, dann merkt man, dass "der durchschnittliche deutsche Bürger" wegen vielen kleinen Weh-Wehchen zum Arzt rennt, über die im Ausland nur gespottet wird.
Wer einmal privat versichert war, der bekommt wenigstens eine Einsicht in die immensen Kosten, die ein einfacher Arztbesuch zur Fogle trägt...
...ist, dafür dass es an vielen Stellen ziemlich uneffektiv arbeitet, ziemlich stabil.
Siehe auch die 12 größten Lügen übers Gesundheitssystem:
http://bawue.verdi.de/dat...
Dass die Deutschen wegen jedem Wehwehchen zum Arzt rennen wird gerne kolportiert, ist aber nicht korrekt. Was wären denn Beschwerden, wegen derer man nicht zum Arzt gehen sollte und wer ist in der Lage zu beurteilen, ob sich nicht doch etwas ernsteres dahinter verbirgt.
Das Problem im Gesundheitswesen sind nicht die Patienten, sondern die unglaublich starke Pharmalobby, ein Zuviel an KV's und GK's sowie die unsägliche Splittung in GKV und PKV.
...ist, dafür dass es an vielen Stellen ziemlich uneffektiv arbeitet, ziemlich stabil.
Siehe auch die 12 größten Lügen übers Gesundheitssystem:
http://bawue.verdi.de/dat...
Dass die Deutschen wegen jedem Wehwehchen zum Arzt rennen wird gerne kolportiert, ist aber nicht korrekt. Was wären denn Beschwerden, wegen derer man nicht zum Arzt gehen sollte und wer ist in der Lage zu beurteilen, ob sich nicht doch etwas ernsteres dahinter verbirgt.
Das Problem im Gesundheitswesen sind nicht die Patienten, sondern die unglaublich starke Pharmalobby, ein Zuviel an KV's und GK's sowie die unsägliche Splittung in GKV und PKV.
das es so schwierig ist vernünftige Reformen in Gang zu setzen, ist den Wahlgeschenken von SPD und CDU in den letzten beiden Dekaden zu verdanken. Es wurde mitnichten in guten Zeiten gespart, sondern kräftig Geld ausgegeben.
Die Skandinavier haben es vor gemacht, sie haben Sozialleistungen gekürzt und haben ihr Defizit vor der Krise erheblich abgebaut und sogar wieder mehr Wohlstand produziert.
Leider können wir uns bestenfalls Dänemark zum Vorbild nehmen, denn im Gegensatz zu den anderen skandinavischen Staaten können wir unsere Währung nicht abwerten, was begleitend erforderlich war.
Wichtig ist, wo gekürzt wird. Aber es sollte jedem klar sein, dass es ohne Härten und Zumutungen wohl nicht mehr gehen wird. Die aber sind nur tolerierbar, wenn nicht der Eindruck entsteht, dass dies ausschließlich auf Kosten der kleinen und mittleren Einkommen geht.
H.
... der "harte Einschnitt" einfach ein "raus aus dem Euro" sein? Offenbar bringt der mitnichten die Vorteile mit sich, die wir mit einer eigenen Währung hatten/hätten. Seid wann ist ein einheitlicher und wackeliger Währungsraum wie die EU wichtiger als ein solider Staat und Wohlstand der Bürger?
... der "harte Einschnitt" einfach ein "raus aus dem Euro" sein? Offenbar bringt der mitnichten die Vorteile mit sich, die wir mit einer eigenen Währung hatten/hätten. Seid wann ist ein einheitlicher und wackeliger Währungsraum wie die EU wichtiger als ein solider Staat und Wohlstand der Bürger?
Ihr Kommentar ist mal wieder so richtig deutsch. Anstatt sich erstmal dem Problem zu widmen und zu akzeptieren, daß man sich damit beschäftigen muß, wird eine Unterstellung in den Raum gestellt, die aktuell nichts! zum Thema beiträgt. Die Kosten für Medikamente etc. sind in Deutschland ohne Frage höher als anderswo und das muß sicher korrigiert werden - wird am grundsätzlichen Problem bloß überhaupt nichts ändern, da in den Gesamtkosten dadurch wenig Änderung zu erwarten ist. Wir haben in Deutschland eine nicht zu finanzierende Rundumversorgung, die sich in dieser Form kein anderes Land annähernd derselben Größe und Bevölkerungsstruktur leistet. Jeder erwartet (und erhält größtenteils) eine "Maximalversorgung", obwohl im SGB "ausreichend und zweckmäßig" steht. Wie sie das auf ein ausreichendes und zweckmäßiges Maß reduzieren wollen, dazu wären konstruktive Vorschläge gefragt! Und wenn sie Frankreich als leuchtendes Beispiel anführen - fahren sie einfach mal hin und lassen sich in einem französischen Krankenhaus behandeln. Dann kommen sie zurück und erzählen uns, ob sie eine solche Behandlung hier akzeptieren würden.
