Guttenberg gibt den Saubermann
Ein anderer dagegen hat die Gunst der Stunde genutzt: Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gibt sich, wie schon als Wirtschaftsminister, ehrlich, entschlussfreudig und durchsetzungsstark. Als Jung noch längst nicht an Rücktritt dachte, entließ Guttenberg seine beiden höchsten Leute, Generalinspekteur Schneiderhan und Staatssekretär Wichert, weil sie ihn bei seinem Amtsantritt nicht über die brisanten Kundus-Berichte informiert hatten, – aber in allen Ehren. Und als Jung immer noch zauderte, versprach Guttenberg volle Transparenz und eine lückenlose Aufklärung.
Der CSU-Politiker steht nun als Saubermann dar, als einer, der entschlossen in seinem neuen Haus aufräumt. Das wird auch dringend nötig sein. Denn offensichtlich gibt dort eine Menge Missstände, wenn der oberste Chef der Bundeswehr von wichtigen Informationen über einen Feuerschlag mit bis zu 140 Toten angeblich oder tatsächlich nichts erfährt. Gilt dies womöglich auch für andere Zwischenfälle und den Tod von Bundeswehrsoldaten in diesem so überaus kritischen Afghanistan-Einsatz?
Vielleicht aber hat sich Guttenberg auch nur in einer, seinem neuem Amt entsprechenden Taktik geübt: der Vorneverteidigung. Denn hätte sich Jung noch länger an seinen Kabinettsposten geklammert, wären wahrscheinlich auch die Fragen lauter geworden, was sein Nachfolger gewusst hat. Und ob er richtig handelte, als er gleich nach Amtsantritt das Bombardement als "angemessen" einstufte. Nun kann er diesen Fehler ohne größeren Schaden gerade rücken.
- Datum 27.11.2009 - 15:35 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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hatten bestimmt Gründe für Ihr Verhalten. Zumal anzunehmen war, das über den amerikanischen/NATO-Kanal weitere Fakten ans Tageslicht kommen.
Für zu Guttenberg gilt aber weiterhin die Unschulds-vermutung sonst müssten wir alle Politiker unter Generalverdacht stellen.
Wer soll Deutschland dann noch regieren?
Zitat Fex2009:
"Wer soll Deutschland dann noch regieren?
Ich.
Zitat Fex2009:
"Wer soll Deutschland dann noch regieren?
Ich.
das in diesem Kommentar nicht die Rolle des Springer-
Verlages erwähnt wird.
Denn die Vorwürfe gegen Jung wurden doch durch Zeitungen
des Springer-Verlages aktuell erneuert und untermauert.
Wie es auch in der Bundestagsdebatte mehrfach erwähnt wurde.
Und da sollte es keine Abstimmung zwischen Kanzleramt und
Springer-Verlag gegeben haben? Bei den guten Beziehungen
der Kanzlerin zum Springer-Verlag?
Sehr interessant ist doch die Frage, WANN Frau Merkel
beschlossen hat, Jung aus ihrem Kabinett zu entfernen.
Ich zitiere:"Als Jung noch längst nicht an Rücktritt dachte, entließ Guttenberg seine beiden höchsten Leute, Generalinspekteur Schneiderhan und Staatssekretär Wichert, weil sie ihn bei seinem Amtsantritt nicht über die brisanten Kundus-Berichte informiert hatten."
Warum haben Schneiderhahn und Wichert ihrem Vorgesetzten zu Guttenberg über die brisanten Kundus Berichte nicht informiert? Das waren in der Vergangnheit höchst ehrenwerte und zuverlässige Mitarbeiter. Entweder,sie haben es von Guttenberg direkt bei Amtsantritt gesagt, dann hätten wir eine total neue Lage und der Rücktritt eines zu Guttenberg wäre fällig. Oder sie haben es wirklich ihm vorenthalten, welche gravierendenGründe sie hatten diese Unterschlagung der Informationen zu tätigen. Ob die Befehlskette bis ins Kanzleramt reichte? Was vermittelt das für einen Eindruck für die Truppe? Wenn schon die obersten Spitzen der bundeswehr vertuschen und unterschlagen. Und zu Guttenberg hat von dem nichts gewußt? Ich hab den Glauben anden Weihnachtsmann verloren.
Auch die Medien sollten mal sauber zwischen 2 Sachverhalten unterscheiden.
a) Der Desinformationspolitik von Herrn Jung und seinen oberen politischen Mitarbeitern im Verteidigungsministerium.
b) Der offenbar alternativlosen militärischen Entscheidung des Kommandeurs vor Ort zur Bombardierung, selbst wenn dabei wissentlich Kollateralschäden in Kauf genommen wurden.
Ich komme zu dem Ergebnis, dass a) den Rücktritt/Rausschmiss von Jung, Schneiderhahn und Wichert vollkommen rechtfertigt. Auch dann, wenn sich herausstellt, dass dort lediglich eine absurde Denkschule aus der Zeit Scharping/Struck fortgeführt wurde.
