Tanklaster-Bombardement Guttenberg stellt sich vor Oberst Klein
Verteidigungsminister Guttenberg spricht zwar von Verfahrensfehlern und Ausbildungsmängeln. Den Luftangriff auf Tanklaster in Kundus nennt er aber "militärisch angemessen".
© REUTERS/Tobias Schwarz

Karl-Theodor zu Guttenberg sieht die Bundeswehr durch den geheimen Nato-Bericht entlastet
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat den Luftangriff mit bis zu 142 Toten bei Kundus als "militärisch angemessen" bewertet. Mit diesen Worten kommentierte er den Untersuchungsbericht der Nato, nachdem er die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden über den inzwischen als geheim eingestuften Bericht unterrichtet hatte. Er stellte sich damit vor den verantwortlichen deutschen Oberst.
Guttenberg sagte, er habe keinen Zweifel an der Einschätzung von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan, der die Bombardierung der Tanklaster bereits vor einigen Tagen als militärisch angemessen dargestellt hatte. Vermutlich sei es zu Verfahrensfehler gekommen, möglicherweise hätte es auch Ausbildungsmängel gegeben. Aber auch ohne diese Verfahrensfehler habe es seiner Meinung nach zu dem Luftschlag kommen müssen. Dies dürfe von der Politik nicht verschwiegen werden. Wenn es dabei zu zivilen Opfern gekommen sei – wovon Guttenberg nach aktuellem Kenntnisstand ausgeht –, bedauere er das von "Herzen und zutiefst".
Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Arnold, kritisierte zu Guttenbergs Stellungnahme heftig. Es sei "inakzeptabel", dass der Minister den verheerenden Luftschlag rechtfertige, sagte Arnold zu ZEIT ONLINE. Damit widerspreche zu Guttenberg eindeutig der Nato-Strategie, wonach zivile Opfer unbedingt zu vermeiden sind. Er habe von dem Verteidigungsminister erwartet, dass er auch die militärischen Fehler des Einsatzes klar benenne, sagte Arnold. Dies sei nicht geschehen.
Auch der FDP-Verteidigungsexperte Rainer Stinner teilt zu Guttenbergs Einschätzung nicht, wonach es in jedem Fall zu dem Luftschlag hätte kommen müssen. "Diese Zwangsläufigkeit für das Bombardement der Tanklaster gab es keineswegs", sagte Stinner zu ZEIT ONLINE. Oberst Klein habe Fehler in der Interpretation der Bedrohungslage gemacht, die eine generelle Rechtfertigung des Einsatzes nicht zuließen, sagte der FDP-Politiker. Der Nato-Bericht zu dem Zwischenfall zeige allerdings, dass Klein vor einer sehr schwierigen Entscheidungslage gestanden habe. Zudem offenbare das geheime Dokument, dass es in den Einsatzregeln der Nato Grauzonen und Interpretationsspielräume gebe, die mitverantwortlich dafür waren, dass Klein die Tanklaster habe bombardieren lassen. So sei zum Beispiel nicht klar definiert, was eine "unmittelbare Bedrohungslage" darstelle und was nicht. Diese Grauzonen müssten in den Rules of Engagement unbedingt beseitigt werden, forderte Stinner im Gespräch mit ZEIT ONLINE.
Mit den möglichen strafrechtlichen Folgen des Luftangriffs mit bis zu 142 Toten in der nordafghanischen Region Kundus wird sich nun die Bundesanwaltschaft beschäftigen. Die Karlsruher Ermittler teilten mit, sie sähen bisher keine Anhaltspunkte für eine Straftat deutscher Soldaten. Sie würden nun aber zusätzlich die Akten der Dresdner Behörde prüfen, zu denen auch der geheime Nato-Untersuchungsbericht zählt. Die Generalstaatsanwaltschaft in Dresden hatte den Fall zuvor mitsamt allen Akten an die Karlsruher Ermittler abgegeben.
Die Bundeswehr war wegen des von ihr angeforderten US-Luftangriffs Anfang September in die Kritik geraten. Einer Untersuchung der afghanischen Regierung zufolge kamen neben 69 Taliban auch 30 Zivilisten ums Leben, die Benzin aus den Tanks zapften. Erstmalig muss die oberste Anklagebehörde damit nach dem Völkerstrafrecht einen Fall prüfen, in dem es um die Verantwortung deutscher Soldaten für die Tötung von Zivilisten in Afghanistan geht.
