Serie: Jungpolitiker (5) Jung, fröhlich, linksaußen

Niema Movassat, jugendpolitischer Sprecher der Linkspartei, ist neu im Bundestag. Die erste Enttäuschung hat der Sohn iranischer Eltern schon erlebt.

Niema Movassat ist schwer zu erreichen. Ans Telefon geht der 25-jährige frischgebackene Bundestagsabgeordnete der Linkspartei selten. E-Mails beantwortet er spät, am liebsten kurz vor Mitternacht. Ihn gar zu treffen, erfordert einige Koordinationsarbeit. Seine Zeit in Berlin war bislang knapp bemessen: Nur wenige Tage verbrachte er seit der Wahl am 27. September in der Hauptsstadt. Und die sind voll gepackt mit Fraktionssitzungen, Vorstellungsgesprächen und anderen Veranstaltungen.

Deswegen findet das erste längere Gespräch am Telefon statt. Movassat nimmt den Hörer in Oberhausen ab. Man hört einen jungen Mann, der viel lacht und gerne redet. Vermutlich ist deshalb sein Handy so oft besetzt.

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"Natürlich" bleibe der Wahlkreis sein Lebensmittelpunkt, sagt er. In Berlin werde er sich bloß eine Einzimmerwohnung suchen, möglichst in Kreuzberg. Dann erzählt er vom regionalen Jugendbüro, das er eingerichtet hat. Movassat ist jugendpolitischer Sprecher der Linkspartei und Mitglied im Bundesvorstand. Bunt und locker sei "dat" hier. Er, der Sohn iranischer Eltern, spricht Ruhrpott-Slang.

Geht es um Politik, wird er allerdings ernster. Mit 17 ist er der PDS beigetreten. Damals im Westen zwar noch eine Splitterpartei, aber immerhin "die einzige, die gegen den Krieg war". Eigentlich hatte ihm der Machtwechsel 1998 gefallen, aber dass sich die Schröder-Regierung dann prompt am Krieg im Kosovo beteiligte, ließ ihn als jungen Teenager "den Glauben an Rot-Grün" verlieren. Seinen Eltern, ebenfalls "links und politisch", sei es damals ähnlich gegangen.

Movassat verbrachte fortan viel Zeit in der Politik. Früh konnte er sich vorstellen, "dat hauptberuflich" zu machen. Während "die anderen Fußball spielten", fuhr er auf Parteitage, schrieb Positionspapiere, bastelte Netzwerke. Nebenher baute er sein Abitur und studierte Jura. Nun, da er in den Bundestag eingezogen ist, fühlt er sich seiner Partei aufs engste verbunden. "Nur Mitglieder" haben bei ihm als Mitarbeiter im Wahlkreisbüro eine Chance. Zwar sollen sie kompetent sein, aber das Parteibuch sei eine Grundvoraussetzung.

Am liebsten möchte er in den Rechtsausschuss des Bundestags. Als Jurist rechnet er sich gute Chancen aus. Fast alle anderen Akademiker unter den Linken-Abgeordneten seien Sozialwissenschaftler. Ein gutes Viertel seiner Fraktion hat sich daher – und weil es das Hauptaktionsfeld der Partei ist – für den Sozialausschuss beworben. Er spiele aber "lieber die erste Geige im Rechtsausschuss" als die vierte in der Sozialpolitik.

Ob er ehrgeizig ist? Na klar! Er habe "den Anspruch, Verantwortung zu übernehmen". Er sei schließlich nicht gewählt worden, "um ein chilliges Leben zu führen" oder um in Berlin Hinterbänkler zu sein. Er möchte vorankommen. Und mit dafür sorgen, dass seine Partei erfolgreich ist.  

Leser-Kommentare
    • tidyho
    • 04.11.2009 um 13:44 Uhr

    dieser Artikel kein Inhalt, äh, Satz, meint Verb.

    im übrigen hätte ich zwei Fragen:

    1. was ist der Unterschied zwischen logieren und longieren (vielleicht hat letzteres was mit Bett-Überlänge oder besonders langer Aufenthaltsdauer zu tun)?

    2. was zum Teufel ist ein Vermittlungshilfeausschuß? Ich zweifle nicht an seiner Existenz - es gab ja schon deutlich verrücktere Erfindungen der sehr geehrten Damen und Herren Politiker...

    omg... ich glaub' ich geh' lieber wieder meine Lieblingsblogs lesen, da wird die Simulation von Qualitätsjournalismus wenigstens als solche gekennzeichnet.

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