Erklärung zum Klima Merkel will "alles versuchen"

Die Kanzlerin gibt die Hoffnung auf einen Erfolg des Klimagipfels noch nicht auf. Sie räumt allerdings auch ein: Die Chancen stehen nicht gut.

In einer Regierungserklärung vor dem Deutschen Bundestag warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor einem Scheitern des Klimagipfels. "Wenn wir jetzt nicht die notwendigen Weichenstellungen vornehmen, riskieren wir dramatische Schäden", sagte Merkel kurz vor ihrer Abreise in die dänische Hauptstadt. "Das wird besonders die ärmsten Staaten treffen. Aber keiner wird davon verschont sein."

Wenn in Kopenhagen keine verbindliche Verpflichtung zu einer Begrenzung des Anstiegs der Erderwärmung auf maximal zwei Grad erreicht werde, wäre die Konferenz gescheitert, sagte Merkel. "Ich werde alles versuchen, zusammen mit unserem Umweltminister, dass es gelingt." Derzeit sei allerdings "kein vernünftiger Verhandlungsprozess" in Sicht. "Die Nachrichten sind nicht gut."

 
Merkel hatte mehrfach größere Klimaschutzbeiträge sowie rechtlich überprüfbare Zusagen der USA und Chinas angemahnt. Das USA-Angebot, das auf lediglich vier Prozent weniger CO2 gegenüber 1990 hinauslaufe, sei nicht ausreichend.

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Alle Industrieländern müssten sich auch der Finanzierung stellen. Die Kanzlerin forderte die USA und Japan auf, dem Beispiel der EU zu folgen und langfristige Hilfen für Klimaschutzinvestitionen in Entwicklungsländern zuzusagen. "Nur mit verlässlicher Finanzierung werde auch das Zwei-Grad-Ziel von allen anerkannt", sagte Merkel. Die EU stellt 7,2 Milliarden Euro bereit, um ärmere Länder dazu zu bringen, ihre Beiträge zum Klimaschutz zu leisten.

Ziel des Gipfels in Kopenhagen ist ein neues globales Abkommen, um eine zu starke Erderwärmung und eine Häufung von Naturkatastrophen zu verhindern. Die Bundeskanzlerin führt zusammen mit etwa 120 weiteren Staats- und Regierungschefs die Beratungen vor dem Abschluss am Freitag. Als ausschlaggebend für einen möglichen Erfolg in letzter Minute wurde aus dänischen Delegationskreisen die Position der wichtigen Schwellenländer wie China, Indien, Brasilien und Südafrika genannt.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) äußerte sich am Donnerstag verhalten optimistisch. "Es ist eine Krisensituation der Verhandlungen", räumte er ein. Er betonte aber: "Die Möglichkeit, zu einer konkreten Entscheidung, die wir brauchen, zu kommen, besteht." Hierfür bleibe noch Zeit. Alle Teile für eine Lösung lägen auf dem Tisch. "Wir brauchen den politischen Willen, aus den Puzzleteilen das Puzzle zusammenzusetzen. Das geht." Röttgen sieht die Entwicklungsländer, auf die auch China Einfluss habe, als Ursache der stockenden Gespräche.

Die Opposition warf der Bundesregierung während der Debatte vor, die eigenen Vorsätze nicht entschlossen genug umzusetzen. Die Pläne von Entwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) zur Begrenzung der Klimaschutzhilfe seien international ein gefährliches Signal an die Entwicklungsländer, sagte Ulrich Kelber (SPD). Niebel will Klimahilfen auf die deutsche Entwicklungshilfe anrechnen und diese auf maximal ein Verdoppelung begrenzen. Dass 450 Klimaschutzorganisationen Deutschland gerade mit einem Negativpreis ausgezeichnet hätten, sei bislang undenkbar gewesen.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast forderte von der EU mehr Vorleistungen. Nur dann könnten andere Länder zu mehr Klimaschutz gedrängt werden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisierte, Merkels Rede sei enttäuschend. Vor der entscheidenden Phase in Kopenhagen hätte Deutschland klare Ansagen zur Finanzierung machen müssen. "Merkel reist mit leeren Händen nach Kopenhagen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
 

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 17.12.2009 um 10:39 Uhr

    ...dass wir ohne Hass und Bezichtigungen sowie moralisch deutende Finger aus der Sache herauskommen. Es waren nämlich nicht die Anderen, die das Ding zu Fall brachten. Die deutsche EU Position war eine egozentrische Peinlichkeit und wir haben alle Glück, wenn sie scheitert; bzw wir haben es dann den anderen Ländern zu verdanken.

