Franz Josef Jung Der Mann, der durch Loyalität nach oben kamSeite 3/3
Für Ärger sorgte er auch, als er dem Bundesverfassungsgericht widersprach und trotz eines anderen Votums der Richter für den Abschuss von entführten Zivilflugzeugen plädierte. Jungs Abschusspläne führten zum Koalitionskrach und zu offenem Protest von Bundeswehrpiloten. Selbst in der Union fanden sich zahllose Kritiker, die dem Verteidigungsminister politische Ungeschicklichkeit vorwarfen.
Kritik prasselte auch 2007 auf Jung ein, als herauskam, dass die Bundeswehr beim G8-Gipfel in Heiligendamm mit Aufklärungseinheiten die Demonstranten überwachten. Damals wie heute wollte er davon nichts gewusst haben.
Doch alle Rücktrittsforderungen aus der Opposition und aus den eigenen Reihen prallten an dem Teflon-Minister ab. Er saß einfach alles aus. Sitzfleisch wird der umstrittene Minister auch in den kommenden Tagen und Wochen brauchen: Die Opposition will einen Untersuchungsausschuss einrichten. Diesmal könnte es knapp werden für Franz Josef Jung.
- Datum 27.11.2009 - 08:58 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 13
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





so können wir die Sache länger genießen.
Jung ist ein typisches Beispiel wie heute regiert wird:
Sach- und Fachverstand spielen kaum eine Rolle. Wichtig ist, dass jemand ein braver Parteisoldat ist.
Im vorliegenden Fall dient die Beschäftigung von Jung als Bundesminister auch der Ruhigstellung von Koch.
Jung hat die wichtigste und letztendlich tatsächlich erfolgreiche CDU-Tugend von seinen Vorbildern Kohl, Koch und Merkel verinnerlicht:
Das brutalst mögliche Aussitzen.
Allerdings übersieht er eines: Es gibt noch wichtigere Leute, denen er nicht gewachsen ist und die ihn, wenn der Druck doch zu groß wird, fallen lassen wie eine heiße Kartoffel.
ist in der Lage das ganze kranke System zu beschreiben. Er ist Max Frisch's fleischgewordener Biedermann auf politischer Ebene. Der Typus, der sich geschmeichelt fühlte, wenn ein Pferdedieb über ihn sagen würde: "Mit dem kann man Pferde stehlen". Loyalität auf Kosten des kompletten Arsenals an Anstand, seinen Amtseid - gebrochen wäre noch verharmlost - zertrümmert ("...meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann..."), das ist Jung's Welt. Er ist ein Nützlicher.
während Guttenberg in seinem Haus Führungsstärke bewies, zaudert Angela Merkel mal wieder.
Sie hatte gestern und auch heute noch die Gelegenheit, Jung zu entlassen wie Schröder Scharping.
Aber nein, Mutti laviert und wartet.
Deutschland wird schlecht regiert und die Politverdroosenheit wird befördert.
Nichtwähler und die Linke erhalten so Zuwachs.
Handeln Sie endlich, Frau Merkel!
...liest, http://www.sueddeutsche.d...
Dannn kommen einem zwei Gedanken:
a) Jung hat die fraglichen Papiere wirklich nicht gelesen, weil ihn seine Spitzenbeamten in Watte gepackt haben. Dazu passt das Guttenberg die beiden RuckZuck hochkant rausgeworfen hat. Er ist wohl lieber selber Chef, im Gegensatz zu Jung.
b) Jungs Führungsschwäche und Unfähigkeit ist seine Kernkompetenz, die auch Merkel an ihm schätzt, keine Gefahr für sie.
Merkel hat jeden Gestaltungswillen aufgegeben, sie will nur eins: Kanzler bleiben.
Damit ist auch klar warum Jung nicht fliegt, er macht was soll: inkompetent sein.
Beschämend was da im Bundestag abläuft. Bin kein Freund von Jung. Doch wie da auf diesem Mann eingehackt wird, erinnert mich an Kondore die sich über ihr Wildbret hermachen.
Alle haben doch davon vorher gewusst, vor allem die SPD.
Außerdem muss der Verteidigungsminister hinter seiner Truppe loyal stehen, wenn nicht, haben wir eine Bananenrepublik voller Falschheit und untreue, wenn nötig sollen sich die gerichtlichen militärischen oder zivilen Instanzen damit befassen. Wir haben eine verlässliche Justiz in Deutschland.
Zu unseren Parteien habe ich weniger Vertrauen.
Der unglückliche Mann ist das Paradebeispiel dafür, dass Fähigkeiten in der Politik kaum noch gefragt sind, und dass solche Figuren die rasant steigende Politikverdrossenheit massiv befördern. Wer will sich denn von solchen Leuten repräsentiert sehen, wenn man glaubt, die Hälfte der eigenen Nachbarn könnte den Job besser...
Mutti, tu endlich was!
Eine dumme Titelwahl ! Denn die Gegenfrage ist : Wer kam
mit Illoyalität nach oben ? Ich wüsste keinen !
Also erst denken, denn Titel wählen !
Da muss ich zustimmen! Schon gestern wurde entgegen aller Tatsachen seitens der ZEIT die Mär von der "Informationspanne" in der Schlagzeile aufrecht erhalten. Das war von Anfang an keine Panne!
Da muss ich zustimmen! Schon gestern wurde entgegen aller Tatsachen seitens der ZEIT die Mär von der "Informationspanne" in der Schlagzeile aufrecht erhalten. Das war von Anfang an keine Panne!
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren