Bleiberecht Leben auf Probe

Wer als Flüchtling in Deutschland nur geduldet wird, aber bleiben will, muss Arbeit finden. Das ist oft schwer, wie ein Beispiel zeigt. Nun entscheiden die Innenminister.

Ausweglos? Menschen mit einer Aufenthaltserlaubnis auf Probe fürchten in Deutschland den Rückfall in den Status der Duldung - und damit die Abschiebung.

Ausweglos? Menschen mit einer Aufenthaltserlaubnis auf Probe fürchten in Deutschland den Rückfall in den Status der Duldung - und damit die Abschiebung.

Wenn ab diesem Donnerstag in Bremen die Innenministerkonferenz (IMK) tagt, steht für Marko Izra (Name von der Redaktion geändert) einiges auf dem Spiel. Izra (55) ist im Kosovo geboren, hat seit 1976 in Kroatien gearbeitet und floh während des kriegerischen Zerfalls Jugoslawiens 1991 nach Hamburg. Er ist gelernter Kfz-Meister mit Arbeitserfahrung von mehr als 20 Jahren, er sagt von sich: "Ich bin kein fauler Mann, kann nicht rum sitzen, ich muss arbeiten."

Warum muss er sich dann vor den Beschlüssen der IMK fürchten? Das hängt mit Izras Status zusammen. Wenn man ihn danach fragt, bekommt man kein Wort zu hören, er sagt nur eine Zahl: "Ich bin 104a."

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Der Paragraf 104a im Ausländerrecht bedeutet Aufenthaltserlaubnis auf Probe, 104a bedeutet "Altfallregelung". Sie geht auf eine Gesetzesänderung im März 2007 zurück. Damals einigte sich die Große Koalition darauf, Geduldeten, die seit mindestens acht, bei Familien sechs Jahren in Deutschland leben, ein dauerhaftes Bleiberecht zu gewährleisten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie bis zum Ende dieses Jahres eine Arbeit finden, mit der sie ihren Lebensunterhalt selbstständig bestreiten können.

Schätzungsweise 100.000 Flüchtlinge leben in Deutschland als bloß Geduldete, ständig von Abschiebung bedroht. Etwa 60.000 fallen unter die Altfallregelungen, weil sie lange genug hier sind. Was mit denen geschieht, die es nicht schaffen, die Bedingung zu erfüllen, werden die Innenminister auf ihrer Konferenz entscheiden. Vielleicht wird die Regelung auch noch einmal verlängert.

Das deutsche Aufenthaltsrecht ist kompliziert. Dass Marko Izra es nicht komplett versteht, kann ihm kaum einer übel nehmen, umgekehrt tut er es auch nicht. "Die Gesetze sind nicht schlecht", sagt er, "aber Politiker sagen dies, Behörden sagen jenes. Die Leute machen mit dir, was sie wollen!"

Was Izras Situation noch komplizierter macht ist die Tatsache, dass er faktisch staatenlos ist. Seine Papiere hat er auf der Flucht verloren, und weder das kroatische noch das kosovarische Konsulat stellen ihm neue aus. Die deutschen Behörden ohnehin nicht. So kam er lange Zeit nicht über den Status der Duldung hinaus. Duldung, das heißt unrechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland, zur Ausreise verpflichtet. Doch nicht immer können Ausreisepflichtige abgeschoben werden, entweder weil ihnen im Heimatland Gefahren drohen oder, wie in Izras Fall, sich kein Heimatland findet, das ihn aufnehmen will.

Mittlerweile will er sogar wieder zurück nach Kroatien. Doch abgesehen davon, dass seine vier Kinder, alle in Deutschland aufgewachsen, hier bleiben wollen, kann er gar nicht zurück. Die Einreise in seine frühere Heimat wird ihm verweigert, weder Kroatien noch Kosovo fühlen sich zuständig.

Eine Arbeit in Deutschland zu finden, von der er und seine Familie leben können, um bleiben zu dürfen, wird ihm aber auch schwer gemacht. Zwar ist es theoretisch möglich, als bloß Geduldeter eine Arbeitserlaubnis zu erhalten. Die ist allerdings an Auflagen gebunden. Zunächst muss man mindestens ein Jahr in Deutschland geduldet sein. Danach greift die Vorrangprüfung. Danach kann ein Geduldeter einen Job nur bekommen, wenn ihn kein Deutscher oder EU-Ausländer haben will. Überdies muss die Vergleichbarkeit der Arbeitsbedingungen erfüllt sein.

