Weihnachtsansprache Köhler fordert strengere Regeln für Banken

In seiner Weihnachtsansprache fordert der Bundespräsident von der Finanzbranche "Verantwortung für das Allgemeinwohl". Zudem mahnt er zu Achtsamkeit in der Gesellschaft.

Bundespräsident Horst Köhler bei der Aufzeichnung der Weihnachtsansprache 2009 im Schloss Bellevue am Dienstag

Bundespräsident Horst Köhler bei der Aufzeichnung der Weihnachtsansprache 2009 im Schloss Bellevue am Dienstag

Bundespräsident Horst Köhler kritisiert in seiner Weihnachtsansprache die Finanzbranche und ruft die Verantwortlichen der Finanzkrise zur "Einkehr" auf. Die Maßlosigkeit der Finanzakteure und Mängel in der staatlichen Aufsicht hätten die Welt in eine tiefe Krise gestürzt.

Köhler fordert strengere Gesetze für den Bankensektor. Notwendig sei die Einsicht, dass Geld den Menschen dienen müsse und sie nicht beherrschen dürfe. Die Finanzbranche müsse deshalb mehr Verantwortung für das Allgemeinwohl übernehmen. 

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Er denke auch an die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan, sagte Köhler, seine guten Wünsche seien "bei ihnen und auch bei den Landsleuten, die sich fern der Heimat im Dienst der Polizei oder der Hilfsorganisationen für Sicherheit und friedlichen Aufbau einsetzen".

Vor dem Hintergrund des Amoklaufs in Winnenden mahnte Köhler zudem eine "Kultur der Achtsamkeit" an. Taten wie diese und die des zu Tode geprügelten Münchners Dominik Brunner seien eine Aufforderung, "nachzudenken über uns selbst und wie wir zusammenleben". In Winnenden hatte ein 17-Jähriger im März 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Im September wurde an einem Münchner S-Bahnhof der 50-jährige Brunner von jugendlichen Schlägern zu Tode geprügelt, nachdem er sich schützend vor einige Kinder gestellt hatte.

Die Weihnachtsansprache wird am 25. Dezember um 20.10 Uhr im ARD ausgestrahlt.

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 24.12.2009 um 10:39 Uhr

    ...dass sich die Beschreibung der Rede im Artikel zu vermitteln scheint, die Rede sei eine auf Erbaulichkeit zielende Predigt gewesen mit allen bei solchem Unterfangen erwarteten Floskeln und Selbstgerechtigkeiten. Wieso ist das so?

  1. zu Weihnachten?
    Darin waren Pfaffen, Aktienspekulanten und Vertreter des
    alten und neuen Adels schon immer groß.
    .
    "....die Menschen sollten sich „bei uns und in der Welt“ für eine gerechte Ordnung einsetzen."
    Warum tut er es dann nicht konkret und jetzt als Vorbild? Vielleicht weil er selbst ein führender Vertreter des neoliberalen Projekts "Volksverarmung" war (und immer noch ist?) und nur deshalb überhaupt Bundespräsident
    geworden ist?
    .
    "....Maßlosigkeit bei Finanzakteuren und Mängel bei der staatlichen Aufsicht die Welt in eine tiefe Krise gestürzt ....."
    Er selbst hat mit daran gearbeitet, die staatliche Aufsicht zurückzufahren und zum Papiertiger werden zu lassen. (Und er persönlich als in seiner ehemaligen IWF-Funktion mit dafür gesorgt, das sich in Ländern der Dritten Welt Armut
    vermehrt ausbreitet.)
    Und jetzt zeichnet sich doch bereits ab, das die "Finanzakteure" genauso weitermachen wie vor der Krise. Der Staat (sprich der Steuerzahler) hat die Verluste ausgeglichen, und die Herren (denen sich Hr.Köhler doch früher so verbunden fühlte) der Welt spekulieren und wetten wieder fröhlich drauf los.
    .
    Ein Bundespräsident, der Dinge wirklich beim Namen nennt.....eine Utopie?
    Ist es eigentlich zuviel verlangt, das der Präsident unseres
    Landes auch die Armut im eigenen Land erwähnt?
    z.B. die Millionen von HartzIV-Empfängern, deren Kinder und
    deren äusserst bescheiden ausfallendes Weihnachtsfest?

    Frohe Weihnachten!

