Suizid von Robert Enke Kanzlerin fordert gesellschaftliches Umdenken
Angela Merkel hat sich in der ZEIT über den Tod des Torhüters Robert Enke geäußert. Nach Enkes Tod müsse Schluss sein mit der Tabuisierung von psychischen Krankheiten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Hoffnung geäußert, dass der Tod des Fußballnationalspielers Robert Enke vielen Menschen die Möglichkeit gebe, offener über Ängste und psychische Erkrankungen zu sprechen. Der ZEIT sagte sie: "Wenn man krank ist oder etwas nicht kann, sollte man es ruhig sagen."
Der Tod des Torwarts, der an Depressionen litt, habe deshalb so viele Menschen berührt, "weil sich an einem berühmten Beispiel etwas zeigt, wovor viele Angst haben und was viel öfter passiert, als wir es uns vor Augen führen". Sie hoffe, dass nun "Mitmenschen Verständnis für diese Krankheit entwickeln und sie nicht stigmatisieren".
Merkel räumte ein, dass auch in der Politik psychische Erkrankungen tabuisiert würden: "Die Politik ist immer ein Spiegel der Gesellschaft – einer Gesellschaft, in der über psychische Erkrankungen generell nicht offen gesprochen wird. Aber auch in der Wirtschaft nicht, gerade dort also, wo Menschen sehr hohem Stress ausgesetzt sind."
Dabei seien die "graduellen Unterschiede zwischen gesund und krank" sehr klein: "Da machen wir uns in der Gesellschaft etwas vor." Merkel sagte, auch sie selbst habe das Gefühl, möglichst stark erscheinen zu müssen: "Besser ist es. Dann habe ich weniger Ärger." Wenn ihr auf der Regierungsbank mal die Augen zufielen, "habe ich viel Nacharbeit zu leisten".
- Datum 18.11.2009 - 08:55 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 17
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wenn Robert Enke gar nicht krank war, sondern die Welt um ihn herum? Man kann sich doch genauso gut eine Gesellschaft vorstellen, in der Angela Merkel mit ihrem Tun und Sein ein völlig kranker Mensch zu sein scheint. Das wäre doch gar nicht so verkehrt. Da wäre Robert Enke noch völlig gesund im Vergleich. Wäre Robert Enke in einem Indianerdorf geboren und hätte dort gelebt, wer weiß wozu er fähig gewesen wäre? Vielleicht hätte er viele glücklich gemacht und wäre selbst glücklich geworden. Aber er hat Fußball gespielt und sollte immer der beste sein. Er mußte sich verkaufen. Und nun ist er tot.
... ein Recht auf Krankheit - auch auf Depressionen. Ein "wäre, hätte, könnte" hilft niemandem und hätte auch Herrn Enke nicht geholfen. Vielleicht hätte es in einem Indianerdorf (wie Sie anführen) andere Konflikte gegeben. Es kommt nicht auf das Forderungsniveau an sondern nur darauf, ob ein Mensch mit Depressionen auf sein Umwelt reagiert und wie stark der Leidensdruck sich entwickelt. Dazu sei noch anzumerken, dass Depressionen kein Einbildung sind, sondern auch hormonelle Ursachen haben können. Davon abgesehen, ist es falsch, einem Betroffenen sein Recht auf Krankheit absprechen zu wollen, denn es impliziert auch ein Recht auf Hilfe. Und dieses Recht sollte man ihm zugestehen, wie bei jeder anderen Krankheit auch. Es ist nämlich KEIN Makel, unter Depressionen zu leiden.
... ein Recht auf Krankheit - auch auf Depressionen. Ein "wäre, hätte, könnte" hilft niemandem und hätte auch Herrn Enke nicht geholfen. Vielleicht hätte es in einem Indianerdorf (wie Sie anführen) andere Konflikte gegeben. Es kommt nicht auf das Forderungsniveau an sondern nur darauf, ob ein Mensch mit Depressionen auf sein Umwelt reagiert und wie stark der Leidensdruck sich entwickelt. Dazu sei noch anzumerken, dass Depressionen kein Einbildung sind, sondern auch hormonelle Ursachen haben können. Davon abgesehen, ist es falsch, einem Betroffenen sein Recht auf Krankheit absprechen zu wollen, denn es impliziert auch ein Recht auf Hilfe. Und dieses Recht sollte man ihm zugestehen, wie bei jeder anderen Krankheit auch. Es ist nämlich KEIN Makel, unter Depressionen zu leiden.
