Antrittsbesuche Westerwelles ReiseprüfungSeite 3/3

Solche Misstöne, sollten es denn welche sein, sind vergessen, als später, nach dem Treffen mit Nicholas Sarkozy, der Präsident den Neuen aus Deutschland unter inniger Abschiedsherzerei auf die Treppe vor dem Élysée-Palast begleitet – als Zeichen besonderer Wertschätzung.

Auf dem Rückflug nach Berlin ist deshalb dann ein völlig anderer Westerwelle zu erleben als noch am frühen Morgen: Der sichtlich erleichterte und aufgekratzte Außenminister verzichtet diesmal im Hintergrundgespräch mit den Journalisten auf alle diplomatischen Floskeln. Und das Sakko bleibt offen.

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Während der Außenminister seine ersten diplomatischen Reisen also fast mit Glanz absolviert, entgleitet dem Vizekanzler Westerwelle zunehmend die Steuerdebatte. Nicht einmal seine Basta-Rede vom Sonntag konnte das ändern: Die CDU mahnte er da zur Vertragstreue, nun gehen ihm seine Parteifreunde von der Fahne: Wolfgang Kubicki aus Schleswig- Holstein und Jörg-Uwe Hahn aus Hessen sind die Interessen ihrer Länder näher als die Versprechen ihrer Bundespartei. Fast scheint es, als schwinde die Autorität des Parteivorsitzenden in dem Maße, wie die des neuen Außenministers wächst.

Am heutigen Dienstag besucht Westerwelle Brüssel und Luxemburg, Mitte der Woche wartet in Washington eine größere Bewährungsprobe. Zwar will auch Barack Obama eine nuklearwaffenfreie Welt. Doch Westerwelles Forderung nach Abzug der letzten amerikanischen Nuklearwaffen aus Deutschland löst in Washington Kopfschütteln aus. Bei der Abrüstung gibt es für das Weiße Haus andere Prioritäten. Wenn Westerwelle also gemeinsam mit Hillary Clinton vor die Presse tritt, werden Fragen nach seinen Sprachkenntnissen kaum interessieren. Dann geht es um harte Politik und hohe Diplomatie.

http://www.tagesspiegel.de/politik/international/Guido-Westerwelle;art123,2939725
 

 
Leser-Kommentare
  1. ...fällt mir da ein altes Lied ein? ;-))
    http://www.youtube.com/wa...

  2. Im Artikel ist wieder mal viel von Ostpolitik die Rede. Die Bundesregierung ist aber in den letzten Jahren genau auf diesem Feld wenig eingefallen.
    MAn besucht in schoener Regelmaessigkeit Polen und passt auf, dass ja kein boeses Wort uuber den NAchbarstaat faellt. Und man besucht Russland und trifft sich dort alibimaessig mit ein paar Menschenrechtlern.
    Aber was ist mit dem Rest Osteuropas? Wann wurde von hoechster Stelle letztmalig die BEdeutung des Balkangebietes fuer die deutsche Aussenpolitik hervorgehoben. Warum faehrt man so furchtbar selten in die anderen osteuropaeischen LAender?
    Warum gibt es kein Wort ueber de Erweiterung der EU um Kroatien, bzw. eine Perspektive fuer die Balkanstaaten? Stattdessen der immer gleiche Vorschlag von den Atomwaffenabzug und dem fernen Tuerkei-Beitritt. Das klingt gut, ist aber unwichtig.
    Aber warum redet er nicht von der Erweiterung der NATO um Ukraine, Georgien usw.? Warum steht er den Ukrainern nicht mit Wort und Tat gegen die russische Erpressung beiseite?
    Diese Fragen zeigen doch, dass die deutsche Ostpolitik schwach ist und sich nicht um dringliche Probleme auf dem eigenen Kontinent kuemmert. Westerwelle amcht da keine Ausnahme. Es wird zwar von den BEamten und Kulturtraegern im AA sehr viel auch in diesem Bereich geleistet, aber man wuerde sich als europaeischer Buerger schon mal darueber freuen, wenn diese Themen ach von Merkel und Westerwelle aufgegriffen wuerden.
    Das mag manchmal unpopulaer sein, waere aber umso notwendiger

    • wll
    • 03.11.2009 um 11:53 Uhr
    3. Was...

    Aber warum redet er nicht von der Erweiterung der NATO um Ukraine, Georgien usw.?

    Vielleicht weil er die deutschen Interessen sorgfältig abwägt? Ich habe noch nie etwas von einem Grundrecht auf NATO-Mitgliedschaft gehört.

    "Warum steht er den Ukrainern nicht mit Wort und Tat gegen die russische Erpressung beiseite?"

    ... für eine Erpressung soll das bitte sein? Dass man der Ukraine kein Gas mehr liefert, wenn diese ihre Ausstände nicht bezahlt?

    Sorry, aber das gehört zum Geschäftsgebaren einer jeden deutschen Gasfirma. Wahrscheinlich sogar einer jeden Gasfirma weltweit. Vielleicht sagt Ihnen der Beruf des Sperrkassierers etwas? Den gibt es übrigens auch bei Strom- und Wasserversorgungsbetrieben...

  3. Westerwelle bekennt:

    "Das ist schon, glaube ich, einer der schönsten Säle, in dem man in seinem Leben jemals eine Pressekonferenz abhalten darf."

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    Naja, der Elysée-Palast ist nicht Sarkozys Hütte und kein Fettauge schwimmt ewig oben. Der Glanz in der Hütte steht einer Grande Nation doch wohl zu ;-)

    Naja, der Elysée-Palast ist nicht Sarkozys Hütte und kein Fettauge schwimmt ewig oben. Der Glanz in der Hütte steht einer Grande Nation doch wohl zu ;-)

  4. Wenigstens sieht er lebendiger aus als sein Vorgänger.
    Bissl Tütü auf internationalem Parkett tut schon gut, finde ich.

  5. Naja, der Elysée-Palast ist nicht Sarkozys Hütte und kein Fettauge schwimmt ewig oben. Der Glanz in der Hütte steht einer Grande Nation doch wohl zu ;-)

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    Ajo, die Fettaugen haben auch etwas Gutes: Man weiss, was man hat bzw. is(s)t.

    Ajo, die Fettaugen haben auch etwas Gutes: Man weiss, was man hat bzw. is(s)t.

  6. Ajo, die Fettaugen haben auch etwas Gutes: Man weiss, was man hat bzw. is(s)t.

    Antwort auf ""Fettaugen""

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