Kabinettsklausur Schwarz-gelbe Eintracht mit kurzer Halbwertszeit
Atmosphärisch war die Kabinettsklausur ein Erfolg. Das liegt aber auch daran, dass viele Streitthemen aufgeschoben wurden.
Gemessen an den eigenen Ansprüchen darf die schwarz-gelbe Regierung nach zwei halben Tagen in der Provinz für sich in Anspruch nehmen, dass ihre Kabinettsklausur ein Erfolg war. Das Treffen im beschaulichen Brandenburger Schloss Meseberg, drei Wochen nach dem Start, sollte dazu dienen, eine kameradschaftlichen Atmosphäre in der Ministerrunde zu schaffen, sich besser kennenzulernen und das "Klima" in der Koalition zu pflegen. So hatten es Kanzlerin Angela Merkel und ihr Vize Guido Westerwelle zu Beginn verkündet. Es sollte – neben der Bereinigung von Streitpunkten und dem Erstellen der politischen Agenda für die kommenden Monate – also vor allem menscheln zwischen Schwarzen und Gelben.
Zumindest dieses Ziel scheint erreicht. Bis halb ein Uhr saßen die Minister in der Nacht im Weinkeller des Schlosses in geselliger Stimmung zusammen. Und auch in den Arbeitssitzungen soll die Stimmung gut gewesen sein. Von einer „sehr intensiven und dichten“ Tagung sprach Merkel zum Abschluss. Es sei ein „gemeinsames Verständnis“ für die anstehenden Aufgaben entstanden.
Man sollte ein gutes Arbeitsklima als Ergebnis einer solchen Kabinettsklausur nicht zu gering schätzen. Schon der Großen Koalition hat es gut getan, dass im Kabinett unter Merkels Führung trotz aller Streitigkeiten zwischen den Parteien in der Regel eine unaufgeregte, an Sachfragen orientierte Stimmung herrschte. Auch die schwarz-gelbe Koalition wird darauf angewiesen sein, dass das Kabinett sich – jenseits des Alltagshaders – als überparteiliche Einheit begreift.
Und zumindest ein sichtbares Ergebnis hat der Geist von Meseberg ja auch erbracht. Bei dem umstrittenen Thema Steuersenkungen verständigte sich die Runde nun auf eine gemeinsame Sprachregelung, die Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) in demonstrativer schwarz-gelber Eintracht schon am ersten Abend verkündeten: 2011 soll es eine weitere Entlastung für die Bürger im Umfang von 20 Milliarden Euro geben, und der bisherige progressiv-lineare Steuertarif soll in ein Stufenmodell umgewandelt werden. Es bleibt also bei dem, was im Grundsatz schon im Koalitionsvertrag vereinbart wurde, auch wenn die Einzelheiten erst im nächsten Jahr geklärt werden.
Dass nun ein vierjähriger Frieden zwischen FDP und Union ausbrechen wird, ist dennoch nicht zu erwarten.
Das liegt zum einen daran, dass der Eindruck, den ein Regierungsbündnis hinterlässt, eben nur zum Teil vom Kabinett geprägt wird. So saß CSU-Chef Horst Seehofer, der schon in der Großen Koalition häufig für Ärger sorgte, weil er unnachgiebig für bayerische Interessen focht, in Meseberg gar nicht mit an Tisch. Dasselbe gilt für die beiden Fraktionschefs Volker Kauder (CDU) und Birgit Homburger (FDP). Auch sie werden sich der Einigkeit von Meseberg nicht unter allen Umständen verpflichtet fühlen.
Nicht eingebunden waren auch die Ministerpräsidenten der Union. Noch während der Kabinettstagung übten sie via Medien heftige Kritik an FDP-Wirtschaftsminister Brüderle, der staatliche Hilfen für den angeschlagenen Autokonzern Opel als reine Ländersache bezeichnet hatte. Und in Sachen Steuerreform haben sie ebenfalls weiteren Ärger angekündigt.
- Datum 19.11.2009 - 08:42 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, 18.11.2009
- Kommentare 6
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





Dies ist im Prinzip, eine zutiefst antiautoritäre 68er Feststellung und besagt, daß wer die liberale Freiheit besitzt A zusagen auch das B sagen in Betracht ziehen sollte.
