Vertriebenen-Stiftung "Merkel wird Steinbach verhindern"

Streit um Erika Steinbach: Polen-Expertin Gesine Schwan erklärt im Interview, warum die Vertriebenen-Präsidentin für den Posten im Stiftungsrat ungeeignet ist.

Sie polarisiert: Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach

Sie polarisiert: Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen Erika Steinbach

ZEIT ONLINE: Frau Schwan, als der Streit um die Berufung der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, in den Stiftungsrat der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung im Februar diesen Jahres schon einmal hochkochte, haben sie gesagt, "sie wird es nicht". Wie fällt ihre Prognose diesmal aus?

Gesine Schwan: Sie wird es wieder nicht. Und zwar weil Angela Merkel sie nicht will. Ich bin ganz sicher, dass die Kanzlerin ihrem Außenminister Guido Westerwelle den Rücken stärken wird, bei seiner Ablehnung von Frau Steinbach zu bleiben. Natürlich kann sie das als CDU-Vorsitzende nicht laut sagen. Aber ich finde, sie hat an diesem Punkt ziemlich deutlich gemacht, wie sie wirklich denkt.

Anzeige

Als sie zu Beginn des Jahres in Warschau war, hat Bundeskanzlerin Merkel gesagt, dass die Stiftung ein Zeichen der Versöhnung sein solle und alles vermieden werden müsse, was diesem Gedanken entgegenstehe. Außenminister Westerwelle hat dies nun in fast identischen Worten wiederholt. Deswegen rechne ich fest damit, dass Angela Merkel mit Berufung auf die FDP den Einzug von Steinbach in den Stiftungsrat zu verhindern wissen wird, so wie sie es früher unter Berufung auf den Widerstand der SPD gemacht hat.

ZEIT ONLINE: Warum wird Erika Steinbach in Polen denn eigentlich so massiv abgelehnt?

Schwan: Dafür gibt es ein ganzes Bündel von Gründen. Die bekanntesten sind, dass Steinbach einst die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze abgelehnt hat und auch Bedenken gegen einen EU-Beitritt Polens geäußert hat.

Wenig überzeugend ist auch, dass sie von ihrem Trauma als Heimatvertriebene spricht und im Namen der Vertriebenen ein Schuldeingeständnis von den Polen fordert. Dabei ist Frau Steinbach keine Vertriebene, sondern die Tochter eines Wehrmachtangehörigen, der im Zuge des Krieges nach Polen kam. Im Klartext bedeutet das: Frau Steinbach persönlich hätte das Schicksal der Vertreibung nur erspart bleiben können, wenn die Wehrmacht Polen weiter besetzt gehalten hätte. Auch dass sie als Tochter eines Besatzungssoldaten davon spricht, sie würde den Polen die Hand zur Versöhnung reichen – statt selbst um Versöhnung zu bitten – ist für keinen Polen erträglich, und für mich ehrlich gesagt auch nicht.

Darüber hinaus lässt Erika Steinbach keine Gelegenheit aus, zu suggerieren, die Polen würden ihre Schuld nicht anerkennen, ja sie hat sich sogar zu der Aussage verstiegen, der Nationalsozialismus sei für die Vertreibung der Deutschen aus Polen nur ein Anlass gewesen. Die Polen hätten dies aber ohnehin vorgehabt. Ein andermal hat sie sinngemäß gesagt, heutzutage brauche man keine Militärflugzeuge mehr, man könne die Polen mit wirtschaftlichem Druck dahin bringen, wo man sie haben wolle. Ich kenne in Polen keine politisch relevante Person, die irgendwas zur Verteidigung von Frau Steinbach sagen würde.

ZEIT ONLINE: Ist es nicht trotzdem so, dass die Kritik an Steinbach in Polen zumindest in unangemessener Form geäußert wird, etwa wenn sie in einer Karikatur in SS-Uniform gezeigt wird oder wenn sie als "blondes Biest" bezeichnet wird?

