Streit um Afghanistan-Politik Käßmann weicht nicht von ihrer Position

Verteidigungsminister Guttenberg konnte die EKD-Rats-Chefin nicht überzeugen: Auch nach einem Treffen nimmt sie ihre Kritik an der Afghanistan-Politik nicht zurück.

Die ranghöchste Protestantin Deutschlands bekräftigt im Streit um ihre Haltung zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr ihre Position:  "Ich stehe dazu, was ich gesagt habe", sagte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Montagabend in der ARD. Ihre Neujahrspredigt mit dem Satz "Nichts ist gut in Afghanistan" würde sie auch nach ihrem Treffen mit Bundesverteidigungsminister Guttenberg (CSU) wieder so halten. Sie wisse, dass Waffen "dazu beitragen können, dass ziviler Aufbau möglich ist.“ Derzeit stehe  allerdings die militärische Perspektive zu sehr im Vordergrund. Darüber sei sie sich mit Guttenberg einig gewesen, sagte Käßmann.

Der Minister hatte die Bischöfin nach ihren kritischen Äußerungen am Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan vom Jahreswechsel eingeladen. Käßmann hatte in ihrer Neujahrspredigt unter anderem gesagt: "Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan." Der Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan sei "so nicht zu rechtfertigen". Dies war teilweise so interpretiert worden, dass die Bischöfin einen sofortigen Abzug der Bundeswehr befürworte; Käßmann hatte dem widersprochen. Dennoch hatten ihre Worte für Aufregung gesorgt. Die Bischöfin musste sich deutliche Kritik aus der Politik gefallen lassen. Zuletzt warf ihr der Bundestags-Wehrbeauftragte Reinhold Robbe (SPD) Naivität und "populistische Fundamentalkritik" vor.

Ihre Sätze über die Lage in Afghanistan hätten in einem bestimmten Zusammenhang gestanden, den auch jeder nachlesen könne, sagte die Bischöfin. Sie habe "eine sehr seelsorgerische Predigt mit einer kleinen Passage zum politischen gesellschaftlichen Geschehen» gehalten. "Die ist mir um die Ohren gehauen worden, dies habe ich nicht vorhergesehen, aber ich stehe zu dem, was ich gesagt habe." 

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An dem Gespräch in Berlin nahmen auch der evangelische Militärbischof Martin Dutzmann und der Bevollmächtigte des Rates der EKD, Prälat Bernhard Felmberg, teil. Auch er sprach von viel Harmonie. "Man ist sich einig darin, dass es einen Nachbesserungsbedarf in der Afghanistan-Politik gibt", sagte Dutzmann. Es müsse noch sehr viel genauer die Zielsetzung beschrieben werden, zudem müsse das zivile Engagement verstärkt werden. Es sei "selbstverständlich", dass sich die Kirche zu Themen wie dem Afghanistan-Einsatz äußern müsse. 

 
Leser-Kommentare
  1. - mit ihrem Glauben
    - der Meinung von 2/3 aller Bundesbürger
    - den analysen der Fachleute die was von Afghanistan verstehen

    WARUM sollte die Frau irgend etwas zurücknehmen ?

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    • joG
    • 12.01.2010 um 11:14 Uhr

    ...sympathisch wirkenden Dame mag ich nicht spekulieren. Es ist auch richtig, wenn man vereinfachend sagt, dass 2/3 der deutschen Bevölkerung wollen, was sie in ihrer Predigt zu fordern schien. Dass allerdings diese Forderung "den analysen der Fachleute die was von Afghanistan verstehen" entspricht, ist aus dem Text der Predigt kaum ableitbar. Dazu bleibt er zu einfach und vague; populistisch halt und wie geschaffen den 2/3 der Bevölkerung zu gefallen.

    • joG
    • 12.01.2010 um 11:14 Uhr

    ...sympathisch wirkenden Dame mag ich nicht spekulieren. Es ist auch richtig, wenn man vereinfachend sagt, dass 2/3 der deutschen Bevölkerung wollen, was sie in ihrer Predigt zu fordern schien. Dass allerdings diese Forderung "den analysen der Fachleute die was von Afghanistan verstehen" entspricht, ist aus dem Text der Predigt kaum ableitbar. Dazu bleibt er zu einfach und vague; populistisch halt und wie geschaffen den 2/3 der Bevölkerung zu gefallen.

