Kabinettsklausur Schwarz-gelbe Klimapflege
Nach ihrem holprigen Start demonstriert die schwarz-gelbe Koalition nach Kräften Harmonie. In der Steuerpolitik einigte man sich auf eine gemeinsame Lesart des Koalitionsvertrags.
© Wolfgang Kumm/dpa

Eintracht auf der Schlosstreppe: das schwarz-gelbe Kabinett beim Gruppenfoto zu Beginn der Klausur
Als am Vormittag ab elf Uhr vor dem weißen Barockschloss in dem winzigen Örtchen Meseberg, etwa eine Autostunde nördlich von Berlin, die ersten Limousinen vorfahren, da lässt sich gut beobachten, wie ungewohnt manch einem Mitglied der schwarz-gelben Regierung die neue Wichtigkeit noch ist. Einer der Ersten, der vor dem großen schmiedeeisernen Tor aus seinem Wagen steigt, ist der CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer. „Guten Morgen, Herr Minister“, schallt es ihm entgegen. Ramsauer stutzt kurz. „An den Minister hab ich mich noch gar nicht recht gewöhnt“, erwidert der selbstbewusste Bayer gespielt bescheiden.
Auch wenn viel Koketterie dabei sein mag – Ramsauer ist an diesem verhangenen Herbsttag, an dem die neue Ministerrunde zu ihrer ersten Klausur zusammenkommt, durchaus nicht der Einzige, der gelegentlich noch aus der Rolle fällt. „Huhu“ jubelt die neue und schon einmal amtierende FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger den wartenden Journalisten zu.
Und selbst Außenminister Guido Westerwelle ist eine Spur zu gut gelaunt, um ganz routiniert zu wirken. „Ist schon beeindruckend, oder“, sagt er mit weit ausholender Geste, während er über den holprigen Schlosshof schreitet. Dabei wird nicht ganz deutlich, ob seine Bewunderung nun der Anzahl der wartenden Kameras, der Giebelfassade des Schlosses oder den am Himmel entlang ziehenden Wildgänsen gilt. Dass es seine Partei war, die zu Oppositionszeiten die Klausurtagungen der früheren Regierungen in vornehmer Abgeschiedenheit stets als kostspielige Landpartie verspottet hatte, ist dagegen längst vergessen.
Für zwei halbe Tage hat sich das neue Kabinett in die brandenburgische Einsamkeit zurückgezogen – zu einer Art Selbstfindungsseminar, zwei Wochen nach seinem Amtsantritt und nach den ziemlich holprigen Koalitionsverhandlungen zuvor. Hier, wo man sich auch abends nicht ausweichen kann, wo man im niedrigen Gästehaus neben dem Schloss eine Nacht Tür an Tür verbringen wird und wo ein weitläufiger Park mit See zum Spazieren einlädt, soll aus einer Reihe einander nur mehr oder weniger gut bekannter Politiker ein Team werden. Und aus einem sich zuletzt öffentlich häufig zankenden Koalitionshaufen eine geschlossene Gemeinschaft.
„Wir wollen uns näher kennenlernen und eine gute kameradschaftliche Atmosphäre schaffen, in der wir Probleme vertrauensvoll lösen können“, benennt denn auch Kanzlerin Angela Merkel das wesentliche Ziel der Tagung, nachdem zum Auftakt zunächst das obligatorische Gruppenfoto auf der rückwärtigen Freitreppe des Schlosses geschossen wurde.
„Ein gutes Betriebsklima und einen kurzen Draht zueinander“, erhofft sich auch Westerwelle. Und lobt, damit erst gar keine Zweifel aufkommen, schon mal im Voraus den „großen atmosphärischen Unterschied zu früheren Zeiten“ – damit auch dem Letzten klar wird, dass nach der Zwangsregierungsmannschaft der Großen Koalition hier nun Wunsch-Regierungspartner zusammenrücken.
Der Teamwerdungsprozess, der in Meseberg erreicht werden soll, ist allerdings auch bitter nötig. Denn die ersten Wochen der neuen Regierung waren vor allem von Differenzen geprägt. Der hastig ausgehandelte Koalitionsvertrag hatte zahlreiche Interpretationsmöglichkeiten offen gelassen. Und von diesen hatten die Kabinettsmitglieder reichlich Gebrauch gemacht. Ob man nun eine große oder eine kleine Steuerreform, eine radikale oder keine Gesundheitsreform vereinbart hatte, dies alles hatte bereits nach wenigen Tagen zu heftigen Streitigkeiten zwischen den angeblichen Wunschpartnern geführt. Weitere, kleinere Konflikte etwa um die Einführung eines Betreuungsgeldes kamen hinzu.
- Datum 18.11.2009 - 18:18 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Als Bildunterschrift schlage ich vor:
Grüße con Schloß M(i)eseberg!
für einen Westerwelle-thread. Die ehemalige 18% Spass-Partei aus dem Guido-Mobil, welche zeitweilig in Hamburg sogar mit Schill koalierte (hatte ich glatt übersehen). Darf so jemand deutscher Aussenminister werden? War nur ne Frage ...
