Berliner Verwaltungsgericht FDP muss Strafe für Möllemanns Spendenpraktiken zahlen
Niederlage für die Liberalen: 3,5 Millionen Euro kostet die Partei die Spendenaffäre ihres Ex-Spitzenpolitikers. Das Gericht hat den Widerspruch der FDP zurückgewiesen.
© Foto: Miguel Villagran /dpa

Jürgen Möllemann (Archivbild von 2002) war in einen Spendenskandal verstrickt, für den die Bundestagsverwaltung ein Strafgeld von 3,5 Millionen Euro verhängte. 2003 starb der Spitzenpolitiker beim Absturz mit einem Fallschirm
Die Spendenaffäre um den früheren FDP-Spitzenpolitiker Jürgen Möllemann kommt die Partei nach einem Urteil des Berliner Verwaltungsgerichts teuer zu stehen. Danach müssen die Liberalen knapp 3,5 Millionen Euro Strafe wegen Verstößen gegen das Parteiengesetz zahlen. Mit dem Urteil wurde die Klage der FDP gegen die Strafzahlung zurückgewiesen, die die Bundestagsverwaltung fordert.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Möllemann dem Landesverband Nordrhein-Westfalen zwischen 1996 und 2002 Barspenden in Millionenhöhe rechtswidrig zukommen ließ und damit gegen das Parteiengesetz verstieß. Die FDP hatte hingegen auf ihren Anteil an der Aufklärung der Affäre verwiesen.
Während des Prozesses um die Millionenstrafe hatte der FDP-Anwalt der Bundestagsverwaltung Willkür vorgeworfen. Bei der FDP dürften keine strengeren Maßstäbe angelegt werden als bei anderen Parteien, hatte FDP-Anwalt Christopher Lenz vor dem Berliner Verwaltungsgericht gesagt. Die Bundestagsverwaltung hatte den Vorwurf der Ungleichbehandlung umgehend zurückgewiesen.
Die FDP will gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen. Partei-Schatzmeister Hermann Otto Solms werde dies den Parteigremien empfehlen, sagte ein FDP-Sprecher nach der Urteilsverkündung.
Illegal gestückelte und verschleierte Geldbeträge in FDP-Kasse
Grund für die von der Bundestagsverwaltung geforderte Strafzahlung war die undurchsichtige Spendenpraxis Möllemanns zwischen 1996 und 2002. Unter falschen Spendernamen hatte der damalige nordrhein-westfälische Parteivorsitzende Geld in die Parteikasse geschleust. Auch Plakat- und Anzeigenaktionen gehörten zu den Zuflüssen, die Möllemann falsch deklarierte.
Damit verdeckte er Großspenden und vermied die Veröffentlichung der Spendernamen. Bis heute ist ungeklärt, woher das Geld kam: insgesamt knapp eine Million Euro. Davon finanzierte er auch ein Flugblatt mit antiisraelischem Inhalt. Es gab einen monatelangen auch innerparteilichen Skandal. Am Ende kam Möllemann einem Parteiausschluss mit dem Austritt aus der FDP zuvor.
Der Strafbescheid ahndet laut Bundestag Verstöße gegen das Parteiengesetz, die der NRW-Landesverband der Partei in den Jahren 1996 bis 2000 und 2002 beging. Die damals gebuchten Summen werden jeweils als Verstöße gegen das parteienrechtliche Verbot bewertet, Spenden anzunehmen, wenn ihre wahre Herkunft nicht feststellbar ist.
Erst nach wochenlangem Schweigen über die Finanzierung des Flugblatts hatte Möllemann im November 2002 gegenüber der Staatsanwaltschaft eingeräumt, er habe knapp eine Million Euro von nicht genannten Spendern besorgt, seinem Privatvermögen zugeführt, gestückelt und auf zwei Konten eingezahlt. Als Drehscheibe der undurchsichtigen Finanztransaktionen hatte die Staatsanwaltschaft Liechtenstein ausgemacht.
