Neujahrsansprache der Kanzlerin Merkel rechnet nicht mit schnellem Aufschwung

Bundeskanzlerin Merkel hat die Bürger auf ein schweres Jahr 2010 eingestimmt: Deutschland könne hoffen, die Krise zu meistern, doch manches werde erst "noch schwieriger".

Stimmte die Deutschen auf wirtschaftlich schwierige Zeiten ein: Bundeskanzlerin Merkel während ihrer Neujahrsansprache

Stimmte die Deutschen auf wirtschaftlich schwierige Zeiten ein: Bundeskanzlerin Merkel während ihrer Neujahrsansprache

Bundeskanzlerin Angela Merkel rechnet nicht mit einer schnellen Erholung der deutschen Konjunktur von der Finanzkrise. "Wir können nicht erwarten, dass der Wirtschaftseinbruch schnell wieder vorbei ist. Manches wird gerade im neuen Jahr erst noch schwieriger, bevor es wieder besser werden kann", sagte Merkel in ihrer Neujahrsansprache. Das Jahr 2009 habe "im Zeichen der größten weltweiten Finanzkrise unserer Zeit" gestanden.

Im kommenden Jahr, 2010, werde sich entscheiden, "wie wir aus dieser Krise herauskommen", sagte die Kanzlerin weiter und fügte hinzu: "Wir können mit guten Gründen hoffen, dass Deutschland diese Krise meistern wird". Dazu werde weiter daran gearbeitet, neue Regeln auf den Finanzmärkten einzuführen, "die das Zusammenballen von Maßlosigkeit und Verantwortungslosigkeit in Zukunft rechtzeitig verhindern". Zudem würden sich Politik und Wirtschaft in den kommenden Monaten vor allem um die Sicherung von Arbeitsplätzen sowie um ausreichende Kredite für die Unternehmen und besonders für den Mittelstand kümmern.

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Merkel bekräftigte, die Bundesregierung wolle alles tun, um die Wirtschaft anzukurbeln, "denn wir wollen mit mehr Wachstum klug aus der Krise kommen". Von den Rückschlägen bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen dürfe sich Deutschland nicht beirren lassen. "In Kopenhagen haben wir guten Willen und Bereitschaft zum Handeln erlebt, aber leider eben auch viel Zögern und Eigensinn. Sich davon entmutigen zu lassen, das wäre denkbar falsch. Deutschland wird das nicht tun", sagte Merkel.

Die weltweite Krise dürfe eben nicht als Ausrede dafür dienen, andere Herausforderungen der Menschheit wie den Umweltschutz in den Hintergrund zu drängen, sagte Merkel. Denn 2010 beginne "ein neues Jahrzehnt, in dem sich vieles für unser Land entscheiden wird". Dazu gehöre, "wie wir Gerechtigkeit und Menschlichkeit in einer Welt schützen, die Unrecht, Gewalt und Krieg nicht völlig zu bannen vermag". Als weitere Aufgaben nannte Merkel, "wie wir als Gesellschaft nach Zahlen zwar älter und weniger werden, aber offen und im Geist jung bleiben und wie wir unseren Wohlstand erhalten, indem wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften ändern".

Merkel dankte auch deutschen Soldaten, Polizisten und Aufbauhelfern im Ausland, insbesondere in Afghanistan, für ihren Einsatz. "Die Bundesregierung weiß um die Härte und die Gefährlichkeit ihres Auftrags." Dieser Auftrag bleibe bedeutend für uns alle: "Sicherheit und Stabilität in Afghanistan so zu schaffen, dass von dort nie wieder Gefahr für unsere Sicherheit und unser Wohlergehen ausgeht."

Mit Blick auf den Einsatz der Bundeswehr am Hindukusch sagte die Kanzlerin, Ziel sei Stabilität in dem zentralasiatischen Land. Merkel fügte hinzu: "Politisch müssen und werden wir die Bedingungen schaffen, damit die Verantwortung in den nächsten Jahren Schritt für Schritt an die Afghanen übergeben werden kann. Genau dazu dient die Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London."

Merkel erinnerte auch an den Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren. "Ohne den Mauerfall wäre mein Leben wie das aller DDR-Bürger völlig anders verlaufen", sagte sie. Es sei die Kraft der damals gewonnenen Freiheit, "die uns heute Mut für das neue Jahr und das nächste Jahrzehnt machen kann".

 
Leser-Kommentare
  1. 1.

    Ich frag mich immer warum es nötig ist die Bürger durch optische Tricks zu manipulieren? Warum trägt merkel auf einmal brille statt kontaktlinsen? soll das weiser wirken? Klüger?