- Datum 06.11.2009 - 18:29 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters
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In Afghanistan sind bestimmt seit Oktober 2001 zehntausende von Zivilisten durch militärische Maßnahmen getötet worden. Wenn einmal ein deutscher Oberst für ca. 100 getötete Zivilisten verantwortlich ist, dann wird das so hoch aufgehängt. Nachdem auch NATO-Bündnispartner den deutschen Oberst verurteilten, hätte ich an Fr. Merkels Stelle die deutschen Truppen aus Afghanistan zurückgezogen. Nach dem Motto: Wenn ihr es besser könnt, dann macht es alleine.
...Man darf nicht glauben, dass ich die Tat Kleins verurteile. Auch verstehe ich den psychischen Stress, den man hier im Inland empfindet. Letztlich ist aber da die weit allgemeinere Frage danach, wieviele Ausländer man töten darf/muss um einen Inländer bzw eigenen Soldaten wahrscheinlich zu retten und wie wahrscheinlich das sein muss.
Mit solchen harten Fragen setzte man sich hier eigentlich seit 45 kaum mehr auseinander, verurteilte aber die Handlungen anderer Länder arrogant, schnell und leichtfertig.
Damit hat man sehr viel Schaden angerichtet und sollte sich dessen bewußt sein. Gott sei Dank beschäftigt man sich endlich ernsthaft damit. Es in Zukunft notwendig sein wird deutsche Truppen in sehr viel mehr Sicherheitsoperationen zu schicken und das wäre es grob fahrläßig die Soldaten wieder ohne Antworten auf diese Fragen in dadurch erhöhte Gefahr zu bringen.
Man muss sich da auch im Klaren sein, dass die Antworten einem nicht aus heutiger Sicht gefallen werden. Sie werden in Vielem dem sehr ähneln, was man früher und zT auch jetzt zutiefst verurteilte und es ist da schwer zuzugeben, dass man sehr irrte.
...Man darf nicht glauben, dass ich die Tat Kleins verurteile. Auch verstehe ich den psychischen Stress, den man hier im Inland empfindet. Letztlich ist aber da die weit allgemeinere Frage danach, wieviele Ausländer man töten darf/muss um einen Inländer bzw eigenen Soldaten wahrscheinlich zu retten und wie wahrscheinlich das sein muss.
Mit solchen harten Fragen setzte man sich hier eigentlich seit 45 kaum mehr auseinander, verurteilte aber die Handlungen anderer Länder arrogant, schnell und leichtfertig.
Damit hat man sehr viel Schaden angerichtet und sollte sich dessen bewußt sein. Gott sei Dank beschäftigt man sich endlich ernsthaft damit. Es in Zukunft notwendig sein wird deutsche Truppen in sehr viel mehr Sicherheitsoperationen zu schicken und das wäre es grob fahrläßig die Soldaten wieder ohne Antworten auf diese Fragen in dadurch erhöhte Gefahr zu bringen.
Man muss sich da auch im Klaren sein, dass die Antworten einem nicht aus heutiger Sicht gefallen werden. Sie werden in Vielem dem sehr ähneln, was man früher und zT auch jetzt zutiefst verurteilte und es ist da schwer zuzugeben, dass man sehr irrte.
Das ist ein Widerspruch in sich. Verfahrensfehler aber "militärisch angemessen", wie soll das möglich sein? "Militärisch angemessen" bedeutet, dass bestimmte Verfahren eingehalten werden, um die Verhältnismässigkeit zu garantieren, dass z.B. ein Minimum oder keine Zivilisten getötet werden.
Ich glaube bei Guttenberg liegt ein hanebüchenes Verständnis einer demokratisch legitimierten Armee vor. Eigentlich wäre das ein Grund seinen Rücktritt zu fordern.
