Entlassung Schneiderhans Deutschlands mächtigster Soldat scheitert an sich selbst
Der fleißige Schneiderhan und der dynamische Guttenberg – zusammen hätten sie die Reform der Bundeswehr meistern können. Doch der perfekte Generalinspekteur versagte.
Eigentlich hätten die Beiden ein starkes Team werden können: Auf der politischen Seite der junge, aufstrebende Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der mit der angestaubten Hinterzimmerpolitik seines Vorgängers Franz Josef Jung (CDU) aufräumen wollte und Transparenz versprach. Auf der anderen, der militärischen Seite, der erfahrene Generalinspekteur und oberste Soldat der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan. Politiker und Militärs lobten einstimmig seine Loyalität.
Doch genau an einen Mangel an Loyalität zerbrach das hoffnungsvolle Gespann, noch bevor es seine fruchtbare Arbeit beginnen konnte. Schneiderhan versagte dem neuen Minister seine Loyalität. Und das, wie Guttenberg nun aus der Bild-Zeitung erfahren musste, wahrscheinlich vom ersten Tag seiner Amtszeit an. Schneiderhan habe seinem Minister nicht die geheimen Informationen über den umstrittenen Luftangriff mit zivilen Opfern bei Kundus übergeben, lautete es aus Guttenbergs Umfeld. Der Vorwurf: Der Generalinspekteur unterschlug bewusst sein Wissen zu einem Thema, das seit Wochen Politik und Gesellschaft beschäftigte.
Loyalität sieht anders aus. Transparenz auch. "Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kann unter diesen Voraussetzungen nicht stattfinden", begründete denn auch Guttenberg am Freitag die Entlassung des Vier-Sterne-Generals.
Mit seinem Vorgehen hat Schneiderhan seinen Chef wohl persönlich enttäuscht, vor allem aber seine Dienstpflicht verletzt. Denn als ranghöchster General war er der wichtigste militärische Berater der Bundesregierung und des Verteidigungsministers.
Schneiderhan wollte gutes Verhältnis zur Politik
Der Generalinspekteur hat viele Aufgaben und zahlreichen Pflichten: Seit 2005 ist er verantwortlich für die Planung, Vorbereitung, Führung und auch für die Nachbereitung aller Einsätze der Bundeswehr. Zwar ist ein Generalinspekteur qua Amt nicht Vorgesetzter aller Soldaten – diese Rolle hat der Verteidigungsminister inne – aber mit seinen zahlreichen Befugnissen ist er fast gleichzustellen mit einem Generalstabschef. Kein Wunder also, dass ausländische Medien wie beispielsweise die US-Tageszeitung New York Times oder das englische Blatt Guardian der Entlassung des obersten Militärs Schneiderhan mehr Beachtung schenkten als dem Gerangel um Ex-Verteidigungsminister – und mittlerweile auch Ex-Arbeitsminister – Franz Josef Jung.
Das zeigt, was in den USA und Großbritannien offenbar bewusster ist, als in Deutschland: Schneiderhan war ein äußerst mächtiger Mann. Er hatte die Befehlsgewalt für alle Einsätze der Streitkräfte, ihm unterstand das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Potsdam. Er vertrat die Bundeswehr in internationalen Gremien.
Seit seinem Amtsantritt 2002 hat Schneiderhan sich für eine Reform der Bundeswehr, die schon unter Scharping konzipiert worden war, engagiert, sich dabei einen Namen gemacht und einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. Stets forderte er offene Kommunikation ein. Und nur selten geriet er mit der Politik aneinander.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Harald Kujat, der kaum eine Gelegenheit ausließ, um seine Differenzen mit der politischen Führung zu inszenieren, war Schneiderhan weitaus diplomatischer und besonnener. Ihm war daran gelegen, zwischen Militär und Politik zu vermitteln. Er war loyal. Eine erfolgreiche Strategie – Schneiderhan war länger als jeder andere Generalinspekteur im Amt. Sieben Jahre lang arbeitete er unter vier Verteidigungsministern, zweimal wurde sein Vertrag über das übliche Pensionierungsalter hinaus verlängert.