Auch Izra hat bereits gearbeitet in Deutschland. Immer mal wieder bei wechselnden Arbeitgebern, zuletzt auf 400-Euro-Basis bei einem Autohändler. Aber nie als das, wozu er in seiner Heimat ausgebildet worden ist: Kfz-Meister. Vor Kurzem wurde ihm versprochen, mit Monteuren zu arbeiten. "Aber was ist?", fragt er, um die Antwort gleich selbst hinterher zu schieben: "Ich mache nur sauber!" Also ist der Meistertitel aus Kroatien in Deutschland nichts wert? "Doch, schon", er zuckt mit den Achseln, "aber man erlaubt mir nicht so zu arbeiten."

Politiker wie der CDU-Abgeordnete Reinhard Grindel fordern immer wieder, dass sich Ausländer um Arbeit bemühen sollen. Izra bemüht sich – und kriegt doch nichts. Verstehen kann er das nicht.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums befinden sich derzeit fast 31.000 Menschen in Deutschland im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis auf Probe. Bei rund der Hälfte der Betroffenen geht man davon aus, dass sie nach Ablauf der Frist zum Jahresende in den Status der Duldung zurückfallen könnten. Die Frage ist allerdings unter den Parteien umstritten: Die FDP möchte die Frist um ein Jahr verlängern, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Maria Böhmer (CDU) sogar um zwei Jahre. Der SPD ist das noch zu wenig, wie Berlins Innensenator Ehrhart Körting stellvertretend für die sozialdemokratischen Innenminister und -senatoren erklärte: "Wir schlagen deshalb vor, denjenigen, die sich nachweislich in unsere Gesellschaft integriert haben und ihren Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft leisten (...), ab 1. Januar 2010 eine Aufenthaltserlaubnis zu erteilen." Von der Pflicht, den Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, ist bei der SPD keine Rede mehr.

Unter den unionsgeführten Ländern gibt es bislang keinen einheitlichen Standpunkt. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: "Erst Arbeit, dann Daueraufenthalt – das muss das Prinzip sein." Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus übermittelte: "Ich bitte um Verständnis, dass ich den internen Beratungen der Innenministerkonferenz nicht vorgreifen kann." Eine Massenabschiebung im kommenden Jahr werde es aber mit Sicherheit nicht geben. "Klar ist für mich aber auch: Wer hier bleiben will, muss integrationsfähig und integrationswillig sein." Geduldete müssen also Geduld haben und die Konferenz abwarten.

Was die Duldung für eine Familie bedeuten kann, erfuhr Christiane Zabel. Sie leitet die Fußballjugend eines Hamburger Fußballvereins, bei dem alle vier Kinder von Marko Izra spielen. Eines Tages hörte sie zufällig, dass die Familie am nächsten Tag abgeschoben werden sollte, da griff sie ein, stellte noch in der Nacht beim Petitionsausschuss im Hamburger Senat einen Antrag, die Abschiebung konnte gestoppt werden. "Die saßen schon auf gepackten Koffern", sagt Zabel. Seitdem kämpfe sie mit der Familie, mal auf der Ausländerbehörde, mal auf der Agentur für Arbeit, mal bei der Wohnungssuche. Offenbar nicht wirkungslos: "Wenn ich dabei bin, wird er anders behandelt, sagt er mir."

Auf der Homepage des Bundesinnenministeriums heißt es, Menschen, die in Deutschland arbeiten wollen, Menschen wie Izra also, müssten sich integrieren. Ein wesentlicher Integrationsgradmesser ist die Landessprache, mit der Izra, obwohl schon 18 Jahre in Deutschland, zweifelsohne Probleme hat. Angesprochen darauf zeigt er sich uneinsichtig. "Ja, ja", wiegelt er ab, "aber im Kopf", er tippt sich an die Stirn, "ist das Wissen!" Er will seine mangelnden Deutschkenntnisse nicht mit mangelndem Fachwissen in Sachen Fahrzeugtechnik verwechselt wissen. Obwohl er seit langer Zeit nicht mehr als Kfz-Meister tätig war, sagt er: "80 Prozent der Dinge hab ich noch im Kopf." Für ihn ist es das Talent, was zählt. Nicht die Sprache.

