Ex-Bundeswirtschaftsminister FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff ist totSeite 2/2

Lambsdorff Stimme hatte in der deutschen Politik bis zuletzt politisches Gewicht. Der "Marktgraf" galt als unbedingter Verfechter der freien Marktwirtschaft und als scharfer Analytiker mit markiger Rhetorik. Das "Lambsdorff-Papier" läutete 1982 den Koalitionswechsel der FDP von der SPD zur Union ein. Die Flick-Parteispendenaffäre schadete ihm in seiner Partei nicht – danach war er für über fünf Jahre FDP-Bundesvorsitzender.

SPD-Kanzler Gerhard Schröder beauftragte ihn 1999 damit, die Verhandlungen über die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern zu führen. Das Verhandlungsgeschick Lambsdorffs in den diffizilen Gesprächen mit Anwälten und Verbänden der Opfer fand hohe Anerkennung. Die internationalen Verbindungen, die Lambsdorff auch als Vorsitzender der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung hatte, halfen dabei. Als Lambsdorff dieses Amt im April 2006 an Ex-Fraktionschef Gerhardt abgab, hielt der frühere US-Außenminister Henry Kissinger im Reichstagsgebäude die Laudatio auf seinen Freund.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. RIF

    ICH HABE STETS OTTO GRAF LAMBSDORFF AUCH GEGENÜBER "ANDERSGLÄUBIGEN" ALS FAIREN GESPRÄCHSPARTNER KENN- UND SCHÄTZEN GELERNT! RIF
    rds

  2. Wenn ich mich recht entsinne, gedenken wir hier eines vorbestraften Kriminellen. Nicht ganz ein Filbinger, aber eben doch ein ehrenwerter Mann.

  3. "Otto Graf Lambsdorf war die unbestechliche Stimme der sozial schwachen."

    Wie auch immer, er ist tot. Seine Familie und Freunde werden ihn missen, ich nicht.

    MfG
    AoM

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