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    Ihr Kommentar ist gut. Ich schließe mich an.Dadurch spare ich Zeit. Und Zeit ist Geld.
    Nein, wirklich. Ich sehe das genauso.

    Ihr Kommentar ist gut. Ich schließe mich an.Dadurch spare ich Zeit. Und Zeit ist Geld.
    Nein, wirklich. Ich sehe das genauso.

  2. Alle Jahre wieder,
    grüßt uns der Präsident,
    wärmstens aus Schloss Bellevue,
    wie man's seit Jahren kennt.

    Mahnt mit schönen Worten,
    viele Probleme an.
    Wartet nur, denn schon Neujahr,
    ist die Kanzlerin dran.

    "The same procedure as last year Miss Kanzlerin?"
    "The same procedure as every year Horst."

    MfG
    AoM

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    darf ich weiter verwenden?

    darf ich weiter verwenden?

  3. Könnte sich der Bundespräsident beim Begriff 'Achtsamkeit' vergriffen haben?

    Achtsamkeit: "Mit Achtsamkeit im Sinne von Mindfulness ist diejenige geistige Einstellung gemeint, in der man sich um ein breites und gleichmütig-akzeptierendes Achtgeben auf alle Phänomene bemüht, die „im Geist“, also in der Wahrnehmung oder Vorstellung (im Bewusstsein) auftauchen: Gedanken aller Art wie Erinnerungen oder sonstige Vorstellungen, Sinneswahrnehmungen aus der Umgebung sowie aus dem eigenen Körperinneren einschließlich aller emotionalen Vorgänge", soweit Wikipedia.

    Ich dachte erst, es ginge dem Bundespräsidenten wohl um den Respekt der Jungen gegen die Älteren. Aber das meint er wohl nicht. Der BP meint vielmehr, dass die Bürgerschaft ständig ein Waches Auge auf die Jugend haben sollte.

    Ich (Wir) weis (wissen) zwar, was er meint, aber in der Verkürzung geht das wohl nicht in Ordnung. Zumal der zweite Aspekt, den der Ehrbarkeit, wo es wohl um 'EHRBARE KAUFLEUTE' geht, an sich nicht in diesem Zusammenhang betrachtet werden sollte.

    Verkürzt: Der BP behandelt gewaltbereite Jugendliche zusammen mit gewaltbereiten Bänkern! Denkt er wirklich so? Jedenfalls er reist Problemfelder an, ohne sie dann in der einen oder anderen Richtung zu vertiefen.

    Ich denke, der BP greift nicht in die Tagespolitik ein, wenn er vertiefend und verklarend formuliert.

    • fanta4
    • 24.12.2009 um 11:19 Uhr

    Aufgewärmte Worthülsen, vom Zufallsgenerator zusammengesetzt.

    • NoG
    • 24.12.2009 um 11:24 Uhr

    muesste es nicht heisen " IN DER"?

    "wird am 25. Dezember um 20.10 Uhr IM ARD ausgestrahlt."

    ansonsten...hat er nicht schon 2008/09 gegen die banken gewettert? oder war das kurz vor der seiner wiederwahl?
    tippe auch auf "aufgewaermte worthuelsen, vom zufallsgenerator zusammengesetzt".

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    Ja müßte es, aber trotzdem wird das nichts an der unvermeidbaren Ausstrahlung ändern.

    Ja müßte es, aber trotzdem wird das nichts an der unvermeidbaren Ausstrahlung ändern.

  4. Es ist immer wieder erstaunlich mit welcher Selbstüberzeugung Herr Köhler zur Weihnachtszeit fromme Fürbitten an die Banker sendet sich nach der Finanzkrise zum nachhaltigen wirtschaften zu bekennen.

    Aber was will man von einem "geläuterten" Bank(i)er erwarten, der sich zu einer Regierungsarbeit bekennt, die so dreist und offensichtlich das Rad in die Steinzeit zurückdreht und eine Klientelpolitik so unverblühmt betreibt, dass man glaubt im Kabarett zu sitzen.

    Jedoch der Unterschied zwischen Komödiant und Kabarettisten ist leicht geklärt. Der Komödiant macht es wegen dem Geld, der Kabarettist wegen des Geldes.

    In diesem Sinn eine maßvolle Weihnachtszeit ins Schloss Bellevue Herr Köhler.

  5. 8.

    Ja müßte es, aber trotzdem wird das nichts an der unvermeidbaren Ausstrahlung ändern.

    Antwort auf "IM - IN DER"

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