Zur Einstimmung aus der Geschichte der FDP _ Projekt 18
auf
www.udo-leuschner.de
http://www.udo-leuschner....
eigentlich nicht. aber wer so dumm ist die SPD derart abzustrafen ist selber schuld.
eigentlich nicht. aber wer so dumm ist die SPD derart abzustrafen ist selber schuld.
eigentlich nicht. aber wer so dumm ist die SPD derart abzustrafen ist selber schuld.
ja wenn auch mit Überwindung, gewählt - denn die werden wir nochmal brauchen.
Die blau-gelbe Chaostruppe dagegen dient eigentlich hauptsächlich der Volksbelustigung.
ja wenn auch mit Überwindung, gewählt - denn die werden wir nochmal brauchen.
Die blau-gelbe Chaostruppe dagegen dient eigentlich hauptsächlich der Volksbelustigung.
ja wenn auch mit Überwindung, gewählt - denn die werden wir nochmal brauchen.
Die blau-gelbe Chaostruppe dagegen dient eigentlich hauptsächlich der Volksbelustigung.
Die neugewählte Regierung macht eine Tagung.
Ich finde das durchaus angebracht.
Daß die sich durch das Ergebnis der Bundestagswahl ergebende Parteienkoalition einigen Abstimmungsbedarf hat finde ich überaus erklärlich.
Man sollte, für eine weiterführende Diskussion vielleicht zunächst einmal doch die Ergebnisse dieser Tagung abwarten.
mfG Felefon
wird nicht nur durch das Stat. Bundesamt mit seiner Feststellung, dass sich per 2007 mehr als 85% aller Privatvermögen* im Besitz von weniger als 15% aller Privathaushalte* (*in Deutschland) befinden, dokumentiert.
Das ganze findet auch seinen Widerschein in der immer extremistischeren Verbalrenaissance, die immer radikaler von "der Hauptstadt" schwadroniert. Wenn wir die o.g. Tatsache des deutschen Besitzfeudalismus dann auch noch mit dem DIW-Gutachten über die Folgen und Konzequenzen des deutschen Besitzpoligopols (früher wurde das "Plutokratie" genannte - darf aber wegen des Missbrauchs durch die Nazis so nicht mehr genannt werden), liest, dann vergeht jedem auch nur halbwegs zivilisierten, kultivierten und demokratischen Mitmenschen die gute Laune.
Diese Kapitalkonzentration ist eine der Kernursachen für die simple Unmöglichkeit (qua Zirkulationsbeschädigung des Geldumlaufes in unserer Wirtschaft), in Deutschland jemals wieder eine "konjunkturelle Belebung" und einen wirtschaftliche Neuanfang zustande zu bringen.
Wir stürzen unser Land und unsere ganze Gesellschaft in den Untergang, der schon immer am Ende solcher degenerativer und manierierter Konzentrationsexzesse stand. Wer in seinem Geschichtsunterricht nicht gepennt hat und die gesellschaftspolitischen Texte von Friedrich II bewusst und in Ruhe gelesen hat, der wird das nachvollziehen können.
Dieses Kabinett in Meseberg ist ein schlimmes Omen.
"Deutschland, wir weben dein Leichentuch.......
Westerwelle zum Vizekanzler und Schäuble zum Finanzminister macht,dem ist leider kaum noch zu helfen.
... wurde aufgrund des Wahlergebnisses zum Vizekanzler! Schon vergessen? Das mag uns gefallen oder nicht, aber so funktioniert nun mal Demokratie!
Und Schäuble war für diese Position die beste denkbare Lösung - und das nicht nur mangels Alternativen!
... wurde aufgrund des Wahlergebnisses zum Vizekanzler! Schon vergessen? Das mag uns gefallen oder nicht, aber so funktioniert nun mal Demokratie!
Und Schäuble war für diese Position die beste denkbare Lösung - und das nicht nur mangels Alternativen!
Wenn man sich unsere neue Regierung anschaut, entsteht Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Bürger in Deutschland endlich aufwachen und die Unzufriedenen wieder wählen gehen, denn...
Wenn man sich unsere neue Regierung anschaut fragt man sich, bedarf es eigentlich irgendeiner Qualifikation, um ein Fachministerium und die Geschicke unseres Landes zu leiten?
Wenn man diese Regierung anschaut, fragt man sich, besteht überhaupt die öffentliche Bereitschaft in diesem Lande, aus Fehlern zu lernen? Warum ist die Regierung bereit, einen Haushalt auf Grundlage einer Wette auf Wachstum aufzustellen?
Wenn man diese Regierung anschaut fragt man sich, glaubt wirklich irgendjemand in diesem Lande, was diese Politiker verlauten lassen und glaubt ein Herr Westerwille wirklich selbst, was er sagt? Sicherlich wiederholt er seine Wahlkampfaussagen auch jetzt noch so oft, um sich selbst einzureden, dass die Regierung auf dem richtigen Weg ist.
Wiederum, sagt in dieser Regierung überhaupt irgendetwas konkretes?
Sieht eigentlich keiner, dass die neue Regierung trotz ihrer z.T. sehr jungen Minister überholte Konzepte propagiert?
Sieht eigentlich keiner, dass die Pläne der Regierung dazu führen, das letzte Quentchen Solidarität in unserer Gesellschaft auch noch zu untergraben?
Ich denke wir brauchen diese Regierung, damit wir endlich kapieren, dass wir neue Wege gehen, aber uns dabei auf alte Werte besinnen müssen!
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