Stets im Dienste der Soldaten
Der 31. Juli 2010 war ursprünglich als sein letzter Arbeitstag geplant – bis er sich entschied, Loyalität lieber gegenüber militärischen Kollegen als dem Verteidigungsminister walten zu lassen. Er stellte sich bedingungslos vor Oberst Georg Klein und sagte im Oktober auf einen Nato-Bericht Bezug nehmend: "Das bestätigt nicht, dass durch den Luftschlag unbeteiligte Personen getötet wurden." Dabei stand schon damals mehreren Berichten seiner Untergebenen, dass bei der Bombardierung Unbeteiligte getötet worden waren.
Dennoch verteidigte er Oberst Klein. Während seiner gesamten Amtszeit stellte sich Schneiderhan stets vor seine Soldaten, sie waren ihm immer besonders wichtig. Der Einsatz der Soldaten in fernen Ländern sollten – so wünschte es der oberste Soldat – gesellschaftlich gewürdigt und anerkannt, Fehler Einzelner nicht zu Pauschalverurteilungen genutzt werden. Als 2006 deutschlandweit mit Abscheu über die Leichenschändung in Afghanistan diskutiert wurde, sagte Schneiderhan zwar, dieses Verhalten sei nicht akzeptabel – verurteilte aber die Kritik an der gesamten Bundeswehr. "Wir sind nicht davor gefeilt, dass [...] Einzelne sich fehl verhalten."
Auch das Tabuthema, dass deutsche Soldaten bei Auslandseinsätzen sterben, ging Schneiderhan schon früh offen an. "Wir haben das 45 Jahre lang verdrängt", sagte er 2004. Seine Offenheit für dieses Thema ist einerseits erstaunlich, andererseits vielleicht sogar verständlich, kennt man Schneiderhans persönlich Geschichte. Einer seiner Söhne, der im Sanitätsdienst auf dem Balkan stationiert war, hatte sich 2006 das Leben genommen.
"Warum nicht die soldatische Sprache verwenden?"
Schneiderhan wollte eine Bundeswehr, die frei von politischen Klein-Klein-Diskussionen agieren konnte. Der ewige Streit um die richtige Wortwahl beispielsweise ließ ihn den Kopf schütteln: Verletzte oder verwundete Soldaten, ums Leben gekommen oder gefallen, Sprengstoffanschlag oder Kampfhandlung? "Wenn es ihnen hilft, warum benennen wir es nicht?", sagte er im Herbst 2008 bei einem Besuch der Ludwig-Maximilian-Universität in München verständnislos. "Warum nicht die soldatische Sprache benutzen, wenn es den Kameraden hilft?"
Allein in diesem Punkt hätte Schneiderhan gemeinsam mit Guttenberg viel bewegen können: Guttenberg hatte vor Kurzem erstmals von "kriegsähnlichen Zuständen" am Hindukusch gesprochen und damit mit der verkrampften Kriegsbegriff-Vermeidungs-Politik seines Vorgängers Jung gebrochen. "Ich verstehe jeden, der sagt, in Afghanistan ist Krieg." Gemeinsam hätten beide die Lücke zwischen der bedrohlichen Einsatzrealität und der dafür offiziell verwendeten Begrifflichkeiten sicher schnell schließen können.
Nun muss ein neuer Generalinspekteur gefunden werden. Einer, der seine Loyalität gegenüber den Soldaten nicht über die Loyalität gegenüber seinem Minister stellt. Und es muss jemand sein, der den von Guttenberg angekündigten und von allen Parteien geforderten Kommunikationswandel mit vorantreibt. Als potenzieller Nachfolger wird unter anderem der derzeitige Kommandeur des Deutsch-Niederländischen Korps, Generalleutnant Volker Wieker, gehandelt. Zudem werden der Inspekteur der Streitkräftebasis, Vizeadmiral Wolfram Kühn, und der aktuelle Chef des Einsatzführungskommandos in Potsdam, Rainer Glatz, als mögliche Kandidaten genannt. Von Guttenberg war zu diesem Thema allerdings noch nichts zu hören.
Auch Schneiderhan hat sich noch nicht zu den Vorfällen geäußert. Warum er so gehandelt hat? Schneiderhan bleibt eine Antwort schuldig. Vielleicht lag es an dem schwierigen Verhältnis, das zwischen dem alten Verteidigungsminister Jung und Schneiderhan geherrscht hatte. Abgeordnete berichten, dass es immer nur offizielle Dienstwege gab, Schneiderhan nie spontan bei Jung an die Tür klopfen konnte. Möglicherweise hat er diese Form der Nicht-Zusammenarbeit auf den neuen Minister übertragen.