Schwan: Natürlich geht das zu weit, aber diese Sachen – es werden übrigens immer dieselben Beispiele zitiert – liegen nun auch schon ein paar Jahre zurück.

Leser-Kommentare
  1. Frau Schwan ist in ihrer Analyse gewohnt einseitig, es wird deutlich, daß die Geschichte für Sie mit dem deutschen Überfall auf Polen anfängt, davor gab es nichts. Mit einem solchen Geschichtsverständnis kann sie kaum Geschichte studiert haben, außer vermutlich in Deutschland, wo es für die politisch-korrekte Interpretation geschichtlicher Ereignisse Extrapunkte gibt, auch wenn sie jeder wissenschaftlicher Methode spottet.

    Erstaunlich übrigens, daß Polen vier oder fünf Vertreter wegen offensichtlicher Deutschenfeindlichkeit zurückgezogen hat, ich würde das aber nicht ausschließlich als Kompromißbereitschaft der Polen interpretieren, denn irgendwie sind diese Personen ja vorher auch auf ihre Posten gekommen.

    Bzgl. der Vertreibung von Frau Steinbach zum wiederholten Male (Sie wurde in Rahmel geboren; Wikipedia): "Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages zum 10. Januar 1920 wurde der Kreis Neustadt i. Westpr. und mit ihm der Amtsbezirk Rahmel mit den Landgemeinden Rahmel und Sagorsch und dem Gutsbezirk Rahmel ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten." So polnisch war das Gebiet also nicht, es sei denn, alle Geschichte begänne 1939.
    [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft)

  2. toll, die aufrechnungsnummer wieder. rahmel gehörte vor der ersten polnischen teilung zu polen, und ist erst danach wieder an preußen gegangen. bzw. gehörte im mittelalter den pruzzen, dem deutschen orden, dem herzog von pomerellen und wasweißichwemsonstnoch. schon vergessen?

    mann mann mann. die besitz- und regierungsverhältnisse in osteuropa sind doch derart komplex, dass so ein erinnerungszentrum zwingend geboten ist, um diese verhältnisse aufzuarbeiten.

    [...] (Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion /ft)

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    1.
    Bzgl. Rahmel: Es geht mir hier gar nicht ums Aufrechnen, sondern darum, die Dinge so darzustellen wie sie sind. Als Rahmel 1920 Polen zugeschlagen wurde, war es zuvor immerhin 150 Jahre preussisch gewesen, und die Bevölkerung nach dieser Zeit deutsch. Als Deutschland in Polen einmarschierte, hatte Rahmel gerade einmal knapp 20 Jahre zu Polen gehört gehabt, mit vermutlich immer noch deutscher Bevölkerungsmehrheit. Unter diesen Umständen in Bezug auf Rahmel bei den Deutschen von "Besatzern" zu sprechen ist vor diesem Hintergrund unzutreffend - das traf eher auf die Polen zu.

    2.
    Es ist schon ein wenig albern wenn Sie Frau Steinnach vorwerfen, wer ihr Vater gewesen war; ich hoffe sehr, Ihre Eltern bzw. Grosseltern waren keine überzeugten Nationalsozialisten, denn das wäre wohl für Sie ein schwerer Schlag gewesen. Inwiefern Steinbachs Vater mit der Bombardierung polnischer Innenstädte befasst war würde ich gerne einmal wissen, seine Zugehörigkeit zur Luftwaffe ist da kein Indiz, und als er nach Rahmel beordert wurde war der Polenfeldzug längst vorbei.

    Es wäre sinnvoll, bei geschichtlichen Betrachtungen volkspädagogische Moralisierungen zu vermeiden, sonst verschieben sich die Massstäbe.

    Wenn ich Argumente bringe, dann bitte richtige Argumente.