    • Crest
    • 12.01.2010 um 9:13 Uhr

    bei Madame Käßmann empfinde ich eine gewisse Voreingenommenheit. Das Bild von ihr auf dem Rücksitz einer schweren Luxuslimousine passt insofern zwanglos in mein Bild von ihr. (Ich gönne ihr persönlich den Dienstwagen von Herzen, erlaube mir aber ein süffisantes Lächeln, wie schnell doch den Versuchungen gewisser Annehmlichkeiten im Diesseits nachgegeben wird, wo man doch nach dem propagierten Selbstbild sein Leben auf das Jenseits hin fokussiert.)

    Zur Meldung selbst: Sie ist das, was man im Journalistenjargon wohl eine "Nullmeldung" nennen könnten. Jeder, der schon einmal selbst ein Kommunique verfassen musste, weiß genau, was sich hinter Formulierungen verbirgt wie: "Man ist sich einig darin, dass es einen Nachbesserungsbedarf in der Afghanistan-Politik gibt", sagte Dutzmann. Es müsse noch sehr viel genauer die Zielsetzung beschrieben werden, zudem müsse das zivile Engagement verstärkt werden.

    Ein wenig gezuckt hatte ich nur beim letzten Satz Es sei "selbstverständlich", dass sich die Kirche zu Themen wie dem Afghanistan-Einsatz äußern müsse. Denn Äußerungen eines Bischofs zu einer militärischen Intervention sind entweder religiöse Platituden oder militärischer Dilettantismus.

    Herzlichst Crest

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    Zitat:
    "Denn Äußerungen eines Bischofs zu einer militärischen Intervention sind entweder religiöse Platituden oder militärischer Dilettantismus."

    Nummer 1 verstehe ich aber Nummer 2 muss durchaus nicht sein, man kann auch als Kleriker etwas vom Militär verstehen, ob das nun auf Frau Käßmann zutrifft oder nicht. Abgesehen davon kann sie sich ja schlaulesen.

    Hier wird die Luxuslimusine angeführt. Ich glaube, erkennen zu können, dass es sich hier um ein gepanzertes Fahrzeug handelt. Anscheinend unterliegt Frau Käsmann gewissen Sicherheitsbestimmungen für gefährdete Personen des öffentlichen Lebens. Soweit sind wir heute schon, dass ein Bischof um sein Leben fürchten muß.

    • keox
    • 12.01.2010 um 16:08 Uhr

    ebenso wichtig, daß die EKD sich einmal grundsätzlich anders zur sozialen Spaltung D-Lands äußert, als der Huber, der ja mit dem Kapital seinen Frieden machte.

    Als Atheist bin ich gleichwohl vertraut mit der christlichen Ideologie, ich kann nur feststellen, daß die Kirchen in D-Land ihren konsequenten Weg als jeweiliger Systemstabilisator unbeirrt weiter verfolgen.

    Es ist leicht, auf Friedensapostel zu schalten, das ist mehrheitsfähig und, wer weiß, bringt Kundschaft.

    Seinem Kooperationspartner Staat dagegen offensiv in die Parade zu fahren bei seiner Zerstörung des Sozialstaates - das ist nicht drin.

    Warum auch, die kirchlichen Träger haben doch bestens profitiert von der 1€-Sklaverei, sie zahlen überhaupt nicht gerne, haben sogar eigene Gewerkschaften.

    Es bleibt dabei, nix ist so kalt wie die christliche Nächstenliebe.

    Lieber Crest,

    du behauptest, die Äußerungen eines Bischofs zu einer militärischen Intervention seien entweder religiöse Platituden oder militärischer Dilettantismus.

    Möchtest du deshalb die Meinungsbildung in solchen zentralen gesellschaftspolitischen Fragen ausschließlich politisch Verantwortlichen und Offizieren überlassen?

    Bischöfin Käßmann hat etwas absolut Respektables getan, was man bei ihrem Vorgänger leider allzu oft vermissen durfte: Sie hat sich klar und unabhängig zu einem politischen Thema geäußert, ohne sich dabei von Parteipolitik oder vermeintlicher Staatsräson vereinnahmen oder einschüchtern zu lassen.
    Nicht weniger ist auch Ihre Aufgabe als höchste Repräsentantin der evangelischen Kirchen in Deutschland.

    Wenn man den gesellschaftlichen Auftrag der Kirche ernst nimmt, dann darf man zu keinem politischen Thema schweigen, egal wie kontrovers es diskutiert wird und schon gar nicht, wenn man Gegenwind zu fürchten hat.

