Linkspartei-Chef Lafontaine Das Geheimnis des Oskar L.Seite 3/3
Das einzige Interview nach seinem Verzicht auf den Fraktionsvorsitz gab er vor dem SPD-Parteitag. "Wie würden Sie denn heute die SPD erneuern?", fragte die Radiomoderatorin. Lafontaine: "Ich würde auf unsere Wähler und auf unsere Mitglieder hören. Hätte die SPD diesen Satz in den letzten Jahren befolgt, wäre ihr vieles erspart geblieben." Nur: Die SPD mag nicht auf ihn hören. Alle Linken-Fraktionschefs aus den Ländern hatte sie nach Dresden eingeladen, nur nicht den aus dem Saarland, nicht Lafontaine.
"Hängen tu’ ich an der SPD", das hat Lafontaine 2007 gesagt, als sich WASG und PDS gerade zur Linkspartei vereinigten. Immer wieder musste er erleben, dass er von seinen neuen Parteifreunden heftig befehdet wurde: wegen seines autoritären Führungsstils und seinem Hang zum Populismus.
Hinter vorgehaltener Hand reden Spitzenleute schon seit längerem darüber, dass der Saarländer noch gebraucht werde, aber sie reden auch über die Zeit, "in der er nicht mehr nutzt". Doch der Gedanke, die Partei müsse schon bald ohne Lafontaine klar kommen, besorgt viele. "Wir wissen, was wir an Lafontaine haben. Gerade in solchen Momenten merkt man das besonders", sagt Stefan Liebich, Sprecher der Reformer.
Lafontaine ist das Aushängeschild der Partei im Westen, ohne ihn hätte die PDS dort niemals Fuß gefasst. "Aktuell gibt es im Westen niemanden, der sich die großen Schuhe anziehen kann", sagt der saarländische Linke Volker Schneider. Gregor Gysi, Linken-Frontmann aus dem Osten, erinnerte Lafontaine Anfang Oktober bei der Klausurtagung der Fraktion in Rheinsberg, noch die Vereinigung der Partei hinzubekommen. "Wenn wir beide das schaffen, dann kann die nächste Generation ran." Wenn Lafontaine noch bleiben will, wird ihn keiner hindern. Schon jetzt lassen ihn seine Abgeordnetenkollegen im Bundestag in der ersten Reihe sitzen. Dabei ist er dort formal gar nicht mehr der Chef.
(Erschienen im Tagesspiegel)
- Datum 18.11.2009 - 18:57 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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kommen jetzt also schon die nachrufe, oder wie?
ich glaube nichts juckt die journaille mehr als die tatsache, dass eine sicher geglaubte story nun leider doch keine story ist. krebsdiagnose statt schlüpfriger altherrenschmonzette,
was soll man denn nun machen? ah, ich weiß: so tun, als scharrte schon die zweite reihe mit den hufen. bringt ein bisschen unruhe in den haufen und verunsichert das stimmvieh.
beinahe körperlich spüren - endlich ist er weg.
Widerwärtig.
beinahe körperlich spüren - endlich ist er weg.
Widerwärtig.
die ja nicht nur die in die organisierte Kriminalität der Investitionsbanking- und Finanzanlagenbetrugswirtschaft geführt hat, zeigt uns allen ja auch am Beispiel des in seiner pathologischen Angst gefangenen Selbstmörders Enke ihr wahres Gesicht.
Nein, der Respekt vor dem Menschen zählt nicht zum Bestandteil dieser geistig-moralischen Wende. Der Menschen ist heute in unserer real-existierenden Besitzbürgerfeudalgesellschaft längst schon zu einem Objekt verkommen, über welches verfügt wird.
Das heutige Niveau der geistig-emphatischen Kompetenz unserer Führungs-, Lenkungs- und Leistungseliten unterscheidet sich längst nicht mehr von jenem, über welches die Wachmanschaften der nazistischen Vernichtungslager und der stalinistischen Gulags verfügten.
Wer sich ein Bild von diesem Menschentypus machen will, der kann bei Heine nachlesen oder er liest gleich das Epistel über die Menschlichkeit von Friedrich II. Diese enthalten in hinreichenden Mengen die Urteile, welche über unseren heutigen Eliten und Exzellenzen den Stab b
Ich kann Herrn Lafontaine nicht leiden und halte seine politische Ausrichtung für verzichtbar, aber ich meine, die Medien sollten sich jeder Spekulation über seine Krankheit enthalten. Und dazu gehören auch Spekulationen, ob und wann Lafontaine sich aus dem politischen Leben zurückziehen wird. Das ist seine Sache und allenfalls noch die seines Parteivorstandes.
Dann einfach mal die Klappe halten!
Was für ein Artikel...
Da werden in der Unterüberschrift (interessante)Fragen aufgeworfen die nicht wirklich auch nur ansatzweise beantwortet werden. Stattdessen versucht man krampfhaft und inhaltsleer das Thema zu besetzen.