    Ihre Worte klingen für mich wie hohle Algemeinplätze, durch Ihre Politik spricht sie ander Worte als durch Bildsprache, Werbung und rethorik vermittelt. Merkel scheint wirklich einiges aus ihrer zeit in der FDJ behalten zu haben...

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    • joG
    • 31.12.2009 um 10:12 Uhr

    "Politisch müssen und werden wir die Bedingungen schaffen, damit die Verantwortung in den nächsten Jahren Schritt für Schritt an die Afghanen übergeben werden kann. Genau dazu dient die Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London."

    sind nicht: "Ihre Worte klingen für mich wie hohle Algemeinplätze". Sie verdrehen durch Verschweigen, dass man selbst genau diesen Punkt seit Anfang an den anderen Alliirten zu erfüllen versprochan hatte und es nicht tat.

    Die Anderen sind im Feld gestorben, während deutsche Polizisten zur Ausbildung der Afghanen nunmehr Jahre lang zurückgehalten wurden. Um es mit den Worten der Dame zu sagen: "Das ist inakzeptabel."!

    Offenbar gehört es zum guten Ton in unserem Land der Meckerer und Miesmacher, zu jedem Artikel einen zynischen Kommentar zu liefern. Als Werbefachmann finde ich das Foto jedoch ausgesprochen gelungen (in beiden Wortsinnen): die Mutter des Mutterlandes, dezent gefasst und dennoch hoffnungsvoll in die düstere Zukunft schauend. Die Brille ist ganz große Klasse. Chapeau!

    • ribera
    • 31.12.2009 um 21:23 Uhr

    - ein Herr Gabriel, oder
    - ein Herr Özdemir, oder
    - ein Herr Westerwelle, oder
    - ein Herr Bisky

    an der Stelle von Frau Merkel gesagt?
    Darüber lohnt es sich auch, einmal nachzudenken.

    • joG
    • 31.12.2009 um 10:12 Uhr

    "Politisch müssen und werden wir die Bedingungen schaffen, damit die Verantwortung in den nächsten Jahren Schritt für Schritt an die Afghanen übergeben werden kann. Genau dazu dient die Afghanistan-Konferenz Ende Januar in London."

    sind nicht: "Ihre Worte klingen für mich wie hohle Algemeinplätze". Sie verdrehen durch Verschweigen, dass man selbst genau diesen Punkt seit Anfang an den anderen Alliirten zu erfüllen versprochan hatte und es nicht tat.

    Die Anderen sind im Feld gestorben, während deutsche Polizisten zur Ausbildung der Afghanen nunmehr Jahre lang zurückgehalten wurden. Um es mit den Worten der Dame zu sagen: "Das ist inakzeptabel."!

    Offenbar gehört es zum guten Ton in unserem Land der Meckerer und Miesmacher, zu jedem Artikel einen zynischen Kommentar zu liefern. Als Werbefachmann finde ich das Foto jedoch ausgesprochen gelungen (in beiden Wortsinnen): die Mutter des Mutterlandes, dezent gefasst und dennoch hoffnungsvoll in die düstere Zukunft schauend. Die Brille ist ganz große Klasse. Chapeau!

    • ribera
    • 31.12.2009 um 21:23 Uhr

    - ein Herr Gabriel, oder
    - ein Herr Özdemir, oder
    - ein Herr Westerwelle, oder
    - ein Herr Bisky

    an der Stelle von Frau Merkel gesagt?
    Darüber lohnt es sich auch, einmal nachzudenken.

    • hamkon
    • 31.12.2009 um 8:48 Uhr

    dass es im kommenden Planjahr trotz der widrigen Wetterlagen unter Einsatz aller Produktivkräfte gelingen wird, die auf den Halmen stehen werdenden Ähren vermittels der Sicheln in die Scheuern zu fahren und unhter Einsatz der Hämmer der Leistungsträger, -eliten, der Führungs-, Lenkungs- und Leitungskräfte sowie aller Alphatiere und -tierinnen zu Mehl zu schrödern.

    Hernach gibt sich die Genossin Vorsitzende die Ehre, den Ähren zu ehre, zu einem gemeinsamen Mahl aller Leistungsträger, -eliten, der Führungs-, Lenkungs- und Leitungskräfte sowie aller Alphatiere und -tierinnen in das Casino des BUKA einzuladen, in dem vorübergehend keine der spielerischen Transaktionen des spielerischen Kannibalkapitalismus mehr stattfinden werden.

    Fahren wir doch einfach mal hin und huldigen dort unseren Exzellenzen und Exzellentinnen.

  2. Wird hier, wie damals bei H. Kohl, eine Wiederholung gesendet?
    Das wurde doch Ende letzten Jahres auch schon gepredigt?

    Hilfe, ich bin in einer Zeitschleife. Holt mich hier raus!

