Schwarz-Gelb Die Streithähne gehen in Klausur
Kurz nach Beginn ihrer Amtszeit zieht sich die neue Regierung Mitte November ins brandenburgischen Meseberg zurück. Hauptthemen: Der Zoff um die Steuer- und Gesundheitspolitik.
© Bernd Settnik/ dpa

Ins Schloß Meseberg in Brandenburg, rund 60 Kilometer nördlich von Berlin, hatte sich auch schon das schwarz-rote Kabinett zur Klausur begeben
Union und FDP wollen auf ihrer Klausurtagung im brandenburgischen Meseberg Leitlinien ihrer Regierungsarbeit bestimmen. Im Zentrum dürften dabei die Streitpunkte der Steuer- und Gesundheitspolitik stehen. Im Koalitionsvertrag hatten die Regierungspartner dazu zwar Festlegungen getroffen. Seither jedoch streiten Liberale, CDU und CSU über die Auslegung der Vereinbarungen.
Insbesondere der Umfang der geplanten Steuersenkungen und die Auswirkungen auf die Etats von Bund und Ländern werden innerhalb der Koalition, aber auch zwischen Bund und Bundesländern, kontrovers diskutiert. Für das kommende Jahr plant Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) die Umsetzung der vereinbarten Steuersenkungen im Umfang von rund 20 Milliarden Euro. Und zwar ohne die bisher vorgesehene Neuverschuldung im Bundeshaushalt 2010 zu erhöhen. Schäuble habe im Kabinett "ein ganz deutliches Signal gegeben, dass die Neuverschuldung, wie sie jetzt im ersten Entwurf steht, von 86 Milliarden Euro nicht überschritten werden soll", sagte sein Sprecher am Mittwoch.
Angesichts milliardenschwerer Zusatzausgaben für die Steuererleichterungen, aber auch für Hilfen für die Landwirtschaft und Ausgaben für Bildung und Forschung, bedeutet das, dass an anderer Stelle im Etat gespart werden muss. Schäuble will dazu konkrete Vorschläge unterbreiten. In einem Brief an die Ministerien hat der Minister bereits Mehrausgaben der Häuser eine Absage erteilt. Dem bisherigen Zeitplan zufolge soll das Kabinett am 16. Dezember den Entwurf zum Haushaltsplan 2010 beschließen. Der Bundestag soll sich demnach ab Januar mit den Haushaltsplänen von Union und FDP befassen.
Das "Wachstums-Beschleunigungsgesetz", in dem vor allem Steuererleichterungen für Familien und Unternehmen zusammengefasst werden, soll nach Regierungsangaben am Montag in Sondersitzungen des Kabinetts und der Fraktionen vorbereitet werden. Im Bundestag soll das Gesetz am 12. November und 4. Dezember beraten werden. Der Bundesrat soll es am 18. Dezember verabschieden. Geplant sind unter anderem die Anhebung des Kinderfreibetrages und des Kindergeldes, Änderungen am Unternehmenssteuer- und Erbschaftssteuerrecht und der Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe.
Die FDP machte am Mittwoch ein neues Konfliktfeld auf – dieses Mal beim Thema Rente. Fraktionsvize Heinrich Kolb forderte, dass jeder Arbeitnehmer ab dem Alter von 60 Jahren die Möglichkeit haben solle, in Rente zu gehen. Mit der Rentenreform müsse ein "neues Angebot für den Übergang von Arbeit zur Rente" geschaffen werden, wie Kolb der Bild-Zeitung sagte. Eine Forderung, die so ähnlich bereits im Wahlprogramm der FDP stand.
Ab dem 60. Lebensjahr sollten die Versicherten "bei versicherungsmathematisch korrekten Zu- und Abschlägen" den Zeitpunkt ihres Renteneintritts flexibel wählen können, heißt es dort. Für Rentner sollten außerdem die Zuverdienstgrenzen fallen, so dass sie mit einem Nebenjob ihre Altersbezüge unbegrenzt aufbessern könnten. Mit der Forderung nach einem flexiblen Renteneintritt ab 60 stießen die Liberalen jedoch in den Koalitionsverhandlungen auf deutlichen Widerstand der Union, die grundsätzlich an der Rente mit 67 festhalten will.
Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 05.11.2009
- Datum 05.11.2009 - 11:43 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Liebe Zeit-Autoren, lest doch mal den Artikel Eures Chefredakteurs von kurz vor der Wahl, Titel "Sind wir noch bei Trost" (oder so ähnlich). Darin lehnt er sich zurecht gegen die omnipräsente Schlechtrederei und Konfliktaufbauschung in sämtlichen Medien auf.
Leider ist sein Appell ungehört verhallt, und nach der Wahl geht's munter weiter wie vorher. Die Koalitionsverhandlungen hatten ncoh nicht begonnen, da konnte man schon sämtliche Details über die brisanten Streitpunkte bei Schwarz-Gelb lesen, und während der laufenden Verhandlungen wurde bereits der Fehlstart der Regierung kommentiert.
Muss man denn immer nur von Zoff und Streit und fehlender Einigkeit berichten? Wie soll denn Politk Eurer Meinung nach funktionieren, wenn nicht durch kontroverse Diskussionen im Ringen um die beste Strategie - Mama Angie gibt ihren Ministern kleine Zettel, auf denen steht, was sie tun sollen, und dann beginnt man in ständiger Harmonie zu regieren?
Vielleicht ist das der Fluch des Internets, dass ständig neue Artikelchen produziert werden müssen, mit immer kürzer Verfallsdauer. Ich würde aber lieber weniger, dafür gut recherchierte Artikel lesen, die auch nach 2 oder 3 Wochen noch aktuell sind, wiel sie sich auf politische Entscheidungen beziehen, und nicht auf journalistische Seifenblasen-Panikmache im Stil von "neuer Streit in der Koalition (weil Guido Angie mal nicht angelächelt hat)" ...
Gut, daß wir aufmerksame Medien haben. Ein Beispiel ist wohl der "Schattenhaushalt" den Schwarz/Gelb einrichten wollte. Es war wohl auch die vernichtende Kritik in den Medien, daß die Koalition davon Abstand genommen hat.
Fast jeden Tag wird doch ein Versuchsballon (Maut-Rente) von Union und FDP gestartet, um zu testen, wie man Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen kann, das man ihnen umverteilt wieder zurück geben könnte.
In solche einer Situation wünsche ich mir aufmerksame Medien.
ausgelöst ? Es waren nicht die Medien und schon gar nicht die ZEIT.
Wenn Guido Westerwelle auf dem FDP-Parteitag nach den Koalitionsverhandlungen tönt:
"Wir haben uns in allen, aber auch in allen Punkten durchgesetzt...und wer das nicht begreift, dem ist in seiner Hirnverbranntheit nicht zu helfen", dann müssen sich ja wohl freie Medien mit dieser Aussage kritisch auseinandersetzen, denn das sagte nicht irgendein FDP-Mitglied, sondern der Verhandlungsführer der FDP, ihr Vorsitzender und jetzige Außenminister.
Sicher haben Sie auch die letzte Ausgabe der ZEIT gelesen. Schlagzeile: "Neues Deutschland, ein vietnamesiches Waisenkind wird Gesundheitsminister, ein Greenhorn Verteidigungsminister und ein Intellektueller Umweltminister. Die neue Regierung ist Spiegelbild einer Gesellschaft, die offener und bunter geworden ist. Dazu: Der FDP-Wähler, das unbekannte Wesen".
Ich habe lange nicht eine Ausgabe der Zeit gelesen, die sich so differenziert, aber auch kritisch mit dem Thema Politik befasst.
"Geben Sie Gedankenfreiheit (Pressefreiheit), Sire". Wir sind nicht beim alten "Neuen Deutschland".
Gut, daß wir aufmerksame Medien haben. Ein Beispiel ist wohl der "Schattenhaushalt" den Schwarz/Gelb einrichten wollte. Es war wohl auch die vernichtende Kritik in den Medien, daß die Koalition davon Abstand genommen hat.
