Der Fall Jung Ein Rücktritt und keine AntwortenSeite 3/3

Sein Nachfolger machte währenddessen eine gute Figur. Um kurz vor zwölf Uhr trat Rainer Arnold, Obmann der SPD im Ausschuss, vor die Mikrofone. Er attestierte Minister von Guttenberg einem "respektablen Auftritt". Der Minister habe sich um Transparenz bemüht. Über Jung fällte Arnold hingegen ein vernichtendes Urteil: "Es bleibt der Eindruck, dass Minister Jung seinen Aufgaben nicht gewachsen war und ist."

Guttenberg stand neben den Abgeordneten und hörte konzentriert zu. Dann trat auch er vor die Kameras. "Ich komme zu einer Neubewertung des Einsatzes", kündigte er an, ließ aber offen, wie diese aussehen wird. Ihm seien Informationen vorenthalten worden, sagte Guttenberg. Er habe einen Staatssekretär damit beauftragt, den Informationsfluss zu überprüfen.

Anzeige

Niemand, auch nicht die CDU-Abgeordneten sagten etwas Positives über Jung. Um 12:46 Uhr meldete die Nachrichtenagentur Reuters dann, dass Jung in einer dreiviertel Stunde eine persönliche Erklärung vor der Presse abgeben wolle.

Als es soweit war und Jung seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte, betonte er vor Journalisten noch einmal, dass er das Parlament nach seinem Kenntnisstand "korrekt" unterrichtet habe. "Ich stehe auch selbstverständlich für die weitere Aufklärung zur Verfügung", sagte Jung. In den kommenden Wochen könnte er dazu reichlich Gelegenheit bekommen. Die Opposition will einen Untersuchungsausschuss einrichten – Jungs Rücktritt als Arbeitsminister dürfte daran nichts ändern.

 
Schreiben Sie den ersten Kommentar!

    Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

    Service