Es gibt keine "Verfahren" die "Kollateralschäden" rechtfertigen könnten. Das Töten von Zivilisten bleibt immer ein Verbrechen. Sie sind die Geiseln des Krieges. Es graut mir, über die "Verhältnismässigkeit" des Tötens ernsthaft diskutieren zu müssen. So lange es einen selbst nicht betrifft, wird man für jede Art des Verbrechens eine Legitimierung finden, vor allem, wenn ein Staat darin verwickelt ist. Wir finden die Möglichkeit erschreckend, dass unsere Familien Opfer von terroristischen Übergriffen werden könnten, billigen es aber einmütig, wenn ganze Familien in Afghanistan weggebombt werden. Diese Gesellschaft kennt nur Selbstmitleid, kann aber kein ehrliches Mitgefühl entwickeln. Dies ist Egozentrik in Reinform. Kriegsverbrechen sind leider "demokratisches" Alltagsgeschäft. Wundert es da, wenn die menschenverlassenen sich an Gott wenden um ihren Schmerz zu lindern und dabei auf Extremisten stossen, die von der Ohnmacht des kleinen Mannes profitieren. Wer als Zivilist in Afghanistan gen Himmel blickt betet, dass ihn/sie nicht der nächste demokratisch legitimierte Akt in die Luft sprengt. Dies ist auch eine Art (schrecklicher) Befreiung.
Der Unterschied zwischen "militärisch angemessen" und "Verfahrensfehler" entspricht dem Unterschied zwischen "rechtlich angemessen" und "juristischem Verfahrensfehler". (Sie können jederzeit einen Rechtsstreit verlieren, wenn sie einen Formfehler begehen, auch wenn das Recht inhaltlich auf Ihrer Seite ist.)
Herzlichst Crest
Es gibt keine "Verfahren" die "Kollateralschäden" rechtfertigen könnten. Das Töten von Zivilisten bleibt immer ein Verbrechen. Sie sind die Geiseln des Krieges. Es graut mir, über die "Verhältnismässigkeit" des Tötens ernsthaft diskutieren zu müssen. So lange es einen selbst nicht betrifft, wird man für jede Art des Verbrechens eine Legitimierung finden, vor allem, wenn ein Staat darin verwickelt ist. Wir finden die Möglichkeit erschreckend, dass unsere Familien Opfer von terroristischen Übergriffen werden könnten, billigen es aber einmütig, wenn ganze Familien in Afghanistan weggebombt werden. Diese Gesellschaft kennt nur Selbstmitleid, kann aber kein ehrliches Mitgefühl entwickeln. Dies ist Egozentrik in Reinform. Kriegsverbrechen sind leider "demokratisches" Alltagsgeschäft. Wundert es da, wenn die menschenverlassenen sich an Gott wenden um ihren Schmerz zu lindern und dabei auf Extremisten stossen, die von der Ohnmacht des kleinen Mannes profitieren. Wer als Zivilist in Afghanistan gen Himmel blickt betet, dass ihn/sie nicht der nächste demokratisch legitimierte Akt in die Luft sprengt. Dies ist auch eine Art (schrecklicher) Befreiung.
Der Unterschied zwischen "militärisch angemessen" und "Verfahrensfehler" entspricht dem Unterschied zwischen "rechtlich angemessen" und "juristischem Verfahrensfehler". (Sie können jederzeit einen Rechtsstreit verlieren, wenn sie einen Formfehler begehen, auch wenn das Recht inhaltlich auf Ihrer Seite ist.)
Herzlichst Crest
Eher geht ein Soldat in den Knast bevor ein Minister das Rückgrat hat zurückzutreten.
Wenn Minister zu Guttenberg so weiter macht, könnte das tatsächlich was werden.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, der vollständig versagt hat, hat zu Guttenberg schon in den ersten Tagen seiner Amtszeit zahlreiche wichtige Pflöcke eingeschlagen.
z.B.
- Beendigung der unsäglichen Wortklauberei um das Wort "Krieg".
- Unbedingter Rückhalt für Soldaten im Einsatz.
- Anleierung einer zentralisierten Sondergerichtsbarkeit für Soldaten, bei der dann auch Staatsanwälte und Richter wenigstens Grundkenntnisse von dem haben, worüber sie urteilen müssen.
- Klare Kante gegenüber den europäischen Monopolisten in der Rüstungsindustrie. EADS muss mit seinem perfiden erpresserischen Spiel zwecks Preiserhöhung z.B. beim A400M auf die Nase fliegen und die geforderte Qualität liefern. Wenn er das, was er für EADS angekündigt hat, auch bei anderen Lieferanten durchsetzt, dann stimmen bald die Einkaufspreise der Bundeswehr wieder.
