Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Dietmar Bartsch, kandidiert auf dem Parteitag im Mai in Rostock nicht erneut für sein Amt. Seine Erklärung in Auszügen:

"In den letzten Wochen ist eine Situation entstanden, die die Politikfähigkeit der Partei gefährdet. Über mich wurden Lügen verbreitet, gegen mich wurden inakzeptable Vorwürfe in zum Teil extrem kulturloser Weise erhoben. Sogar von Illoyalität war die Rede. Noch einmal will ich in aller Klarheit feststellen: Den Vorwurf der Illoyalität weise ich entschieden zurück. Parteitags-und Vorstandsbeschlüsse waren und sind die Grundlage meiner Arbeit."

"Im Kern geht es nicht um eine personelle Auseinandersetzung. Es handelt sich nicht um einen Konflikt zwischen Lafontaine und Bartsch, es handelt sich erst recht nicht um einen Konflikt zwischen Ost und West. Es geht um die politische und strategische Ausrichtung der Partei. Wie in jeder Partei, so gibt es auch in der Linken Auseinandersetzungen um den Kurs und um politische Herangehensweisen. Ich setze mich dafür ein, dass wir in der Partei eine offene Programmdebatte führen, die von geistiger Weite geprägt ist und in einem kulturvollen Klima stattfindet."

"Klar und eindeutig: Ich befürworte Regierungsbeteiligungen der Linken auf klarem inhaltlichem Fundament, die unsere politischen Vorstellungen durchsetzen helfen. Dazu gehört auch, in der parteipolitischen Auseinandersetzung die Neoliberalen in CDU/CSU und FDP als die Hauptgegner zu betrachten, gerade auch angesichts der neuen Regierungskonstellation."

"In Briefen aus Ost und West und in vielen Gesprächen erfahre ich in diesen Tagen Zuspruch und Ermutigung von Mitgliedern und aus Gliederungen der Partei, aber auch von parteilosen Bürgerinnen und Bürgern. Das berührt mich und dafür will ich herzlich danken."