    Die Pruzzen ist ein baltisches Volk, daß zeitweise von den Polen besetzt wurde. In Ostpreußen sprach man bis ins 18. Jahrhundert auch pruzzisch.

    Daher waren die Pruzzen als Erste da! An der Weichsel siedelten sich dann noch Pommerellen (nur noch die Kaschuben sind davon übrig) an. Polen kammen erst sehr sehr viel später in diesen Bereich. Da haben Deutsche schon sehr lange dort gelebt.

    1.
    Bzgl. Rahmel: Es geht mir hier gar nicht ums Aufrechnen, sondern darum, die Dinge so darzustellen wie sie sind. Als Rahmel 1920 Polen zugeschlagen wurde, war es zuvor immerhin 150 Jahre preussisch gewesen, und die Bevölkerung nach dieser Zeit deutsch. Als Deutschland in Polen einmarschierte, hatte Rahmel gerade einmal knapp 20 Jahre zu Polen gehört gehabt, mit vermutlich immer noch deutscher Bevölkerungsmehrheit. Unter diesen Umständen in Bezug auf Rahmel bei den Deutschen von "Besatzern" zu sprechen ist vor diesem Hintergrund unzutreffend - das traf eher auf die Polen zu.

    2.
    Es ist schon ein wenig albern wenn Sie Frau Steinnach vorwerfen, wer ihr Vater gewesen war; ich hoffe sehr, Ihre Eltern bzw. Grosseltern waren keine überzeugten Nationalsozialisten, denn das wäre wohl für Sie ein schwerer Schlag gewesen. Inwiefern Steinbachs Vater mit der Bombardierung polnischer Innenstädte befasst war würde ich gerne einmal wissen, seine Zugehörigkeit zur Luftwaffe ist da kein Indiz, und als er nach Rahmel beordert wurde war der Polenfeldzug längst vorbei.

    Es wäre sinnvoll, bei geschichtlichen Betrachtungen volkspädagogische Moralisierungen zu vermeiden, sonst verschieben sich die Massstäbe.

    Wenn ich Argumente bringe, dann bitte richtige Argumente.

    Die Pruzzen ist ein baltisches Volk, daß zeitweise von den Polen besetzt wurde. In Ostpreußen sprach man bis ins 18. Jahrhundert auch pruzzisch.

    Daher waren die Pruzzen als Erste da! An der Weichsel siedelten sich dann noch Pommerellen (nur noch die Kaschuben sind davon übrig) an. Polen kammen erst sehr sehr viel später in diesen Bereich. Da haben Deutsche schon sehr lange dort gelebt.

  3. 1.
    Bzgl. Rahmel: Es geht mir hier gar nicht ums Aufrechnen, sondern darum, die Dinge so darzustellen wie sie sind. Als Rahmel 1920 Polen zugeschlagen wurde, war es zuvor immerhin 150 Jahre preussisch gewesen, und die Bevölkerung nach dieser Zeit deutsch. Als Deutschland in Polen einmarschierte, hatte Rahmel gerade einmal knapp 20 Jahre zu Polen gehört gehabt, mit vermutlich immer noch deutscher Bevölkerungsmehrheit. Unter diesen Umständen in Bezug auf Rahmel bei den Deutschen von "Besatzern" zu sprechen ist vor diesem Hintergrund unzutreffend - das traf eher auf die Polen zu.

    2.
    Es ist schon ein wenig albern wenn Sie Frau Steinnach vorwerfen, wer ihr Vater gewesen war; ich hoffe sehr, Ihre Eltern bzw. Grosseltern waren keine überzeugten Nationalsozialisten, denn das wäre wohl für Sie ein schwerer Schlag gewesen. Inwiefern Steinbachs Vater mit der Bombardierung polnischer Innenstädte befasst war würde ich gerne einmal wissen, seine Zugehörigkeit zur Luftwaffe ist da kein Indiz, und als er nach Rahmel beordert wurde war der Polenfeldzug längst vorbei.

