Kabinettsklausur Schwarz-gelbe Eintracht mit kurzer HalbwertszeitSeite 2/2
Auch bei anderen Themen ist weiterer Streit vorprogrammiert. Das gilt vor allem für die Gesundheitspolitik. Das Kabinett beschloss hier lediglich die Einsetzung einer interministerielle Kommission, die im kommenden Jahr Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Gesundheitssystems erarbeiten soll. Der Grundsatzkonflikt darüber, welche Rolle in Zukunft einkommensunabhängige Prämien für die Versicherten spielen sollen, ist damit nur vertagt. Auch die Forderung Bayerns, bestimmte Änderungen am Gesundheitsfonds, die der CSU besonders wichtig sind, vorzuziehen, könnte schon bald für neuen Ärger sorgen.
Wie lange die finanzpolitische Eintracht hält, ist ebenfalls ungewiss. Denn nach wie vor setzt die Koalition in dieser Frage auf das Prinzip Hoffnung. Zehn Milliarden Euro fehlen der neuen Regierung wegen der zusätzlichen Ausgaben im kommenden Jahr. Diesen Betrag will die Koalition aber nicht bei den Ausgaben einsparen, sondern sie setzt auf die wieder anspringende Konjunktur, die mehr Geld in die Steuerkasse spülen soll.
Aber wenn das nicht eintritt? Dann werden die Koalitionäre die bisher vermiedene Debatte über mögliche Einsparungen, die ihnen wegen der Schuldenbremse spätestens 2011 ohnehin bevorsteht, früher führen müssen, als ihnen lieb ist. Geräuschlos dürfte das nicht möglich sein. Schäuble wird dann harte Verhandlungen mit seinen Ressortkollegen führen müssen.
Was schließlich den leidigen Streit um die Berufung der Vertriebenen-Präsidentin Erika Steinbach in den Rat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung" angeht, versichern alle Beteiligten zwar, das „werde nicht so heiß gegessen, wie es gekocht werde“. Trotzdem haben sich in dieser Frage die Fronten in Meseberg eher verhärtet. Schließlich bekräftigte Westerwelle seine Ablehnung Steinbachs, was die CSU zu der prompten Replik veranlasste, man bestehe auf deren Berufung.
Doch neben all dieser Sach- und Streitfragen ist auch nach der Klausurtagung nicht wirklich ersichtlich, von welcher Philosophie – jenseits der unmittelbaren Krisenbewältigung – sich die neue Koalition eigentlich leiten lassen will. Sicher, dem FDP-Mann Brüderle fällt die Antwort darauf nicht schwer: Von der Vision einer anderen Gesellschaft spricht er in Meseberg, in der es mehr Verantwortung und mehr Entscheidungsfreiheit für die Bürger geben soll. Merkel betonte dagegen, Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit seien der rote Faden, an dem sich das Regierungshandeln ausrichten müsse. Dazu allerdings wird mehr nötig sein als das Einsetzen einer weiteren Kommission zum demografischen Wandel.
Fraglich ist auch, ob die Kanzlerin ihre Rolle als Kabinettsmoderatorin, die sie sich zu Zeiten der Großen Koalition angeeignet hat, wird beibehalten können. Sie regiert nun schließlich nicht mehr mit einem fast gleichstarken, sondern mit zwei kleineren, teils sehr konträren Koalitionspartnern. Da könnte in den eigenen Reihen der Ruf nach Führung zunehmen. Die Chancen, dass das neue Kabinett sich noch häufiger in Meseberg einfinden wird, stehen also ziemlich gut.
- Datum 19.11.2009 - 08:42 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, 18.11.2009
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Dies ist im Prinzip, eine zutiefst antiautoritäre 68er Feststellung und besagt, daß wer die liberale Freiheit besitzt A zusagen auch das B sagen in Betracht ziehen sollte.
Bezogen auf die Kakofonie wollen zwar alle A sagen nur fürchten sie das B!
die überschrift sollte wohl klug und eindrucksvoll klingen.
was heißt noch mal halbwertszeit und wie kann sie begrenzt sein?
wenn der rest genauso kompetent geschrieben ist, lohnt es sich einfach nicht den artikel zu lesen.