Abschließend noch: In den (aller)meisten europäischen Staaten werden Ärzte deutlich besser bezahlt (deswegen gehen ja auch so viele Deutsche ins Ausland, z.B. in die Schweiz). Und wo es nicht so ist (z.B. Griechenland), da müssen sie dem Arzt schon ein paar Scheinchen zuschieben, um überhaupt behandelt zu werden. Auch nicht erstrebenswert, oder?
Frankreich hat eine bessere Gesundheitsversorgung, dies hab ich selbst im Urlaub erfahren dürfen. Der Arztbesuch war wesentlich angenehmer und in den Apotheken werden z.B. nicht die teuren Präparate raussucht, sondern einfach die Generika, auch wenn der Arzt es anders aufgeschrieben hat (Es wird noch mitgedacht).
Außerdem hat mir das mein französischer Kollege auch mehrmals bestätigt.
Die Kosten für die "nicht zu finanzierende Rundumversorgung" kommen doch aus der Lobbykratie. Was sind die Damen und Herren Ärzte vor einem halben Jahr noch wie Rumpelstilzchen im Kreis herumgehüpft, weil sie durch das neue Abrechnungsmodell Einnahmeausfälle befürchtet haben? Jetzt stellt sich heraus: Sie verdienen deutlich mehr! Kein Wunder, dass eine Lücke in der Finanzierung klafft. Dass die Pharma-Industrie hier ähnlich absurd absahnt, ist auch definitiv etwas, was geändert werden muss, mit Union und FDP aber garantiert noch weniger geht als mit Ulla Schmidt (deren Kompetenz in Sachen Gesundheit wohl aus ihrem Dauerschnupfen herrührt :-( ).
Zudem herrscht in Deutschland das übliche föderale Kompetenz-Wirrwarr, was u.A. dazu führt, dass gegen bestimmte Probleme (etwa resistente Keime in Kliniken) kaum etwas getan wird, weil sich keiner zuständig fühlt.
Um unser Gesundheitswesen in Ordnung zu bringen, muss man natürlich über den Tellerrand ins Ausland gucken, und von dort die guten Sachen nachmachen, und die schlechten sein lassen. Aber wer von unseren Politikern kann über Tellerränder blicken? Und wie bringt man Ärzten und Pharmariesen bei, dass das Gesundheitswesen nicht schneller wachsen kann wie der Rest der Wirtschaft? Die haben sich an zweistellige Wachstumsraten gewöhnt, und wir wundern uns über ständig steigende Kosten...
Warum keine Kassenbeiträge auf Einkommensbasis (inkl. Miet-, Kapitaleinkünfte?) - weil das FDP-Klientel das nicht will.
Warum keine Abschaffung der Kassenärztlichen Vereinigungen und Abrechnung der Ärzte direkt mit den Patienten (die das Geld von ihren Krankenkassen zurückbekommen) ?
Weil das viel zu transparent wäre; und Transparenz scheut die Ärzteschaft wie der Teufel das Weihwasser. Also wird die FDP sowas verhindern.
Warum keine Medikament-Positivliste für erstattungsfähige Medikamente? Weil die Pharma-Industrie bisher Himmerl und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um diese höchst effektive Kostenbremse zu verhindern. Also wird die FDP es auch weiter verhindern.
Warum müssen eigentlich Beamte in der Privaten Krankenversicherung sein ? Weil die Privaten KVs ohne die Beamten ziemlich schnell am Ende wären?
Warum brauchen wir überhaupt Private Krankenversicherungen ?
Weil unsere Parlamentarier grösstenteils Beamte sind ?
Weil die Versicherungen eine so gute Lobby haben ?
Der Gesundheitsbereich ist ein Riesenmarkt, in dem alle immer mehr kassieren.
Ausser den Versicherten - die für immer weniger zahlen, zahlen, zahlen.
... die "Rundumversorgung" der "Vollkaskostaat" der (meist aus Sicht der optimal versorgten Besserverdiener) in D angeblich existiert und natürlich VIEL zu teuer ist. Als Orientierung sollten wir eher Indien oder China vor Augen haben. Da funktioniert die Welt noch wie sie soll! Gelle?
Tatsächlich leisten wir uns vieles, ein zu gutes Gesundheitssystem sicher nicht. Las ich doch erst letztlich, dass die überwiegende Mehrzahl der Fachärzte meint, weit hinter den theoretischen Möglichkeiten behandeln zu müssen.
