Staatsverschuldung Schäuble muss Milliarden einsparen und sagt nicht wie
2011 fehlen dem Bundesfinanzminister bis zu 30 Milliarden Euro. Die müssen eingespart werden. Wie er das machen will, verrät Schäuble nicht.
Trotz einer Rekordneuverschuldung im kommenden Jahr und einem Konsolidierungsbedarf von bis zu 30 Milliarden Euro 2011 schweigt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) weiter eisern zu seinen Sparplänen. Zwar räumte er im ZDF erstmals ein, dass übernächstes Jahr etwa 25 bis 30 Milliarden fehlen könnten und durch hartes Sparen kompensiert werden müssen, das "Wie" ließ er aber offen.
Gute Vorschläge würden schnell zerredet, sagte Schäuble und wies den Vorwurf zurück, Union und FDP wollten mit ihrer Sparliste bis nach den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2010 warten. Mit Blick auf den künftigen, harten Sparkurs sagte er lediglich: "Was das sein wird, muss man sorgfältig prüfen."
Am Mittwoch hatte die Bundesregierung den Haushalt für 2010 beschlossen. Er sieht eine Rekordverschuldung von fast 86 Milliarden Euro vor. Auch die Ausgaben steigen stark, von 295 Milliarden auf 325,4 Milliarden Euro. Der Bund der Steuerzahler forderte, diesen Etat zu stoppen. Trotz der Schulden und fehlender Milliarden verteidigte Schäuble das Steuerpaket, das am Freitag vom Bundesrat abgesegnet werden soll. Dies sei wichtig, um Wachstum zu schaffen, sagte er Mittwochabend im heute journal des ZDF, zugleich distanzierte er sich von der in dem Paket enthaltenen Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen. Das sei nicht seine Idee gewesen.
Die FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger sagte, sie halte die Kritik an Schwarz-Gelb für ungerechtfertigt. "Trotz Steuersenkungen, damit verbundenen Steuerausfällen und neuer Schwerpunkte landen wir nicht bei mehr Schulden als von der alten Koalition geplant", sagte sie der Financial Times Deutschland. Der Etatentwurf für 2010 sehe geringere Schulden vor als noch von SPD-Finanzminister Peer Steinbrück zu Zeiten der schwarz-roten Koalition geplant. "Das hat uns keiner zugetraut. Alle, die sich schon vorab aufgeregt haben, dass die Verschuldung größer würde, sollen sich mal wieder abregen."
Zugleich räumte Homburger allerdings ein, dass "die Außenwirkung dieser Koalition besser werden kann". Durch die Diskussion um das Steuerpaket komme die gute Zusammenarbeit der Regierungspartner und die gemeinsame Linie in vielen Punkten bisher draußen nicht an.
Der Bund der Steuerzahler rief den Bundestag dazu auf, den Haushaltsentwurf der schwarz-gelben Bundesregierung zu stoppen. Die Kreditaufnahme von insgesamt 100 Milliarden Euro sei unfassbar und nicht akzeptabel, sagte der Geschäftsführer Reiner Holznagel der Braunschweiger Zeitung. "Das letzte Wort darf aber nicht gesprochen sein. Haushaltsrecht ist das Königsrecht des Parlaments." Die Bundestagsabgeordneten sollten Sparvorschläge einbringen, damit die Neuverschuldung weniger dramatisch ausfalle.
Der Bund der Steuerzahler sieht bereits im Haushalt 2010 Einsparpotenziale. Der Verband habe eine Sparliste über 24 Milliarden Euro bei Subventionen, Arbeitsmarktprogrammen, Personal- und Verwaltungskosten sowie bei Posten in allen Ressorts vorgelegt. Die Bundesregierung müsse sich den Vorwurf gefallen lassen, auf jeden substanziellen Einsparvorschlag zu verzichten, sagte Holznagel.
- Datum 17.12.2009 - 07:57 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf einer Seite lesen
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 24
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:





... die Fraktionschefin der „Hotel-7%-Partei“ -aus der Bodenseeregion, nahe der Schweiz- glaubt immer noch, Wachstum es sei über billigere Hotel-Übernachtungen zu erreichen. Der Finanzminister aus dem gleichen „Ländle“ –Exportland Nr.1- sagt, das sei nicht seine Idee.