  1. Die europaeischen Finanyhilfen sind im vergleich yu den 10 Milliarden, die die Japaner yur Verfuegung stellen wollen, schwach.
    Europa haelt isch ywar immer noch fuer den vorreiter in klimafargen, aber dabei werden wir schon ueberholft von anderen Laendern und den Entwicklungslaendern, die, y.B. brasilien, alleine beginnen, Klimaschuty yu betreiben.

    Deutsche Anstrengungen sind auch oekonomisch notwendig, da deutsche Firmen sonst ihre Rolle bei der Netwicklung der umwelttechnologien verspielen werden.
    Entweder, Deutschland und Europa merkt das und handelt jetzt, oder man wir die Konsequenzen zu tragen haben.

    Dennoch bin ich im gegensatz zu meinem vorredner nicht der meinung, dass die EU das "Ding zu fall brachte", da ja insbesondere China und Brasilien aktuell fuer den Stopp der Verhandlungen sorgten und die positionen im Allgemeinen sowieso sehr schwer miteinander vereinbar waeren.

  2. 3. bravo

    unabhängig davon, ob es einen durch menschliche einflüsse verursachten klimawandel nun gibt oder nicht, die politiker haben gezeigt, dass sie nicht in der lage sind auf einen fairen gemeinsamen nenner zu kommen

    tragisch, wenn es mal wirklich daraufankommen sollte, ob wir auf diesem planeten überleben können oder nicht, vermutlich gibt es einen weltumspannenden krieg und die, die siegen und überleben krepieren dann ende auch

  3. merkel wird die bauchlandung hinlegen, die ihr gebührt, warum, ganz einfach in der vergangenheit hat sie internationale "erfolge" erzielt, weil der deutsche steuerzahler dafür durch monetäre transferleistungen an die anderen dafür aufgekommen ist, durch die wirtschaftskrise und anschließende bankenrettungspakete ist deutschland nicht mehr in der lage zu zahlen

    • ngw16
    • 17.12.2009 um 11:58 Uhr
    5. Merkel

    soll nicht die Gegend verpesten und zu Hause bleiben.
    Spart außerdem noch viel Geld.

    Spenden aus ihrer üppigen Diät darf sie gern geben.
    Gelder aus den Abgaben, die sie den Bürgern abpressen will, aber nicht.
    Hobbies sind Privatangelegenheit und nicht aus Steuergeldern zu finanzieren.
    Ihre Freunde beim PIK könnte sie dafür auch noch zur Kasse bitten.

  4. http://science.orf.at/sto...
    Wenn man gleich einige wichtige Firmen in Kopenhagen
    vertreten muß,dann wird die Sache schwierig:
    Mercede,BMW,VW das sind doch wesentliche Gewichte?
    Obama muß die Ölindustrie teilweise und Rußland
    die Gasindustrie im Gepäck mitschleppen und dann
    kommt das dabei heraus:
    http://www.taz.de/1/zukun...
    Mit so viel Ballast kann man wirklich schwer tanzen.
    Vor allem wenn man einen etwas hölzernen Dirigenten hat,
    der die Nato mit law and order leitet dessen Schlägertrupps
    die Menschenrechte vielleicht auswendig lernen sollten,
    und dessen Einfühlsamkeit und Fingerspitzengefühl
    schon bei den Mohammed Karikaturen aufgefallen ist.
    Wenn die Konferenz mit ebensolcher Diplomatie geführt
    worden ist,dann dürfen wir uns über das Ergebnis nicht
    wundern. smile
    Man kann mit dieser Haltung zwar einen
    sinnlosen Krieg um den Drogenanbau in Afghanistan leiten,
    doch eine Konferenz mit der dritten Welt,und nicht gegen die
    dritte Welt,wo es auf Einstimmigkeit ankommt,nicht.
    Diplomatie ist nicht jedermanns Sache.In der Sache
    des Klimawandels könnten die Dänen vorangehen:
    http://www.nachhaltigkeit...
    http://www.badische-zeitu...
    vielleicht sollte man bei einem weiteren Klimagipfel
    Diplomaten einbeziehen oder Mediatoren,die von der
    Sache auch überzeugt sind !

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    hätte meine freche Überschrift lauten sollen

    hätte meine freche Überschrift lauten sollen

  5. hätte meine freche Überschrift lauten sollen

  6. ..... damit der Klimagipfel scheitert. So sollte doch wohl das Satz weitergehen, oder?????

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