Was wir uns stattdessen leisten:
1) eine voll ausgestattete Praxis pro Arzt
2) eine Beitragsbemessungsgrenze
3) eine perverse Auskopplung der Besserverdiener in die PK
4) Pharmakonzerne die Milliarden verdienen
5) zig Krankenkassen (inkl. private) mit entsprechendem bürokratischem Overhead, Vermittlungshonoraren usw.
....
Frankreich hat eine bessere Gesundheitsversorgung, dies hab ich selbst im Urlaub erfahren dürfen. Der Arztbesuch war wesentlich angenehmer und in den Apotheken werden z.B. nicht die teuren Präparate raussucht, sondern einfach die Generika, auch wenn der Arzt es anders aufgeschrieben hat (Es wird noch mitgedacht).
Außerdem hat mir das mein französischer Kollege auch mehrmals bestätigt.
Die Kosten für die "nicht zu finanzierende Rundumversorgung" kommen doch aus der Lobbykratie. Was sind die Damen und Herren Ärzte vor einem halben Jahr noch wie Rumpelstilzchen im Kreis herumgehüpft, weil sie durch das neue Abrechnungsmodell Einnahmeausfälle befürchtet haben? Jetzt stellt sich heraus: Sie verdienen deutlich mehr! Kein Wunder, dass eine Lücke in der Finanzierung klafft. Dass die Pharma-Industrie hier ähnlich absurd absahnt, ist auch definitiv etwas, was geändert werden muss, mit Union und FDP aber garantiert noch weniger geht als mit Ulla Schmidt (deren Kompetenz in Sachen Gesundheit wohl aus ihrem Dauerschnupfen herrührt :-( ).
Zudem herrscht in Deutschland das übliche föderale Kompetenz-Wirrwarr, was u.A. dazu führt, dass gegen bestimmte Probleme (etwa resistente Keime in Kliniken) kaum etwas getan wird, weil sich keiner zuständig fühlt.
Um unser Gesundheitswesen in Ordnung zu bringen, muss man natürlich über den Tellerrand ins Ausland gucken, und von dort die guten Sachen nachmachen, und die schlechten sein lassen. Aber wer von unseren Politikern kann über Tellerränder blicken? Und wie bringt man Ärzten und Pharmariesen bei, dass das Gesundheitswesen nicht schneller wachsen kann wie der Rest der Wirtschaft? Die haben sich an zweistellige Wachstumsraten gewöhnt, und wir wundern uns über ständig steigende Kosten...
Warum keine Kassenbeiträge auf Einkommensbasis (inkl. Miet-, Kapitaleinkünfte?) - weil das FDP-Klientel das nicht will.
Warum keine Abschaffung der Kassenärztlichen Vereinigungen und Abrechnung der Ärzte direkt mit den Patienten (die das Geld von ihren Krankenkassen zurückbekommen) ?
Weil das viel zu transparent wäre; und Transparenz scheut die Ärzteschaft wie der Teufel das Weihwasser. Also wird die FDP sowas verhindern.
Warum keine Medikament-Positivliste für erstattungsfähige Medikamente? Weil die Pharma-Industrie bisher Himmerl und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um diese höchst effektive Kostenbremse zu verhindern. Also wird die FDP es auch weiter verhindern.
Warum müssen eigentlich Beamte in der Privaten Krankenversicherung sein ? Weil die Privaten KVs ohne die Beamten ziemlich schnell am Ende wären?
Warum brauchen wir überhaupt Private Krankenversicherungen ?
Weil unsere Parlamentarier grösstenteils Beamte sind ?
Weil die Versicherungen eine so gute Lobby haben ?
Der Gesundheitsbereich ist ein Riesenmarkt, in dem alle immer mehr kassieren.
Ausser den Versicherten - die für immer weniger zahlen, zahlen, zahlen.
... die "Rundumversorgung" der "Vollkaskostaat" der (meist aus Sicht der optimal versorgten Besserverdiener) in D angeblich existiert und natürlich VIEL zu teuer ist. Als Orientierung sollten wir eher Indien oder China vor Augen haben. Da funktioniert die Welt noch wie sie soll! Gelle?
Tatsächlich leisten wir uns vieles, ein zu gutes Gesundheitssystem sicher nicht. Las ich doch erst letztlich, dass die überwiegende Mehrzahl der Fachärzte meint, weit hinter den theoretischen Möglichkeiten behandeln zu müssen.
Was wir uns stattdessen leisten:
1) eine voll ausgestattete Praxis pro Arzt
2) eine Beitragsbemessungsgrenze
3) eine perverse Auskopplung der Besserverdiener in die PK
4) Pharmakonzerne die Milliarden verdienen
5) zig Krankenkassen (inkl. private) mit entsprechendem bürokratischem Overhead, Vermittlungshonoraren usw.
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