Finanzpolitik Bundesrat bewilligt Steuerpaket
Sachsen und Schleswig-Holstein haben sich im Bundesrat doch nicht gegen das schwarz-gelbe Steuerpaket gestellt. Doch das Land Berlin will das Verfassungsgericht anrufen.
Das umstrittene Steuerpaket der schwarz-gelben Koalition kann wie geplant im Januar in Kraft treten. Nach wochenlangem Streit zwischen Bund und Ländern hat der Bundesrat mit den Stimmen von Schwarz-Gelb das Gesetz gebilligt – die bislang kritischen Länderchefs Peter Harry Carstensen und Stanislaw Tillich hatten dies mit ihrer Zustimmung ermöglicht.
Bis zuletzt war die nötige Bundesratsmehrheit für das erste große Gesetzesvorhaben von Union und FDP offen. Insbesondere Schleswig-Holstein lehnte die Pläne ab. Das hoch verschuldete Land beklagt, zusätzliche Einnahmeausfälle durch das Steuerpaket nicht ausgleichen zu können – und pochte auf Ausgleichszahlungen. Widerstand kam auch aus Sachsen.
Nur knappe schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat
Das Problem war: Union und FDP haben im Bundesrat nur eine knappe Mehrheit und sind auf die Zustimmung aller sieben schwarz-gelben Landesregierungen angewiesen – ohne Carstensen und Tillich wäre das Gesetz also im Bundesrat gescheitert. Diese Hürde war aber am späten Donnerstagabend ausgeräumt worden, als Carstensen und Tillich Zustimmung signalisiert hatten. Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) hatte indirekt den Durchbruch bestätigt. "Wir werden aller Voraussicht nach morgen im Bundesrat die notwendige Mehrheit finden", sagte er am Abend. Das erste große Reformvorhaben der Regierung sei damit beschlossen.
Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sprach im rbb-Inforadio über konkrete Zugeständnisse, die der Bund den Ländern im Gegenzug für ihre Zustimmung gemacht habe. Es sei dabei vor allem um die Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger und um die Reform der Jobcenter gegangen. Die Bundesregierung habe zugesagt, "kommunalfreundlich zu agieren und keine Regressforderungen zu erheben oder Mehrkosten zu veranlassen", sagte Wulff. Er lobte den "Geist der Gespräche".
Berlin geht vor das Bundesverfassungsgericht
Doch selbst nach der erfolgreichen Abstimmung im Bundesrat ist das strittige Thema noch lange nicht ausgestanden. Das Land Berlin lehnt das Steuerpaket weiter vehement ab und will beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe klagen. Man werde dem Bundesverfassungsgericht die Frage stellen, "ob man den Ländern einerseits eine Schuldenbremse auferlegen kann, es ihnen andererseits aber unmöglich macht, diese Schuldenbremse einzuhalten", sagte Berlins Finanzsenator Ulrich Nussbaum (parteilos) im Deutschlandradio Kultur.
Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz bringe 8,5 Milliarden Euro Steuerausfälle für die Republik, kritisierte Nussbaum weiter. Für Berlin seien es allein 200 Millionen. "Das können wir nicht mehr verkraften", sagte der Senator der rot-roten Landesregierung.
Von dem Steuerpaket sollen Familien den größten Nutzen haben – sie sollen am Ende bis zu 4,6 Milliarden Euro im Jahr mehr in der Tasche haben. Der Kinderfreibetrag steigt von 6024 auf jährlich 7008 Euro. Zur Kompensation für untere und mittlere Einkommen soll das monatliche Kindergeld um 20 Euro steigen. Zudem sollen Unternehmen und Erben entlastet werden.
Besonders umstritten – auch in den Koalitionsreihen – ist das Steuerprivileg für Hotels. Vor allem auf Druck der CSU, aber auch der FDP soll der Mehrwertsteuersatz für Hotel-Übernachtungen von 19 auf 7 Prozent sinken. Das kostet den Staat eine Milliarde Euro im Jahr. Nahezu alle Experten lehnen dieses Steuerprivileg ab. Ökonomen bezweifeln, dass das mit neuen Milliarden-Schulden finanzierte Steuerpaket insgesamt das Wirtschaftswachstum ankurbelt.
- Datum 18.12.2009 - 11:53 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
- Kommentare 11
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aber unverändert der hohe Mehrwertsteuersatz von 19 % auf Babywindeln. Die nicht selten asozialen Hundebesitzer in Deutschland werden weiterhin quasi steuerlich subventioniert, während offenbar die Eltern mit Baby`s den maroden Steuerhaushalt retten sollen. Diese Ungerechtigkeit wird seit Jahren in den Medien angeprangert, ohne dass dies heute im Bundesrat im Wachstumsbeschleunigungsgesetz berücksichtigt wird.
Auch wenn ich etwas vom Thema abweiche: als Berliner Bürger fällt mir heute beim Neuschnee der besonders zahlreich vorhandene Hundekot auf den Gehwegen auf, der von den Hundehaltern nicht beseitigt wurde. Dieses Problem bekommen unsere Politiker und Ordnungsbehörden seit Jahren nicht in den Griff. Die asozialen Hundehalter - eine Minderheit von weniger als 10 % der Bevölkerung - haben weiterhin Narrenfreiheit und werden durch Steuerprivilegien auf Hundefutter weiterhin belohnt.
