Regierungserklärung
Merkel gibt die Reformerin light
Angela Merkel bleibt in ihrer Regierungserklärung sehr vage. Und doch könnte sie als schwarz-gelbe Kanzlerin für mehr Veränderung sorgen als viele glauben.
© Tim Brakemeier/dpa

Will die Angst vor Schwarz-Gelb nehmen: Angela Merkel bei ihrer Regierungserklärung im Bundestag
Als Angela Merkel vor vier Jahren ihre Antrittsrede als Kanzlerin vor dem Deutschen Bundestag hielt, da war das in vielfacher Hinsicht für sie eine große Herausforderung. Nicht nur, dass es ihr erster Auftritt in einer Rolle war, in der sie sich erst noch bewähren musste. Sie musste damals auch ihr Politikverständnis und ihre politischen Ziele einer Generalrevision unterziehen, um sie den geänderten Machtverhältnissen anzupassen. Statt wie erhofft Kanzlerin einer schwarz-gelben Koalition, war sie Chefin einer Großen Koalition mit zwei sehr gegensätzlichen Partnern geworden. Ihr Vorhaben "durchzuregieren" ersetzte sie damals durch ein anderes, gegenteiliges Motto: die Politik der kleinen Schritte.
Vier Jahre später hat Merkel ihr Ziel von einst doch noch erreicht. Am Tag, an dem sie das Programm für das von ihr immer angestrebte schwarz-gelbe Bündnis vor den Abgeordneten erläutert, sitzt hinter ihr in der Regierungsbank FDP-Chef Guido Westerwelle. Der rote Regierungspartner von 2005 ist arg geschrumpft auf die Oppositionsbank verbannt. Und doch scheint die Aufgabe, die der Kanzlerin an diesem Dienstag bevorsteht, nicht sehr viel einfacher zu sein als vier Jahre zuvor: Sie muss nun erklären, was die Wunschkoalition von damals nach all den Scharmützeln während der Koalitionsverhandlungen eigentlich zusammenhält. Was will sie anders machen? Gibt es ein schwarz-gelbes Projekt?
Zumindest was den historischen Anspruch angeht, nimmt Merkel den Mund ziemlich voll. "Am 28. Oktober 2009 haben Union und FDP die Arbeit aufgenommen, im 60. Jahr nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, 20 Jahre nach dem Mauerfall", beginnt sie. Beginnt jetzt also, in diesem doppelten Jubiläumsjahr, eine neue politische Ära? Die Dimension, die Merkel für ihre künftige Politik benennt, ist jedenfalls nicht kleinlich. "Wir wollen die Weichen für das 21. Jahrhundert stellen", verspricht sie.
Das klingt gewaltig. Und doch ist die Kanzlerin zunächst vor allem bemüht, Ängste zu zerstreuen, Schwarz-Gelb werde womöglich doch noch ein radikales Reformbündnis. Als Merkel 2005 ihre Regierung mit den Sozialdemokraten begann, wollte sie noch "mehr Freiheit wagen". Mit den Liberalen, so könnte man meinen, hätte sie erst recht Grund, dieses Motto aufzugreifen. Zumal manch ein Vorhaben im Koalitionsvertrag durchaus in diese Richtung zu deuten scheint. Und doch, Merkel hat den Satz diesmal abgewandelt. "Freiheit in Verantwortung" lautet die Parole nun. Und das neue Regierungsbündnis nennt Merkel "die christlich-liberale Koalition der Mitte". Das soll die Bürger beruhigen und deutlich machen, dass sie als Kanzlerin bei allem Reformwillen auf die soziale Balance achten wird.
Hat deswegen aber Frank-Walter Steinmeier Recht, der an diesem Tag erstmal den Oppositionsführer geben muss und Merkel vorhält, ihre Regierungserklärung sei keine Erklärung, sondern ein großes Rätsel gewesen? Völlig unklar habe sie gelassen, wohin die neue Regierung Deutschland in den kommenden Jahren steuern wolle.
Ja und nein. Wahr ist, dass Merkel auch die Antwort auf die große Frage schuldig bleibt, wie Schwarz-Gelb die geplanten Steuersenkungen auf Pump und die damit verbundene, gewaltige Neuverschuldung mit der Haushaltskonsolidierung in Einklang bringen will, die sie selbst doch stets zu einer Frage der Generationengerechtigkeit erklärt hat. "Nur wenn wir Wachstum schaffen, können wir den Schulden Herr werden", lautet stattdessen das Mantra von Schwarz-Gelb. Schulden machen also, um Schulden abzubauen: Das ist in der Tat eine Strategie, die nur dann aufgehen wird, wenn die schwarz-gelbe Koalition mehr Glück als Verstand hat und eine weltweit wieder anspringende Konjunktur ihr kräftig unter die Arme greift. Ansonsten wird sich die neue Regierung früher oder später doch noch auf das Sparen und unangenehme Haushaltskürzungen für die Bürger besinnen müssen, die Merkel fürs Erste weit von sich weist.
Doch so unklar sie in diesem Punkt bleibt, an anderer Stelle wird Merkel dafür überraschend deutlich. 2011, verspricht die Kanzlerin, wird es nicht nur weitere Steuersenkungen geben, man wolle diese auch für eine Steuerstrukturreform nutzen. Den Zusatz "möglichst", der im Koalitionsvertrag steht, und den Hinweis auf die Steuerschätzungen 2010, die man erstmal abwarten müsste, ließ die Kanzlerin diesmal weg. Ja sie machte sich sogar den Wahlslogan der FDP zu eigen, das neue Steuersystem werde "einfach, niedrig und gerecht" sein.
