Jahr des Mauerfalls
Platzeck plädiert für Versöhnung mit SED-Erben
Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck wirbt in einem Beitrag für den “Spiegel“ für mehr Integration und Versöhnung von Ost und West – gesellschaftlich sowie politisch.
© Philipp Guelland/ddp

Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck fordert Barrieren zwischen Ost und West abzubauen
Angesichts der Gedenkfeiern zum Fall der Berliner Mauer hat Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) eine Versöhnung mit den Erben der SED gefordert. Auch nach 20 Jahren ziehe sich "noch immer – und sogar wieder zunehmend – quer durch die ostdeutsche Gesellschaft ein ungesunder Riss", schreibt der Regierungschef in einem Beitrag für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. "Barrieren wurden wieder aufgerichtet, Spaltungen haben sich verfestigt."
"Zwei Jahrzehnte nach dem revolutionären Umbruch in der DDR müssen wir in Deutschland endlich anfangen, es mit dem überfälligen Prozess der Versöhnung wirklich ernst zu meinen", schrieb Platzeck. Im Verhältnis zur Linkspartei als Nachfolgeorganisation der SED gehe es "immer auch um die Last der Geschichte". "Diese Macht der Vergangenheit ist gut erklärlich, aber sie tut Ostdeutschland nicht gut, und sie tut der politischen Kultur in unserer seit 1990 vereinigten Republik nicht gut."
Platzeck hatte nach der Landtagswahl vom 27. September die seit zehn Jahren bestehende Koalition mit der CDU beendet und sich für ein rot-rotes Regierungsbündnis mit der Linken entschieden. "Ob wir die richtigen Lehren aus der Geschichte ziehen, erweist sich weniger in ritualisierter Vergangenheitsbewältigung als in unserer Bereitschaft zu tätigem Neubeginn", heißt es in dem Essay. "Wer sich dazu bereitfindet, muss Demokraten willkommen sein."
In diesem Zusammenhang lobte Platzeck versöhnliche Gesten des früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher gegenüber der Waffen-SS als Beispiel für gelungene Integration. Schumacher, der fast zehn Jahre lang KZ-Häftling war, habe 1951 einen versöhnlichen Umgang mit den überlebenden Mitgliedern der Waffen-SS als "menschliche und staatsbürgerliche Notwendigkeit" bezeichnet. Der seit 1990 vereinigten Bundesrepublik sei im Vergleich zum Westdeutschland der Nachkriegszeit "zwar eine bemerkenswerte, richtige und bessere Aufarbeitungsleistung gelungen, eine vergleichbare Integrationsleistung jedoch nicht", stellt Platzeck fest.
- Datum 1.11.2009 - 14:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Naja, viele sind halt von berufswegen integriert, so sie eben nicht in der Politik tätig sind bzw. waren. Es geht hier ja einzig und allein um die politische Integration, um die Integration der politisch Verantwortlichen und um deren Bekenntnisse zur Zukunft - aber auch zur Vergangenheit. Es wird seinerzeit ja wohl auch ein Herr Schumacher kein Waffen-SS-Mitglied integriert haben wollen, welches sich geistig nicht von der NS-Zeit distanziert hatte, die sog. Neonazis, wenn man so will: Soll man auch diese integrieren?!?
Auch ich sehe in der Linken heute aber mehr konstruktive Leute, Leute auch, die über die eigenen negativen Seiten wissen. Nur sollte man von denen nicht mehr verlangen, als man von allen anderen auch verlangt. Die politischen Parteien sind jeweils Interessenträger und nicht mit dem Jüngsten Gericht des allwissenden Gottes vergleichbar. Nur wenn alle gleichermaßen all ihre Schwachpunkte aufarbeiten und offen damit umgehen, kann und sollte man dies auch von den alten SEDlern in der neuen Linken verlangen.
Die Linke bzw die DDR mit Nazideutschen und Nazideutshcland indirekt zu vergleichen ist unglaublich borniert und verharmlost die Verrbechen der Nazis zutiefst!