"Das ist das große Problem", bestätigt auch Zabel, "dass er trotz der langen Zeit hier nur ganz schlecht Deutsch spricht. Die Kinder sprechen perfekt." Izra habe zu Beginn seiner Zeit in Deutschland keinen Sprachkurs besucht, "aber das kann man auch verstehen", sagt Zabel, "wenn man die ganze Zeit auf einem Schleudersitz sitzt."

Seit Ende Mai haben Izra und seine Frau eine Aufenthaltserlaubnis auf Probe, warum, das habe ihm niemand erklärt. Ob er es schafft, bis Ende des Jahres einen Job anzunehmen, mit dem er den Lebensunterhalt seiner Familie finanzieren kann, weiß er nicht. Viel Zeit bleibt ihm nicht. Im Moment macht er ein Praktikum.
 

 
Leser-Kommentare
  1. "Was Izras Situation noch komplizierter macht ist die Tatsache, dass er faktisch staatenlos ist. Seine Papiere hat er auf der Flucht verloren, und weder das kroatische noch das kosovarische Konsulat stellen ihm neue aus. Die deutschen Behörden ohnehin nicht. So kam er lange Zeit nicht über den Status der Duldung hinaus."

    Ich finde es merkwürdig, daß diese Leute immer so schnell die Papiere verlieren. Komisch, daß Zeit-online glaubt, die deutschen Behörden und vor allem Foristen würden sich samt und sonders die Hosen mit der Kneifzange anziehen. Es handelt es sich hier um einen beliebten Trick, um den Behörden die Identifizierung und vor allem die Abschieung in Herkunftsland zu erschweren und vor allem den Aufenthalt zu verlängern. Solche Versuche, die gesetzlichen Bestimmungen zu unterlaufen, sollten mit sofortiger Beendigung der Aufenthaltserlaubnis und im Bedarfsfall mit Beugefall geahndet werden. Das könnte dem Gedächtnis schneller auf die Sprünge helfen als ein Bitte, doch das Herkunftsland zu nennen.

    "Das deutsche Aufenthaltsrecht ist kompliziert. Dass Marko Izra es nicht komplett versteht, kann ihm kaum einer übel nehmen, umgekehrt tut er es auch nicht."

    "Die Gesetze sind nicht schlecht", sagt er, "aber Politiker sagen dies, Behörden sagen jenes. Die Leute machen mit dir, was sie wollen!"

    Er scheint das Recht sehr gut zu verstehen, vor allem dessen Schlupflöcher. Warum wohl befindet er sich in Widerspruch zu allen gesetzlichen Regelungen noch in Deutschland?

  2. "Auf der Homepage des Bundesinnenministeriums heißt es, Menschen, die in Deutschland arbeiten wollen, Menschen wie Izra also, müssten sich integrieren. Ein wesentlicher Integrationsgradmesser ist die Landessprache, mit der Izra, obwohl schon 18 Jahre in Deutschland, zweifelsohne Probleme hat. Angesprochen darauf zeigt er sich uneinsichtig. "Ja, ja", wiegelt er ab, "aber im Kopf", er tippt sich an die Stirn, "ist das Wissen!" Er will seine mangelnden Deutschkenntnisse nicht mit mangelndem Fachwissen in Sachen Fahrzeugtechnik verwechselt wissen. Obwohl er seit langer Zeit nicht mehr als Kfz-Meister tätig war, sagt er: "80 Prozent der Dinge hab ich noch im Kopf." Für ihn ist es das Talent, was zählt. Nicht die Sprache."

    Es tut mir leid, aber wer als geistig normal entwickelter Mensch 18 Jahre lang in einem Land lebt, ohne dessen Sprache zu lernen, der zeigt vor allem eins, daß er sich für die Sprache und Kultur dieses Landes nicht im geringsten interessiert und lediglich mit Landsleuten verkehrt. Das heißt das Gegenteil von integrationswillig. Leider massenhaft anzutreffen. Aber die Innenminister sind schon fleißig dabei, für die weitere Hinauszögerung der Abschiebung neue juristische und humanitäre Gründe auszuklügeln. Leidertragener: Die einheimische Bevölkerung.

