Afghanistan-Mandat Frieden schaffen unter Waffen
Das Parlament hat das Isaf-Mandat verlängert. Unklar bleibt, ob Aktionen wie die Talibanjagd durch die Taskforce 47 damit abgedeckt sind. Von Hauke Friederichs
© Patrick Baz/AFP/Getty Images

Ein amerikanischer Soldat der Special Forces sichert landende Black-Hawk-Hubschrauber in Afghanistan. Deutsche Spezialkräfte sollen gemeinsam mit US-Kommandos Taliban jagen
Die neue Afghanistan-Strategie der Bundesregierung für Afghanistan kann umgesetzt werden. Am Freitag hat der Bundestag dafür die Voraussetzung geschaffen: Mit großer Mehrheit stimmte er dem neuen Isaf-Mandat für die Bundeswehr zu, das den Rahmen für die neue Strategie abgibt: Mehr Soldaten, mehr Ausbildung, mehr Präsenz in der Fläche.
Ob das neue Mandat allerdings tatsächlich die Einsatzrealität der Bundeswehr vollständig abdeckt, ist fraglich. Einige Bundestagsabgeordneten bezweifeln das. Deshalb ist es vor allem interessant, was nicht im Mandat steht, beispielsweise der Einsatz des Kommandos Spezialkräfte (KSK).
Von Bedeutung ist das insbesondere deshalb, weil gerade die Missionen der deutschen Spezialkräfte in Afghanistan Aufgaben übernehmen, die nicht unbedingt zu den Kernaufgaben der Deutschen innerhalb der Isaf gehören. Im Klartext: Die deutschen Spezialkommandos in Afghanistan übernehmen Kampfeinsätze, die denen der Amerikaner im "Krieg gegen den Terror" gleichen.
Das war schon am Mittwoch und Donnerstag im Verteidigungs- und im Kundus-Untersuchungsausschuss deutlich geworden. Beide Gremien beschäftigten sich vor allem mit der Rolle der Taskforce 47. Diese deutsche Spezialeinheit operiert in Afghanistan, sie war in die Bombardierung von zwei Tanklastern am Kundus-Fluss in der Nacht zum 4. September verwickelt. 120 Männer der Taskforce waren Anfang September in Kundus stationiert, die Hälfte davon Soldaten des KSK. Die andere Hälfte besteht aus Fernspähern, Versorgern, Sanitätern und andere Spezialisten.
Alle Mitglieder sind Elitesoldaten, die in Afghanistan mit den gefährlichsten und anspruchsvollsten Infanterieaufgaben beauftragt werden. Sie beschützen die deutschen Feldlager und wenden offensiv mögliche Gefahren ab. Die Taskforce 47 hat aber noch andere Aufgaben: Sie späht beispielsweise Zielpersonen aus, die auf der Joint Priority Effects List (JPEL) stehen. Auf dieser Liste landen Namen von Taliban-Anführern, die jederzeit festgenommen oder getötet werden können. Zwei Spalten gibt es auf dieser Liste: Unter "Capture" werden diejenigen Taliban aufgeführt, die gefangen genommen werden sollen, unter "Kill" die Todgeweihten. Viele Länder lassen Namen auf diese Liste setzen, auch Deutschland. Aus dem Verteidigungsministerium heißt es, man trage nur Verdächtige in die Spalte "Capture" ein und nehme auch nur an solchen Operationen befreundeter Staaten teil.
Fraglich ist, wie eine gemeinsame "Capture-or-Kill-Liste" aller internationalen Streitkräfte in Afghanistan geführt wird – und von wem. Denn längst nicht alle Soldaten dort agieren unter Isaf-Mandat. Die Amerikaner haben beispielsweise auch Sondereinheiten der Operation Enduring Freedom (OEF) im Einsatz. Zusätzlich operieren dort auch US-Einheiten ganz ohne internationalen Auftrag. Dazu gehören auch Kampftrupps des Geheimdienstes CIA und privater Sicherheitsfirmen wie Xi, die früher Blackwater hieß.