Zudem ist es falsch die Linke ausschließlich als SED-Erben zu begreifen, schon alleind eswegen, weil sie mit einer Westdeutschen Partei vershcmpölzen ist, die rein garnichts mit der DDR am hut haben.
Zu guter letzte: Die Linke scheint meiner Meinung nach sehr viel Aufarbeitung zu betreiben,w as man von den Blockparteien, die der Mauer seiner Zeit zugestimmt haben, nicht behaupten kann!
verzeihlich, da wird er dennoch immer und immer wieder als großer Staatsmann geehrt und bezeichnet. Das gleiche von einem Alt-SEDler und einem jetzigem Linken - und er muss, so viele unsere lieben altbundesrepublikanischen Pseudosaubermänner, in die ewige politische Verdammnis.
vergleichen ist ungehörig!
Ohne Kohls Verfehlungen zu verniedlichen, aber er steht nicht für ein System, das eigene Bürger bespitzelt hat; Bürger, welche abweichende Meinungen äußerten, inhaftiert hat und mit Selbstschußanlagen, Minen und Kalashnikow die Uneinsichtigen an der Republikflucht gehindert hat.
Und wer in Nachhinein die DDR verharmlost oder sich nicht eindeutig von deren System distanziert, gehört von Demokraten geächtet.
und davon kann bei den SED-Erben und heuten LINKSPARTEI-Politiker ja nicht einmal im Ansatz die Rede sein. Die DDR wird verharmlost und verklärt und der Westen in einer Art und Weise verketztert, wie es selbst zu Zeiten des Kalten Krieges nicht schlimmer war.
Wieviele von denen, deren Gebrüll "Kommt die D-Mark, dann bleiben wir..." ich noch im Ohr habe, wettern heute gegen die pösen "Neoliberalen" !??
Die "Aufarbeitungsleistung" (Platzeck) nach dem Ende der SED-Diktatur ist genauso jämmerlich gescheitert wie 1945 nach dem Ende der Nazi-Herrschaft. Schlimmer noch: aus der Tatsache, dass nach 1945 skandalöserweise vieles verharmlost wurde und vieles unbestraft blieb, folgern einige ganz schlaue LINKE heute messerscharf, dass man es doch jetzt genauso machen müsse mit dem Erbe des DDR-Unrechtes.
Herr Platzeck sichert sich mit seiner Politik einen peinlichen Platz in der deutschen Geschichte!
so steht es immerhin schon in der Bibel. Im Kampf um die Zukunft kann man sich nicht versöhnen, so ist das zu deuten und so leuchtet das einem jeden ja doch auch ein! Gerade CDU-Mitglieder scheinen dies nicht zu bedenken. Ein weiterer Hinweis dafür, wie weit man sich vom christlichen Glauben entfernt hat...
Nicht der politische Gegner kann doch als Richter fungieren, es kann dies nur das ("göttliche") Weltgewissen sein, welches sich uns erst in unserem Untergang offenbart. Dann, aber erst dann, sind - auch - die alten (und neuen) Kommunisten vollauf mit dran: Sollte es schon soweit sein...?
Also si elügen ja wie Gedruckt! Die Linke besteht zur Hälfte aus Westdeutschen. Die Linke hat mehr Aufarbeitung betrieben als jede andere Partei. Und NATÜRLICH wirft die Linke nicht all ihre linken Ideale über Bord. Sonst wär sie ja wohl nicht links oder? Ihnend eswegen vorzuwerfen ihre Aufarbeitung sei gescheitert ist doch hyterisches geschwafel konservativer CDUler
Herr Platzeck schreibt: „zwei Jahrzehnte nach….. müssen wir…“ Wieso müssen wir? Nur, weil er meint, er muss, heißt das noch lange nicht, dass alle anderen müssen.
Die Macht der Vergangenheit – Gottseidank gibt es die! Wir müssen uns heute noch, nach 60 Jahren, mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen und Herr Platzeck meint, die kommunistische Diktatur sei schon nach 20 Jahren besprochen und abgehandelt?
