Jahrestag des Mauerfalls Merkels zweiter Gang über die Bornholmer Brücke

Berlin am 20. Jahrestag des Mauerfalls: Mit Gorbatschow und Walesa ist Kanzlerin Merkel über die Bornholmer Brücke spaziert – ein Weg, den sie vor genau 20 Jahren schon einmal ging.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, der frühere polnische Gewerkschafter und Staatspräsident Lech Walesa und Michail Gorbatschow gehen über den ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, der frühere polnische Gewerkschafter und Staatspräsident Lech Walesa und Michail Gorbatschow gehen über den ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße.

Anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls spazierte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Nachmittag zusammen mit dem ehemaligen sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow über die Bösebrücke in Berlin, auch Bornholmer Brücke genannt, an der Bornholmer Straße in Berlin.

Im dichten Gedränge wurde sie bei dem symbolischen Spaziergang auch vom früheren polnischen Gewerkschafter und Staatspräsidenten Lech Walesa, Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und ehemaligen DDR-Bürgerrechtlern begleitet. Der Kontrollpunkt an der Bornholmer Straße war am Abend des 9. November 1989 der erste, über den die Menschen in den Westen stürmten.

Auch der langjährige Beauftragte für die Stasi-Unterlagen, Joachim Gauck, seine Nachfolgerin Marianne Birthler, die Sänger Wolf Biermann und Stephan Krawczyk und die früheren Pfarrer Reinhard Eppelmann und Markus Meckel waren an den symbolträchtigen Ort gekommen. Über die Brücke ging Merkel auch in der Nacht des 9. Novembers 1989 von Ost- nach West-Berlin.

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Bundespräsident Horst Köhler bezeichnete in einer Rede änlässlich der Feierlichke den Mauer-Fall als "eine Epochenwende zu Freiheit und Demokratie". Bei einem Staatsempfang in Schloss Bellevue sagte er: "Die Mauer war ein Bauwerk der Furcht. Am 9. November vor 20 Jahren wurde sie zu einem Ort der Freude." Der auf den Mauerfall folgende Wandel habe "das Gesicht unseres Kontinents und das Leben von Millionen von Europäern grundlegend verändert".

Zuvor hatte Köhler auch an die Pogromnacht von 1938 erinnert. "Der 9. November 1938 und der 9. November 1989 sind miteinander verbunden." Köhler würdigte den 9. November 1989 als einen "Tag der Freude". Die Teilung habe auch deshalb überwunden werden können, "weil wir Deutsche die nötigen Lehren aus unserer Geschichte zwischen 1933 und 1945 gezogen haben". Darum habe die Welt Deutschland 1989 vertraut.

Auf einer Konferenz zu den internationalen Folgen des Falls der Mauer sagte Merkel früher am Tag: "Diese Welt wird keine friedliche Welt sein, wenn wir nicht zu mehr globaler Ordnung und zu mehr multilateraler Zusammenarbeit finden", sagte Merkel auf der Konferenz. Dies sei eine der Lehren aus dem Ende des Kalten Krieges und der in Ost und West aufgeteilten bipolaren Welt. Es stelle sich die Frage, ob die Nationalstaaten Kompetenzen an multinationale Organisationen abgeben müssten.

Die Europäische Union sei ein Beispiel für eine erfolgreiche internationale Zusammenarbeit, sagte Merkel. "Unserem amerikanischen Partner fällt es natürlich sehr viel schwerer, einfach mal ein paar Kompetenzen an den IWF oder welche internationale Organisation auch immer abzugeben." Die USA seien noch nicht geübt darin, sich Mehrheitsentscheidungen der internationalen Gemeinschaft zu beugen, sagte sie mit Blick auf die UN.

Die anstehende Weltklimakonferenz in Kopenhagen wird nach den Worten der Kanzlerin eine Probe für die Bereitschaft sein, sich zur Lösung globaler Probleme zu verpflichten. "Deshalb kommt der Konferenz in Kopenhagen in wenigen Wochen eine große Bedeutung zu." Sie rechne jedoch nicht mit einem Durchbruch. Globale Fragen wie den Kampf gegen die Erderwärmung könnten auch nicht die USA und Europa alleine lösen: "Wir brauchen China, wir brauchen Indien, wir brauchen die Schwellenländern."

"Die spannendste Frage, um Mauern zu überwinden, wird sein: Sind die Nationalstaaten bereit und fähig, Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben - koste es, was es wolle", sagte Merkel.

Leser-Kommentare
    • CM
    • 09.11.2009 um 15:50 Uhr

    Was Angela Merkel unserem Land bislang Gutes gebracht haben soll ist mir unklar.

    Wenn jemand es verdient gehabt hätte, mit Gorbatschow über diese Brücke zu gehen, dann wären es diejenigen gewesen, die damals ihre Freiheit und ihr Leben riskierten, und etliche Namenlose im diplomatischen Dienst, die das unter Genscher möglich machten.