Wenn er nun noch seinen Politikerkollegen im Bundestag die Verlogenheit bei sicherheitspolitischen Fragestellungen austreibt und der Bevölkerung Sinn und Zweck laufender militärischer Interventionen vermittelt, und das alles, ohne seinen Ruf zu beschädigen, dann kann Merkel im bald die Schlüssel fürs Kanzleramt überreichen.
Dazu müssten die doch erst mal einen haben! Wir erinnern: Afghanistan ist die Rache für Vietnam - ein Stellvertreterkrieg, von Ronald Reagan angezettelt, der aus dem Ruder gelaufen ist, und deshalb auch 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch tobt. Dort verteidigen wir nicht unsere Freiheit, dort versuchen wir nur irgendwie uns in einen Konflikt einzumischen, den wir, d.h. der CIA, selbst erst generiert hat. Und das alles mit unglaublicher Doppelmoral: Wahlbetrug im Iran - klar, der Westen schimpft fleißig "Makbar Diktator". Gleiche Zeremonie im Nachbarland - statt unserem Stadthalter Karsai einen verdienten Tritt in den Hintern zu geben, findet man das alles ok.
Wenn zu Guttenberg es schafft, diese verlogenen Schein-Begründungen für unseren Einsatz dort zu entlarven, und damit eine saubere Begründung für den Abzug zu liefern, *dann* wähle ich ihn auch als Kanzler. Das glaub' ich aber nicht.
...Sie ist momentan recht steil und beginnt zu sein, wovon man früher meinte es wäre schlimm und Menschenverachtend. Almählich lernt man, warum die Amerikaner, Engländer oder Amerikaner die Dinge taten, die hier immerzu moralisierend verurteilt wurden. Das ist so, wenn man etwas tut, das man nie tat, beginnt man es zu verstehen und früher Undenkbares wird als notwendig erfahren. Die bundesrepublikanische Kenialösung für Gefangene ist weit widerlicher als Gitmo oder die Auslöschung von mehr Zivilisten Kombatanten im Gefecht sind nachvollziehbar, wenn man auch verdrängt, wie ähnlich es dem ist, was der pöse Bush tat, als man es selber noch nicht verstand.
Dazu müssten die doch erst mal einen haben! Wir erinnern: Afghanistan ist die Rache für Vietnam - ein Stellvertreterkrieg, von Ronald Reagan angezettelt, der aus dem Ruder gelaufen ist, und deshalb auch 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch tobt. Dort verteidigen wir nicht unsere Freiheit, dort versuchen wir nur irgendwie uns in einen Konflikt einzumischen, den wir, d.h. der CIA, selbst erst generiert hat. Und das alles mit unglaublicher Doppelmoral: Wahlbetrug im Iran - klar, der Westen schimpft fleißig "Makbar Diktator". Gleiche Zeremonie im Nachbarland - statt unserem Stadthalter Karsai einen verdienten Tritt in den Hintern zu geben, findet man das alles ok.
Wenn zu Guttenberg es schafft, diese verlogenen Schein-Begründungen für unseren Einsatz dort zu entlarven, und damit eine saubere Begründung für den Abzug zu liefern, *dann* wähle ich ihn auch als Kanzler. Das glaub' ich aber nicht.
...Sie ist momentan recht steil und beginnt zu sein, wovon man früher meinte es wäre schlimm und Menschenverachtend. Almählich lernt man, warum die Amerikaner, Engländer oder Amerikaner die Dinge taten, die hier immerzu moralisierend verurteilt wurden. Das ist so, wenn man etwas tut, das man nie tat, beginnt man es zu verstehen und früher Undenkbares wird als notwendig erfahren. Die bundesrepublikanische Kenialösung für Gefangene ist weit widerlicher als Gitmo oder die Auslöschung von mehr Zivilisten Kombatanten im Gefecht sind nachvollziehbar, wenn man auch verdrängt, wie ähnlich es dem ist, was der pöse Bush tat, als man es selber noch nicht verstand.
Dazu müssten die doch erst mal einen haben! Wir erinnern: Afghanistan ist die Rache für Vietnam - ein Stellvertreterkrieg, von Ronald Reagan angezettelt, der aus dem Ruder gelaufen ist, und deshalb auch 20 Jahre nach dem Mauerfall immer noch tobt. Dort verteidigen wir nicht unsere Freiheit, dort versuchen wir nur irgendwie uns in einen Konflikt einzumischen, den wir, d.h. der CIA, selbst erst generiert hat. Und das alles mit unglaublicher Doppelmoral: Wahlbetrug im Iran - klar, der Westen schimpft fleißig "Makbar Diktator". Gleiche Zeremonie im Nachbarland - statt unserem Stadthalter Karsai einen verdienten Tritt in den Hintern zu geben, findet man das alles ok.
