Nach GM-Absage Opel-Gipfel am Abend in Berlin
Während die Opelaner gegen befürchtete Einschnitte protestieren, versucht die Politik bei einem Spitzentreffen, Klarheit über die Situation zu bekommen.
Die Bundesregierung und die Ministerpräsidenten der vier Bundesländer mit Opel-Standorten trafen sich am Donnerstagabend in Berlin, um über das weitere Vorgehen zu beraten. An dem Opel-Gipfel am Vorabend der nächsten Bundesratssitzung nehmen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) sowie aus den Ländern Roland Koch (CDU/Hessen), Jürgen Rüttgers (CDU/Nordrhein-Westfalen), Christine Lieberknecht (CDU/Thüringen) und Kurt Beck (SPD/Rheinland-Pfalz) teil.
Mehrere Tausend Opel-Beschäftigte haben am Donnerstag an allen vier deutschen Standorten ihrem Unmut wegen befürchteter Massenentlassungen Luft gemacht. Der ungeliebte US-Konzern General Motors drohte der Belegschaft schon offen mit Insolvenz, sollten die Betriebsräte nicht zu Zugeständnissen bereit sein. Zudem ist sich GM der Staatshilfen aus Deutschland und den anderen europäischen Opel-Ländern sicher: "Wenn sie den Magna-Plan mögen, mögen sie auch den GM-Plan", sagte Vize-Präsident John Smith.
Verhandlungen mit GM werden vorbereitet
Politik und Arbeitnehmervertreter bereiten sich bereits auf Verhandlungen mit GM vor: Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte GM auf, unverzüglich ein Konzept vorzulegen. "Wir erwarten jetzt einen Plan, wie Opel wieder fit und flott gemacht werden kann", sagte er im ZDF. "Wir erwarten von Opel und von GM, dass die Arbeitsplätze in Deutschland gehalten werden." Erst wenn dieser Plan vorliege, könne man darüber reden, welche staatlichen Hilfen möglich seien. "Die Amerikaner dürfen nicht glauben, dass sie Deutschland in irgendeiner Form erpressen können."
Opel-Betriebsratschef Klaus Franz forderte vor knapp 10.000 Beschäftigten am Stammwerk des Autobauers in Rüsselsheim mehr Eigenständigkeit für den Autobauer unter dem Dach von GM. "Die Adam Opel GmbH muss in eine deutsche Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Wir wollen kein Anhängsel sein, das von Detroit aus durchregiert wird", sagte Franz. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter werfen den GM-Managern seit Längerem vor, Opel durch Arroganz gegenüber den Interessen europäischer Kunden und eine falsche Modellpolitik in die Krise geführt zu haben.
Bei den Protesten äußerten die Beschäftigten ihre Wut über den gescheiterten Verkauf an Magna. Sie befürchten Werkschließungen und massive Stellenstreichungen. In Eisenach gingen rund 500 Menschen auf die Straße, in Kaiserslautern waren es mehrere Tausend Beschäftigte. In Deutschland arbeiten mehr als 25.000 Menschen für Opel.
Nach Smiths Darstellung ist die Sorge über Massenentlassungen unbegründet. GM wolle rund 10.000 der insgesamt gut 50.000 Opel-Arbeitsplätze in Europa streichen. Das wären in etwa genauso viele wie von Magna vorgesehen. Dies sei nötig, um die Kosten um 30 Prozent zu senken und Opel zu einem profitablen Unternehmen zu machen.
- Datum 05.11.2009 - 19:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
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...als die Entscheidung GMs. In ihnen sieht man ein normales Reaktionsmuster der Kultur. Aussenfeind definieren, Volk Aufhetzen, Schulterschluß. Dieses Verhaltensmuster beobachtete man in den letzten Dekaden immer und immer wieder.
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