Fast jeden Tag wird doch ein Versuchsballon (Maut-Rente) von Union und FDP gestartet, um zu testen, wie man Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen kann, das man ihnen umverteilt wieder zurück geben könnte.
In solche einer Situation wünsche ich mir aufmerksame Medien.
ausgelöst ? Es waren nicht die Medien und schon gar nicht die ZEIT.
Wenn Guido Westerwelle auf dem FDP-Parteitag nach den Koalitionsverhandlungen tönt:
"Wir haben uns in allen, aber auch in allen Punkten durchgesetzt...und wer das nicht begreift, dem ist in seiner Hirnverbranntheit nicht zu helfen", dann müssen sich ja wohl freie Medien mit dieser Aussage kritisch auseinandersetzen, denn das sagte nicht irgendein FDP-Mitglied, sondern der Verhandlungsführer der FDP, ihr Vorsitzender und jetzige Außenminister.
Sicher haben Sie auch die letzte Ausgabe der ZEIT gelesen. Schlagzeile: "Neues Deutschland, ein vietnamesiches Waisenkind wird Gesundheitsminister, ein Greenhorn Verteidigungsminister und ein Intellektueller Umweltminister. Die neue Regierung ist Spiegelbild einer Gesellschaft, die offener und bunter geworden ist. Dazu: Der FDP-Wähler, das unbekannte Wesen".
Ich habe lange nicht eine Ausgabe der Zeit gelesen, die sich so differenziert, aber auch kritisch mit dem Thema Politik befasst.
"Geben Sie Gedankenfreiheit (Pressefreiheit), Sire". Wir sind nicht beim alten "Neuen Deutschland".
Gut, daß wir aufmerksame Medien haben. Ein Beispiel ist wohl der "Schattenhaushalt" den Schwarz/Gelb einrichten wollte. Es war wohl auch die vernichtende Kritik in den Medien, daß die Koalition davon Abstand genommen hat.
Fast jeden Tag wird doch ein Versuchsballon (Maut-Rente) von Union und FDP gestartet, um zu testen, wie man Bürgern das Geld aus der Tasche ziehen kann, das man ihnen umverteilt wieder zurück geben könnte.
In solche einer Situation wünsche ich mir aufmerksame Medien.
ausgelöst ? Es waren nicht die Medien und schon gar nicht die ZEIT.
Wenn Guido Westerwelle auf dem FDP-Parteitag nach den Koalitionsverhandlungen tönt:
"Wir haben uns in allen, aber auch in allen Punkten durchgesetzt...und wer das nicht begreift, dem ist in seiner Hirnverbranntheit nicht zu helfen", dann müssen sich ja wohl freie Medien mit dieser Aussage kritisch auseinandersetzen, denn das sagte nicht irgendein FDP-Mitglied, sondern der Verhandlungsführer der FDP, ihr Vorsitzender und jetzige Außenminister.
Sicher haben Sie auch die letzte Ausgabe der ZEIT gelesen. Schlagzeile: "Neues Deutschland, ein vietnamesiches Waisenkind wird Gesundheitsminister, ein Greenhorn Verteidigungsminister und ein Intellektueller Umweltminister. Die neue Regierung ist Spiegelbild einer Gesellschaft, die offener und bunter geworden ist. Dazu: Der FDP-Wähler, das unbekannte Wesen".
Ich habe lange nicht eine Ausgabe der Zeit gelesen, die sich so differenziert, aber auch kritisch mit dem Thema Politik befasst.
"Geben Sie Gedankenfreiheit (Pressefreiheit), Sire". Wir sind nicht beim alten "Neuen Deutschland".
es ist soweit. Die von Ihnen gewaehlte Regierung hat eine Überraschung für Sie geplant. Die reichlich vorhandenen, gut bezahlten und nur wegen der Zuverdienstgrenzen nicht genutzten Rentnerjobs können nun besetzt werden. Ein Schlaraffenland für Ruheständler wird kommen.
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