Sie sind aber aufgebracht. Treten Sie oft in Hundehaufen, die von den asozialen Hundehaltern nicht entfernt wurden, damit Sie ihnen zum Opfer fallen? Natürlich haben Sie Recht mit Ihrer sachlich vorgebrachten Kritik. Allerdings - es ist sogar noch viel schlimmer. Diese asozialen Hundehalter spielen ein grausames Spiel mit anständigen Bürgern wie Ihnen und ihre Hunde, diese Fäkalbomber, machen mit - böse blinzelnd und ihr Gedärm kontrahierend, sobald sie einen braven, anständigen Bürger mit sauberen Schuhen sehen. Sie haben Recht und ich pflichte Ihnen natürlich bei: Hundefutter muss teurer werden, damit die Leute wieder mehr Kinder bekommen. Bis es aber soweit ist, nehme ich mir meinen asozialen Hund, schlurfe total asozial durch ihre Straße und weise meinen Hund absolut asozial an, vor Ihr Haus zu machen, um dann diebisch grinsend darauf zu warten, dass Sie darauf ausgleiten. Vielleicht reiche ich Ihnen dann eine Windel ...
die sind nur schlecht erzogen, so wie zahlreiche Hundehalter.
Die Berliner Boulevard-Presse bringt es auf den Punkt:
http://www.bild.de/BILD/b...
Aber leider wird diese Zeitung von vornehmen Politikern und weniger vornehmen Hundehaltern kaum gelesen - LOL !
Mit freundlichem Gruß an Tiefscharf
von "Mensch Ullli" (noch nicht auf den Hund gekommen)
die sind nur schlecht erzogen, so wie zahlreiche Hundehalter.
Die Berliner Boulevard-Presse bringt es auf den Punkt:
http://www.bild.de/BILD/b...
Aber leider wird diese Zeitung von vornehmen Politikern und weniger vornehmen Hundehaltern kaum gelesen - LOL !
Mit freundlichem Gruß an Tiefscharf
von "Mensch Ullli" (noch nicht auf den Hund gekommen)
..., finde ich, das "Geschachere" eigentlich nur Tagesgeschäft und so auch nur tagespolitisch interessant. Weitaus bedeutsamer scheint da das, was das Wachstumsförderungsgesetz ofennlegt. Es sieht aus, als würden Gesetze und Verordnungen einer föderalen Regierungsebene die Budgets anderer föderalen Ebenen wesentlich und noch schlimmer direkt beeinflußen. Dabei mutet zudem die Systematik der Erheber und die Pfade der Geldflüße sowie der Verantwortliche für die Ausgabe so verflochten und unübersichtlich dem Betrachter, dass ein Überblick für einen Wähler undurchdringlich bleiben muss.
Da wir es bei den Finanzen der einzelnen demokratischen Stufen mit einer wenn nicht der zentralen Funktion des Staates zu tun haben und ohne sie zu verstehen, der Wähler kaum sinnvoll wählen kann, ist das nicht gut.
die sind nur schlecht erzogen, so wie zahlreiche Hundehalter.
Die Berliner Boulevard-Presse bringt es auf den Punkt:
http://www.bild.de/BILD/b...
Aber leider wird diese Zeitung von vornehmen Politikern und weniger vornehmen Hundehaltern kaum gelesen - LOL !
Mit freundlichem Gruß an Tiefscharf
von "Mensch Ullli" (noch nicht auf den Hund gekommen)
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eine Förderalismusreform.
7 Bundesländer sind genug! Es wird schon schwierig, dafür ausreichend Personal zu finden.
Aus globaler Sicht befindet sich Deutschland in der Situation von 1833, als der Deutsche Zollverein gegründet wurde.
Für die Carstensens, Müllers, Oettingers und Kochs darf es in 5 Jahren keine Pfründe mehr geben!
Schlichte Frage eines Nichtphysikers an eine promovierte Physikerin: Was ist die dritte Ableitung einer Konjunkturpolitik? Antwort: Wachstums-Beschleunigungs-Gesetz.
(Wachstum =1.Abl., Beschleunigung für sich ist die 2te)
Das könnte man auch Begriffs-Methaphysik nennen oder
"wie die Worte selbst Beine bekommen". Nur, wer alimentiert letzlich die Antriebsenergie dieser Beine ?
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Sie haben Recht: Es müsste eigentlich heißen:
<<< Reichtumsbeschleunigungsgesetz!!! >>>
Wer sich anschließend hinstellt und das Ergebnis als gelungenen Erfolg und sich selbst als guten Verhandler generiert, dabei die Meldung des gestrigen Tages übersieht die da lautet: weniger Ausbildungsabschlüße und die jüngere Generation sei der Verlierer der Krise, entzieht seiner Klientel in Zukunft jeden Gestalltungsspielraum diese Menschen in faire und gesunde Anstellungen zu bringen damit sie in der Lage sind die Schulden die ihresgleichen Hr. Tillich und H.P. Carstensen zu verantworten haben.
Ihre Klientel kann zu Recht auf Sie stolz sein!
...zu haben, zu bezahlen!
...zu haben, zu bezahlen!
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