Dabei ist gerade der offene Umgang miteinander etwas, was Schneiderhan auszeichnete. "Das ist ein General, der einem Obersten einen Kaffee mitbringt", hatte einer seiner früheren Mitarbeiter einmal gesagt. Sicherlich hätte er auch Guttenberg mal eine Tasse vorbei gebracht.
- Datum 27.11.2009 - 17:54 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 22
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... hätten die beiden auch nicht lange abgegeben, da sich die Politik darauf geeinigt hatte, dass Schneiderhan noch bis Sommer 2010 bleibt, genug Zeit, um den neuen Generalinspekteur nach der Wahl vom alten ordentlich in sein neues Amt einzuführen.
Das muss jetzt leider deutlich schneller geschehen, ich hoffe, dass das nicht nachteilig für unsere Soldaten geschieht.
...von Oberst Klein noch aus. Es war von Anfang an klar, daß, Zivilisten oder keine, der Luftangriff auf die Tanklastzüge weder von Zeit noch Ort gerechtfertigt war.
Es bestand keine akute Bedrohung, Herr Klein und seine Mannen hatten keinerlei Feindkontakt, über die Situation waren sie lediglich durch Mundpropaganda und grottenschlechte Überflugvideos unterrichtet.
Trotz mehrfacher Nachfragen der mit der Tötung beauftragten Piloten, bestand Herr Klein auf dem Angriff.
Solche Soldaten braucht Deutschland nicht!
Warum ist die Bundeswehr eigentlich in Afghanistan? Was hat sie dort verloren? Glaubt unsere Regierung ernsthaft, die dortigen Machtverhältnisse ließen sich durch einen militärischen Einsatz nachhaltig verändern?
Ich glaube das nicht.
Wenn die derzeitigen Besetzer das Land verlassen haben, wird es nach einiger Zeit so sein, als hätte es nie eine Besetzung gegeben.
Im Übrigen darf man den ursprünglichen Grund der Besetzung, nämlich die Jagd des US-Militärs nach Bin Laden, durchaus im zweifelhaften Licht der Unwahrheit sehen.
Jetzt streitet sich die Politik mit dem Militär. Klar ist, dass bei einem solchen Einsatz leider auch Fehler gemacht werden. Immerhin stehen die Soldaten unter enormen Stress.
Ich finde, man sollte die Streitigkeiten beiseite legen und nochmal gründlich über den Sinn dieses Einsatzes nachdenken!
Wenn hier Generäle entlassen werden müssen, dann nicht in erster Linie Gerneräle der Bundeswehr, sondern Gerneräle der US-Armee!
An den spitzen der Macht wird meistens kalkuliert und getrickst, wenn es gerade paßt wird die Wahrheit aus den Sack gelassen ob der Herr Verteidigungsminister das ändert daran zweifele ich sehr stark.
Soldaten brauchen einen Generalinspekteur, der seine Loyalität gegenüber Ihnen über die Loyalität gegenüber seinem Minister stellt und eben nicht anders herum. Wem sollen Sie sonst vertrauen?
General Schneiderhan hat seine Soldaten, wie es für einen Vorgesetzten obligatorisch ist, nicht im Stich gelassen - im Gegensatz zu vielen anderen, auch Politikern, die der Bundeswehr den Auftrag In Afghanistan durch das Parlament erteilt haben.
@ pulviscinisnihil:
Ich wünsche Ihnen 4 Monate Kunduz.
Sie werden dort sehr schnell erkennen, wen Sie brauchen.
...vor Klein gestellt und die Zusammenhänge der Massentötung unter der Decke gehalten, wäre die Sache vor der Wahl explodiert. Ob die CDU da so viele Stimmen erhalten hätte? Ob Merkel Kanzlerin noch wäre? Auch Steinmeier engagierte sich für den Afghanistan Einsatz. Cui Bono? Zweifel müssen da ausgeräumt werden. Eine Demokratie kann solche Fragen nicht offen lassen, wenn sie Demokratie sein will.
