Zukunft der Parteien Gabriel und Nahles rechnen ab mit der SPD
Wie soll sich die Partei erneuern? Das künftige Führungsduo übt erst einmal scharfe Kritik an seinen Vorgängern. Derweil wirbt Klaus Wowereit um Mitglieder der Linken.
Wenige Tage vor dem Parteitag in Dresden hat sich das SPD-Führungsduo Sigmar Gabriel und Andrea Nahles deutlich vom politischen Stil seiner Vorgänger distanziert. "Der Wähler hat einfach kein klares Bild mehr davon, wofür wir stehen", sagte der designierte Parteichef Gabriel in einem Gespräch mit dem Magazin Der Spiegel. Man dürfe "nicht sagen, es war alles richtig, was wir gemacht haben, die Leute waren nur zu dumm, es zu verstehen". Die voraussichtliche Generalsekretärin Nahles kritisierte, in den Augen der Wähler habe die SPD ihr "Herz verloren". "In unserer Regierungsrhetorik haben wir uns ständig gerechtfertigt, statt mehr auf die Menschen einzugehen", sagte sie. Gabriel und Nahles stellen sich während des SPD-Parteitags zur Wahl. Er findet vom 13. bis 15. November in Dresden statt.
Nach Ansicht des Präsidiumsmitglieds und Thüringer SPD-Landeschefs Christoph Matschie kann die Partei ihre Schwäche durch gute Basisarbeit überwinden. "Wir müssen stark werden über die Kommunen und die Länder, mit engagierter Arbeit vor Ort", sagte Matschie. "In den vergangenen Jahren sind weniger inhaltliche Positionen zerbrochen, sondern vielmehr das Vertrauen zur SPD."
Gabriel kritisierte insbesondere, dass die SPD in der Regierung die Finanzmärkte dereguliert und "die Hürden für Heuschrecken gesenkt" habe. Zwar sei die Partei stolz darauf, dass mit der Agenda 2010 die Arbeitslosigkeit gesenkt und neue sozialbeitragspflichtige Arbeitsplätze geschaffen wurden. "Aber wir können nicht stolz darauf sein, dass es immer mehr Beschäftigungsverhältnisse gibt, von denen man nicht leben kann."
Matschie verteidigte die umstrittene Hartz-IV-Reform. "Wir geben in diesem Bereich bereits 26 bis 27 Milliarden Euro aus – kein Staat der Welt kann wesentlich bessere Leistungen versprechen." Hartz IV biete ein Grundeinkommen, ein Minimum, mit dem zugegebenermaßen nur schwer auszukommen sei. "Ich sehe aber nicht, wie wir die Beiträge steigern könnten." Das Hauptproblem seien auch nicht die Leistungen, sondern fehlerhafte Bescheide und der Umgang mit den Betroffenen. "Daran müssen wir dringend etwas ändern."
Nahles kritisierte indirekt auch den ehemaligen Parteichef Gerhard Schröder und den scheidenden Vorsitzenden Franz Müntefering: "In den vergangenen Jahren hat es bei uns eine Art Kündigungskultur gegeben. Wenn einem an der Spitze etwas nicht gepasst hat, hat er eben gekündigt oder damit gedroht. Damit muss Schluss sein. Als Vorsitzender muss man gewinnen wollen, aber auch mal verlieren können."
Zu künftigen rot-roten Bündnissen sagte Gabriel: "Es gibt keinen prinzipiellen Grund, nicht mit der Linkspartei zu koalieren. Es gibt aber auch keinen prinzipiellen Grund, es immer zu tun." Matschie wandte sich erneut gegen Bestrebungen seiner Partei, nach der Niederlage in der Bundestagswahl nach links zu rücken. "Wir müssen uns vielmehr mit der Linken und ihren oft unrealistischen Forderungen auseinandersetzen."
Berlins Regierender Bürgermeister und designierter Parteivize Klaus Wowereit (SPD) wirbt um die Rückkehr ehemaliger Sozialdemokraten von der Linkspartei zur SPD – auch um Oskar Lafontaine. "Die Frage geht an Oskar. Einen Aufnahmeantrag müsste er im Saarland stellen", sagte Wowereit der Bild am Sonntag. Die SPD-Entscheidung, nach der Wende 1990 die Aufnahme von SED-Mitgliedern abzulehnen, sei möglicherweise ein strategischer Fehler gewesen. Eine Fusion von SPD und Linken nach der Meinung Wowereits nicht auf der Tagesordnung. "Diese Frage beschäftigt mich nicht", sagte der Regierende Bürgermeister von Berlin.