Bei allem Respekt. Aber Suizide sind keine aktuelle Erscheinung und nicht nur Leistungsträger wählen den Freitod. Vielmehr finden Suizide oft in der Jugend statt oder auch im hohen Alter. 40% der Menschen, die diesen Weg wählen, sind Senioren. Sie töten sich, weil sie vereinsamen, keinen Sinn mehr sehen, sozial ausgegrenzt sind. Und im Gegenteil zu dem Eindruck, der hier vermittelt werden soll, nimmt die Zahl der Suizide im Alter mit Ansteigen des Bildungsstandes (Erfolges) ab. Es ist also mitnichten so, dass gerade die Erfolgreichen der Gesellschaft davon bedroht sind.
Diese besitzen noch den relativen Vorteil, dass sie über mehr Möglichkeiten verfügen, sich Überlastungssituationen oder der Vereinsamung zu entziehen. Menschen, die über ein geringeres Bildungsniveau/Jobniveau verfügen, brechen unter Druck/Perspektivlosigkeit viel schneller zusammen. Ebenfalls unwahr ist, dass Depressionen generell verschwiegen werden. Oft genug wird sehr wohl darüber geredet - nur vielleicht nicht im Mikrokosmos der oberen Führungsebenen. Das mag sein - lässt aber keinen Rückschluss auf den Rest der Bevölkerung zu.
... ein Recht auf Krankheit - auch auf Depressionen. Ein "wäre, hätte, könnte" hilft niemandem und hätte auch Herrn Enke nicht geholfen. Vielleicht hätte es in einem Indianerdorf (wie Sie anführen) andere Konflikte gegeben. Es kommt nicht auf das Forderungsniveau an sondern nur darauf, ob ein Mensch mit Depressionen auf sein Umwelt reagiert und wie stark der Leidensdruck sich entwickelt. Dazu sei noch anzumerken, dass Depressionen kein Einbildung sind, sondern auch hormonelle Ursachen haben können. Davon abgesehen, ist es falsch, einem Betroffenen sein Recht auf Krankheit absprechen zu wollen, denn es impliziert auch ein Recht auf Hilfe. Und dieses Recht sollte man ihm zugestehen, wie bei jeder anderen Krankheit auch. Es ist nämlich KEIN Makel, unter Depressionen zu leiden.
Merkel ist in der tat keine Psychotherapeutin, sondern Kanzlerin und Vorsitzende einer Partei.Sie hat die Wählerinnen und Wähler vor der Wahl vollkommen im Unklaren darüber gelassen, welche ihre Ziele und Absichten sind. Der Koalitionsvertrag,so er denn realisiert wird, führt nun zu einer Spaltung der Gesellschaft und viele Menschen in existenziel psychisch und physisch bedrohliche Situationen.
Was sollen ihre Worte angesichts ihres realen Handelns?
Sie hat sich sonst nie in irgendeiner Zeitung und erst recht nicht in der Zeit zu irgendwas geäußert. Und erst recht nicht über ihren persönlichen Gemütszustand.
Hier spielt ihr Kalkül mit, die innerpolitischen Wogen zumindest so lange zu glätten, solange die Legislaturperiode dauert. Da es fachlich und handwerklich in der Regierungsarbeit momentan rein gar nicht gut läuft, holt sie die Deutschen emotional bei ihrem Lieblingsthema ab: Krankheit. Denn in Deutchland ist das Reden über Krankheit und Gesundheit das Ausgleichsventil zu der ansonsten recht leistungorientierten und kalten Gesellschaft. In anderen Ländern ist das längst nicht so. Egal , jedenfalls zeigt sich auch hier wieder, wie tief Frau Merkel die vormals (West-)deutsche Gesellschaft analysiert hat und für sich zu nutzen weiß. So wird sie also auch trotz des Koalitionsdesasters weiterhin die vermeintlich softe, soziale Lieblingspolitikerin Als Gegenpart zur marktorientierten vermientlich harten FDP bleiben. "Guter Bulle /böser Bulle" in Reinkultur über die Medien verbreitet...alle Achtung!!
Sie hat sich sonst nie in irgendeiner Zeitung und erst recht nicht in der Zeit zu irgendwas geäußert. Und erst recht nicht über ihren persönlichen Gemütszustand.