    • Hontes
    • 02.12.2009 um 19:46 Uhr

    Der betroffene Personenkreis wurde nicht nach dem Asylrecht anerkannt oder wußte, dass Bürgerkriegsflüchtlinge keinen Anspruch auf dauerhafte Aufnahme haben.

    Einerseits gibt es Bestrebungen diesem Land ein modernes Einwanderungsrecht zu geben, andererseits lässt man es bereits heute an der konsequenten Umsetzung bestehender Bestimmungen missen. Weshalb sollte ich dann Vertrauen in ein zukünftiges Einwanderungsrecht haben?

    Das ständige inkonsequente Handeln schafft immer wieder neue Präzedenzfälle die aufzeigen, dass man sich erst kann nicht um eine legale Zuwanderung bemühen braucht, da auch der nichtlegitime Aufenthalt nachträglich immer wieder legitimiert wird.

    Wird nach der zweijährigen Übergangsfrist nochmals eine Fristverlängerung gewährt, verbleiben die betroffenen Personen weiterhin im Land und es wird noch inhumaner, den Aufenthalt möglicherweise in zwei Wochen zu beenden.

    Es wäre auch einmal interessant zu wissen, wie hoch die Kosten solcher Duldungen sind.

    Wir können jeden Steuer-Euro nur einmal für Soziales ausgeben! Entweder wir sparen beim moralisch berechtigten Personenkreis noch mehr Leistungen ein oder knöpfen es dem Steuerzahler noch zusätzlich ab.

    Daher Zeichen setzen und Vertrauen in die bestehenden Regelungen schaffen!

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    Moralisch berechtigter Personenkreis in welcher Hinsicht?

    Wenn das auf die Abstammung bezogen ist, dann ist dein Argument, Hontes, schon rein logisch einfach nicht tragbar. Genauso könnte ich sagen, ich sei moralisch dazu berechtigt, die Eltern zu haben, die ich habe. Nein, bin ich nicht. Moral hat nichts damit zu tun, woher ich stamme, sondern damit, was ich tue. Worin dies inhaltlich bestimmt sein mag, ist ein ganz anderer Text, der nicht im Rahmen eines Kommentares erläutert werden kann, aber in diesem Fall auch nicht werden muss, um ganz deutlich zu sagen: Wenn es Kriterium moralischer Wertigkeit ist/ sein soll, ob man in der BRD leben darf oder nicht (und damit automatisch vom Staat in dieser oder jener Hinsicht unterstützt wird), dann müsste ebenso jeder Deutsche gehen, der sich als unmoralisch ausweist, hinsichtlich der wie auch immer bestimmten Kriterien, wie jeder Nicht-Deutsche.
    Moral ist kein hinreichendes Kriterium, um über die Frage befinden zu können, wer wo leben darf, immerhin müssten diejenigen, die an Ort A nicht leben dürfen, irgendwo anders hin (B;C;D...)
    Wenn aber doch, dann müssten wir irgendwo ein Stück Land aus dem Boden stampfen (das wir nichts und niemandem weggenommen haben) und all diejenigen, die wir für moralisch schlecht befunden haben, dort versammeln, auf dass sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

    Ich befürchte nur, dass dieses Stück Land sehr groß sein müsste...

    Moralisch berechtigter Personenkreis in welcher Hinsicht?