Und, ganz illoyal scheint der Mann auch hier nicht gewesen zu sein nach heutiger Kenntnis. Die Berichte scheinen ja im Ministerium vorhanden gewesen zu sein; also bei den Politikern. S hätte also sehr wohl annehmen können, dass die Infos weitergegeben worden waren sogar annehmen müssen, dass sie G vor Antritt der Position mitgeteilt worden sein mussten. Dann läge es am Minister das Verhalten des Vorgängers aufzunehmen und S konnte glauben, dass es nicht erwähnt werden sollte und G keine offizielle Kenntnis der Sache haben wollte.
So muss es nicht gewesen sein und G scheint die Sache effizient behandelt zu haben. Eine Lückenlose Klärung wäre aber dennoch gut.
Ob der Begriff "Masentötung" so angemessen ist? Als hätte man einen Vorwand gebraucht, um möglichst viele Gegner auszuschalten.
Und ob Merkel noch Kanzlerin wäre? Dann hätte Steinmeier gerechterwesie auch keinen Anspruch gehabt. Ich denke aber, dass die Deutschen ein moralische Volk sind. Deswegen haben wir ja auch einen hoch entwickelten Sozialstaat.
Aber eine Koalition zwischen den Grünen und der Partei "die Linke" wäre wohl doch nicht an die Regierung gekommen und ich glaube, da hatte auch keiner Angst vor.
Ob der Begriff "Masentötung" so angemessen ist? Als hätte man einen Vorwand gebraucht, um möglichst viele Gegner auszuschalten.
Und ob Merkel noch Kanzlerin wäre? Dann hätte Steinmeier gerechterwesie auch keinen Anspruch gehabt. Ich denke aber, dass die Deutschen ein moralische Volk sind. Deswegen haben wir ja auch einen hoch entwickelten Sozialstaat.
Aber eine Koalition zwischen den Grünen und der Partei "die Linke" wäre wohl doch nicht an die Regierung gekommen und ich glaube, da hatte auch keiner Angst vor.
...kann ich leider nicht ganz zustimmen.
Der Ex-Generalinspekteuer Schneiderhahn war sicherlich ein loyales Mitglied der politischen Riege, aber kein kompetenter, soldatisch-loyaler Stratege.
Bei Offizieren ist dieser Mann stets unbeliebt gewesen, weil er sich nicht hinter seine Soldaten, sondern hinter die Politik gestellt hat. Ein Gespühr für seine militärischen Untergebenen hatte er nie.
Der Generalinspekteuer der Bundeswehr ist ein Bindeglied zwischen Militär und Politik und Schneiderhahn stand ganz offensichtlich auf Seiten der Politik. Wir benötigen keinen Generalinspekteur welcher der Politik erzählt was sie hören will, sondern einen der unseren Politikern souverän entgegentritt.
Die Entscheidungen zu Afghanistan, zu Ausrüstung, Logistik und Bürokratie; aber auch die Gesamtstrategie waren stets chaotisch und fehlerbehaftet. In all den Jahren wurde kaum etwas erreicht. Stattdessen leiden unsere Soldaten aufgrund unlogischer Rules-of-Engegaments (-jetzt angepasst dank BILD-), schlechter Ausrüstung, neuer Ausbildungspädagogik, unüberlegten Beschaffungen (Tiger, TEP90, Leasig LKW, etc.).
Auch wenn die Hauptverantwortung den Ex-Verteidigungsminister trifft; Schneiderhahn war entweder eine politische Marionette oder zu schwach um Jung entgegenzutreten.
Ich bin der Meinung wir benötigen einen ehrlichen und selbstbewussten Generalinspekteuer dem in erster Linie am Wohl seiner Soldaten gelegen ist.
...einen ehrlichen und selbstbewussten Generalinspekteuer dem in erster Linie am Wohl seiner Soldaten gelegen ist"
Da kann man zusimmen.
Ich kann Ihrer Kommentierung voll und ganz zustimmen.
Vermutlich ist Simone Bartsch, die Autorin dieses Artikels, darauf "reingefallen", dass Offiziere der Bundeswehr nicht nachtreten. Herr Scheiderhahn ist weg, darüber wird man sich überall in der Bundeswehr sehr gefreut haben, aber nun, da er nichts mehr anrichten kann, schweigt man nach außen über sein Versagen.
Hätten Redaktionen noch längerfristig ausgebildete Fachreporter für sicherheitspolitische Fragen, könnte man jeweilige Aussagen einordnen. Da dort aber seit Jahren gespart wird, stand Frau Bartsch vermutlich auf verlorenem Posten und hatte gar nicht die Chance, ehrliche Einschätzungen einholen zu können.