    Es wäre sinnvoll, bei geschichtlichen Betrachtungen volkspädagogische Moralisierungen zu vermeiden, sonst verschieben sich die Massstäbe.

    Antwort auf "#1, facepalm"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • outis
    • 17.11.2009 um 11:19 Uhr

    Was Sie hier treiben ist albern: zunächst werfen Sie einem diskussionsteilnehmer vor, er lasse die Geschichte erst '39 beginnen. Dann verweisen Sie auf die 150jährige Zugehörigkeit Rahmels zu Preußen, lassen dessen Geschichte also erst mit der polnischen teilung beginnen und prangern seine Annexion durch Polen laut Versailler Vertrag als völkerrechtswidrig an, haben aber offensichtlich kein Problem damit, die polnischen Teilungen (denen die Polen auch nicht zugestimmt haben) anzuerkennen.
    Es ist nicht albern auf Frau Steinbachs Vater zu verweisen. Ich weiß nicht ob meine Großeltern Nazis waren. Meine Großväter haben aber als Soldaten am Vernichtungskrieg gegen Polen teilgenommen. Dieser verbrecherische Krieg ist, und da beißt die Maus keinen Faden ab, die Ursache für Heimatverlust und Vertreibung von Millionen von Deutschen. Kein Krieg, keine Vertreibung. Wenn Sie angesichts der verlorenen Größe Preußens in Zukunft Schwermut überkommt: beschweren Sie sich bei Opa nicht bei den Polen.

    • outis
    • 17.11.2009 um 11:19 Uhr

    Was Sie hier treiben ist albern: zunächst werfen Sie einem diskussionsteilnehmer vor, er lasse die Geschichte erst '39 beginnen. Dann verweisen Sie auf die 150jährige Zugehörigkeit Rahmels zu Preußen, lassen dessen Geschichte also erst mit der polnischen teilung beginnen und prangern seine Annexion durch Polen laut Versailler Vertrag als völkerrechtswidrig an, haben aber offensichtlich kein Problem damit, die polnischen Teilungen (denen die Polen auch nicht zugestimmt haben) anzuerkennen.
    Es ist nicht albern auf Frau Steinbachs Vater zu verweisen. Ich weiß nicht ob meine Großeltern Nazis waren. Meine Großväter haben aber als Soldaten am Vernichtungskrieg gegen Polen teilgenommen. Dieser verbrecherische Krieg ist, und da beißt die Maus keinen Faden ab, die Ursache für Heimatverlust und Vertreibung von Millionen von Deutschen. Kein Krieg, keine Vertreibung. Wenn Sie angesichts der verlorenen Größe Preußens in Zukunft Schwermut überkommt: beschweren Sie sich bei Opa nicht bei den Polen.

  4. Liebe Leserinnen und Leser,
    die Propagandafront der staatstragenden Presse gegen Erika Steinbach ist durchbrochen. B. Kohler von der FAZ wagte einen ersten Vorstoß:

    http://www.faz.net/s/Rub7...

    Gesine Schwan gehört vermutlich zum letzen Aufgebot der ZEIT in der "Causa Steinbach".

    • joG
    • 17.11.2009 um 10:15 Uhr

    ....davon spricht, sie würde den Polen die Hand zur Versöhnung reichen – statt selbst um Versöhnung zu bitten – ist für keinen Polen erträglich, und für mich ehrlich gesagt auch nicht."

    Das ist zwar wahr, aber der Dame Ideen sind recht verbreitet. Wenn ich recht mich an einen Artikel Helmut Schmidts in dieser Zeitung vor einigen Tagen erinnere, konnte man ihn leicht genauso interpretieren. Er forderte dass Wehrmachtsoldaten in Gemeinschaftssoldatenfriedhöfen mit Polen, Juden und Russen liegen sollten.
    So ist mE Frau Steinbach in der deutschen Gesellschaft Ausdruck einer Grundstimmung, hier stärker und dort weniger stark ausgeprägt, aber überall latent. Polen, Rumänen usw durften hier nach dem EU Beitritt nicht arbeiten, die Vietnamesen wurden auf Grund eines Vertrages, das man der vietnamesischen Regierung bezahlte zwangausgesiedelt, Türken sollen nicht in die EU etc, etc. Die Systemik dieser Einstellungen bestreitet man auf breiter Front und wirft sie nur dem politischen Gegner als Einzelinzidenz vor. Das ist aber ungerecht.
    Überall sieht man Symptome dieser Tendenz, wenn man schauen will. Ich frage immer Taxifahrer, wie sie das sehen. Das sind oft keine ungebildeten Gesellen. Die Perser und Afrikaner sind oft Elektro-Ingeneure, Chemiker, waren zuhause Professoren und Diplomaten, machen sich Gedanken. Die Einschätzung der obigen Beobachtung ist fast einstimmiger Konsenz. Das macht sie nicht richtig. So ist Frau Steinbach Opfer einer Eigentümlichkeit ihrer Kultur.

    • CM
    • 17.11.2009 um 10:18 Uhr

    Eine unverbesserliche Geschichtsrevisionistin wird nun erleben, wie das Finale aussieht, auf das wir alle so lange gewartet haben: sie wird es nicht.

    Wenn ihre Truppe der Kinder und Enkel der ehemals Vertriebenen sie vorschlägt wird es ein Veto geben und allerlei Trara, und wenn der BdV dann nicht mehr mitspielen will, wen interessiert es dann? Die geplante Stiftung wird schließlich nicht unerheblich mit Steuergeldern finanziert, da sollte etwas Flexibilität in Personalfragen doch wohl möglich sein. Frau Steinbach ist auf dem besten Weg, ihren Verband ins endgültige Aus zu manövrieren - ohne Steuergelder wird von den Verbänden wohl wenig übrig bleiben.

    Weder Merkel noch Westerwelle werden sie in einer Rolle dulden, in der sie das deutsch-polnische Verhältnis noch mehr belasten kann als in der Vergangenheit. Wie sollte eine sture Rechtsaußen-Politikerin, der ohne den Bund der Vertriebenen jedes eigene politische Profil fehlen würde, ausgerechnet in der "Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung" ihr Unwesen treiben dürfen, wenn der Inhalt des Wortes "Versöhnung" ihr so offenkundig Probleme bereitet?

    Man stelle sich einmal vor, es gäbe eine "Landsmannschaft der deutschen Elsässer" als Mitgliedsverband des Bundes der Vertriebenen - würde dann Frau Steinbach den Rhein als Grenze zu Frankreich ebenso in Frage stellen wie die heutige Westgrenze Polens?

    Sie würde, darauf gehe ich jede Wette ein.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Schon mal etwas vom Pyrrhus-Sieg gehört? Bestimmte Dinger explodieren um so kräftiger, je stärker sie ummantelt werden...
    Im diesen Sinne ein Toast auf Gedeihen und Langlebigkeit des Andenkens, der unter bestialischen Umständen aus ihrer Heimat Vertriebenen!

    • th
    • 17.11.2009 um 11:25 Uhr

    sind auch nicht vertrieben worden, sondern freuen sich ihres Status als normale gleichberechtigte französische Staatsbürger.

    Frankreich und übrigens auch andere Staaten des Westens, also Dänemark, Belgien und Italien haben nach dem 2. Weltkrieg auf die Vertreibung, Entrechtung, Beraubung und gegebenenfalls Ermordung von Angehörigen der deutschen Minderheiten verzichtet. Natürlich wurden dort Nazi-Kollaborateure angeklagt, aber keine Volksgruppe wurde pauschal für den Nazismus in Haftung genommen. Hierin besteht der Niveauunterschied zu Polen bzw. der staatlich verordneten polnischen Sichtweise – die im übrigen auch gerne die Pogrome der Nachkriegszeit gegen jüdische Polen unter den Tisch fallen ließe.
    Nein, wir können Polen die Diskussion über all das nicht ersparen. Mein Dank an Frau Steinbach dafür, dass sie Menschenrechte über die politische Korrektheit stellt.

