Bundeswehr Soldat mit Afghanistanerfahrung wird neuer Generalinspekteur

Volker Wieker wird oberster Soldat der Bundeswehr. Der General muss sich als Krisenmanager beweisen. Er übernimmt das Amt in schwierigen Zeiten.

Sein Name fiel immer wieder, als es um die Nachfolge des Generalinspekteurs ging. Mit Volker Wieker übernimt ein in Deutschland und im Ausland angesehener Offizier den höchsten Posten der Bundeswehr. Der 55-Jährige gehört er zu den jüngeren Spitzengenerälen Deutschlands und bringt große Einsatzerfahrung mit. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) traf den Generalleutnant bei seiner Afghanistanreise im November in Kabul. Der General soll damals auf zu Guttenberg einen ausgezeichneten Eindruck gemacht haben.

Da der Generalinspekteur wichtigster Berater der Politik in Bundeswehrangelegenheiten ist, muss die Chemie zwischen Minister und oberstem Soldaten stimmen. Wieker ist in der Truppe angesehen – und nun soll er auch dem Krisen geplagten Verteidigungsministerium und dem in der Kritik stehenden Ressortchef Halt geben.

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Mit General Wieker sei ein erfahrener Offizier ausgewählt, "der sich auf einer ganzen Reihe von hervorgehobenen Positionen bislang bewährt hat", sagte Guttenberg in einem zweiminütigen Pressestatement in seinem Amtssitz, dem Berliner Bendler Block. "Er zeichnet sich durch langjährige Erfahrungen sowohl in der Truppe, wo er, wie ich erfahren durfte, eine besondere Wertschätzung erfährt, insbesondere im Einsatz, als auch auf ministerieller Ebene aus."

Wieker tritt sein Amt in unruhigen Zeiten an. Im November entließ der Minister den bei den Soldaten beliebten Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan. Guttenberg begründete den Schritt mit einem Vertrauensbruch – er fühlte sich von seinem wichtigsten General schlecht informiert. Im Ministerium und in der Armee verlor Guttenberg dadurch viel Sympathie.

Der neue Generalinspekteur hat viel Erfahrung bei Auslandseinsätzen und bei der Zusammenarbeit mit internationalen Streitkräften. Von seiner Beförderung leitete er den Stab im Hauptquartier der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe. Damit war er Stellvertreter des Isaf-Kommandeurs Stanley McChrystal. Wieker kennt die Probleme der Bundeswehr am Hindukusch, er weiß, wie dringend eine Modernisierung der Armee nötig ist.

Die Umstrukturierung sieht auch Guttenberg als eine der wichtigsten Aufgaben des Neuen. "Ich bin überzeugt, dass General Wieker die weitere Einsatzorientierung der Bundeswehr, die geboten ist, konsequent und entschieden voranbringen wird", sagte der Verteidigungsminister.

Die deutsche Verteidigungspolitik gleicht einer Riesenbaustelle, der derzeit ein Baumeister mit Übersicht fehlt. Nicht nur die umstrittene Bombardierung zweier von Taliban und Zivilisten umlagerten Tanklaster nahe des afghanischen Kundus und die generellen Zweifel in der Öffentlichkeit an der Afghanistan-Mission belasten die Soldaten. Die Männer und Frauen der Bundeswehr klagen über fehlende Rechtssicherheit bei Auslandseinsätzen. Und noch immer bezeichnet die Politik die Afghanistan-Mission nicht als Krieg, sondern als Wiederaufbau-Einsatz. Guttenberg spricht mittlerweile von "kriegsähnlichen Zuständen". Die Soldaten sehnen sich nach öffentlicher Anerkennung ihrer gefährlichen Mission.

Leser-Kommentare
  1. Der Eine kommt, der Andere sollte gehen.

    • Jokus
    • 18.12.2009 um 21:16 Uhr

    Nein, der Andere sollte nicht gehen, sondern ab und zu schneller denken als reden.

  2. Gehen wir mal hoffnungsfroh davon aus, dass der Kamerad Wieker dem Verschleiern und Vertuschen, um die Umstände des Vorfalls vom 04. September, ein Ende bereiten wird!

  3. Viel Erfolg für den neuen Generalinspektor und seinen Mentor.

  4. Ein wenig untergriffig die beleidigte Leberwurst namens Guttenberg?

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