Das ist ein Schlag in die Gesichter all derjenigen, die mit einer friedlichen Revolution dazu beigetragen haben, dass auch Herr Platzeck in Freiheit leben darf!
Diese Menschen müssen nun mitansehen, wie ehem. Funktionäre und IMs, die sie drangsaliert und schikaniert haben, wieder das Sagen haben!
Was heißt „ritualisierte Vergangenheitsbewältigung“? Warum verlangt er nicht von seinem Koalitionspartner, dass alle ehem. SEDler sich offiziell bei denen entschuldigen, die unter ihnen gelitten haben? Dass sie anbieten, ihre Schuld so gut es heute noch geht, zu mildern? Sie sollten auf die Opfer zugehen, um einen Täter/Opfer-Ausgleich zu schaffen.
Herr Platzeck hat im Vergleich mit Kurt Schumacher vergessen zu erwähnen, dass die Deutschen als Ganzes von den Allierten „auf den rechten Weg“ gebracht wurden. In der DDR haben die Menschen, die Bevölkerung, sich selbst befreit. Sie haben ein Anrecht darauf, dass zwischen Täter und Opfer unterschieden wird und nur die Opfer haben das Recht, Vergangenheit Vergangenheit sein zu lassen und ihren Tätern zu vergeben.
möchte ich hier nochmals zu bedenken geben. Die Aufarbeitungsleistung ist m.E.(!) doch ausreichend groß - wer will, kann sich hier alles, oder fast alles, erkennen. Viele wollen das nicht, das war auch nach der NS-Zeit so und ist auch bei den Skandalen der Westeuropäer so. Was wurde da nicht alles getrickst und verharmlost und vergessen, im Demokratiebetrieb (am schönsten sieht man dies derzeit ja wohl noch in Italien). Nochmal: Herr Kohl wird heute noch groß geehrt und gelobt, weil er im Großen etwas Gutes und Richtiges getan hat, im Kleinen aber hat er eben gemogelt und nicht alles offengelegt. Ähnliches nehmen die bzw. manche Alt-SEDler bzw. die Linken heute eben für sich in Anspruch, ja, die geben auch nur das zu, was sie zugeben müssen - wie alle anderen eben auch.... Sie, oder manche von denen, haben etwas Großes gut machen wollen, und dafür im kleinen sich verschuldet.
Nun hat sich herausgestellt, ist offensichtlich geworden, dass diese sozialistische Große so etwas Großes nun doch nicht war, was sehr offen und oft diskutiert wird. Deshalb sind sie ja nun aber nicht mehr an der Macht und auch nur noch ein kleines Häuflein!
Ich denke hier mal an den Zeit-Beitrag "Berliner Filz". Da hat sich ein Ost-CDUler sehr schäbig benommen, im Verbund mit vielen Westdeutschen Geschäftemachern. Die CDU, die heutige, die diese Menschen ja aufgenommen hat und in ihren Reihen bis heute hat, muss sich dafür aber nicht rechtfertigen - das müssen nur die Linken!
Mich verwundert diese Aussage von Herrn Platzeck nicht - die SPD muss ja schauen, dass sie wieder Fuss fasst in ihrem angestammten Wählerklientel.
Versöhnung mit den SED Erben sehe ich als schwierig an, denn so lange die Taten der DDR verharmlost werden (Mauerschüsse, Stasi, etc.), so lange wird es weiterhin eine Ablehnung für die Linke geben. Das ist gut so, denn somit wird das politische Gleichgewicht gewahrt.
Herr Gysi, Biski und alle anderen führenden politischen Köpfe bei den Linken sollten sich zurückziehen und die nächste Generation ranlassen. Dann würde sehr schnell auch eine Ernüchterung bei den Linken einstellen, da diese Generation nicht mit Halbwahrheiten herumdoktort, sondern sehr pragmatisch die Herausforderungen angehen würde.
