Ein langwieriger Rechtsstreit zwischen der US-Regierung und Indianern geht mit einer milliardenschweren Einigung zu Ende. Innenminister Ken Salazar kündigte am Dienstag an, die Regierung werde einzelnen Ureinwohnern und Indianer-Nationen insgesamt 3,4 Milliarden Dollar zahlen, um eine vor 13 Jahren eingereichte Klage wegen Misswirtschaft bei Treuhand-Fonds beizulegen. Unter anderem sollen 300.000 Indianer je mindestens 1500 Dollar erhalten.

Justizminister Eric Holder begrüßte die Einigung, die noch vom Kongress und einem Gericht bestätigt werden muss. Auch Präsident Barack Obama hatte sich für eine Einigung stark gemacht.

In den Treuhand-Fonds verwaltet das Büro für Indianer-Angelegenheiten (BIA) des Innenministeriums 40.000 Quadratkilometer, die einzelnen Indianern gehören, und 190.000 Quadratkilometer von Indianerstämmen. Die Gesamtfläche ist etwas kleiner als Großbritannien. Die aus der Nutzung dieses Landes gewonnenen Mittel werden von dem Ministerium an die Indianer verteilt. In der Sammelklage wurde dem BIA vorgeworfen, für eine seit 1887 anhaltende Misswirtschaft des Fonds verantwortlich zu sein. Zwischenzeitlich verlangten die Ureinwohner 47 Milliarden Dollar, ein Richter hatte dagegen 456 Millionen Dollar festlegen wollen.

In die Fonds sollten Gelder fließen, die Weiße für Nutzungsrechte in den Indianer-Reservaten zahlten. Eine Art Gebühr für Ölbohrungen, Weiderechte und Abholzung. Viele Indianer hatten jedoch niemals einen Dollar daraus erhalten, manche lediglich in unregelmäßigen Abständen kleinere Summen. Die Sammelklage hatte die Schwarzfuß-Indianerin Elouise Cobell 1996 initiiert.

Das 1824 gegründete BIA ist für die Belange der 1,9 Millionen Ureinwohner in den USA zuständig. Insgesamt werden 564 Stämme vom Bund anerkannt.