    Zitat:
    "Denn Äußerungen eines Bischofs zu einer militärischen Intervention sind entweder religiöse Platituden oder militärischer Dilettantismus."

    Nummer 1 verstehe ich aber Nummer 2 muss durchaus nicht sein, man kann auch als Kleriker etwas vom Militär verstehen, ob das nun auf Frau Käßmann zutrifft oder nicht. Abgesehen davon kann sie sich ja schlaulesen.

    Hier wird die Luxuslimusine angeführt. Ich glaube, erkennen zu können, dass es sich hier um ein gepanzertes Fahrzeug handelt. Anscheinend unterliegt Frau Käsmann gewissen Sicherheitsbestimmungen für gefährdete Personen des öffentlichen Lebens. Soweit sind wir heute schon, dass ein Bischof um sein Leben fürchten muß.

    • keox
    • 12.01.2010 um 16:08 Uhr

    ebenso wichtig, daß die EKD sich einmal grundsätzlich anders zur sozialen Spaltung D-Lands äußert, als der Huber, der ja mit dem Kapital seinen Frieden machte.

    Als Atheist bin ich gleichwohl vertraut mit der christlichen Ideologie, ich kann nur feststellen, daß die Kirchen in D-Land ihren konsequenten Weg als jeweiliger Systemstabilisator unbeirrt weiter verfolgen.

    Es ist leicht, auf Friedensapostel zu schalten, das ist mehrheitsfähig und, wer weiß, bringt Kundschaft.

    Seinem Kooperationspartner Staat dagegen offensiv in die Parade zu fahren bei seiner Zerstörung des Sozialstaates - das ist nicht drin.

    Warum auch, die kirchlichen Träger haben doch bestens profitiert von der 1€-Sklaverei, sie zahlen überhaupt nicht gerne, haben sogar eigene Gewerkschaften.

    Es bleibt dabei, nix ist so kalt wie die christliche Nächstenliebe.

    Lieber Crest,

    du behauptest, die Äußerungen eines Bischofs zu einer militärischen Intervention seien entweder religiöse Platituden oder militärischer Dilettantismus.

    Möchtest du deshalb die Meinungsbildung in solchen zentralen gesellschaftspolitischen Fragen ausschließlich politisch Verantwortlichen und Offizieren überlassen?

    Bischöfin Käßmann hat etwas absolut Respektables getan, was man bei ihrem Vorgänger leider allzu oft vermissen durfte: Sie hat sich klar und unabhängig zu einem politischen Thema geäußert, ohne sich dabei von Parteipolitik oder vermeintlicher Staatsräson vereinnahmen oder einschüchtern zu lassen.
    Nicht weniger ist auch Ihre Aufgabe als höchste Repräsentantin der evangelischen Kirchen in Deutschland.

    Wenn man den gesellschaftlichen Auftrag der Kirche ernst nimmt, dann darf man zu keinem politischen Thema schweigen, egal wie kontrovers es diskutiert wird und schon gar nicht, wenn man Gegenwind zu fürchten hat.

  2. Wetten, daß meine Kandidaten der Vorsitzenden der evangelischen Kirchensynode nächstes mit einer Klage wegen Volksverhetzung drohen,um die Wahrheit zum Schweigen zu bringen ?

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    • Crest
    • 12.01.2010 um 9:47 Uhr

    im Bewußtsein zu halten, auch wenn sie missliebig sind, braucht es weniger einen Bischof, denn einen professionellen Journalisten.

    Herzlichst Crest

    • Crest
    • 12.01.2010 um 9:47 Uhr

    im Bewußtsein zu halten, auch wenn sie missliebig sind, braucht es weniger einen Bischof, denn einen professionellen Journalisten.

    Herzlichst Crest

    • Crest
    • 12.01.2010 um 9:47 Uhr

    im Bewußtsein zu halten, auch wenn sie missliebig sind, braucht es weniger einen Bischof, denn einen professionellen Journalisten.

    Herzlichst Crest

  3. ...nicht dem guten alten Motto fröhnt:
    "Der Gottesmann soll keine scharfe Waffen führen..
    ...also nehme ich den Streitkolben..."

    Hat das doch auch mal was.

    Bei aller Seelsorge, ich habe was gegen kriegerische Priester.