Das wird aber sicherlich nicht passieren und somit wird die Wahl 2013 eine Schicksalwahl für die Linken sein. und wer sehen will, wie verbohrt der alte SED Kader ist, schaue sich unter youtube das Video mit Margot Honecker an! http://tinyurl.com/mensch...
Nein, Herr Platzeck, für so blöd müssen Sie uns nicht verkaufen. "Versöhnung von Ost und West" ist ein irreführender Slogan. Ost und West stehen einander nicht hasserfüllt gegenüber, ganz im Gegenteil, die Freude über die Wiedervereinigung ist auch 20 Jahre nach der Grenzöffnung immer noch da. Wir snd das Volk, wir brauchen uns nicht zu versöhnen. Was Sie aber wollen, ist der Persilschein für die Täter der SED-Diktatur, den Schwamm über die Stasi drüber, die gnädige Aufnahme der Todesschützen und all derjenigen, die das Terrorsystem "DDR" verteidigen und wiederauferstehen lassen möchten, wie etwa Frau Honecker, die in Chile predigt, was in Deutschland zu geschehen hat. [gekürzt. Bitte seien Sie vorsichtig mit Pauschalurteilen. Vielen Dank. Die Redaktion/ew] Nieder mit den Nazis und nieder mit der SED, gleichgültig, in welchem Gewande auch immer!
Seltsam dass viele "Linkenhasser" meist engstirnige und vorallem uninformierte Steineschmeisser sind, die gerne ein Feindbild hochhalten. Kann man das ernst nehmen?
Wie blind muss man eigentlich sein? Man kann doch nicht gleichzeitig Faschismus und deren Neo-nazi-Nachfolger ablehnen und gleichzeitig eine Partei unterstützen, in deren Reihen sich alte und neue Stalinisten bewegen und die von dieser Partei toleriert werden. Worin besteht denn der wesentliche inhaltliche Unterschied zwischen Herrn Rieger und Frau Wagenknecht? Unterstützer und Propagandisten menschenverachtender Systeme sind/waren beide. [Anmerkung: Bitte seien Sie vorsichtig mit solchen Vergleichen. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
Sehr geehrte Redaktion,
es muss im Rahmen der Meinungsfreiheit zulässig sein, (Post-)Kommunisten und (Neo-)Faschisten miteinander vergleichen zu dürfen.
Mit vorzüglicher Hochachtung, Crest
möchte ich hier nochmals zu bedenken geben. Die Aufarbeitungsleistung ist m.E.(!) doch ausreichend groß - wer will, kann sich hier alles, oder fast alles, erkennen. Viele wollen das nicht, das war auch nach der NS-Zeit so und ist auch bei den Skandalen der Westeuropäer so. Was wurde da nicht alles getrickst und verharmlost und vergessen, im Demokratiebetrieb (am schönsten sieht man dies derzeit ja wohl noch in Italien). Nochmal: Herr Kohl wird heute noch groß geehrt und gelobt, weil er im Großen etwas Gutes und Richtiges getan hat, im Kleinen aber hat er eben gemogelt und nicht alles offengelegt. Ähnliches nehmen die bzw. manche Alt-SEDler bzw. die Linken heute eben für sich in Anspruch, ja, die geben auch nur das zu, was sie zugeben müssen - wie alle anderen eben auch.... Sie, oder manche von denen, haben etwas Großes gut machen wollen, und dafür im kleinen sich verschuldet.
Nun hat sich herausgestellt, ist offensichtlich geworden, dass diese sozialistische Große so etwas Großes nun doch nicht war, was sehr offen und oft diskutiert wird. Deshalb sind sie ja nun aber nicht mehr an der Macht und auch nur noch ein kleines Häuflein!
Ich denke hier mal an den Zeit-Beitrag "Berliner Filz". Da hat sich ein Ost-CDUler sehr schäbig benommen, im Verbund mit vielen Westdeutschen Geschäftemachern. Die CDU, die heutige, die diese Menschen ja aufgenommen hat und in ihren Reihen bis heute hat, muss sich dafür aber nicht rechtfertigen - das müssen nur die Linken!
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