Aufregung um Großspende an FDP Im Dienst der Hoteliers
Auch wenn die FDP den Vorwurf bestreitet: Die Millionenspende eines Hotelbetreibers setzt sie dem Lobbyistenverdacht aus. Deshalb sollte die Partei das Geld zurückgeben, kommentiert Ludwig Greven
Korruption, das wissen erfahrene Ermittler, läuft nicht immer so ab, dass Interessenvertreter einem Amtsträger einen Geldbetrag geben mit der erklärten Aufforderung, in seinem Sinne zu handeln. Gerade Parteispenden, das hat schon die Flick-Affäre gezeigt, dienten und dienen oft der "politischen Landschaftspflege": Die Empfänger werden für die Interessen des Spenders gewogen gestimmt. Das wird sich, wenn irgendwann beispielsweise ein Gesetz oder eine Subventionsentscheidung solche Interessen berührt, sicher nicht nachteilig für die Geber auswirken.
Deshalb wird die FDP jetzt den bösen Verdacht, sie habe sich für das umstrittene Steuerprivileg für Hoteliers schmieren lassen, auch nicht so schnell und einfach wieder los. Auch wenn die Spende von 1,1 Millionen Euro des Hotelunternehmens Substantia, das August Baron von Finck, einem der reichsten Deutschen gehört, korrekt dem Bundestagspräsidenten angezeigt wurde, bleibt mehr als ein Geschmäckle.
Dass eine Partei erst eine solche Großspende annimmt und sich dann dafür stark macht, dass die neue Koalition der Hotelbranche eine von Fachleuten und Ökonomen als unsinnig bezeichnete Milliarden teure Beihilfe gewährt, verstärkt den Eindruck, dass die FDP nicht nur Klientelpolitik betreibt, sondern gezielt Lobbyinteressen bedient.
Das gleiche gilt im übrigen für die CSU. Auch sie hatte schon vor der Landtagswahl 2008 zwei Großspenden von zwei Firmen aus dem Finck-Imperium in Höhe von430.00 und 390.00 Euro. Ihr Engagement für das heimische Hotelgewerbe dürfte das befördert haben.
Vermutlich hätte es aber gar nicht der Spende bedurft, damit die FDP gemeinsam mit der CSU das Steuergeschenk für das Hotelgewerbe im Wachstumsbeschleunigungsgesetz durchdrückte. Denn der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes gehört selber der Partei an und hat dort offenbar erfolgreich mit dem Argument geworben, die Mehrwerststeuersenkung auf Übernachtungen sichere 100.000 Arbeitsplätze. So erfolgreich, dass FDP-Generalsekretär Christian Lindner die Zahl übernahm, als er jetzt die Großspende verteidigte – auch wenn sie natürlich niemand belegen kann.
Dass Lobbyisten in Parteien für die Interessen ihrer Organisation werben, ist legitim. Problematisch wird es nur, wenn Parteien dies dann eins zu eins in Regierungspolitik übersetzen und sie zudem dann auch noch äußerst großzügig von einem Unternehmen bedacht werden, das genau von dieser Regelung profitiert. Wenn FDP und CSU den Ruf loswerden wollen, sie betrieben Politik für spendenwillige Interessengruppen dann gibt es dafür einen einfachen Weg: Sie sollten die Spenden zurückgeben, um sich von jedem Verdacht reinzuwaschen.
Oder sie sollten sich alternativ dafür einsetzen, das unsinnige Steuerprivileg schnellstmöglich wieder zu streichen. Die Hotelgäste werden davon ohnehin nicht profitieren, nur die Eigentümer, deren Erträge steigen. Dafür können sie auch etwas springen lassen.
Dass die FDP nun darauf verweist, dass auch die SPD vor der Bundestagswahl Großspenden etwa von BMW und Daimler bekam, macht die Sache im übrigen nicht besser. Denn erstens bedachten die Autohersteller auch andere Bundestagsparteien; schließlich wussten sie ja da noch nicht, wer die neue Regierung stellen würde. Und zweitens spricht das eher dafür, größere Spenden von Verbänden und Unternehmen an die Parteien wie in Frankreich ganz zu verbieten. Das würde jeder möglichen geldwerten Einflussnahme von vorneherein den Boden entziehen.
- Datum 18.01.2010 - 16:32 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE
- Kommentare 36
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:






"Deshalb wird die FDP jetzt den bösen Verdacht, sie habe sich für das umstrittene Steuerprivileg für Hoteliers schmieren lassen, auch nicht so schnell und einfach wieder los."