  4. Zitat:
    "Denn Äußerungen eines Bischofs zu einer militärischen Intervention sind entweder religiöse Platituden oder militärischer Dilettantismus."

    Nummer 1 verstehe ich aber Nummer 2 muss durchaus nicht sein, man kann auch als Kleriker etwas vom Militär verstehen, ob das nun auf Frau Käßmann zutrifft oder nicht. Abgesehen davon kann sie sich ja schlaulesen.

    Antwort auf "Zugegeben:"
    • Mocaer
    • 12.01.2010 um 10:40 Uhr

    Frau Käsmann ist eine authentische offene und tolerante Bischöffin, wie ich sie mir auch für die katholische Kirche wünschen würde. Sie nimmt ihren Auftrag ernst, und tritt engagiert und glaubwürdig für ihren christlichen Glauben ein. Es gibt ein Wort in der Bibel: er sage ja ja nein nein, dazwischen ist nichts oder PolitIFOblabla. Ihre angenehme und erfrischende Klarheit tut gut in Zeiten, die Führung und positive Visionen brauchen. Man hat im Lande in der Führungsebene allzulange geschlafen (oder genauer: sich schlafend gestellt) und die großen Herausforderungen unter den Teppich gekehrt bis es nicht mehr ging. Die Macht des Faktischen schlägt nun aber immer stärker zu, da kann auch der Pseudoschläfer die Augen nicht mehr davor verschließen.
    Was ist mit dem ökologischen Umbau der Gesellschaft? (60% des Umweltkapitals der Erde sind nach Angaben der UN aufgebraucht - aber genau darauf basiert alle Wirtschaft)?
    Wo sind die Schuldenlasten berücksichtigt? Was ist mit den UN Milleniumszielen usw.? Fazit: Es ist Zeit für ja ja oder Nein nein. Die Politik - gerade auch die, die das C groß im Namen führen sind allesamt damit überfordert, nur: wer diese Herausforderungen jetzt nicht entschlossen anpackt, der wirds genau dann tun müssen, wenn ihm die Puste ausgeht.
    Insofern ist Frau Käsmann eine der Wenigen in der Führung, die führen und motivieren kann und zwar uns, und die müssen es schließlich richten.

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    • Crest
    • 12.01.2010 um 11:08 Uhr

    Managerin - nennen wir sie Ann Marie - brachte uns bei, dass "zwischen ja und nein ein weiter Weg ist".

    Nun war sie zugegebenermaßen näher an den Widerspenstigkeiten des realen Lebens ohne, wie eine Bischöfin, auf eine Ebene springen zu können, von der man das Leben "sub specie aeternitatis" betrachten könnte.

    Von einer solchen Ebene betrachtet sind gewisse Schattierungen natürlich nicht mehr sichtbar. Aber gute Bischöfe, also diejenigen die ihr Geld verdienen, sind sich der Existenz solcher Schattierungen dennoch bewußt.

    Herzlichst Crest

    • keox
    • 12.01.2010 um 16:12 Uhr

    Das geht heute so:

    Ja,ja, nee,nee, ist klar ´ne.

    • Crest
    • 12.01.2010 um 11:08 Uhr

    Managerin - nennen wir sie Ann Marie - brachte uns bei, dass "zwischen ja und nein ein weiter Weg ist".

    Nun war sie zugegebenermaßen näher an den Widerspenstigkeiten des realen Lebens ohne, wie eine Bischöfin, auf eine Ebene springen zu können, von der man das Leben "sub specie aeternitatis" betrachten könnte.

    Von einer solchen Ebene betrachtet sind gewisse Schattierungen natürlich nicht mehr sichtbar. Aber gute Bischöfe, also diejenigen die ihr Geld verdienen, sind sich der Existenz solcher Schattierungen dennoch bewußt.

    Herzlichst Crest

    • keox
    • 12.01.2010 um 16:12 Uhr

    Das geht heute so:

    Ja,ja, nee,nee, ist klar ´ne.

  5. Das ist der Grund, warum sich Theologen wie Frau Kässmann zum Afghanistaneinsatz der Bundeswehr äußern sollten. Das sich insbesondere christliche Politiker darüber nicht erfreut zeigen, verwundert nicht.
    Wenn man Frau Kässmann kritisieren will, dann eher dafür, dass es immer noch die Militärseelsorge gibt.
    Vor vielen Jahren, bei einem Manöver der Bundeswehr, setzte sich ein Militärseelsorger zu einer Gruppe von einfachen Soldaten und versuchte mit diesen in ein Gespräch zu kommen. Ein Gefreiter sagte zu ihm: "Sie sind wohl hier um uns den nötigen moralischen Beistand zu geben, während man uns hier beibringt wie man tötet". Der Militärgeistliche stand wortlos auf und ging.

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    • joG
    • 12.01.2010 um 11:32 Uhr

    ...kritisieren will, dann eher dafür, dass es immer noch die Militärseelsorge gibt."

    Finden Sie? Nach den Kriterien christlicher Kirchen wäre doch eigentlich viel schlimmer, dass sie den Aufruf unterläßt Politiker nicht zu wählen, die Abtreibung gesetzlich zulassen oder gar befürworten. Immerhin ist dies, in den Worten eine der christlichen Kirchen, einer der grössten, wenn nicht der grösste Massenmord der Geeschichte, an dem jeder Wähler so positionierter Parteien sich beteiligt. Ob man der Meinung der Christen sein muss zu diesem Thema, ist dabei unerheblich. Da das aber der christliche Standpunkt zur Abtreibung ist, scheint die Frage nach Militärseelsorge bewertungsrelativ sekundär. Man könnte verlangen, dass sie die schlimmeren Dinge zuerst und danach erst die von weniger Gewicht vorträgt auch dann, wenn die Zuhörer zu 90% anderer Meinung sind.

    "Nach den Kriterien christlicher Kirchen wäre doch eigentlich viel schlimmer, dass sie den Aufruf unterläßt Politiker nicht zu wählen, die Abtreibung gesetzlich zulassen oder gar befürworten."
    Völlig richtig. Auch in Bezug auf die Abtreibung gilt: "Du sollst nicht töten!"
    Und jetzt stellen Sie sich mal vor, es gäbe an Krankenhäusern extra dazu abgestellte Geistliche, deren Aufgabe es wäre, die zur Abtreibung bereiten Frauen in ihrem Vorhaben moralisch zu bestärken. Dann wären wir da, wo die Militärseelsorge längst ist.

    hat durchaus ihren Sinn, denn auch Soldaten sind Menschen und können hin und wieder von Sorgen geplagt werden. Und wie ihr Bsp. m. E. zu zeigen zeigt, verstand der Seelsorgeres gerade nicht als seine Aufgabe das Töten moralisch zu unterfüttern.

    Gruß

    • joG
    • 12.01.2010 um 11:32 Uhr

    ...kritisieren will, dann eher dafür, dass es immer noch die Militärseelsorge gibt."

    Finden Sie? Nach den Kriterien christlicher Kirchen wäre doch eigentlich viel schlimmer, dass sie den Aufruf unterläßt Politiker nicht zu wählen, die Abtreibung gesetzlich zulassen oder gar befürworten. Immerhin ist dies, in den Worten eine der christlichen Kirchen, einer der grössten, wenn nicht der grösste Massenmord der Geeschichte, an dem jeder Wähler so positionierter Parteien sich beteiligt. Ob man der Meinung der Christen sein muss zu diesem Thema, ist dabei unerheblich. Da das aber der christliche Standpunkt zur Abtreibung ist, scheint die Frage nach Militärseelsorge bewertungsrelativ sekundär. Man könnte verlangen, dass sie die schlimmeren Dinge zuerst und danach erst die von weniger Gewicht vorträgt auch dann, wenn die Zuhörer zu 90% anderer Meinung sind.

    "Nach den Kriterien christlicher Kirchen wäre doch eigentlich viel schlimmer, dass sie den Aufruf unterläßt Politiker nicht zu wählen, die Abtreibung gesetzlich zulassen oder gar befürworten."
    Völlig richtig. Auch in Bezug auf die Abtreibung gilt: "Du sollst nicht töten!"
    Und jetzt stellen Sie sich mal vor, es gäbe an Krankenhäusern extra dazu abgestellte Geistliche, deren Aufgabe es wäre, die zur Abtreibung bereiten Frauen in ihrem Vorhaben moralisch zu bestärken. Dann wären wir da, wo die Militärseelsorge längst ist.

    hat durchaus ihren Sinn, denn auch Soldaten sind Menschen und können hin und wieder von Sorgen geplagt werden. Und wie ihr Bsp. m. E. zu zeigen zeigt, verstand der Seelsorgeres gerade nicht als seine Aufgabe das Töten moralisch zu unterfüttern.

    Gruß

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