  3. Diese hat den Titel eindeutig verdient. "Merkel rechnet nicht mit schnellem Aufschwung" Grandios und witzig, weil sie damit erst Recht in Erklärungsnot kommt, was Ihr derzeitiges Steuerprojekt betrifft. Wäre die Hotellerie eine treibende wirtschaftliche Kraft, die blitzschnell für weitere Effekte sorgt, dann ... aber so verhält es sich mit diesem kleinlichen trägen Geschäft ja nun mal nicht. Da kommt dann schon die Frage ist Spiel, was das soll, wenn man bereits weiß, dass der "Aufschwung" (Übrigens immer noch ein dämliches Wort aus dem Turnunterricht) nicht schnell kommen wird. Die Frage ist dann doch: Kann sie es überhaupt? Rechnen?

  4. Ich bin nicht "Deutschland".
    Ausserdem wär mein Leben(im Westen)auch, ohne den Mauerfall,
    anders verlaufen. Vielleicht sogar besser.

  5. ...ääh, die Kanzlerin, wollte ich sagen.
    ----
    wobei, allzugroß scheint mir der Unterschied mittlerweile nicht mehr zu sein

  6. Lachen über die hilf- und orientierungslose Chaostruppe die nun seit der Bundestagswahl, einer politischen Realsatire gleich, die Bürger dieses Landes jeden Tag aufs neue begeistert? Oder weinen ob der politischen Konzeptionslosigkeit von offensichtlich überforderten Politikern, die dabei sind dieses Land sehenden Auges vor die Wand zu fahren?

    Und vor diesem Hintergrund ist der Satz “Manches wird gerade im neuen Jahr erst noch schwieriger, bevor es wieder besser werden kann.“ im Grunde genommen eine Zusammenfassung des sich abzeichnenden politischen Desasters auf dem Niveau dieser Regierung Merkel!

    Es kann schlichtweg mit dieser Regierung und deren handelnden Personen nicht mehr besser werden!

    Hier spielt sich vor unser aller Augen eine Tragikkomödie des Versagens ab, nach deren Schlussakt sich viele in diesem Land fragen werden: "Wie konnte es nur dazu kommen?"

    Und wir werden unseren Kindern und Enkelkinder in die Augen schauen müssen und uns der Antwort, unseres aller Versagens wegen, schämen!

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    ... könnte man orakeln, dass die Regierung dringend einen Krieg braucht. Aber halt, der ist ja schon Teil des Problems. Vielleicht brauchen wir nur neue Feinde und Feindbilder? Muslime, Kommunisten, Kinderpornografie. Aber halt das sind ja keine neuen.

    Oh wahrlich, es wird ein gar schweres Jahr.

    ... könnte man orakeln, dass die Regierung dringend einen Krieg braucht. Aber halt, der ist ja schon Teil des Problems. Vielleicht brauchen wir nur neue Feinde und Feindbilder? Muslime, Kommunisten, Kinderpornografie. Aber halt das sind ja keine neuen.

    Oh wahrlich, es wird ein gar schweres Jahr.

  7. Ich denke, wir kommen schneller wieder nach oben, wenn diejenigen, die dem "Last Lender" das Geld für die (eigenen) Bailouts "geliehen" haben, in großem Umfang auf ihre Zinsforderungen verzichten. Schließlich akkumulieren die nur nutzlos Kapital, das sie nach Gutsherren-Art in die Wirtschaft reinvestieren oder ansonsten in Steueroasen unproduktiv (und illegal) horten.

    Es ist wohl den Steuerzahlern nicht zu vermitteln, dass sie nun gleichzeitig für weniger Geld länger arbeiten sollen und dann noch auf kulturelle, soziale und gesellschaftliche Leistungen des Staates verzichten sollen.

    Diejenigen, die die Krise mindestens sehenden Auges (um nicht vorsätzlich zu sagen) verursacht haben, müssen nun vordringlich die Verantwortung für den Wiederaufbau und die Versorgung der Massen mit "verlorenen Kapitalspritzen" sorgen, damit das Gemeinwesen nicht wortwörtlich auf die Barrikaden geht. Wenn es darum geht zu entscheiden, von wem das Geld für den Wiederaufbau kommen muss, dann kann es nach marktwirtschaftlichen Prinzipien nur von denen stammen, die es in den vergangenen Jahren durch "risikolose Finanzprodukte" parasitär akkumuliert haben.

    Oder: Das Maß, in dem die Finanz-Branche insgesamt zur Übernahme ihrer Verantwortung gezwungen wird, kann man auch als objektives Maß dafür nehmen, wie freiheitlich, wie demokratisch und wie marktwirtschaftlich unser Staat tatsächlich noch ist. U.U. stellen wir dann aber fest, dass wir unsere Hamsterräder nur für Feudal-Herrn bewegen ..

    F. Mayer

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