- Datum 07.11.2009 - 16:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 39
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Herr Matschie als erzkonservativer Theologe sollte besser gleich in die CDU eintreten, oder sich bei Clement oder Schröder einen Job besorgen lassen.
Der ist ein Grund, einer "Erneuerung" der SPD schon gleich wieder zu mißtrauen !
"Der Wähler hat einfach kein klares Bild mehr davon, wofür wir stehen."
Ganz im Gegenteil, seit Gas-Gerd hat der Wähler ein sehr klares Bild davon, wofür die SPD noch steht, und mag es nicht.
Es grüßt mit erhobenem Mittelfinger die roten Bonzen:
Dildo, der Ex-Sozi
... sondern das fast völlige versagen der innerparteilichen Demokratie! Wenn eine Partei nur noch von Oben regiert wird dann zerfällt sie von Unten!
Die Partei ist nur noch zu retten wenn einen innerparteiliche direkte Demokratie einführt wird - die Leute auf der Strasse machen dann in der Politik mit wenn sie spüren das ihr Willen auch eine Entsprechung findet!
http://freigeldpraktiker....
Dieser Artikel provoziert mich sogar, mich hier anzumelden, um das kommentieren zu können.
Was erdreistet sich Genosse Matschie eigentlich, überhaupt noch irgendetwas über die Politik der SPD zu äußern?
Der Mann hat vor lauter "Machtgeilheit" die (ursprünglich) guten Ziele der SPD vergessen und stellt seine eigenen Interessen über die inhaltlichen Ziele. [ entfernt: Bitte achten Sie auf Ihre Wortwahl. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Sollten solche Genossen weiterhin in führenden Rollen verweilen, werden sie die SPD noch zu Grunde richten!
Zum Glück gibt es noch viele Genossinnen und Genossen an der Basis die die sozialdemokratischen Ziele der Partei nicht vergessen haben.
Anscheinend kommt mit der Macht, jedoch auch der Wahnsinn.
Man fragt sich nur warum der VERRÄTER Matschie hier zu Wort kommt,er hat bei der nächste Wahl in Thüringen nichts zu lachen.
...ich bin gespannt, wie lange Sie ein Spitzenamt in der SPD ausüben, wenn ihnen permanent signalisiert wird,
daß sie eigentlich gar nichts tun dürfen,
weil ihnen jede Tat als selbstherrlicher Alleingang und Verstoß gegen die innerparteiliche Demokratie ausgelegt wird.
Es ist nicht möglich, vor jedem Interview,
das ein Genosse gibt,
eine Befragung der Basis mit anschließender erschöpfender Diskussion durchzuführen.
Die SPD ist -nicht nur, aber auch- systematisch von innen zerlegt worden. Durch Dauerkritik am eigenen Führungspersonal. Durch die standardmässige Demontage der Leute, die zuvor von der Partei selbst nominiert wurden. Es gibt ein Ausmaß an Illoyalität, das regierungsunfähig macht. Der Punkt ist erreicht. Die richtigen Schlussfolgerungen zieht die SPD bislang daraus nicht. Sie kritisiert Leute, die schon keine Rolle mehr spielen. Das Problem der Gegenwart sind nicht die Vorsitzenden von damals. Es muss die Frage geklärt werden, wieviel innerparteiliche Demokratie in der Regierung im kurzfristigen Geschäft menschenmöglich ist.
Die SPD muss sich auflösen. Deren kranke und linke Ideologie hat keine Zukunft. Die Sozialdemokratie ist der Strukturkonservatismus der Deutschland Abgrund ist.
Im Gegenteil: die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise hat bewiesen, dass der Neoliberalismus nicht mehr Zukunftsfähig ist. Ansonsten scheinen Sie einfach nur krankhaft frustiert zu sein und eines sachlichen Diskurses unfähig.
[Diesen Text mussten wir leider entfernen, bitte äußern Sie Ihre Kritik künftig sachlich ohne beleidigend zu werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis/ Redaktion; svb]
Dieses ganze "abrechnen" mit diesem und jenem ist doch nur der Medien wegen. Mit solchen Parolen überzeugt man innerhalb der Partei bestimmt niemanden. Und da hoffe ich auch, dass da zumindest mittelfristig noch mehr auf die Basis zugegangen wird. Es ist aber richtig, dass man nicht vor jedem Wort was man spricht, eine Basis-Befragung durchführen kann.
Wenn hier aber jemand....förmlich ausgedrückt.. dafür ist die SPD aufzulösen weil ihre Grundwerte Zitat "...kranke und linke Ideologie" krank und links sind, dann hat derjenige einwas nicht verstanden.