[Anmerkung: Vielen Dank für den Hinweis, wir haben die Überschrift geändert. Die Redaktion /ft]
wie sagte Prof.Dr.Rudolf Mößbauer(Physik-Nobelpreis 1957) 1986 so schön: "..Journalistinnen und Journalisten haben von Kernphysik weniger Ahnung als ein Gymnasiast nach der ersten Klasse Physik.." und begann ab diesem Datum alle PhysikstudentInnen und LehramtsstudentInnen gnadenlos in Kernphysik zu prüfen..! Aber wie man sieht, ist er schon seit langem pensioniert..
Ich glaube, die Autorin wollte sagen "...Eintracht mit begrenzter Haltbarkeit..". Aber, dass sie einen Begriff aus der Kernphysik nahm, deutet darauf hin, dass sie eine gewisse Sprengkraft mit in die Aussage einbauen wollte. Interessant!!
Im Jahr 2005 stellte die Merkel das Programm für die Legislaturperiode unter das Motto "Mehr Freiheit wagen". Tatsächlich aber hat die Merkel in den letzten 4 Jahren u.a. dafür gesorgt, dass
- die Bürgerrechtsverletzungen schwerster Art unverändert fortgesetzt wurden,
- die dafür verantwortlichen Rechtsbrecher systematisch der Strafverfolgung entzogen wurden,
- mittels Vorratsdatenspeicherung sämtliche Verbindungsdaten von Internet- und Handy-Verbindungen über einen Zeitraum von 6 Monaten gespeichert werden,
- das BKA eigenmächtig - ohne Beaufsichtigung durch einen Staatsanwalt -präventive Ermittlungen ohne konkreten Tatverdacht durchführen darf,
- die Befugnisse des BKA zu Lauschangriffen auf Wohnungen nochmals deutlich ausgeweitet wurden,
- das BKA auch die Befugnis für Video-Überwachungen von Wohnungen erhalten hat,
- die Durchsuchung und Überwachung von Computern im Wege der sogenannten Online-Durchsuchung zulässig ist.
Die Merkel hat die Bürgerrechte vollständig ausgehöhlt und die letzten Restbestände der Verfassung faktisch außer Kraft gesetzt.
Die Merkel hat den Begriff "Freiheit" damit vollständig entkernt.
Nun geben wir mal der (familiär) unerfahrenen Jugend eine Chance und ausgerechnet in einem Ressort, dessen Aufgabe es ist, die kommende Generation auf neue Aufgaben vorzubereiten, so denn die Familie als Keimzelle der Gesellschaft in diesem Land überhaupt noch eine Bedeutung haben soll.
Damit meine ich nicht das Klischee Vater verdient, Mutter gebärt, Oma erzieht und Opa lässt alles durchgehen, weil er früher bei seinen eigenen Kindern so streng war.
In einer modernen Gesellschaft, in der Mann und Frau, Ledige und Familien gleich gestellt werden sollten - im Beruf und den beruflichen Perspektiven - vom Gehalt ganz zu schweigen - muss man das Familienleben von der Geburt bis zur Selbstständigkeit des Nachwuchses selbst am eigenen Leib miterlebt haben.
Mit einer so jungen Ministerin, die zwar rhetorisch schon sattelfest ist, aber von vielen täglichen Dingen im Familienleben kaum eine Ahnung hat, erwarte ich nicht viel.
Mehr hat Frau Köhler wohl nicht zu bieten:
http://www.kristina-koehl...
Eine Karrierefrau, die zwar studiert hat (Wie ich auch - plus 3 Kinder!), aber nie so richtig einen handfesten Job hatte und somit auch nicht nachvollziehen kann, wie es ist, Familie, Arbeit und Kindererziehung in Übereinstimmung zu bringen - zum Wohle der Kinder.
- Hier kann sie sich mit ihrer Chefin die Hand reichen -
Da haben die "Redenschreiber" und "Berater" ja noch eine Menge Arbeit vor sich, dass diese Frau wenigstens etwas "Durchblick" bekommt.
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