Opposition
SPD-Troika mit Schwachstelle
Sein erster Auftritt als Oppositionsführer ist SPD-Fraktionschef Steinmeier gelungen. In der Partei aber erscheint er im Vergleich zu Gabriel und Nahles als schwach.
So hat man Frank-Walter Steinmeier im Bundestag bisher nicht erlebt. Vor wenigen Wochen noch saß da ein bedächtiger Vizekanzler auf der Regierungsbank – der Chefdiplomat von Schwarz-Rot gewissermaßen, stets um Konsens bemüht.
Am Dienstagmittag steht ein anderer Steinmeier hinter dem Pult im Plenum und rechnet eine halbe Stunde lang mit der Regierungserklärung der Kanzlerin ab, der er unsolide Finanzpolitik, die Spaltung der Gesellschaft und hohle Versprechen vorwirft. Sogar Polemik gehört nun zu seinem Repertoire. "Das war keine Regierungserklärung", wettert er in Richtung Angela Merkel, "das war ein Regierungsrätsel, und Sie kennen die Lösung selbst nicht".
Es ist ein wichtiger Tag für Frank-Walter Steinmeier. Er muss beweisen, dass er das Zeug zum Oppositionsführer hat bei seiner ersten Rede als SPD-Fraktionschef. Er steht unter Druck. Man kann es sehen. Während die Kanzlerin noch spricht, schlägt er immer wieder sein Manuskript auf und verbessert einzelne Zeilen. Dann knetet der Mann mit dem weißen Haarschopf minutenlang die Finger, faltet die Hände wie zum Gebet. Wieder einmal steht er vor einer Bewährungsprobe. Er kennt das aus dem Wahlkampf nur zu gut. Damals konnte er noch hoffen. Diesmal aber bringt ihn auch ein Erfolg nicht wirklich voran.
Denn nicht nur die katastrophale Niederlage vom 27. September ist Steinmeier aufs Gemüt geschlagen. Der neue Fraktionschef muss auch erleben, dass große Teile seiner Partei mit jener Reformpolitik brechen wollen, die er in der Regierung Schröder vorangetrieben hat und immer noch für richtig hält. Dass ausgerechnet Steinmeier schon am Wahlabend die wichtige Führungsfunktion der SPD im Parlament für sich reklamiert hat und dann auch zum Fraktionschef gewählt wurde, geht vielen Genossen gehörig gegen den Strich. Selbst wenn seine Fraktion zu ihm hält, könnte er in der Partei an den Rand gedrängt werden.
An diesem Dienstagmittag im Plenum aber trifft der Oppositionspolitiker den richtigen Ton, auch wenn er das Haus nicht zum Toben bringt. Die SPD-Abgeordneten beklatschen seine Angriffe auf die schwarz-gelbe Regierung immer wieder heftig, sogar bei den Grünen und der Linkspartei rühren sich einzelne Hände, wenn er etwa auf Billiglöhne schimpft.
In der zweiten Stuhlreihe der geschrumpften SPD-Fraktion sitzt Sigmar Gabriel und ganz hinten Andrea Nahles. Beide wissen genau, dass sie in diesem Moment unter Beobachtung stehen. Schon deshalb müssen sie jetzt lange klatschen. In drei Tagen beginnt in Dresden der SPD-Parteitag, der Gabriel zum Parteivorsitzenden und Nahles zur Generalsekretärin wählen soll.
Steinmeier, Gabriel, Nahles – es ist ein seltsames Trio, das sich vorgenommen hat, die SPD vor dem Untergang als Volkspartei zu bewahren. Die Stabilität dieser Troika steht von Anfang an infrage. Kann das gut gehen? Schon die Entstehungsgeschichte des Dreierbündnisses lässt Zweifel daran aufkommen, ob die Beteiligten auf Dauer zur vertrauensvollen Zusammenarbeit in der Lage sein werden.
- Datum 11.11.2009 - 13:50 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Die Antwort auf die Regierungserklärung von Hr Steinmeier auf die Regierungserklärung war hervorragend. Als Opositionsführer hat er heirmit seine Prüfung bestanden. Ich traue ihm zu, dass er mit dieser selbst angenommenen Rolle etliche Abtrünnige der SPD wieder gewinnen kann. Ich sehe hier kein Problem der damalig getroffenen Entscheidungen. Es spricht für ihn, wenn er heute noch aus der damaligen Situation heraus dazu steht.