    Wenn das auf die Abstammung bezogen ist, dann ist dein Argument, Hontes, schon rein logisch einfach nicht tragbar. Genauso könnte ich sagen, ich sei moralisch dazu berechtigt, die Eltern zu haben, die ich habe. Nein, bin ich nicht. Moral hat nichts damit zu tun, woher ich stamme, sondern damit, was ich tue. Worin dies inhaltlich bestimmt sein mag, ist ein ganz anderer Text, der nicht im Rahmen eines Kommentares erläutert werden kann, aber in diesem Fall auch nicht werden muss, um ganz deutlich zu sagen: Wenn es Kriterium moralischer Wertigkeit ist/ sein soll, ob man in der BRD leben darf oder nicht (und damit automatisch vom Staat in dieser oder jener Hinsicht unterstützt wird), dann müsste ebenso jeder Deutsche gehen, der sich als unmoralisch ausweist, hinsichtlich der wie auch immer bestimmten Kriterien, wie jeder Nicht-Deutsche.
    Moral ist kein hinreichendes Kriterium, um über die Frage befinden zu können, wer wo leben darf, immerhin müssten diejenigen, die an Ort A nicht leben dürfen, irgendwo anders hin (B;C;D...)
    Wenn aber doch, dann müssten wir irgendwo ein Stück Land aus dem Boden stampfen (das wir nichts und niemandem weggenommen haben) und all diejenigen, die wir für moralisch schlecht befunden haben, dort versammeln, auf dass sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

    Ich befürchte nur, dass dieses Stück Land sehr groß sein müsste...

    • kolpus
    • 02.12.2009 um 20:05 Uhr

    Unabhängig davon, dass manch als Flüchtling seine Papiere vorsätzlich "verlieren" könnte (ich bestreite nicht, dass das in einzelnen Fällen passiert), so ist es andererseits nicht allzu unwahrscheinlich, dass sie in den Wirren eines Krieges und der damit zusammenhängenden Flucht verloren gehen können, Ihnen abgenommen wurden, o.ä. Ohne Papiere kann man zwar nicht abgeschoben werden, aber eben nach der Gesetzeslage auch keine Aufenthaltserlaubnis bekommen oder Asyl beantragen. Von daher würde ich mit Pauschalisierungen vorsichtig sein. Vor allem die Kohlregierung hat in den Jahren nach der Wiedervereinigung erfolgreich das Bild des Asylbeantragenden als schmarotzenden, faulen Betrüger implemetiert, wie sich an Rainer Unsinn's Kommentaren ablesen lässt.
    Menschen jahrelang nichts als kurzfristigen Duldungen anzubieten ist absolut unmenschlich und sollte wenn nicht verboten, zumindest begrenzt werden (versetzen Sie gedanklich mal in diese Lage). Wie soll man sich denn bitte integrieren, wenn man ständig auf gepackten Koffern sitzt und die Abschiebung -wie erwähnt- am nächsten Tag erwarten muss. Wenn Integration nicht in Aussicht gestellt wird, kann man nicht absurderweise Integrationswillen erwarten.
    Fakt ist, der Mensch möchte arbeiten (zugegeben, mangelnde Deutschkenntnisse sind nicht förderlich, aber ich zweifele, dass Geduldete Anrecht auf einen bezahlten Deutschkurs hatten), sucht Arbeit und ist nicht als elender Schmarotzer zu bezeichnen, sondern mit Respekt zu behandeln.

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    "Selbst wenn der beschriebene Mann "absichtlich" seine Papiere verloren hat, wer kann es ihm denn verdenken? Vielleicht mögen sich alle die hier nur rumschimpfen von wegen wieviel Geld verschwendet wird mal in die Lage des Herren versetzen.
    Er hat sein Heimatland sicher nicht leichtfertig verlassen, er ist vor den Zuständen damals im Krieg geflohen."

    Ich gebe zu, daß ich erst mal eine Runde weinen mußte, als ich Ihre herzergreifenden Bemerkungen gelesen habe. Wer kann es jemandem auch verdenken, daß er gegen geltenden Gesetze verstößt und jeden Trick anwendet, um seine fällige Abschiebung zu verhindern?

    Merkwürdig ist auch, daß es Millionen und aber Millionen von Leuten aus Kroation gibt, die auch den Bürgerkrieg mitmachen mußten und trotzdem ihr Land nicht verlassen haben.

    "Haben eigentlich alle Ostflüchtlinge damals ihr Handwerkszeug, Pass und Geld in der Tasche gehabt? Oder ist das was anderes weil die ja Deutsche sind?"

    Gruselig ist eher das, was Sie hier zusammenschreiben. Die Erklärung nennen Sie bereits selbst. Diese Ostflüchtlinge waren ethnische Deutsche, mußten also nicht in irgendeiner Weise in einen fremden Kulturkreis integriert werden und waren in aller Regel gut qualifiziert und ausgebildet.