Ist das eine gute Zusammenarbeit der „Regierungspartner“.
Konjukturpaket Bankenrettungsfonds = 100 Milliarden.
„Schuldenbeschleunigungsgestz“ müsste das heißen.
Nach der Wahl im Mai in NRW, wird MWST auf 25% erhöht?
...Maßnahmen sehen, die darauf zielen die Wirtschaftsstruktur umzustrukturieren. Wenn wir tatsächlich CO2 einsparen wollen, so ist der Tourismus eine der Sektoren, die wir wohl inländisch ausbauen müssen. Das ist ein wenig so, wie es mit den Windrädern ist.
...Maßnahmen sehen, die darauf zielen die Wirtschaftsstruktur umzustrukturieren. Wenn wir tatsächlich CO2 einsparen wollen, so ist der Tourismus eine der Sektoren, die wir wohl inländisch ausbauen müssen. Das ist ein wenig so, wie es mit den Windrädern ist.
"2011 fehlen dem Bundesfinanzminister bis zu 30 Milliarden Euro. Die müssen eingespart werden."
Das sind ja ganz neue Töne - "müssen eingespart werden". Ich bin sicher, dass ein Grossteil über eine Eu konforme, trickreiche Neuverschuldung gesichert werden kann. Symbolischerweise und um die gute Absicht zu unterstreichen, wird es aber natürlich eines deutlichen "Gürtel enger schnallen" bei den ohnehin schwachen der Gesellschaft bedürfen: Den Alten, den Armen und denjenigen, die vom Wirtschaftssystem nicht mehr verwertbar sind.
Generation Praktikum freut sich über Generation Staatsverschuldung.
Wir müssen auch Schulden machen. Sonst bleiben wir die Dummen.
Wir müssen auch Schulden machen. Sonst bleiben wir die Dummen.
die Steuersenkung/Wachstumsbeschleunigungsgesetze spülen Wachstum und Mehreinnahmen in die Kasse, die Koalition versucht einen Supertrick zur Beschaffung der Mrd. oder das Loch klafft deutlich sichtbar in der Kasse. http://viereggtext.blogsp...
"zugleich distanzierte er sich von der in dem Paket enthaltenen Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen. Das sei nicht seine Idee gewesen."
quasi eine beschissene idee?
sie bringt nichts (ausser in dem meisten faellen eine netto-verteuerung), kostet aber zufaellig 1 milliarde.
na gut macht nichts, die hand wird trotzdem gehoben und vorheriger streit erst gar nicht gross angezettelt.
das soll politik sein? laecherlich.
mein lieblingszitat (von bruederle - immerhin volkswirtschaftler):
"diese mwst. ist wichtig weil sie die wettbewerbsfaehigkeit der deutschen hotels im europaeischen vergleich staerkt"
wie eine hoteluebernachtung ausserhalb von grenzgebieten im europaeischen wettbewerb stehen soll, hat er nicht erklaert.
selbst in grenzgebieten laesst sich ein lohn - und preisgefaelle nicht durch eine mwst-subvention aufheben.
Wir müssen auch Schulden machen. Sonst bleiben wir die Dummen.
ich wuerde den reichen die steuern ganz erlassen, jetzt, und nicht in kleinen, verschaemten schritten wie bisher. das kurbelt dann die wirtschaft an, nicht wahr, und dann haben wieder mehr kleine leute etwas geld, das ihnen der staat in folge abpressen kann. gleichzeitig muss der staat bei den reichen geld leihen, um die luecken zu ueberbruecken. als zinssatz boete sich etwas an, das auf dem freien markt nicht zu erzielen ist. einen teil dieses geldes kann man in rettungsfonds oder aehnlichem direkt zurueckueberweisen unter der voraussetzung, dass es in form von parteispenden wieder zurueckueberwiesen wird. den coup feiert man dann lachend im kanzleramt.
...Maßnahmen sehen, die darauf zielen die Wirtschaftsstruktur umzustrukturieren. Wenn wir tatsächlich CO2 einsparen wollen, so ist der Tourismus eine der Sektoren, die wir wohl inländisch ausbauen müssen. Das ist ein wenig so, wie es mit den Windrädern ist.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren