Steuerstreit Merkel will Wachstumsgesetz mit Krisentreffen retten
Der Bundestag hat das Sofortprogramm beschlossen, einige Länder leisten aber noch Widerstand. Die Kanzlerin will nun bei einem Spitzentreffen einen Ausweg suchen.
Angela Merkel werde am kommenden Sonntag mit FDP-Chef Guido Westerwelle und Schleswig-Holsteins CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen in Berlin zusammenkommen, berichtet das Magazin Focus. Carstensen lehnt das vom Bundestag am Freitag verabschiedete Wachstumsbeschleunigungsgesetz mit den darin enthaltenen Steuersenkungen ab, da es seinen Landeshaushalt zu stark belaste. Ohne die Zustimmung der ebenfalls schwarz-gelben Kieler Regierung hätte Schwarz-Gelb aber keine Mehrheit im Bundesrat, die Steuererleichterungen für Familien, Unternehmen, Erben und Hoteliers sowie die Kindergeld-Erhöhungen im Gesamtumfang von 8,5 Milliarden Euro könnten nicht wie geplant am 1. Januar in Kraft treten.
Die Zeit drängt daher für Merkel. Denn die Länderkammer soll am 18. Dezember über das Gesetzespaket abstimmen. Dem Vernehmen nach gibt es bereits intensive Gespräche mit einzelnen Ländern, vor allem mit der Kieler Regierung. Nach einem Bericht des Spiegel sprach Carstensen bei einer internen Sitzung von Signalen aus Berlin, dass man zu einer Lösung finden könne. Danach könnte Bund den Ländern entgegenkommen und einen höheren Anteil an den Wohngeldzuschüssen für Hartz-IV-Empfänger übernehmen.
Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) bestätigte Gespräche über dieses Thema. Es gebe aber noch andere. Tillich kündigte an, dass sich seine Regierung die Zustimmung zu dem Wachstumsgesetz bis zur Abstimmung im Bundesrat offen halten werde. Er deutete an, dass Sachsen sich als Ausgleich Erleicherungen bei den Mitteln aus den Konjunkturprogrammen erhofft. Bislang müssen die Länder für Projekte aus dem Programm einen Teil selber finanzieren.
"Mir fiele die Zustimmung zum Wachstumsbeschleunigungsgesetz deutlich leichter, wenn wir die Handlungsspielräume aus dem eigenen Haushalt nutzen könnten", sagte Tillich dem Hamburger Abendblatt. Sachsen wolle sich nicht vom Bund zur Aufnahme von Schulden zwingen lassen. Das könnte darauf hinauslaufen, dass es Ausnahmen bei dieser Kofinanzierungsvorschrift geben könnte.
Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) machte deutlich, dass er die Belastungen aus dem Gesetz für sein Land ebenfalls für zu hoch hält. Anders als Carstensen und Tillich regiert Müller allerdings neben der FDP auch mit den Grünen in einer Jamaika-Koalition. Ein Ja seines Landes gilt daher nach den Regeln des saarländischen Koalitionsvertrags ohnehin als unwahrscheinlich. Stimmen Schleswig-Holstein und Sachsen zu, würde es aber auch so im Bundesrat reichen.
SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles appellierte an die CDU-Ministerpräsidenten, im Bundesrat am 18. Dezember mit Nein zu stimmen. "Im Interesse unseres Landes kann man nur hoffen, dass die CDU-Ministerpräsidenten standhaft bleiben", sagte sie der Bild am Sonntag laut Vorabbericht. Sie befürchte aber, dass sie letztlich doch von Merkel gekauft würden.
Die Kanzlerin hat es bislang zwar öffentlich abgelehnt, die Zustimmung einzelne Ländern zu "erkaufen". Dies wird aber nicht von finanziellen Zusagen in anderen Bereichen abhalten, um das erste wichtige Projekte der Koalition durchzubringen. Das Feilschen hinter verschlossenen Türen dürfte daher wohl auch nach dem Krisentreffen in einer Woche noch weitergehen.
- Datum 05.12.2009 - 15:41 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 10
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...worin eine "Krise" hier auszumachen ist. Der Bund will eine Steuerreduzierung und die Länder wollen ihre Freiräume dem Bund nicht einräumen. So muss der Bund die Länder schadloshalten.
Gerade wollte sich in mir ein Art "Glaube" regen, die Medien werden anfangen - über die Fotografie beginnend - dieser Frau die Maske herunterreißen zu wollen. Auch auf dieser Zeit-Online-Seite war diese "Entzauberung" zu besichtigen.
Und nun dieses Foto! Liebe "Zeit-Online" habt ihr immer noch nicht die Zeichen der Zeit erkannt, gebt ihr euch immer noch der Versuchung der Manipulation hin?
Wer ist auf diesem Foto zu sehen, abgebildet?
erst erzeugt Merkel durch Koalitionsvertrag eine Krise, dann kommt kommt Merkel und löst die selbsterzeugte Krise.
Und bekommt viele bunte Bilder - und alles müssen wir bezahlen!!
Spannend wird für Merkel der Untersuchungsausschuss/Kundus !!
[ entfernt: Bitte äußern Sie Ihre Kritik an anderen Usern sachlich. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
: "erst erzeugt Merkel durch Koalitionsvertrag eine Krise, dann kommt kommt Merkel und löst die selbsterzeugte Krise"
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klar, frau merkel macht das alles ganz alleine und überhaupt, warum zaubert sie nicht alle Probleme weg, wenn sie die doch selbst geschaffen hat?
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Ein Glück ist bald Weihnachten, dann befinden sich solche Sprücheklopfer bei Oma unterm Weihnachtsbaum. Arme Zeit-Zeitung.
MhG
Franzi
Wachstum per Gesetz verordnet bzw. dessen Beschleunigung.
Warum wird nicht Arbeitslosigkeit verboten?
Sie haben es kurz und klar auf den Punkt gebracht.Finde ich immer gut, wenn man mit wenigen Worten viel sagt. Da unterscheiden Sie sich wohltuend von unseren Politikern
Sie haben es kurz und klar auf den Punkt gebracht.Finde ich immer gut, wenn man mit wenigen Worten viel sagt. Da unterscheiden Sie sich wohltuend von unseren Politikern
Gipfeltreffen,Spitzentreffen.Krisentreffen. Fast täglich findet eines dieser für berichtenswert erachteten Treffen statt ( Vorankündigung, Spekulation über das Ergebnis, schliesslich die Meldung, dass hinter den Kulissen irgendwas ausgekungelt wird und erneute Spekulation über die Kungelei. Das füllt die Spalten, ermüdet jedoch den geneigten Leser. Eine einheitliche Bezeichnung - z,B, "Laberrunde vom..." - mit einer auf das Ergebnis ( sofern vorhanden ) konzenztrierten Berichterstattung könnte Abhilfe schaffen.
Wer Geld für einen ermäßigten Steuersatz für Hotelübernachtungen, nicht aber für Babywindeln hat, [ entfernt: Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke. Die Redaktion/m.e. ]
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Sie irren! Schauen Sie sich die Augenpartie der Kanzlerin genauer an: Die Schonfrist ist vorbei!
Und von Muttis Fans hört man auch immer weniger.
Vielleicht setzt sich doch bald die Meinung durch, dass Deutschland aktiv regiert werden muss und nicht durch Moderation oder Mediation.
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