Möllemann war am 5. Juni 2003 bei einem Fallschirmsprung gestorben.
- Datum 08.12.2009 - 18:18 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 8
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Er war mal, Lachnummer eins....
Buda-Bertalan Weisenstein-Neumann:
Politiker – lernt Ihr nie mehr dazu?
Politiker – egal, wie gut – Mensch – du bist,
Im Amt – bist du keineswegs unersetzlich,
Von dir – reichen uns – dem Volk – 4 Jahren,
In gleichem Amt – sollst du – nicht länger bleiben!
.
.... Fortsetzung:
Genscher ist ein Ur-Gestein – war noch Staats-liberal,
Lachnummer zwei – ist sehr Windig – Neoliberal,
Bei Grünen weißt man nie – wer – wo – einknicke,
Wen sollst DU wählen – auf diese – menschlich dünne – Liste?
.
....
Fortsetzung:
http://Weisenstein-Neuman...
http://community.zeit.de/...
Copyright 2004-2009, Urheberrecht bei Buda-Bertalan Weisenstein-Neumann, reg.: 4910...
sind doch für die arabischen Geldgeber Peanuts. [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf unnötige Polemik. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Möllemann war ein Politiker vom Format des Grafen Lambsdorffs. Hat Ersterer denn auch so einen schönen Nachruf bekommen?!
[ Verlinkung entfernt: Bitte verzichten Sie auf pietätlose Beiträge. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
Haben wir uns mit der DDR vereinigt?!
Der link zu duckhome enthielt nicht eine Unwahrheit oder Lüge! Aufgeführt wurden nur Tatsachen und Fakten.
Unterlassen Sie bitte diese Zensur, danke.
"Davon finanzierte er auch ein Flugblatt mit antiisraelischem Inhalt."
die Zeit nennt den Flyer von Möllemann nicht antisemitisch.
Welch ein Fortschritt.
Aber was ist eigentlich "antiisraelisch"?
Ist es "antiisraelisch", wenn man behauptet, das die frühere
Sharon-Regierung einen Palästinenser-Staat ablehnte?
(War die ehemalige Sharon-Regierung nicht viel mehr
antipalästinensisch?)
Wieso sind die früheren Aussagen Möllemans "Antiisraelisch"?
Wenn man heute Berlusconi als populistischen Potententaten
bezeichnet, ist man dann "antiitalienisch"?
Den Flyer gibt es noch im internet, u.a.:
http://www.bekannt-gemach...
Wendet die ZEIT-Redaktion die gleichen Kriterien auf sichan , wie an die User ihres Forums, dann müsste der ganze Artikel ja gleich gesperrt werden. Der Einfachheit halber kopiere ich den Vermerk hier gleich mit rein:
"entfernt: Bitte verzichten Sie im Sinne des Verstorbenen und seiner Angehörigen auf pietätlose Beiträge. Danke. Die Redaktion/m.e."
Für diejenigen, die die Anspielung nicht verstehen: einfach einmal die Beiträge im Lambsdorff-thread nachlesen.
Bei allem Respekt und bei aller Pietät - Graf Lambsdorff ist wegen Steuerhinterziehung rechtskräftig verurteilt.
Offenbar ist es nicht nur die Person Graf Lambsdorff, die es mit Recht und Gesetz nicht so genau nahm und nimmt sondern die ganze Partei - und so etwas regiert uns !!!!!
Liberalität wird hier wohl gründlich mißverstanden.
Die paar Millionen sind tatsächlich ein schlechter Witz...das bekommt ein geschickter Abgeordneter der FDP mit einer Zusage an sein Klientel pro Woche zusammen (z.B. Hotelbranche).
Was Möllemanns Flyer angeht: Wo war da eigentlich der Skandal? Mit Antisemitismus hat das nichts zu tun. Oder ist Kritik an der israelischen Politik heute eben einfach gesellschaftsfähiger als damals?
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