Thüringens früherer Ministerpräsident Dieter Althaus hat nur wenige Monate nach seinem Rückzug als Regierungschef ein neues Auskommen in der Wirtschaft gefunden. Althaus wechselt zum Opel-Bieter Magna. Er werde ab Februar bei dem Autozulieferer als Vizepräsident für den Großkunden Volkswagen beginnen und für Kontakte zu öffentlichen Stellen in Deutschland zuständig sein. Sein Landtagsmandat will der CDU-Politiker Ende April niederlegen.

Althaus hatte seine Kontakte zu Magna im vorigen Jahr intensiviert, als das Unternehmen den geschwächten Autobauer Opel umwarb, der einen seiner vier deutschen Standorte im thüringischen Eisenach hat. Als thüringischer Ministerpräsident hatte sich Althaus wiederholt für einen Verkauf von Opel an Magna ausgesprochen.

Magna-Chef Siegfried Wolf äußerte in einer Stellungnahme auf der Website des Politikers seine Hoffnung auf dessen "exzellente Kontakte". Althaus' Wechsel passt ihm durchaus ins Konzept: Er forderte "vielmehr Durchlässigkeit zwischen Wirtschaft und Politik.”

Althaus waren bereits bei den letztlich gescheiterten Opel-Übernahmeverhandlungen von Magna gute Kontakte zur Spitze des Automobilzulieferers nachgesagt worden. Bei öffentlichen Auftritten in Thüringen hatten sich der Politiker und Magna-Chef Siegfried Wolf einige Male als Duz-Freunde präsentiert.

Wenn Althaus Wirtschaftskompetenz aufweist, geht das zumindest nicht aus seiner Biografie hervor. Der Ex-Regierungschef ist ausgebildeter Mathematik- und Physiklehrer. Sein politischer Schwerpunkt war die Familienpolitik. 2006 hatte er eine Initiative für ein bedingungsloses "Solidarisches Bürgergeld" für Jeden vorgelegt. Als Wirtschaftsexperte hatte er sich bisher nicht profiliert.

Nach einer harten Niederlage bei der Landtagswahl im September legte Althaus sein Regierungsamt nieder und machte den Posten frei für seine Parteikollegin Christine Lieberknecht. Parteifreunde nannten für den Schritt auch persönliche Gründe. Althaus war in Österreich in einen Skiunfall verwickelt gewesen, bei dem eine 41-jährige Mutter starb und er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Über Monate hinweg konnte er nicht amtieren, zeitweilig stand seine Kandidatur als Ministerpräsident infrage.