Was die Taskforce 47 genau in Afghanistan macht, mit wem sie zusammenarbeitet, wie die Elitetruppe vorgeht, mit welchen anderen Kräften sie gemeinsam agiert, wissen die meisten Abgeordneten immer noch nicht. Auch nicht an dem Tag, an dem sie mit großer Mehrheit das neue Isaf-Mandat der Bundeswehr beschlossen haben. Fest steht, dass auch die Taskforce 47 offiziell unter dem Isaf-Mandat agiert, für den Wiederaufbau in Afghanistan aber nicht zuständig ist.
Seit 2007 operiert die Taskforce 47 in Afghanistan. Doch informiert wurde der Verteidigungsausschuss erstmals diese Woche über einige Einsätze. Von der Geheimtruppe offiziell erfahren haben die Obleute des Ausschusses überhaupt erst Ende des vergangenen Jahres. Zum ersten Mal gehört hatten sie davon aus der Zeitung. Und auch weiterhin fließen die Informationen spärlich: 70 Einsätze soll die Taskforce in Afghanistan unternommen haben. 50 dienten der Aufklärung, 20 der Festnahme von Taliban-Anführern. Bei den Missionen arbeiteten die deutschen Elitesoldaten mit ausländischen Sonderkommandos wie der amerikanischen Delta Force zusammen. Bei einer dieser "Capture"-Einsätze starb eine Zielperson. Dafür seien allerdings ausländische Soldaten verantwortlich gewesen, gab das Verteidigungsministerium im Ausschuss an, wie ZEIT ONLINE von Teilnehmern erfuhr.
"Ob alles was dort gelaufen ist, noch von dem Bundestagsmandat gedeckt ist, kann bezweifelt werden", sagte Hans-Peter Bartels, Verteidigungsexperte der SPD. Dennoch hat er, ebenso wie die meisten anderen Abgeordneten seiner Partei am Freitag dem neuen Mandat zugestimmt.
Kritik übt auch Hans-Christian Ströbele von den Grünen. "Das Mandat für Isaf spricht von Wiederaufbau und sieht militärische Einsätze als eine Art Nothilfe vor. Das KSK dient aber nicht primär dem Schutz der Bevölkerung. Was das Kommando dort wirklich macht und ob das vom Mandat gedeckt ist, das müssen wir prüfen", sagte der Außenpolitiker im Interview mit ZEIT ONLINE. "Wo ist dann der Unterschied zur Operation Enduring Freedom, an der in Afghanistan keine Deutsche mehr teilnehmen sollten, wenn auch die Isaf auf Terroristenjagd geht? Auch das muss geklärt werden."
- Datum 26.02.2010 - 19:43 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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Warum schweigen Sie zur geheimdienstlichen Unterstützung (USA,Saudi-Arabien,Pakistan) terroristischer/ islamistischer Gruppen,übernehmen G. W. Bushs "War on Terror"-Rhetorik, ignorieren die fatalen Machtbündnisse der
Regierung Karzai mit Kriegsverbrechern und Drogenbaronen und vermeiden es, die geostrategische
Bedeutung Afghanistans (Transitland im ressourcenreichen Zentralsasien) zu benennen ?
This war on terrorism is bogus
(Michael Meacher ( UK environment minister from May 1997 to June 2003 )
The 9/11 attacks gave the US an ideal pretext to use force to secure its global domination:
http://www.guardian.co.uk...
America had 12 warnings of aircraft attack:
http://www.independent.co...
Some staff members and commissioners of the Sept. 11 panel concluded that the Pentagon's initial story of how it reacted to the 2001 terrorist attacks may have been part of a deliberate effort to mislead the commission and the public rather than a reflection of the fog of events on that day, according to sources involved in the debate.:
http://www.washingtonpost...