    "Wenn man von manchen gruseligen Dialekten mal absieht haben sprechen die auch Deutsch"

    Das mit dem Dialekt ist doch so was von billig. Dailekte snd eben was anderes als eine Sozialisation in einem anderen Sprachraum. Klingen für Sie westdeutschen Dialekte besser?

    "Selbst wenn der beschriebene Mann "absichtlich" seine Papiere verloren hat, wer kann es ihm denn verdenken? Vielleicht mögen sich alle die hier nur rumschimpfen von wegen wieviel Geld verschwendet wird mal in die Lage des Herren versetzen.
    Er hat sein Heimatland sicher nicht leichtfertig verlassen, er ist vor den Zuständen damals im Krieg geflohen."

    Ich gebe zu, daß ich erst mal eine Runde weinen mußte, als ich Ihre herzergreifenden Bemerkungen gelesen habe. Wer kann es jemandem auch verdenken, daß er gegen geltenden Gesetze verstößt und jeden Trick anwendet, um seine fällige Abschiebung zu verhindern?

    Merkwürdig ist auch, daß es Millionen und aber Millionen von Leuten aus Kroation gibt, die auch den Bürgerkrieg mitmachen mußten und trotzdem ihr Land nicht verlassen haben.

    "Haben eigentlich alle Ostflüchtlinge damals ihr Handwerkszeug, Pass und Geld in der Tasche gehabt? Oder ist das was anderes weil die ja Deutsche sind?"

    Gruselig ist eher das, was Sie hier zusammenschreiben. Die Erklärung nennen Sie bereits selbst. Diese Ostflüchtlinge waren ethnische Deutsche, mußten also nicht in irgendeiner Weise in einen fremden Kulturkreis integriert werden und waren in aller Regel gut qualifiziert und ausgebildet.

    "Wenn man von manchen gruseligen Dialekten mal absieht haben sprechen die auch Deutsch"

    Das mit dem Dialekt ist doch so was von billig. Dailekte snd eben was anderes als eine Sozialisation in einem anderen Sprachraum. Klingen für Sie westdeutschen Dialekte besser?

  3. Selbst wenn der beschriebene Mann "absichtlich" seine Papiere verloren hat, wer kann es ihm denn verdenken? Vielleicht mögen sich alle die hier nur rumschimpfen von wegen wieviel Geld verschwendet wird mal in die Lage des Herren versetzen.
    Er hat sein Heimatland sicher nicht leichtfertig verlassen, er ist vor den Zuständen damals im Krieg geflohen. Haben eigentlich alle Ostflüchtlinge damals ihr Handwerkszeug, Pass und Geld in der Tasche gehabt? Oder ist das was anderes weil die ja Deutsche sind? Wenn man von manchen gruseligen Dialekten mal absieht haben sprechen die auch Deutsch und müssen es sich nicht wie manche Studenten in Hochdeutschkursen mühsam antrainieren um so ihre Chancen auf dem hiesigen (stagnierenden) Arbeitsmarkt zu verbessern.

    Ist nicht Mensch gleich Mensch?

    Ich weiß jetzt nicht ob Flüchtlingen in Deutschland kostenlose Deutschkurse angeboten werden, aber ich denke mal eher nicht. Wo will er denn dann Deutsch lernen? Im Ausländer- und Asylantenheim wo vielleicht 20 verschiedene Sprachen gesprochen werden. Wie will er sich denn integrieren wenn er auch mit guter Ausbildung keine Arbeit bekommt. Und die Auflagen sind ja absolut grotesk. Wer da einen Job in dem Beruf findet, den er kann und gern macht - Hut ab!

    Ich hab mir mal den Spaß gemacht und die Stellenangebote einiger ländlichen Gegenden durchgesehen. Durchweg 400 Euro Jobs. Davon kann man keine Familie ernähren. In den Städten sieht es bei größerer Konkurrenz sicher nicht besser aus.