Da werden unterschiedliche üble und nicht belegte Diffamierungen (immer wieder)wiederholt und man kommentiert plötzlich, dass Lafontaine, den man jahrelang als einen bezeichnet hat der vor der Verantwortung geflüchtet sei, jetzt schon immer ein standhaftes Stehaufmännchen gewesen sei, den doch eine Krebsdiagnose nicht wirklich erschüttert!!!
Wo der doch auch das Attentat auf ihn völlig unberührt weggesteckt hat(Das Gegenteil davon ist wahr und wurde von Lafontaine selbst mehrfach öffentlich so gesagt.Eine der wenigen "persönlichen" Äusserungen von ihm).
Der Verfall der Sitten und der Moral der von Journalisten (leider oft zurecht) in Bezug auf Politiker/innen beklagt wird, er trifft längst die schreibende Klasse immer häufiger selbst.
Wie wäre es angesichts der haltlosen Anschuldigungen der letzten Wochen mal zur Abwechslung mit Selbstkritik oder einem Bedauern?
Man muss Lafontaine nicht mögen und man kann sich wirklich in der Sache hart mit ihm (und auch seinen Methoden) auseinander setzen, aber wieso wird die Auseinandersetzung mit ihm seit Jahren immer auf die persönliche Ebene verlagert?
Das ist, mit Verlaub, Boulevard-Journalismus mit "Zeit"gemässem Anstrich.
Schade um die verpasste Gelegenheit und alles Gute für ihre Operation Herr Lafontaine.
beinahe körperlich spüren - endlich ist er weg.
Widerwärtig.
gute Genesung. Wir Minderleister brauchen den Oskar in der Politik. Wie sehr wir ihn benötigen, zeigen uns die Reaktionen der Medien auf seine Erkrankung.
"Kein Wort zu dem rot-rot-grünen Regierungsbündnis, das er so gern gebildet hätte. Fast krampfhaft wirkt es, wie sich Lafontaine an die Sachthemen klammert." Jetzt wirkt es schon krampfhaft, wenn ein Politiker sich zukunfts- und problemorientiert mit Sachfragen auseinandersetzt, statt in der Vergangenheit zu leben und Koalitionskindergarten zu spielen, obwohl dieser Kuchen längst gegessen ist? Wie Politikverdrossen müssen Autoren sein, die sich nicht entblöden, derart mißmutig auf einen "Mangel" an eitel-persönlichem Abrechnungsgezänk zu reagieren? Was interessiert mich, wenn ich den Politikteil einer Zeitung lese, der persönliche Umgang mit der Krankheit? Und was heißt da "Geheimnis"? Kein Geheimnis ist doch, dass ärztliche Prognosen frühestens dann gestellt werden können, wenn zumindest die erste Erholungsphase nach einer der Operation abgeschlossen ist, also die Nachbehandlung als solche begonnen hat. So hat sich Lafontaine dann ja erwartungsgemäß auch geäußert, dass er er Anfang 2010 eine dementsprechende Entscheidung treffen wird. Der Rest ist Privatsache, und jede Spekulation darüber nichts weiter als inhaltsloses journalistisches Gekreisch bar jeder relevanten Information. Das (Gerüchte, Gerüchte, Gerüchte) kann ja - im Arztwartezimmer - auch mal ganz nett sein, gehört aber eher in die BUNTE als in den Politikteil einer Zeitung mit Anspruch.
Wie Pietätlos manche Schreiberlinge und MÖchtegerne hier oberflächlich recherchieren, wenn man das so noch nennen kann. Ich kann das nicht mehr hören. Hat schon mal einer von DENEN solch eine Krankheit gehabt, können die darüber berichten, nein? Dann sollten sie es besser vorziehen den Mund zu halten. Herrn Lafontaine kenne ich nur als sehr korrekten Menschen, der zwar bedingt durch seinen Beruf, oder sollte ich hier eher von Berufung sprechen sehr in der Öffentlichkeit steht, aber in Anbetracht der Tatsache, sollte man sich auf ein Mindestmass jeglicher Debattiererei beschränken und ihm seine Privatsphäre lassen. Denn er braucht alles andere jetzt dringender , als dieses rumunken in den öffentlichen Medien . Ich wünsche ihm von dieser Stelle alles Gute u. gute Besserung.
Wie Pietätlos manche Schreiberlinge und MÖchtegerne hier oberflächlich recherchieren, wenn man das so noch nennen kann. Ich kann das nicht mehr hören. Hat schon mal einer von DENEN solch eine Krankheit gehabt, können die darüber berichten, nein? Dann sollten sie es besser vorziehen den Mund zu halten. Herrn Lafontaine kenne ich nur als sehr korrekten Menschen, der zwar bedingt durch seinen Beruf, oder sollte ich hier eher von Berufung sprechen sehr in der Öffentlichkeit steht, aber in Anbetracht der Tatsache, sollte man sich auf ein Mindestmass jeglicher Debattiererei beschränken und ihm seine Privatsphäre lassen. Denn er braucht alles andere jetzt dringender , als dieses rumunken in den öffentlichen Medien . Ich wünsche ihm von dieser Stelle alles Gute u. gute Besserung.
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