"Links", dass heißt auf den Willen der Mehrheit bedacht, sind und waren die Sozialdemokraten nicht, weil sie so unwahrscheinliche naive Gutmenschen sind, sondern weil sie erkannt haben, dass man die Aufgaben eines Staates längerfristig nur gemeinsam bewältigen kann.
Denn umgesetzt werden auch Gesetze am Ende nur, wenn die Bürger sich auch freiwillig an sie halten.
Daran ist für mich nichts veraltet.
Es geht nur darum, dass die SPD innerpartelich genau diese Verhaltensweisen an den Tag legt, bevor sie diese Grundsätze auch glaubwürdig für den gesamten Staat vertreten kann.
Im Gegenteil: die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise hat bewiesen, dass der Neoliberalismus nicht mehr Zukunftsfähig ist. Ansonsten scheinen Sie einfach nur krankhaft frustiert zu sein und eines sachlichen Diskurses unfähig.
[Diesen Text mussten wir leider entfernen, bitte äußern Sie Ihre Kritik künftig sachlich ohne beleidigend zu werden. Vielen Dank für Ihr Verständnis/ Redaktion; svb]
Dieses ganze "abrechnen" mit diesem und jenem ist doch nur der Medien wegen. Mit solchen Parolen überzeugt man innerhalb der Partei bestimmt niemanden. Und da hoffe ich auch, dass da zumindest mittelfristig noch mehr auf die Basis zugegangen wird. Es ist aber richtig, dass man nicht vor jedem Wort was man spricht, eine Basis-Befragung durchführen kann.
Wenn hier aber jemand....förmlich ausgedrückt.. dafür ist die SPD aufzulösen weil ihre Grundwerte Zitat "...kranke und linke Ideologie" krank und links sind, dann hat derjenige einwas nicht verstanden.
"Links", dass heißt auf den Willen der Mehrheit bedacht, sind und waren die Sozialdemokraten nicht, weil sie so unwahrscheinliche naive Gutmenschen sind, sondern weil sie erkannt haben, dass man die Aufgaben eines Staates längerfristig nur gemeinsam bewältigen kann.
Denn umgesetzt werden auch Gesetze am Ende nur, wenn die Bürger sich auch freiwillig an sie halten.
Daran ist für mich nichts veraltet.
Es geht nur darum, dass die SPD innerpartelich genau diese Verhaltensweisen an den Tag legt, bevor sie diese Grundsätze auch glaubwürdig für den gesamten Staat vertreten kann.
Jetzt wo die beiden Herren weg sind, schießen sie ins leere Gebüsch
oder dreschen Stroh ohne Körner.
Sie haben völlig recht. Die SPD schießt ins leere Gebüsch. Die Zahl der Kommunistenwähler und SED-Nachfolger ist nicht beliebig vermehrbar. Um die von der SPD-Fahne weg, hin zu den SED-Nachfolgern geflohenen Parteigenossen zurückzuholen, packt Gabriel die Schrotflinte aus und trifft ins Leere. NEW-LINKS-SPD und OLD-SED-PDS-LINKE haben keine Mehrheit in Deutschland, und die Grünen werden denen den Steigbügel nicht halten, Gott sei's getrommelt und gepfiffen. Was wollen die SPD-Klassenkämpfer also? Postenschacher mit den SED-Nachfolgern im Kommunistencamp? Busengrapschen bei Wagenknecht?
[ Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf derartige Äußerungen und tragen Sie zu einer sachlichen Debatte bei. Danke. Die Redaktion/vv]
Ich vermisse die SPD für alle, die es früher mal gab, die Heimat des besten Kanzlers aller Zeiten, Helmut Schmidt.
Sie haben völlig recht. Die SPD schießt ins leere Gebüsch. Die Zahl der Kommunistenwähler und SED-Nachfolger ist nicht beliebig vermehrbar. Um die von der SPD-Fahne weg, hin zu den SED-Nachfolgern geflohenen Parteigenossen zurückzuholen, packt Gabriel die Schrotflinte aus und trifft ins Leere. NEW-LINKS-SPD und OLD-SED-PDS-LINKE haben keine Mehrheit in Deutschland, und die Grünen werden denen den Steigbügel nicht halten, Gott sei's getrommelt und gepfiffen. Was wollen die SPD-Klassenkämpfer also? Postenschacher mit den SED-Nachfolgern im Kommunistencamp? Busengrapschen bei Wagenknecht?
[ Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf derartige Äußerungen und tragen Sie zu einer sachlichen Debatte bei. Danke. Die Redaktion/vv]
Ich vermisse die SPD für alle, die es früher mal gab, die Heimat des besten Kanzlers aller Zeiten, Helmut Schmidt.
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