Bezogen auf die Kakofonie wollen zwar alle A sagen nur fürchten sie das B!
die überschrift sollte wohl klug und eindrucksvoll klingen.
was heißt noch mal halbwertszeit und wie kann sie begrenzt sein?
wenn der rest genauso kompetent geschrieben ist, lohnt es sich einfach nicht den artikel zu lesen.
[Anmerkung: Vielen Dank für den Hinweis, wir haben die Überschrift geändert. Die Redaktion /ft]
wie sagte Prof.Dr.Rudolf Mößbauer(Physik-Nobelpreis 1957) 1986 so schön: "..Journalistinnen und Journalisten haben von Kernphysik weniger Ahnung als ein Gymnasiast nach der ersten Klasse Physik.." und begann ab diesem Datum alle PhysikstudentInnen und LehramtsstudentInnen gnadenlos in Kernphysik zu prüfen..! Aber wie man sieht, ist er schon seit langem pensioniert..
Ich glaube, die Autorin wollte sagen "...Eintracht mit begrenzter Haltbarkeit..". Aber, dass sie einen Begriff aus der Kernphysik nahm, deutet darauf hin, dass sie eine gewisse Sprengkraft mit in die Aussage einbauen wollte. Interessant!!
Im Jahr 2005 stellte die Merkel das Programm für die Legislaturperiode unter das Motto "Mehr Freiheit wagen". Tatsächlich aber hat die Merkel in den letzten 4 Jahren u.a. dafür gesorgt, dass
- die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art unverändert fortgesetzt wurden,
- die dafür verantwortlichen Rechtsbrecher systematisch der Strafverfolgung entzogen wurden,
- mittels Vorratsdatenspeicherung sämtliche Verbindungsdaten von Internet- und Handy-Verbindungen über einen Zeitraum von 6 Monaten gespeichert werden,
- das BKA eigenmächtig - ohne Beaufsichtigung durch einen Staatsanwalt -präventive Ermittlungen ohne konkreten Tatverdacht durchführen darf,
- die Befugnisse des BKA zu Lauschangriffen auf Wohnungen nochmals deutlich ausgeweitet wurden,
- das BKA auch die Befugnis für Video-Überwachungen von Wohnungen erhalten hat,
- die Durchsuchung und Überwachung von Computern im Wege der sogenannten Online-Durchsuchung zulässig ist.
Die Merkel hat die Bürgerrechte vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt.
Die Merkel hat den Begriff "Freiheit" damit vollständig entkernt.
Nun geben wir mal der (familiär) unerfahrenen Jugend eine Chance und ausgerechnet in einem Ressort, dessen Aufgabe es ist, die kommende Generation auf neue Aufgaben vorzubereiten, so denn die Familie als Keimzelle der Gesellschaft in diesem Land überhaupt noch eine Bedeutung haben soll.
Damit meine ich nicht das Klischee Vater verdient, Mutter gebärt, Oma erzieht und Opa lässt alles durchgehen, weil er früher bei seinen eigenen Kindern so streng war.
In einer modernen Gesellschaft, in der Mann und Frau, Ledige und Familien gleich gestellt werden sollten - im Beruf und den beruflichen Perspektiven - vom Gehalt ganz zu schweigen - muss man das Familienleben von der Geburt bis zur Selbstständigkeit des Nachwuchses selbst am eigenen Leib miterlebt haben.
Mit einer so jungen Ministerin, die zwar rhetorisch schon sattelfest ist, aber von vielen täglichen Dingen im Familienleben kaum eine Ahnung hat, erwarte ich nicht viel.
Mehr hat Frau Köhler wohl nicht zu bieten:
http://www.kristina-koehl...
Eine Karrierefrau, die zwar studiert hat (Wie ich auch - plus 3 Kinder!), aber nie so richtig einen handfesten Job hatte und somit auch nicht nachvollziehen kann, wie es ist, Familie, Arbeit und Kindererziehung in Übereinstimmung zu bringen - zum Wohle der Kinder.
- Hier kann sie sich mit ihrer Chefin die Hand reichen -
Da haben die "Redenschreiber" und "Berater" ja noch eine Menge Arbeit vor sich, dass diese Frau wenigstens etwas "Durchblick" bekommt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren