"Der Verlust des Amtes war einerseits ernüchternd, andererseits aber auch befreiend. Für mich begann damit eine neue Lebensphase, in der ich erkannte, dass man die Ziele, die man verfolgt, niemals absolut über die Dinge stellen sollte, die daneben auch noch wichtig sind", sagte der ehemalige Ministerpräsident dem ZEITmagazin.
 

Althaus war nach dem schlechten Abschneiden seiner CDU bei der Landtagswahl im September zurückgetreten. Vor einem Jahr stieß er auf einer österreichischen Piste mit einer Skifahrerin zusammen, die an den Unfallfolgen starb.

Bis heute fühle er sich durch den Unfall belastet, sagte der 51-Jährige. Seine Familie, aber auch sein katholischer Glaube hätten ihm Kraft gegeben: "Der Besuch der Messe, das Beten, das Bitten um Vergebung hilft mir, mich auf Neues einlassen zu können, ohne tagtäglich mit der Belastung durch eine mögliche Schuld konfrontiert zu sein." Noch in der Reha-Klinik habe er "von morgens bis abends" gearbeitet. Seine Eltern und auch seine Frau hätten ihm damals deutlich gemacht, dass er zuerst darauf achten müsse, nicht nur körperlich, sondern auch innerlich zu genesen. "Heute würde ich ihrer Meinung mehr Raum geben", sagte Althaus.