Müßen sie auch nicht mehr, stört ja`keinen.
Das Thema wird in den nächsten tagen untern Tisch fallen, wie die Zumwinkel-Affäre.
Wir wussten was wir wählten.
http://www.parteispenden....
Ich heiße es gut, wenn die FDP für politischen Entscheidungen, die mit Spenden verbunden werden könnten, gerügt wird. Man sollte allerdings nicht vergessen, welche vier großen Parteien die größten Spenden, in Reihenfolge, erhalten: CDU, CSU, FDP und SPD.
Es sollten garkeine Spenden erlaubt sein.
Der Link ist klasse. Danke :)
...interessant. Es ist erstaunlich wie wenig gespendet wird. Es ist so wenig, dass man sich kaum vorstellen kann, dass man dafür ein Gesetz beeinflußen könnte.
Es sollten garkeine Spenden erlaubt sein.
Der Link ist klasse. Danke :)
...interessant. Es ist erstaunlich wie wenig gespendet wird. Es ist so wenig, dass man sich kaum vorstellen kann, dass man dafür ein Gesetz beeinflußen könnte.
Es sollten garkeine Spenden erlaubt sein.
Der Link ist klasse. Danke :)
aus der vertrackten Situation gerade, entsteht leicht eine Zwickmühle: Gibt die FDP das Geld zurück, würde man sich quasi als ertappt outen und das käme fast schon einem Schuldeingeständnis gleich; Behält man jedoch die Kohle, behält man auch das üble Geschmäckle.....
Ich bin für Behalten. An Westerwelles Stelle würd ich den Kritikern einfach mal feist ins Gesicht lachen. Man sollte sofort eine Meinungsumfrage in Fußgängerzonen starten, mit Bezug auf die aktuellen Vorfälle (aber ohne sie zu benennen, einfach mal die Zeitungsbildung auf die Probe stellen. Z.B. indem man einfach abstrakt nach der Meinung zum aktuellen Skandal fragt). Kaum jemand weiß überhaupt, was da gelaufen ist.
Und das krasse ist ja, wie evident die Verbindung ist. Die Hotelbranche spendet und sie bekommen Steuervergünstigungen. Eigentlich bedarf es da keines Schuldeingeständnisses mehr. Aber dennoch fällt die Kritik nur mäßig aus - und im großen und ganzen auch viel zu politisch korrekt/maßvoll.
Bisher ist die FDP mit Westerwelle der große Gewinner. Einfach mal ein "wir sind nicht käuflich" raushauen und alles ist gut.
Ich bin für Behalten. An Westerwelles Stelle würd ich den Kritikern einfach mal feist ins Gesicht lachen. Man sollte sofort eine Meinungsumfrage in Fußgängerzonen starten, mit Bezug auf die aktuellen Vorfälle (aber ohne sie zu benennen, einfach mal die Zeitungsbildung auf die Probe stellen. Z.B. indem man einfach abstrakt nach der Meinung zum aktuellen Skandal fragt). Kaum jemand weiß überhaupt, was da gelaufen ist.
Und das krasse ist ja, wie evident die Verbindung ist. Die Hotelbranche spendet und sie bekommen Steuervergünstigungen. Eigentlich bedarf es da keines Schuldeingeständnisses mehr. Aber dennoch fällt die Kritik nur mäßig aus - und im großen und ganzen auch viel zu politisch korrekt/maßvoll.
Bisher ist die FDP mit Westerwelle der große Gewinner. Einfach mal ein "wir sind nicht käuflich" raushauen und alles ist gut.
Ich bin für Behalten. An Westerwelles Stelle würd ich den Kritikern einfach mal feist ins Gesicht lachen. Man sollte sofort eine Meinungsumfrage in Fußgängerzonen starten, mit Bezug auf die aktuellen Vorfälle (aber ohne sie zu benennen, einfach mal die Zeitungsbildung auf die Probe stellen. Z.B. indem man einfach abstrakt nach der Meinung zum aktuellen Skandal fragt). Kaum jemand weiß überhaupt, was da gelaufen ist.
Und das krasse ist ja, wie evident die Verbindung ist. Die Hotelbranche spendet und sie bekommen Steuervergünstigungen. Eigentlich bedarf es da keines Schuldeingeständnisses mehr. Aber dennoch fällt die Kritik nur mäßig aus - und im großen und ganzen auch viel zu politisch korrekt/maßvoll.
Bisher ist die FDP mit Westerwelle der große Gewinner. Einfach mal ein "wir sind nicht käuflich" raushauen und alles ist gut.