Aber ein Untersuchungsausschuss wird das ja offenbar aufarbeiten. Was da insbesondere für die Zeit 2002-2005 zu Tage treten wird, könnte so einige, auch in der Opposition, zutiefst in ihrem vulgärpazifistischen Weltbild erschüttern. Denn auch deutsche Soldaten haben schon lange gekämpft, und das war richtig. Es könnte dabei durchaus raus kommen, dass Jung lediglich schwach und unfähig war, seine beiden Vorgänger jedoch aus ideologischen Gründen Unfassbares installiert haben.
Zu b) habe ich den Eindruck, dass der Kommandeur im konkreten Lagebild und mit der konkret zur Verfügung stehenden Ausrüstung keine andere Entscheidung treffen konnte. Vielleicht sollten sich da mal Redaktionen militärischen Sachverstand (pensionierte Generäle o.ä) ins Haus holen, die ihnen das erklären können.
Meinung.Herr von und zu Guttenberg ist nicht aus dem Schneider.Spätestens als der Nato-Bericht vorlag waren alle informiert - sowohl Herr Guttenberg sowie unsere Kanzlerin.Wieso seitens der Medien Loblieder auf diesen Herrn gesungen werden ist mir ein Rätsel.Die Anliegen des Herrn von und zu Guttenberg sind mir sehr suspekt und fragwürdig:Auslandsarmee - neue Nato -quo vadis
Dass ein Verteidigungsminister lügt - geschenkt - im modernen Krieg, der immer zugleich auch Propagandakrieg ist, muss die Wahrheit teilweise geopfert werden. Das Problem von Herrn Jung ist nur, dass es so unglaublich dumm lügt. Wenn man eine Bombe auf eine unübersichtliche Ansammlung von Milizionären wirft, billigt man natürlich zivile Kollateralschäden. Ob dann tatsächlich Zivilisten ums Leben gekommen sind, ist eine Frage des Zufalls - bedauerlich zwar - aber politisch völlig uninteressant. Interessant ist nur, ob die deutsche Strategie zivile Kollateralschäde in kauf nimmt. Das muss sie natürlich, wenn sie Erfolg haben will. Nur das ist einem mittlerweile so kriegsängstlichen Volk wie den Deutschen nicht leicht zu erklären.
Der Afghanistankrieg hat die Mehrheit der Deutschen gegen sich. Anstatt aber nun eine notwendige Debatte darüber offensiv zu führen, welche Opfer für einen Erfolg des militärischen Einsatz gebracht werden müssen, hat Herr Jung stets versucht, sich um jede Debatte herumzudrucksen. Das fing bei der albernen Worthülsen-Debatte um den Ausdruck "Krieg" an, bei der sich Herr Jung auf der sprachlichen Ebene festnageln ließ, weil er zur Ausweitung der Debatte auf die inhaltliche Ebene keinen Mut hatte. Und es setzte sich beim Tanklastervorfall fort, bei Herr Jung anstatt zu Erklären, dass man für den Kampferfolg notwendig zivile Opfer in kauf nehmen müsse, lieber darauf beharrte, bestimmt hoffentlich vielleicht diesmal keinen Zivilisten getroffen zu haben.
"Nur das ist einem mittlerweile so kriegsängstlichen Volk wie den Deutschen nicht leicht zu erklären."
kriegsängtlich und will gar nicht erklärt haben.
Nur der Bundestag ist berechtigt, zu erklären, was Auftrag der Bundeswehr in Afghanistan ist. Jung hat sich an diesem Auftrag gehalten, zu Guttenberg hat die Definition des Bundestagsauftrages verändert. Das wird noch zu klären sein.
auf Heimaturlaub?
"... im modernen Krieg, der immer zugleich auch Propagandakrieg ist, MUSS DIE WAHRHEIT teilweise GEOPFERT werden". Zu Befehl, Herr Propagandaminister!
"Ob dann tatsächlich Zivilisten ums Leben gekommen sind, ist eine Frage des Zufalls - bedauerlich zwar - aber politisch Völlig UNINTERESSANT." Jawoll, Herr Mustergeneral!
"Nur das ist einem mittlerweile so kriegsängstlichen Volk
wie den Deutschen nicht leicht zu erklären." Jawoll, Memmenpack auf Vordermann bringen, Herr Volksführer!
"... notwendige Debatte darüber offensiv zu führen, welche OPFER für einen Erfolg des militärischen Einsatz GEBRACHT WERDEN MÜSSEN." Jawoll, Herr Opferminister, Blutzoll für's teure Vaterland ist am Hindukusch zu entrichten!
"... dass man für den Kampferfolg notwendig zivile Opfer in kauf nehmen müsse."
Jawoll, klotzen, nicht Kleckern, Herr Zivilopferkauf!
@ 6: Sie haben geschrieben: " Ob dann tatsächlich Zivilisten ums Leben gekommen sind, ist eine Frage des Zufalls - bedauerlich zwar - aber politisch völlig uninteressant. Interessant ist nur, ob die deutsche Strategie zivile Kollateralschäde in kauf nimmt. Das muss sie natürlich, wenn sie Erfolg haben will."
Wer wissentlich ohne zwingenden Grund wie hier geschehen Zivilisten umbringt, ist ein Kriegsverbrecher oder wenn kein Krieg ist, was hier noch nicht ganz geklärt zu sein scheint, ein gewöhnlicher Verbrecher. Wie muss einer genannt werden, der so etwas befürwortet? Was haben Sie eigentlich für eine Einstellung zu Moral und Ethik, wenn sie sagen: Zivile Opfer sind eine Frage des Zufalls, bedauerlich aber politisch uninteressant?
"Nur das ist einem mittlerweile so kriegsängstlichen Volk wie den Deutschen nicht leicht zu erklären."
kriegsängtlich und will gar nicht erklärt haben.
Nur der Bundestag ist berechtigt, zu erklären, was Auftrag der Bundeswehr in Afghanistan ist. Jung hat sich an diesem Auftrag gehalten, zu Guttenberg hat die Definition des Bundestagsauftrages verändert. Das wird noch zu klären sein.
auf Heimaturlaub?
"... im modernen Krieg, der immer zugleich auch Propagandakrieg ist, MUSS DIE WAHRHEIT teilweise GEOPFERT werden". Zu Befehl, Herr Propagandaminister!
"Ob dann tatsächlich Zivilisten ums Leben gekommen sind, ist eine Frage des Zufalls - bedauerlich zwar - aber politisch Völlig UNINTERESSANT." Jawoll, Herr Mustergeneral!
"Nur das ist einem mittlerweile so kriegsängstlichen Volk
wie den Deutschen nicht leicht zu erklären." Jawoll, Memmenpack auf Vordermann bringen, Herr Volksführer!
"... notwendige Debatte darüber offensiv zu führen, welche OPFER für einen Erfolg des militärischen Einsatz GEBRACHT WERDEN MÜSSEN." Jawoll, Herr Opferminister, Blutzoll für's teure Vaterland ist am Hindukusch zu entrichten!
"... dass man für den Kampferfolg notwendig zivile Opfer in kauf nehmen müsse."
Jawoll, klotzen, nicht Kleckern, Herr Zivilopferkauf!
@ 6: Sie haben geschrieben: " Ob dann tatsächlich Zivilisten ums Leben gekommen sind, ist eine Frage des Zufalls - bedauerlich zwar - aber politisch völlig uninteressant. Interessant ist nur, ob die deutsche Strategie zivile Kollateralschäde in kauf nimmt. Das muss sie natürlich, wenn sie Erfolg haben will."
Wer wissentlich ohne zwingenden Grund wie hier geschehen Zivilisten umbringt, ist ein Kriegsverbrecher oder wenn kein Krieg ist, was hier noch nicht ganz geklärt zu sein scheint, ein gewöhnlicher Verbrecher. Wie muss einer genannt werden, der so etwas befürwortet? Was haben Sie eigentlich für eine Einstellung zu Moral und Ethik, wenn sie sagen: Zivile Opfer sind eine Frage des Zufalls, bedauerlich aber politisch uninteressant?
Nur mal ein Gedankenspiel: Was, wenn alle Informationen so kurz vor der Wahl herausgegeben worden wären und sich dementsprechend das Wählerverhalten geändert haben könnte? Hätten dann die Taliban nicht indirekt Einfluss auf innernationale Politik genommen, genauso wie es in Spanien nach dem Madrid-Anschlag passiert ist? Gut, man kann den Taliban und den Zivilisten nun nicht bewusst vorwerfen, sich gerade an dem Tanklaster aufgehalten zu haben der bombardiert wurde. Aber obliegt es evtl. nicht dem Verteidigungsminister, solchen Vorgängen zuvorzukommen und das kleinere Übel zu forcieren? Ist absolut grenzwertig, ich weiß, ein Minister sollte niemals negative Informationen vorenthalten um sich bzw. seine Partei an der Macht zu halten. Ich weiß auch nicht ob das Wahlvolk eine verblödete Masse ist, die sich durch so etwas komplett in ihrer Entscheidung verlagert hätte. Aber der Verdacht, dass die BILD-Zeitung als meinungsmachende und nicht aufklärende Zeitung ernstlich in der Lage ist, Einfluss auf deutsche Politik zu nehmen deutet doch an, wie abhängig Deutschland von weiten Teilen unreflektierender Massen ist, die vorbereitete Meinungen direkt übernehmen statt -auch aufgrund schlichtweg fehlender Informationsbasis- zu hinterfragen. Ich nehme mich da selber nicht aus. Aber einen Gedanken ist es wert.
Gebt uns mehr Informationen und Überlegungen, liebe Redaktionen, wir haben doch keinen Zugriff darauf, bzw. können uns auf diese Weise keine bilden.
die Sache ist positiv anzusehen. Dass der Amt des deutschen Verteiditungsminsters hintereinander von Schwachkoepfer [Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf persönliche Beleidigungen. Die Redaktion/vv] wie Herrn Sharp und Herrn Young besetzt worden ist, ist doch Indiz fuer Weltfrieden.
Der kaltkrieg ist immmerhin schon vorbei, Deutsche brauchen eigentlich vor nichts zu verteidigen. Wer wird jetzt BRD militaerisch angrifen? Fuer Terrorist ist Innerministerium zustaendig.
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