    Schon mal etwas vom Pyrrhus-Sieg gehört? Bestimmte Dinger explodieren um so kräftiger, je stärker sie ummantelt werden...
    Im diesen Sinne ein Toast auf Gedeihen und Langlebigkeit des Andenkens, der unter bestialischen Umständen aus ihrer Heimat Vertriebenen!

    • th
    • 17.11.2009 um 11:25 Uhr

    sind auch nicht vertrieben worden, sondern freuen sich ihres Status als normale gleichberechtigte französische Staatsbürger.

    Frankreich und übrigens auch andere Staaten des Westens, also Dänemark, Belgien und Italien haben nach dem 2. Weltkrieg auf die Vertreibung, Entrechtung, Beraubung und gegebenenfalls Ermordung von Angehörigen der deutschen Minderheiten verzichtet. Natürlich wurden dort Nazi-Kollaborateure angeklagt, aber keine Volksgruppe wurde pauschal für den Nazismus in Haftung genommen. Hierin besteht der Niveauunterschied zu Polen bzw. der staatlich verordneten polnischen Sichtweise – die im übrigen auch gerne die Pogrome der Nachkriegszeit gegen jüdische Polen unter den Tisch fallen ließe.
    Nein, wir können Polen die Diskussion über all das nicht ersparen. Mein Dank an Frau Steinbach dafür, dass sie Menschenrechte über die politische Korrektheit stellt.

  5. Schon mal etwas vom Pyrrhus-Sieg gehört? Bestimmte Dinger explodieren um so kräftiger, je stärker sie ummantelt werden...
    Im diesen Sinne ein Toast auf Gedeihen und Langlebigkeit des Andenkens, der unter bestialischen Umständen aus ihrer Heimat Vertriebenen!

    Antwort auf "Steinbachs letzter Akt"
  6. Meine Familie väterlicherseits wurde aus Böhmen vertrieben und meine Familie mütterlicherseits aus Schlesien. Meine Großeltern und Großtanten und Großonkel berichteten viel über diese für sie schreckliche Zeit und sind mit Sicherheit dafür als Mahnung auch an diese Zeit zu erinnern. Aber bei Frau Steinbach rollen sich ihnen und mir einfach nur die Fußnägel hoch. Am Anfang dieser Geschichte stand die deutsche Wehrmacht und ihr verbrecherischer Angriffskrieg und nichts aber auch nichts anderes. Wer das versucht zu verschleiern, oder historisch einzuordnen (Herr Riddle) offenbart nur allzu schnell, wes Geistes Kind er ist.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Wer das versucht zu verschleiern, oder historisch einzuordnen (Herr Riddle) offenbart nur allzu schnell, wes Geistes Kind er ist."

    Aha, man darf also nicht historisch einordnen ohne zu offenbaren, wessen Geistes Kind man sei - eines Geistes vermutlich, den es unbedingt zu bekämpfen und mundtot zu machen gilt? Tja, der bessere Antifaschist ist nicht unbedingt der bessere Demokrat, nicht wahr?

    "Wer das versucht zu verschleiern, oder historisch einzuordnen (Herr Riddle) offenbart nur allzu schnell, wes Geistes Kind er ist."

    Aha, man darf also nicht historisch einordnen ohne zu offenbaren, wessen Geistes Kind man sei - eines Geistes vermutlich, den es unbedingt zu bekämpfen und mundtot zu machen gilt? Tja, der bessere Antifaschist ist nicht unbedingt der bessere Demokrat, nicht wahr?

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service