Immer und bei jeder sich bietenden Gelegenheit: Seinen Kritikern (sowie dem Wähler), stets feist und frech ins Gesicht rein lachen!
Und jetzt verstehe ich auch warum das so ist, hmmmm.....
Immer und bei jeder sich bietenden Gelegenheit: Seinen Kritikern (sowie dem Wähler), stets feist und frech ins Gesicht rein lachen!
Und jetzt verstehe ich auch warum das so ist, hmmmm.....
Warum regen sich alle so auf?
Die Liberalen haben nun endlich ein einfaches, klar durchschaubares Gesetzgebungsverfahren etabliert. Man bestellt ein Gesetz, bezahlt und dann wird es gemacht. Ich finde das gut.
Auch Sozialdemokraten und Gewerkschaften sollten schnell das großartige Potential dieses FDP Models erkennen. Statt rumzulamentieren und das FDP Modell als "Bestechung" zu verunglimpfen, sollten sie selbst aktiv werden und handeln.
Da ist etwa der gesetzliche, flächendeckende Mindestlohn. Seit Jahren gelingt es SPD und Gewerkschaften nicht ein entsprechendes Gesetz durch den Bundestag zu bringen.
Nun aber ist es dank der FDP möglich! Es dürfte den Gewerkschaften doch nicht schwer fallen, einen zweistelligen Milionenbetrag bei den Mitgliedern zu aquirieren, den der FDP zu spenden und schon ist der Mindestlohn durch. Das ist allemal billiger als irgend ein sinnloser Streik.
Natürlich würde ich mir von der FDP noch mehr Transparenz wünschen. Eine Preisliste für verschiedene Gesetze wäre sehr hilfreich.
Zu überlegen ist auch, was passiert, wenn verschiedene Interessensgruppen bei der FDP verschiedene Gestzesvarianten einkaufen. Wäre es hier nicht eine gute Idee, die Gesetzevorlagen bei e-bay zu versteigern?
Bitte liebe Liberale, lasst Euch nicht von Eurem grandiosen Weg abbringen - endlich mal frischer Winde in der Politik,
meint Kalle Kowalewsky
marktwirtschaftliche Politik.
marktwirtschaftliche Politik.
werde ich nun tätigen, allerdings auf alle Parteien nach Mandaten verteilt.
Das ist im Verhältnis immer noch wesentlich mehr als alle offiziellen Spenden, Events(incl. Bordellbesuchen), Bildungsreisen und Ähnlichem.
Meine Forderungen: Das Recht auf warme Füße erhält Verfassungsrang und jedem Bürger täglich eine Tafel Schokolade (Vollmilch).
Und ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s völlig ungeniert!
Der verstorbene ehem. Vorsitzende und spätere Ehrenvorsitzende war wegen Steuerhinterziehung vorbestraft!
Henry Kissinger dessen persönliches O.K. den Mord an Lumumba erst ermöglichte, wie das State Depertment erst vorletztes Jahr bestätigte und der persönlich und öffentlich zugab, daß die USA, er dabei in zentraler Position, den Putsch in Chiele aktiv vorbereitet haben ,ist Ehrenmitglied. Herr Kubicki gehöhrt eigendlich in ein Gefängnis in MV, nach seiner wirtschaftskriminellen Handlung im Fall der Deponie Schönberg. Damals hatte eine FDP Wirtschaftsministerin und ihr FDP Staatssekretär mit Herrn Kubicki einen Vertrag zum einseitigen Nachteil des Landes MV abgeschlossen.
Herr Möllemann bleibt unvergessen!
Die Partei hat sich selbst als Spaßpartei bezeichnet!
Die FDP sagte einmal selbst: Wir sind die Partei der Besserverdienenden!
Liebe Redaktion. Soweit ist es doch von Ihnen nicht zur Handelskammer und zum angebauten Rathaus. Erinnern Sie sich noch an die Umstände zum Bau des Mövenpick im Wasserturm (Foto oben)? Recherchieren Sie doch mal, ob es da nicht vielleicht auch eine Spende aus der Schweiz gab!
Mit Spenden und anschließenden Genehmigungen hat Hamburg doch Erfahrung. Hat nicht ein Herr Otto (Otto-Versand) eine großzügige Spende für den Jungfernstieg gegeben und bekam zeitgleich die Genehmigung für ECE das Phoenix-Center zu bauen, mit allen nachteiligen Auswirkungen für die Innenstadt von HH-Harburg?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren