Die FDP wies die Korruptionsvorwürfe zurück, die in Verbindung mit der millionenschweren Spende der Düsseldorfer Firma Substantia AG stehen. "Wie groß muss die Verzweiflung bei der SPD sein, dass sie solche absurden Vorwürfe erhebt", sagte Parteichef Guido Westerwelle. Die FDP habe ihre Haltung zur Mehrwertsteuer für Hotels vor dem Eingang der Spende festgelegt. Die Anschuldigungen richteten sich selbst. FDP-Generalsekretär Christian Lindner sagte in der ARD, die Spende sei ordnungsgemäß angezeigt worden. Seine Partei sei nicht käuflich.

Die Firmengruppe, die der FDP 2009 1,1 Millionen Euro überwiesen hatte, ist Miteigentümer der Mövenpick-Gruppe, die in Deutschland 14 Hotels betreibt. Die Mehrwertsteuer auf Hotelübernachtungen wurde, zum 1. Januar 2010, von 19 Prozent auf sieben gesenkt.

Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit forderte die Rückzahlung der Spende. Dieses Geld fehle für Investitionen in Bildung und andere Zukunftsbereiche. "Es ist schon sehr zu fragen, ob da nicht Zusammenhänge zwischen politischen Entscheidungen und Spenden existieren", sagte SPD-Vize Olaf Scholz. Der Fraktionsvize der Linken, Ulrich Maurer, forderte, Spenden von Unternehmen und Parteien generell zu verbieten. Der SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil kritisierte das Verhalten der FDP. "Wir wissen jetzt, was FDP-Chef Guido Westerwelle mit geistig-moralischer Wende meint, nämlich Politik für Wenige zulasten von Vielen". Dies sei "ein Zeichen von moralischer Korruption und Klientelpolitik".

Der Unionsfraktionschef der CDU, Volker Kauder, sieht in der Parteispende kein Problem: "Spenden gehören zur Finanzierung der Parteien". FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger sagte, dass die Mehrwertsteuersenkung und die Spende "absolut nichts miteinander zu tun hat". SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte am Sonntag von einem "offensichtlich käuflichen" Teil der Regierung gesprochen. Die Grünen sprachen davon, dass die FDP sich den Staat zur Beute mache.