- Datum 10.11.2009 - 16:58 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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es ist wohl so, dass unsere Kanzlerin mit so wenig wie möglich Inhalt die größt möglichen zuspruch erhällt. Gezeigt hat dies die letzte legislatur und noch viel mehr der Wahlkampf.
man sollt dabei nich vergessen unsere politik als das zu benennen was sie ist: IDEENLOS
[Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Bemerkungen und bemühen Sie sich um eine sachliche Diskussion. Danke. Die Redaktion/vv]
Dies bezieht sich leider auf alle parteien, gefählich wird es nur wenn jene marktorentierten den kahn föllig zu versenken drohen.
danke,tschss
Zitat: "...wenn jene marktorentierten den kahn föllig zu versenken drohen"
Das wäre dann ein föllig versunkener Kahn foller Marktorentierter...
Das Konzept hört sich irgendwie an, wie Middelhoff bei Quelle:
neue Kredite, Tafelsilber raus, alles auf eine Karte, kein Plan B.
Ob es auch so ausgeht?
Da bleibt nur Satire:
Erste Steuerentlastung: Quelle-Mitarbeiter müssen in Kürze keine Lohnsteuer mehr zahlen!
Zitat: "...wenn jene marktorentierten den kahn föllig zu versenken drohen"
Das wäre dann ein föllig versunkener Kahn foller Marktorentierter...
Es gibt keine "leichte Reform" denn dann ist es keine Reform! Wer die Geldsystemkrise nicht als solches bezeichnen will und von Gier faselt - ist Reformunfähig! Ich stelle die Frage ob die jetzige Form der Demokratie ohne innere Reformen überhaupt das ganze System reformieren kann oder ob der "Staatsräsonfaktor" inzwischen einen Abhängigkeit erreicht hat das eine Erneuerung des Systems, aus eigener Kraft gar nicht mehr möglich ist?
Wenn es stetig heißt - die Probleme sind nur noch Supernational zu lösen obwohl genau diese Probleme aus der Globalisierung entstehen - dann macht mir die Zukunft sorgen.
Demokratie ist eine Direkte Veranstaltung und ihre Dissoziirung führt zu einer Formalie, die der DDR immer näher kommt!
Dennoch gibt es ein wenig Hoffnung wenn der Unterschied zwischen Marktgesellschaft und Kapitalismus begriffen werden würde.
[...]
[entfernt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Danke. Die Redaktion/vv]
Ebenso gibt es für die Demokratie noch ein wenig Hoffnung wenn die wissenschaftlichen Grundlager der Schwarmintelligenz bekannter wären!
Na ja - Suchbegriffe: Sivio Gesell, Freigeldpraktiker, Weltenaufgang, Freiwirtschaft
Der Schäuble schafft bewußt - mit Billigung der Merkel - ein Klima von Angst und Einschüchterung. Seit 2005 hat sich die Menschenrechtslage in Deutschland - nicht zuletzt durch das BKA-Gesetz - drastisch verschlechtert, die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art werden - mit Billigung der Merkel - unverändert fortgesetzt. [...]
In Deutschland sind die Bürgerrechte schon vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt. Und immer noch leugnet die Merkel - wider besseren Wissens - die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen schwerster Art. Dafür sind die Bürger in Leipzig 1989 nicht auf die Strasse gegegangen. Dafür nicht!
Es muss daher sofort ein Untersuchungsausschuss über die Verstrickung der Merkel in die drastische Verschlechterung der Menschenrechtslage eingesetzt werden. Die Merkel hat die Bürger lange genug zum Narren gehalten.
[Gekuerzt, bitte unterlassen Sie auf Aeusserungen, die Ihnen als ueble Nachrede ausgelegt werden koennten. Ausserdem moechten wir Sie bitten, auf das widerholte Posten immer desselben Inhalts (Spam) zu verzichten. Danke. /Die Redaktion pt.]
Dem Autor vielen Dank für diesen Satz:
"Schulden machen also, um Schulden abzubauen: Das ist in der Tat eine Strategie, die nur dann aufgehen wird, wenn die schwarz-gelbe Koalition mehr Glück als Verstand hat und eine weltweit wieder anspringende Konjunktur ihr kräftig unter die Arme greift."
Nun, eine Regierung, die so eine Strategie erwägt, braucht wohl nicht viel Glück, denn der Verstand scheint weniger ausgeprägt zu sein.
Frau Merkel ist gut im Repräsentieren und Beschwichtigen. Als Bundespräsidentin wäre sie prima geeignet, weil sie eben außer Worthülsen wie "Freiheit in Verantwortung" wenig bietet und kaum für konkrete Politik steht.
Man muss zwischen den Zeilen lesen, um sie zu verstehen:
... schonungslose Analyse ... bedeutet; alle, die für die Neocons nicht von Bedeutung sind und alle die nicht zur Wählerklientel der Tigerenten gehören können sich schon mal warm anziehen.
Alle Leistungen an diese Leute stehen auf dem Prüfstand um Raum zu schaffen für Leistungsträger und Wachstumsfaktoren.
PS: Als Bundespräsidentin kommt Angela M. nicht in Frage. [...]
[Gekuerzt, bitte sehen Sie von persoenlichen Angriffen ab. Danke. /Die Redaktion pt.]
DAS hat sie wirklich gesagt, die Frau Dr. Elite ...? Na ja, im Land der PISA-Versager merkt es wahrscheinlich sowieso niemand mehr. Heutzutage werden ja eher diejenigen für therapiebedürftig erklärt, denen so etwas noch peinlich ist.
Na ja - Suchbegriffe: Sivio Gesell, Freigeldpraktiker, Weltenaufgang, Freiwirtschaft
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