  4. über die Dummheit der deutschen Gutmenschen und Behörden.
    Ich habe persönlich einen Fall bei einer Amnesty-Gruppe erlebt, da hatte der Vater Geisteskrankheit vorgetäuscht und der Pfarrer hatte der ganzen Familie Kirchenasyl gewährt.
    Jetzt lebte die Familie in einem Zimmer, was die Eltern aber nicht daran hinderte noch 2 weitere Kinder in die Welt zusetzen, dann lebten 7 Personen in einem Zimmer.
    Dann beschwerten sie sich natürlich, dass sie keinen Platz hätten; ganz davon abgesehen, dass der Vater deutsche Werte vollkommen ablehnte -um es diplomatisch zu formulieren.

    Dieses Verhalten öffnete in Amnesty-Gruppe einigen die Augen, und das Bild des armen Opfers über die illegalen Einwanderer erhielt ziemliche Risse...

  5. "Selbst wenn der beschriebene Mann "absichtlich" seine Papiere verloren hat, wer kann es ihm denn verdenken? Vielleicht mögen sich alle die hier nur rumschimpfen von wegen wieviel Geld verschwendet wird mal in die Lage des Herren versetzen.
    Er hat sein Heimatland sicher nicht leichtfertig verlassen, er ist vor den Zuständen damals im Krieg geflohen."

    Ich gebe zu, daß ich erst mal eine Runde weinen mußte, als ich Ihre herzergreifenden Bemerkungen gelesen habe. Wer kann es jemandem auch verdenken, daß er gegen geltenden Gesetze verstößt und jeden Trick anwendet, um seine fällige Abschiebung zu verhindern?

    Merkwürdig ist auch, daß es Millionen und aber Millionen von Leuten aus Kroation gibt, die auch den Bürgerkrieg mitmachen mußten und trotzdem ihr Land nicht verlassen haben.

    "Haben eigentlich alle Ostflüchtlinge damals ihr Handwerkszeug, Pass und Geld in der Tasche gehabt? Oder ist das was anderes weil die ja Deutsche sind?"

    Gruselig ist eher das, was Sie hier zusammenschreiben. Die Erklärung nennen Sie bereits selbst. Diese Ostflüchtlinge waren ethnische Deutsche, mußten also nicht in irgendeiner Weise in einen fremden Kulturkreis integriert werden und waren in aller Regel gut qualifiziert und ausgebildet.

    "Wenn man von manchen gruseligen Dialekten mal absieht haben sprechen die auch Deutsch"

    Das mit dem Dialekt ist doch so was von billig. Dailekte snd eben was anderes als eine Sozialisation in einem anderen Sprachraum. Klingen für Sie westdeutschen Dialekte besser?

    Antwort auf "Rainster Unsinn"
  6. Moralisch berechtigter Personenkreis in welcher Hinsicht?

    Wenn das auf die Abstammung bezogen ist, dann ist dein Argument, Hontes, schon rein logisch einfach nicht tragbar. Genauso könnte ich sagen, ich sei moralisch dazu berechtigt, die Eltern zu haben, die ich habe. Nein, bin ich nicht. Moral hat nichts damit zu tun, woher ich stamme, sondern damit, was ich tue. Worin dies inhaltlich bestimmt sein mag, ist ein ganz anderer Text, der nicht im Rahmen eines Kommentares erläutert werden kann, aber in diesem Fall auch nicht werden muss, um ganz deutlich zu sagen: Wenn es Kriterium moralischer Wertigkeit ist/ sein soll, ob man in der BRD leben darf oder nicht (und damit automatisch vom Staat in dieser oder jener Hinsicht unterstützt wird), dann müsste ebenso jeder Deutsche gehen, der sich als unmoralisch ausweist, hinsichtlich der wie auch immer bestimmten Kriterien, wie jeder Nicht-Deutsche.
    Moral ist kein hinreichendes Kriterium, um über die Frage befinden zu können, wer wo leben darf, immerhin müssten diejenigen, die an Ort A nicht leben dürfen, irgendwo anders hin (B;C;D...)
    Wenn aber doch, dann müssten wir irgendwo ein Stück Land aus dem Boden stampfen (das wir nichts und niemandem weggenommen haben) und all diejenigen, die wir für moralisch schlecht befunden haben, dort versammeln, auf dass sie sich gegenseitig die Köpfe einschlagen.

    Ich befürchte nur, dass dieses Stück Land sehr groß sein müsste...

    Antwort auf "Zuwanderungspolitik"

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