Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hat sich immer als Diener des Staates verstanden – und das seit 43 Jahren. Mit dem Bild eines mächtigen Befehlshabers hatte der ranghöchste Soldat der Bundeswehr so gut wie nichts gemein. Der gelernte Panzeroffizier gilt als warmherzig und nahbar sowohl für Generale als auch Rekruten. Selbst Kritiker halten ihm Geradlinigkeit zugute. Den Umbau der Bundeswehr zu einer Armee im Einsatz gestaltete er maßgeblich mit.

Immer wieder stellte sich der 63-jährige Schwabe hinter die Soldaten im Einsatz – und hinter die in seiner Dienstzeit wechselnden Verteidigungsminister. Nach dem verheerenden, von einem Bundeswehr-Oberst befohlenen Luftangriff auf zwei Tanklaster Anfang September bei Kundus in Nordafghanistan erklärte Schneiderhan beispielsweise, es sei nicht bestätigt worden, dass unbeteiligte Personen getötet wurden. Er habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass die deutschen Soldaten militärisch angemessen gehandelt hätten.

Nun muss der Vier-Sterne-General als Konsequenz aus Informationspannen nach dem Angriff seinen Posten aufgeben. Schneiderhan hatte sein Amt schon unter Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) übernommen. Er war der dienstälteste Generalinspekteur seit Einführung des Amtes 1957.

Mitte vergangenen Jahres hatte der damalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) noch entschieden, Schneiderhan nicht wie für Generale üblich mit 62 Jahren in den Ruhestand gehen zu lassen, und seine Amtszeit bis Mitte 2010 verlängert. Jung würdigte ihn als stets loyalen und überaus kompetenten Berater.

Staatssekretär Peter Wichert dagegen kennt das Gefühl, dass die Karriere von einem Tag auf den anderen zu Ende gehen kann. Schon einmal wurde der Spitzenbeamte im Bundesverteidigungsministerium in den einstweiligen Ruhestand geschickt.

Das war im Jahr 2000, als noch SPD-Mann Rudolf Scharping das Ministerium führte. Zuvor war Wichert neun Jahre lang Staatssekretär. Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) holte Wichert dann im Dezember 2005 zurück.

Wichert wurde am 8. April 1945 in Danzig geboren. Nach dem Abitur war er Zeitsoldat bei der Bundeswehr in Göttingen. Er ist Oberstleutnant der Reserve. Nach der Bundeswehr schloss er sein Jura-Studium in Köln mit dem Doktortitel ab.

Seine Beamtenlaufbahn begann Wichert in der Oberfinanzdirektion in Köln und wechselte 1976 ins Bundesfinanzministerium (BMF). Von 1979 bis 1981 arbeitete er beim Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Später war er Bundestagsreferent der Arbeitsgruppe Finanzen der CDU/CSU-Fraktion. Der 64-Jährige ist verheiratet, hat ein Kind und lebt in Bonn.

Derzeit läuft die Suche nach Ersatz. Wer beiden nachfolgt, war am Donnerstagmittag nicht bekannt.