Was ist von dem Gerücht um Generalleutnant Volker Wieker zu halten? Er wäre zweifellos eine Top- Besetzung, der vieles wieder richten könnte.
Nur wird er sich in die politische Schlangengrube begeben wollen?
Sowohl das Deutsch-Niederländisches Korps als auch ISAF werden ihn nur ungern hergeben wollen, da die dann entstehende Lücke wohl kaum ähnlich qualifiziert geschlossen werden kann.
"Der Generalinspekteuer der Bundeswehr ist ein Bindeglied zwischen Militär und Politik und Schneiderhahn stand ganz offensichtlich auf Seiten der Politik. Wir benötigen keinen Generalinspekteur welcher der Politik erzählt was sie hören will, sondern einen der unseren Politikern souverän entgegentritt." - Souverän, soso, der also im Loyalitätskonflikt zwischen Truppe und Politik, zwischen Befehlsstruktur und Demokratie, den Staat im Staate von dem Zugriff des (zivilen) Volkswillens schützt, denn gegen Demokraten helfen nur Soldaten, wie? Nein danke, so jemanden brauchen wir nicht!
...einen ehrlichen und selbstbewussten Generalinspekteuer dem in erster Linie am Wohl seiner Soldaten gelegen ist"
Da kann man zusimmen.
Ich kann Ihrer Kommentierung voll und ganz zustimmen.
Vermutlich ist Simone Bartsch, die Autorin dieses Artikels, darauf "reingefallen", dass Offiziere der Bundeswehr nicht nachtreten. Herr Scheiderhahn ist weg, darüber wird man sich überall in der Bundeswehr sehr gefreut haben, aber nun, da er nichts mehr anrichten kann, schweigt man nach außen über sein Versagen.
Hätten Redaktionen noch längerfristig ausgebildete Fachreporter für sicherheitspolitische Fragen, könnte man jeweilige Aussagen einordnen. Da dort aber seit Jahren gespart wird, stand Frau Bartsch vermutlich auf verlorenem Posten und hatte gar nicht die Chance, ehrliche Einschätzungen einholen zu können.
Was ist von dem Gerücht um Generalleutnant Volker Wieker zu halten? Er wäre zweifellos eine Top- Besetzung, der vieles wieder richten könnte.
Nur wird er sich in die politische Schlangengrube begeben wollen?
Sowohl das Deutsch-Niederländisches Korps als auch ISAF werden ihn nur ungern hergeben wollen, da die dann entstehende Lücke wohl kaum ähnlich qualifiziert geschlossen werden kann.
"Der Generalinspekteuer der Bundeswehr ist ein Bindeglied zwischen Militär und Politik und Schneiderhahn stand ganz offensichtlich auf Seiten der Politik. Wir benötigen keinen Generalinspekteur welcher der Politik erzählt was sie hören will, sondern einen der unseren Politikern souverän entgegentritt." - Souverän, soso, der also im Loyalitätskonflikt zwischen Truppe und Politik, zwischen Befehlsstruktur und Demokratie, den Staat im Staate von dem Zugriff des (zivilen) Volkswillens schützt, denn gegen Demokraten helfen nur Soldaten, wie? Nein danke, so jemanden brauchen wir nicht!
...eine dritte Personengruppe, außer kriminelle
oder Unterstützer der Taliban. Es sind Zivilisten
die gezwungen werden für die Taliban tätig zu werden.
Während dem 2. Weltkrieg griffen Partisanen in Kroatien
eine Funkstation der deutschen Wehrmacht an. In unserem
Hof hatten sie einen Verbandsplatz für ihre Verwundeten
eingerichtet. Sie betteten die Verletzten in Stroh auf
einen Pferdewagen und wollten unsern Vater zwingen als
Wagenlenker tätig zu werden. Derselbe war Schneider und
hatte keine Ahnung vom Umgang mit Pferden, das war sein
Glück. Sie nahmen statt ihn einen älteren Bauern aus der
Nachbarschaft. Man hat nie wieder von dem Mann was gehört.
Der Befehl zum Angriff vom Oberst Klein war völlig in Ordnung. Ob Zivilisten dabei umgekommen oder wegen
Weigerung von den Taliban erschossen werden, wo ist da
der Unterschied.
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