...da eine merkwürdige Einstellung zu haben. Da stellt jemand fest, Ihr Staat hat dem Gewaltmonopol ein bedenklich unpräzises also gefährliches Mandat gegeben und Sie meckern darüber, dass früher die Bösen Zugange Gewesen wären. Über Märchenbetrachtung den Blick fürs Wichtige zu verlieren ist traurig.
...da eine merkwürdige Einstellung zu haben. Da stellt jemand fest, Ihr Staat hat dem Gewaltmonopol ein bedenklich unpräzises also gefährliches Mandat gegeben und Sie meckern darüber, dass früher die Bösen Zugange Gewesen wären. Über Märchenbetrachtung den Blick fürs Wichtige zu verlieren ist traurig.
eigene, geheime Superspezidingstruppe die mit den anderen noch cooleren Spezidingsern nachts über irgendwelche Äcker schleicht, um mal ein paar Verdächtige (Ziegenhirten? Hochzeitspaare? Bärtige Bergbauern mit Gewehr?) hinterrücks abzumurksen.
Aber über die anderen Spezis wird immerhin in ein paar Jahren ein Hollywoodfilm gedreht werden, wie sie verhindert, dass eine perfide als Schafherde getarnte Atombombe nach Washington getrieben wird.
Über unsere wird man immer nur wissen, dass man über sie nix wissen darf.
oder kriegsähnliche Zustände meinetwegen. Da sind sich alle einig. Das da naturgemäß Dinge vorgehen, die nicht als Pressebericht an die Nachrichtenagenturen geschickt werden, dürfte auch klar sein. Also, warum die Aufregung? Ist doch sowieso nur geheuchelt. Oder meinen Sie, irgendeinen deutschen Politiker egal welcher Partei interessiert wirklich, ob ein Talibananführer mehr oder weniger von einer Spezialeinheit über den Haufen geschossen wird? Das ganze Getöse dient nur zur "Schärfung des persönlichen politischen Profils", sonst nichts. Lassen Sie sich nicht veräppeln.
Dieser deutsche Traum wird sich auch am Hindukusch nicht erfüllen.
Wir sehen es doch heute schon:
Entgegen allen uns Deutschen bekannten Kriegserfahrungen werden durch unsere Waffen und unsere Soldaten Zivilisten getötet und verstümmelt.
Damit konnte doch niemand rechnen.
Entsprechend unseren Erfahrungen wird sich am Ende des Krieges wieder niemand finden, der dafür die Verantwortung übernimmt.
Oder hat schon jemand aus der rot-grünen Regierung oder unserer derzeitigen Regierung etwas anderes signalisiert?
Alle die diesen Krieg befürworten bitte in die erste Reihe !
Wer verdient am Tod anderer Menschen? Das muss aufhören und Deutschland hat wohl genug Schaden angerichtet in den letzten Jahrhunderten. Kein Deutscher maschiert in ein anderes Land sollte die Devise sein ! Verteidigung des Vaterlandes ist etwas anderes. FDP voran und immer an "Steiner das Eiserne Kreutz " denken. Ich würde als erstes die Kriegstreiber aufs Korn nehmen. Ach übrigens habe ich die "Goldene Schützenschnur" erworben, wo es mode war genau diese ,am Krieg verdienenden das Licht aus zu blasen.
TASKFORCE 4711
Da die deutschen Einheiten eh nichts machen dürfen und können mit ihren par Mann und die Lage eher verschlechtern, sollten sie abgezogen werden. Diese Alibiaufstockung kauft D. doch niemand ab. Die Debatte um die Ausbildung der Polizei, welche D. auch jahrelamg versäumt hat, ist auch ein Witz.
Herr Friederichs, ist das nicht unter ihrem journalistischen Anspruch, sich hier zum Sprachrohr von populistischen Profilierungsversuchen der Opposition zu machen?
Fragen Sie die Herren von SPD und Grünen doch mal, in was für Einsätze sie unsere Soldaten von 2002 bis 2005 geschickt haben und warum sie heute ach so andere Maßstäbe ansetzen?
Peinlich, Sie waren schon mal besser!
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