Hier spielt ihr Kalkül mit, die innerpolitischen Wogen zumindest so lange zu glätten, solange die Legislaturperiode dauert. Da es fachlich und handwerklich in der Regierungsarbeit momentan rein gar nicht gut läuft, holt sie die Deutschen emotional bei ihrem Lieblingsthema ab: Krankheit. Denn in Deutchland ist das Reden über Krankheit und Gesundheit das Ausgleichsventil zu der ansonsten recht leistungorientierten und kalten Gesellschaft. In anderen Ländern ist das längst nicht so. Egal , jedenfalls zeigt sich auch hier wieder, wie tief Frau Merkel die vormals (West-)deutsche Gesellschaft analysiert hat und für sich zu nutzen weiß. So wird sie also auch trotz des Koalitionsdesasters weiterhin die vermeintlich softe, soziale Lieblingspolitikerin Als Gegenpart zur marktorientierten vermientlich harten FDP bleiben. "Guter Bulle /böser Bulle" in Reinkultur über die Medien verbreitet...alle Achtung!!
so langsam nervt es: alle haben es schon immer gewusst - die leute, die für dieses geld schöpfende brot-und-spiele-system verantwortlich sind, prangern es jetzt an. das ist opportunismus ekelhaftester art. von merkel über zwanziger, wulff und weil bis hin zu den geistlichen profis und redakteuren der medien REDEN alle bloß. jetzt fehlt nur noch ulli höness, der sein system als unmenschlich anprangert. liebe führungskräfte der nation: ihr könnt auch handeln! ihr könnt schon morgen entscheiden, dass die gehälter im sport gedeckelt werden, die protagonisten zum beispiel nach bat oder tv-öd bezahlt werden. lasst sie dann doch ins ausland gehen. die, die hier bleiben müssen uns dann eben reichen, wenn wir unsere jetzt ach so mahnenden worte ernst nehmen wollen. wer's glaubt, wird selig - also hört auf zu quatschen, bleibt authentisch und damit glaubwürdig. es ändert sich absolut überhaupt gar nix.
Wie wäre es mit sozialem Denken, was grade ihrer Riege fehlt !
Kein Geld für Afganistan ! Kein Geld für Banken ! Man könnte wohl Bücher schreiben, wo unser Geld verpulvert wird. Jedenfalls wäre das Leben für viele leichter und besser und die Depressionen entschieden weniger !
Es ist immerwieder ein besonderes Vergnügen, die Kommentare unserer Bundeskanzlerin, Frau Dr. Merkel, zu schlimmen Ereignissen zu hören oder zu lesen. Ich möchte nur an den "Amoklauf von Winnenden" erinnern (http://community.zeit.de/user/klmmetzger/beitrag/2009/03/22/winnenden-tränen-der-ohnmacht-und-hilflosigkeit). Viele interessante Worte - aber passiert ist nichts! Wir leben in einer sehr rücksichtslosen Gesellschaft, die die Schwachen, die Hilfsbedürftigen (wie Torhüter ENKE) alleine lässt. Frau Dr. Merkel umgibt sich doch viel lieber mit den Mächtigen, wie Deutsche Bank-Chef Ackermann. Und genau in deren kapitalistischen Strukturen verfangen sich viele Menschen, die keinen Ausweg mehr wissen. Wer hilft z.B. den OPEL-Mitarbeitern in ihren existentiellen Ängsten wirklich? Frau Dr. Angela Merkel???
Herzliche Grüsse
Klaus Metzger
HILDESHEIM
www.twitter.com/klmmetzger
Du hast ein Zeichen gesetzt
Für einen Augenblick hielt eine Welt nun inne –
und diesmal nicht nur hinter eisig hoher Wand.
So fühlte jeder zwar tief in seinem eignen Sinne,
und dennoch reichten sich Gedanken die Hand.
Die Welt – so schien es – rückte in einer Weise
zusammen, wie dies bis dato verborgen war.
Die Trauer führte auf eine gemeinsame Reise
der Herzen und legte ihre gefühlten Leiden dar.
In Stille hast du deine Stimme zu uns erhoben, –
gesprochene Worte wären (leider) nur verblasst …
Dein Schweigen lässt uns nun vielleicht erproben,
ob auferlegter Weg in Richtung der Gefühle passt.
So spüren manche von uns nicht erst seit Tagen,
dass die Welt aus dem Gleichgewicht gefallen ist.
Ein Zustand, den wir mehr und mehr hinterfragen;
da jener zunehmend Werte und Moral vergisst.
Wenn man auch zu der Tagesordnung übergeht
und nicht verharren kann, – um zu überwinden …
So bleibt (d)ein Zeichen, das im Raume steht,
als Anfang, – wie wohl mehr von uns empfinden.
Und dennoch mag manch einer hier beklagen,
du hättest damit einen „falschen Weg“ gewählt.
Wer von uns ist schon bereit ein Opfer zu wagen?
auch wenn ihn mehr als ein (Welt-)Leiden quält!
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