    All denen sage ich herzlichen Dank.

    Und Frau Merkel bitte ich: noch einmal über die Brücke, aber bitte in die andere Richtung gehen und dann ganz lange geradeaus.

  1. Da trägt die Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel
    wohl vermutlich den weltweit TEUERsten (Rettungs-SCHIRM).

    Aber wieso dieser mehrere Hundert Milliarden Euro Wert sein soll,
    verstehe ich nicht.

    Vermutlich habe ich kein Kunstverständnis !

  2. stolzieren sicherlich nicht über die Brücke und wer jetzt unverschämterweise die "Wiedervereinigung" feiert, hat mit den Gedanken und dem Mut vor 20 Jahren überhaupt nichts zu tun. Aber das Fell, welches andere erlegt haben, steht einem immer gut.

  3. Die DDR war damals reif wie eine Pflaume im sonnigen Oktober.

    Das alles so friedlich abging muss man auch in Nachhinein als höhere (Nicht-)Gewalt ansehen. Alle Politiker (auch Gorbi und Genschman) und Amtspersonen waren zu diesem Zeitpunkt mehr Getriebene als aktiv Handelnde.

    Die wahren Helden, waren die Leute von der Straße (das Volk), die man für den Friedensnoblepreis vogeschlagen haben sollte.

    PS: Können Sie sich Angela Merkel mit einem schnellen 10 Punkte-Programm vorstellen?

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    • CM
    • 09.11.2009 um 16:27 Uhr

    Es gibt Leute, über die im allgemeinen eher Schlechtes berichtet wird. Bei dieser Gelegenheit sollte man einigen dieser Leute einmal ein großes Lob aussprechen:

    Die DDR-Grenzsoldaten an den Übergängen, die tatsächlich die Grenze aufmachten und damit eine Eskalation verhinderten, die haben die Ruhe bewahrt, und es ist nichts passiert. Keiner hat sich ereifert und gegen seine Landsleute gestellt. Das wird leider immer übersehen.

    Denjenigen, die an diesem Abend Dienst hatten und die Grenze öffneten: herzlichen Dank!

    Achja: "Können Sie sich Angela Merkel mit einem schnellen 10 Punkte-Programm vorstellen?" Danke, aber heute ist doch noch nicht Karneval ;-)

    • CM
    • 09.11.2009 um 16:27 Uhr

    Es gibt Leute, über die im allgemeinen eher Schlechtes berichtet wird. Bei dieser Gelegenheit sollte man einigen dieser Leute einmal ein großes Lob aussprechen:

    Die DDR-Grenzsoldaten an den Übergängen, die tatsächlich die Grenze aufmachten und damit eine Eskalation verhinderten, die haben die Ruhe bewahrt, und es ist nichts passiert. Keiner hat sich ereifert und gegen seine Landsleute gestellt. Das wird leider immer übersehen.

    Denjenigen, die an diesem Abend Dienst hatten und die Grenze öffneten: herzlichen Dank!

    Achja: "Können Sie sich Angela Merkel mit einem schnellen 10 Punkte-Programm vorstellen?" Danke, aber heute ist doch noch nicht Karneval ;-)

  4. Wolf Biermann,Stephan Krawczyk und Eppelmann,neben Merkel große Wendegewinner,[...]

    [Gekuerzt, bitte bemuehen Sie sich um einen sachlichen Diskussionston. Danke. /Die Redaktion pt.]

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    [Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    [Entfernt. Bitte formulieren Sie Kritik sachlich. Vielen Dank. / Die Redaktion as]

    • CM
    • 09.11.2009 um 16:27 Uhr

    Es gibt Leute, über die im allgemeinen eher Schlechtes berichtet wird. Bei dieser Gelegenheit sollte man einigen dieser Leute einmal ein großes Lob aussprechen:

    Die DDR-Grenzsoldaten an den Übergängen, die tatsächlich die Grenze aufmachten und damit eine Eskalation verhinderten, die haben die Ruhe bewahrt, und es ist nichts passiert. Keiner hat sich ereifert und gegen seine Landsleute gestellt. Das wird leider immer übersehen.

    Denjenigen, die an diesem Abend Dienst hatten und die Grenze öffneten: herzlichen Dank!

    Achja: "Können Sie sich Angela Merkel mit einem schnellen 10 Punkte-Programm vorstellen?" Danke, aber heute ist doch noch nicht Karneval ;-)

    Antwort auf "Zeitenwende"
  5. Dazu würden noch Schnur, Böhm und Sascha Anderson, [...] passen.

    [Gekuerzt, s.o. Danke. /Die Redaktion pt.]

  6. (Bitte verzichten Sie auf Kommentare, die als geschichtsrevisionistisch verstanden werden können. Die Redaktion /ft)

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