Steuersenkungen Carstensen macht es spannend
Wird Schleswig-Holstein das Wachstumsbeschleunigungsgesetz doch noch scheitern lassen? Der Ministerpräsident will erst am Tag der Abstimmung entscheiden.
Am Freitag wird der Bundesrat über eine Entlastung von Bürgern und Unternehmen in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro entscheiden, die zum Jahresbeginn 2010 in Kraft treten soll. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) will sich jedoch noch immer nicht festlegen, ob er das Gesetz, das im Bundestag bereits beschlossen wurde, unterstützen will oder nicht.
"Ich entscheide das morgen früh", sagte er in Kiel. "Ich behalte mir die Entscheidung bis zur Abstimmung vor."
Das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, das neben Steuererleichterungen für Unternehmen, Erben und Hotels auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags und des Kindergeldes vorsieht, braucht zu seiner Verabschiedung die Stimmen aller schwarz-gelb regierten Länder.
Schleswig-Holstein hatte sich von Anfang an besonders heftig gegen die für das Land mit dem Gesetz verbundenen Steuerausfälle gewehrt. Ein Krisengipfel zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Carstensen am vergangenen Sonntag endete jedoch ergebnislos. Auch beim Bildungsgipfel am Mittwoch verweigerte die Kanzlerin den Ländern den von diesen erhofften höheren Anteil an der Mehrwertsteuer.
Eine letzte Chance für eine Einigung gibt es am Donnerstagabend. Dann kommen die Ministerpräsidenten zu ihrer Kaminrunde vor der Bundesratssitzung zusammen. Dabei vertritt der Chef der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, die beim UN-Klimagipfel weilende Kanzlerin. Neben Schleswig-Holstein hat auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich seine Zustimmung noch offen gelassen.
- Datum 17.12.2009 - 12:22 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa
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Irgendwie ist es das. Herr Carstensen, der gerade noch einmal so mit einem tiefblau-violetten Auge bei der Wahl davon kam, entscheidet also ganz dramatisch am Morgen der Abstimmung - höchstselbst. Er bezieht also sonst kein Mitglied seines Kabinettes in die Entscheidung mit ein. Das ist gut zu wissen, zeigt ein derartiges Verhalten doch auf, was von ihm zu halten ist und es erlaubt auch einen Rückschluss darauf, warum es seinem Bundesland so geht, wie es ihm geht.
... und scheint unerklärlich. Hoffentlich kann er seinen Wählern eine überzeugende Begründung liefern, wenn er deren Mandat den Versprechungen der Bundesregierung opfert.
... und scheint unerklärlich. Hoffentlich kann er seinen Wählern eine überzeugende Begründung liefern, wenn er deren Mandat den Versprechungen der Bundesregierung opfert.
Entweder er bleibt hart oder der allgemein übliche Vorwurf der Kungelei bekommt wieder mehr Auftrieb. Herr Carstensen stimmt auch drüber ab und er legt mit seiner Abstimmung dar, was er von seinen Kommunen hält, in denen die Bürger wohnen, die ihn gewählt haben. Die Kommunen träfe es ja auch hart, wenn die Traumtänzer und Hasardeure sich durchsetzen würden.
... und scheint unerklärlich. Hoffentlich kann er seinen Wählern eine überzeugende Begründung liefern, wenn er deren Mandat den Versprechungen der Bundesregierung opfert.
ach, peter harry ist nur ein eitler geck, der die gunst der stunde nutzt, um im rampenlicht den larry zu machen. oder er hat angst vor der entscheidung und zögert sie so lange hinaus bis jemand anderes sie für ihn fällt.
'rumnörgeln ist halt eine sache, die kompromisse dann auch nach außen zu vertreten -eine andere. vor allem wenn man am lautesten nörgelt und auf diese weise plötzlich an der spitze einer bewegung steht, die eine nummer zu groß für ihn ist.
Ist für Peter Harry nicht alles eine Nummer zu groß - von seinen Anzügen mal abgesehen...
Ist für Peter Harry nicht alles eine Nummer zu groß - von seinen Anzügen mal abgesehen...
Ist für Peter Harry nicht alles eine Nummer zu groß - von seinen Anzügen mal abgesehen...
Da hat nimmt sich Carstensen vielleicht persönlich etwas wichtig, aber dennoch steht hier mal wieder die Funktions- aber auch Legitimationsfähigkeit der deutschen Demokratie auf der Agenda.
Mit der Entscheidung Carstensen geht nämlich die Frage einher, was in der deutschen Politik Vorrangstellung hat: Partei- oder Landesinteressen.
Es stehen dabei die Interessen der (Bundes)CDU den Interessen des Landes Schleswig-Holstein gegenüber (von der Stimmung der Bürger mal zu schweigen). Wenn Carstensen das Gesetz unterstützt, so hebelt er die Rolle des Bundesrates als Kontrollinstanz der Länder gegenüber dem Bund aus - denn das Gesetz ist gegen die Interessen der Länder (ausser Bayern). Stimmt er gegen das Gesetz, so stärkt er aber zugleich auch die Unabhängigkeit und Freiheit der Selbstpositionierung innerhalb der Unionsparteien. Das Dogma von: "Eine Partei, eine Meinung, eine Stimme" ist nicht immer zielführend, wie sich im Falle eines verhandlungsstarken Länderfürsten und einer verhandlungsschwachen Kanzlerin / bzw. eines Bundesfinanzministers zeigt.
Mag die Motivation Carstensens auch fraglich sein, seine Rolle ist dennoch nicht zu unterschätzen und eine Ablehnung des Gesetzes ist m.E. die bessere Alternative, nicht nur weil das Gesetz kontraproduktiv ist (weniger Konsum auf Grund der Angst vor der Finanzschwäche des Bundes), sondern auch weil es die demokratische Kultur Deutschlands gegenüber einem übermächtigen Bund und den übermächtigen Parteizentralen stärkt.
hier ?
Wenn nicht geschehen wäre, was geschehen ist.
http://community.zeit.de/user/pausenfüller/beitrag/2009/12/14/time-say-goodbye?page=6#comment-518240
Der Link zum Leserartikel im Leserblog von Pausenfüller
zum Abschied aus der Community funktioniert nicht außer-
halb des Leserblogs. So kann man Leserströme lenken ?
Time to say goodbye / Pausenfüller vom 14.12.09
man verschwindet so leicht und schnell im www ... was ?
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