Wenn zu Guttenberg es schafft, diese verlogenen Schein-Begründungen für unseren Einsatz dort zu entlarven, und damit eine saubere Begründung für den Abzug zu liefern, *dann* wähle ich ihn auch als Kanzler. Das glaub' ich aber nicht.
Klare Rahmenbedingungen sind gegeben.
Der Afghanistan-Einsatz hat sehr wohl Sinn und Zweck. Das zu erklären ist natürlich kompliziert, bedarf geschichtlicher Grundkenntnisse und setzt auch Grundlagen der Sicherheitspolitik voraus.
Verkürzt zusammengefasst: Wir sind als Besatzer in Afghanistan, weil unser Bündnispartner USA aus diesem Land heraus angegriffen wurde. Darum wurde von Oktober bis Dezember 2001 das damalige Regime militärisch geschlagen, darum ist nun die Nato, damit auch wir, Besatzer in Afghanistan. Als Besatzer hat man das Recht und die Pflicht, die Zukunft des Landes zu bestimmen.
Das wurde gemeinsam mit den Afghanen versucht, ihnen wurde viel Selbstbestimmung überlassen. Es hat sich nun gezeigt, dass dieses Land noch keine selbst tragende Demokratie auf die Beine bekommt, also muss die Nato intervenieren und "an der kurzen Leine" tragfähige Strukturen schaffen. Gleiches gilt bei öffentlicher Ordnung und Sicherheit. Weil einheimische Sicherheitskräfte überfordert bis korrupt sind, muss auch hier die die Besatzungsmacht für Ordnung und Sicherheit sorgen. Stanley A. McChrystal hat da die richtige Strategie, Gates auch.
Dann müssen alle alliierten Politiker "Karl von Clausewitz: Vom Kriege" lesen, damit sie wenigstens in Ansätzen lernen, wie Krieg, und viel wichtiger, die Schaffung von Frieden, funktioniert.
Das man das Monster, das es einzufangen gilt, vielleicht sogar mit geschaffen hat, verpflichtet noch mehr, es jetzt zu erledigen.
Klare Rahmenbedingungen sind gegeben.
Der Afghanistan-Einsatz hat sehr wohl Sinn und Zweck. Das zu erklären ist natürlich kompliziert, bedarf geschichtlicher Grundkenntnisse und setzt auch Grundlagen der Sicherheitspolitik voraus.
Verkürzt zusammengefasst: Wir sind als Besatzer in Afghanistan, weil unser Bündnispartner USA aus diesem Land heraus angegriffen wurde. Darum wurde von Oktober bis Dezember 2001 das damalige Regime militärisch geschlagen, darum ist nun die Nato, damit auch wir, Besatzer in Afghanistan. Als Besatzer hat man das Recht und die Pflicht, die Zukunft des Landes zu bestimmen.
Das wurde gemeinsam mit den Afghanen versucht, ihnen wurde viel Selbstbestimmung überlassen. Es hat sich nun gezeigt, dass dieses Land noch keine selbst tragende Demokratie auf die Beine bekommt, also muss die Nato intervenieren und "an der kurzen Leine" tragfähige Strukturen schaffen. Gleiches gilt bei öffentlicher Ordnung und Sicherheit. Weil einheimische Sicherheitskräfte überfordert bis korrupt sind, muss auch hier die die Besatzungsmacht für Ordnung und Sicherheit sorgen. Stanley A. McChrystal hat da die richtige Strategie, Gates auch.
Dann müssen alle alliierten Politiker "Karl von Clausewitz: Vom Kriege" lesen, damit sie wenigstens in Ansätzen lernen, wie Krieg, und viel wichtiger, die Schaffung von Frieden, funktioniert.
Das man das Monster, das es einzufangen gilt, vielleicht sogar mit geschaffen hat, verpflichtet noch mehr, es jetzt zu erledigen.
Die spinnen doch. Auf den Befehl eines deutschen Oberst hin sterben 124 Afghanen, und zwar in der Mehrzahl Zivilisten, auch Frauen und Kinder vermutlich. Unser Verteidigungsminister nennt das ANGEMESSEN, Oberst Klein bleibt weiterhin in Afghanistan im Einsatz und die Bundesanwaltschaft sieht "keinen Anhaltspunkt für eine Straftat deutscher Soldaten".
Es weiß kein Mensch so genau wofür wir in Afghanistan eigentlich kämpfen, aber dass es dabei jedenfalls nicht um das afghanische Volk geht, dass dieses uns dabei völlig gleichgülitg ist, das wird den Afghanen durch solche Szenen wie dem (fehlenden) Nachspiel dieser Tanklaster-Katastrophe nur zu deutlich vor Augen geführt. Wenn ich Afghane wäre dann würde ich mich wohl spätestens jetzt denen anschließen, die uns aus deren Land wieder rausschmeißen wollen, ob die darüber hinaus auch noch die Scharia wollen oder nicht.
haben oder hatten bei den Tanklastzuegen NICHTS ZU SUCHEN, es sei
denn sie wollten "klauen" und das ist eben mit Risiko verbunden;
Ein BravO herrn zu GUTTENBERG, dass er endlich mal die Dinge beim
Namen nennt, wir haben dort KRIEG und sonst garnichts !
haben oder hatten bei den Tanklastzuegen NICHTS ZU SUCHEN, es sei
denn sie wollten "klauen" und das ist eben mit Risiko verbunden;
Ein BravO herrn zu GUTTENBERG, dass er endlich mal die Dinge beim
Namen nennt, wir haben dort KRIEG und sonst garnichts !
Es gibt keine "Verfahren" die "Kollateralschäden" rechtfertigen könnten. Das Töten von Zivilisten bleibt immer ein Verbrechen. Sie sind die Geiseln des Krieges. Es graut mir, über die "Verhältnismässigkeit" des Tötens ernsthaft diskutieren zu müssen. So lange es einen selbst nicht betrifft, wird man für jede Art des Verbrechens eine Legitimierung finden, vor allem, wenn ein Staat darin verwickelt ist. Wir finden die Möglichkeit erschreckend, dass unsere Familien Opfer von terroristischen Übergriffen werden könnten, billigen es aber einmütig, wenn ganze Familien in Afghanistan weggebombt werden. Diese Gesellschaft kennt nur Selbstmitleid, kann aber kein ehrliches Mitgefühl entwickeln. Dies ist Egozentrik in Reinform. Kriegsverbrechen sind leider "demokratisches" Alltagsgeschäft. Wundert es da, wenn die menschenverlassenen sich an Gott wenden um ihren Schmerz zu lindern und dabei auf Extremisten stossen, die von der Ohnmacht des kleinen Mannes profitieren. Wer als Zivilist in Afghanistan gen Himmel blickt betet, dass ihn/sie nicht der nächste demokratisch legitimierte Akt in die Luft sprengt. Dies ist auch eine Art (schrecklicher) Befreiung.
Doppelmoral, Scheinmoral "VertigoEchos" Gewiss.
"Das Töten von Zivilisten bleibt immer ein Verbrechen."
Gewiss.
Doch was sagt Ihr Gewissen, wenn die Taliban-Selbstmörder immer und immer wieder unschuldige Zivilisten in die Luft sprengen?
Doppelmoral? Scheinmoral?
Doppelmoral, Scheinmoral "VertigoEchos" Gewiss.
"Das Töten von Zivilisten bleibt immer ein Verbrechen."
Gewiss.
Doch was sagt Ihr Gewissen, wenn die Taliban-Selbstmörder immer und immer wieder unschuldige Zivilisten in die Luft sprengen?
Doppelmoral? Scheinmoral?
...Sie ist momentan recht steil und beginnt zu sein, wovon man früher meinte es wäre schlimm und Menschenverachtend. Almählich lernt man, warum die Amerikaner, Engländer oder Amerikaner die Dinge taten, die hier immerzu moralisierend verurteilt wurden. Das ist so, wenn man etwas tut, das man nie tat, beginnt man es zu verstehen und früher Undenkbares wird als notwendig erfahren. Die bundesrepublikanische Kenialösung für Gefangene ist weit widerlicher als Gitmo oder die Auslöschung von mehr Zivilisten Kombatanten im Gefecht sind nachvollziehbar, wenn man auch verdrängt, wie ähnlich es dem ist, was der pöse Bush tat, als man es selber noch nicht verstand.
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