Dieses so genannte "seltsame Trio" hat gute Chancen, die SPD wieder nach vorne zu einer echten Volkspartei zu tragen.
Der Umgang mit der Linken wird sicherlich das schwierigste Problem sein, welches gelöst werden muss.
Zitat:
"Damit ist klar: Gabriel wird SPD-Chef, Nahles Generalsekretärin. "
Das ist peinlich und einer Volkspartei nicht würdig. Selbst nach einer solchen Schlappe werden die Posten doch wieder nur unter den Spitzenfunktionären ausgeklüngelt.
Steinmeier ist als der "Verlierer der Bundestagswahl 2009" und "die personifizierte Agenda 2010" unauslöschlich für die Öffentlichkeit markiert; insoweit aus Sicht vieler in der SPD, auch der ungeeigenste Kandidat für den Fraktionsvorsitz!
Die Fraktion hat ihn dennoch gewählt und die Stimmungslage in der Partei (wieder mal) vollends ignoriert!
Steinmeier ist somit zwangsläufig die Sollbruchstelle im Erneuerungsprozess der SPD!
Denn wen die SPD die inhaltliche Erneuerung aktiv und konsequent ausgestalten will, dann lastet auf Steinmeier die Umsetzung dieser Inhalte in der Rolle des Oppositionsführers!- Bislang hat er sich eher unbelehrbar gezeigt, wenn es um das Infragstellen der von ihm mitgetragenen politischen Entscheidungen der letzten Jahre ging!
Bleibt die Hoffnung für die SPD das Steinmeier sich ändert!- Nur kann er das überhaupt ohne sich selber als Politiker in Frage zu stellen?- Ich glaube nicht...
Ich glaube, es geht Herrn Steinmeier ähnlich wie Egon Krenz 1989 als der versprach, es werde mit ihm eine ganz neue SED geben.
Entweder die SPD wird mit ihm wieder in ihr altes Bett zurückfallen, oder sie erneuert sich wirklich, dann wohl eher ohne Steinmeier.
erneuern.Nahles - Gabriel und Scholz sind der Untergang der SPD.
Mal Klartext. Neben Fischer war Clement einst wichtigster Minister. Dieser hat SPD verraten, nicht erst 2008/2009. Hartz IV-Gesetz Murks hoch 3. Weise zum Chef gemacht.BA, Nürnberg, Pleiten, Skandale, Fehlleistungen ohne Ende. Berufsberatung erbärmlich, Vermittlung obermies, Leistungsbateilung bestenfalls "mittel". Viele Agenturen und Job-Center beantworten nicht mal einfache Anfragen per mail.
Nun Klartext. SPD kämpft nicht nur gegen CDU, CSU, FDP u. a., sondern hat mächtige Konzerne bspw SPRINGER, Bertelsmann, Verlagshäuser, Funkhäuser, milliardenschwere Lobbyisten "am Hals". Wird zwar niemand "erschossen", der SPD wählt, aber was vor Wahlen in Medien abgeht, ist vordemokratische. Nicht viel anders als in Italien, Frankreich. Macht des Groß- und Finanzkapitals schlägt voll durch. Für Konservative unangenehme Themen werden unterschlagen. Jugendzeit der Kanzlerin, sehr fragwürdiges Milieu, Stasi im Umfeld, ihre Partner, erste Ehemänner. Hunderte bohrende Fragen!! Geschieht aber nicht. Der Minister de Maiziere, durch Skandale in Sachsen hochbelastet. Justiz? Ewiger Schlaf! (Stark gegen Schwache; schwach gegen Starke, ist ja in D. bekannt). Jetzt soll sich die SPD bei irgendwelchen Leuten noch "entschuldigen", weil "nur" 23 % magere Ausbeute. Fähige Journalisten würden die Frage nach fairen Wettbewerbsbedingungen der Parteien stellen. Stattdessen wird den total verrufenen DIE LINKE zuviel suppoert gegeben. Leider. Warum dies alles? Ich denke: Es gilt: pecunia non olet!
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