Afrika OECD kritisiert Deutschland für zu niedrige Entwicklungshilfe

Deutschland zahlt weniger Entwicklungshilfe als versprochen und wird scharf kritisiert. Besonders in Afrika fehlt das Geld.

Ein Klassenzimmer in Yakouta in Burkina Faso: In Afrika fehlt es an Geld, um allen Kindern eine Schulbildung zu garantieren.

Ein Klassenzimmer in Yakouta in Burkina Faso: In Afrika fehlt es an Geld, um allen Kindern eine Schulbildung zu garantieren.

Insgesamt 21 Milliarden Dollar weniger Entwicklungshilfe als 2005 versprochen werden die Geberländer in diesem Jahr zahlen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat Deutschland und andere Länder dafür kritisiert. Fünf Jahre nach dem G-8-Entwicklungsgipfel von Gleneagles bleibe ein Teil der führenden Industriestaaten hinter den Zusagen zurück, stellte die in Paris ansässige Organisation fest. Zwar bekämen die Entwicklungsländer dieses Jahr voraussichtlich 27 Milliarden Dollar (19,8 Milliarden Euro) mehr als 2004, aber dennoch bei weitem nicht so viel wie vereinbart.

Die sieben führenden Industriestaaten und Russland (G 8) hatten im schottischen Gleneagles beschlossen, ihre Entwicklungshilfe für Afrika bis 2010 zu verdoppeln. Mehrere Geberländer halten sich aber nicht an ihre Zusagen: Afrika werde in diesem Jahr von den zusätzlichen 25 Milliarden Dollar, die in Gleneagles angestrebt worden waren, nur rund zwölf Milliarden erhalten. Deutschland werde 2010 nur 0,40 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Entwicklungshilfe aufwenden und damit hinter dem Ziel der in der OECD vertretenen EU-Länder von mindestens 0,51 Prozent zurückbleiben.

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Weil die Höhe der Entwicklungshilfen sich am Bruttoinlandseinkommen bemisst, wirkt sich auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise auf die Zahlungen aus, wie die OECD erklärte. Von den 21 Milliarden Dollar, die dieses Jahr fehlen, ließen sich allein vier Milliarden dadurch erklären. Als einen Grund für den "Wortbruch" Deutschlands nennt die OECD den deutschen Haushaltsentwurf für das Jahr 2010. Er sehe insbesondere für Afrika südlich der Sahara "kaum nennenswerte Steigerungen" vor.

Tobias Hauschild, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Oxfam Deutschland, sagte: "Diese Zahlen sind ein Armutszeugnis. Mit 21 Milliarden Dollar ließen sich der Schulbesuch aller bisher von Bildung ausgeschlossener Kinder finanzieren." In diesem Bereich gebe es aber eine Finanzierungslücke in Höhe von 16 Milliarden Dollar. Für Medikamente, die das Überleben von zwei Millionen Müttern und Kindern sichern könnten, fehlen 5 Milliarden Dollar.

Oxfam befürchtet, dass die Bundesregierung auch in den kommenden Jahren ihre Zusagen verfehlen wird. Bis 2015 sollen 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe bereitstehen. Auch Frankreich, Italien, Österreich und Portugal sowie das völlig überschuldete Griechenland halten der OECD zufolge ihre Zusagen nicht ein. Staaten wie Großbritannien oder die Benelux-Länder werden ihre Zusagen nach OECD-Schätzung dagegen einhalten oder sogar übererfüllen. 

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 17.02.2010 um 14:58 Uhr

    Der Unmut im Ausland gegenüber der deutschen Politik des Free Riding nimmt offenbar zu.

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    • lepkeb
    • 17.02.2010 um 15:33 Uhr

    ihre Begriffsdefinition von Free Riding geben.

    • lepkeb
    • 17.02.2010 um 15:33 Uhr

    ihre Begriffsdefinition von Free Riding geben.

    • lepkeb
    • 17.02.2010 um 15:33 Uhr

    ist der dt. Geldberg alle, wenn nichts dazu kommt. Und vielleicht erkennen die Dt. langsam, dass einem das Hemd näher ist als die Hose. Und solange 15 Prozent der dt. Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sollte die Mittel erstmal dort eingesetzt werden.
    Und bei dem zu erwartenden starken Anstieg der Altersarmut, ist die Bundesregierung gut beraten erst im Inland für Wohlstand zu sorgen, denn sonst könnten bald soziale Unruhen ausbrechen. Und wehe wenn der dt. Michel seine jetzige Feigheit überwindet.

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    • joG
    • 17.02.2010 um 17:01 Uhr

    " Und solange 15 Prozent der dt. Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sollte die Mittel erstmal dort eingesetzt werden."

    Genau darin ist das Problem, wenn Einem "Menschenrechte" so leicht von der Zunge gehen. Wenn man einen Lebensstandard etwa festlegen will für das Minimum den der Staat in HartzIV garantieren muss und mit "Menschenwürde" begründet. Die da draussen sind nämlich auch Menschen und leben schlechter als die 15%. Sie sind nur keine Bürger.

    • joG
    • 17.02.2010 um 17:01 Uhr

    " Und solange 15 Prozent der dt. Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sollte die Mittel erstmal dort eingesetzt werden."

    Genau darin ist das Problem, wenn Einem "Menschenrechte" so leicht von der Zunge gehen. Wenn man einen Lebensstandard etwa festlegen will für das Minimum den der Staat in HartzIV garantieren muss und mit "Menschenwürde" begründet. Die da draussen sind nämlich auch Menschen und leben schlechter als die 15%. Sie sind nur keine Bürger.

    • lepkeb
    • 17.02.2010 um 15:33 Uhr

    ihre Begriffsdefinition von Free Riding geben.

  1. Bevor Du die Welt verändern willst, gehe dreimal durch Dein Haus.

    • joG
    • 17.02.2010 um 16:55 Uhr

    ....wird in der Volkswirtschaftslehre verwendet, wenn öffentliche Güter verwendet werden aber nicht selber bezahlt.

    http://en.wikipedia.org/w...

    • joG
    • 17.02.2010 um 17:01 Uhr

    " Und solange 15 Prozent der dt. Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben, sollte die Mittel erstmal dort eingesetzt werden."

    Genau darin ist das Problem, wenn Einem "Menschenrechte" so leicht von der Zunge gehen. Wenn man einen Lebensstandard etwa festlegen will für das Minimum den der Staat in HartzIV garantieren muss und mit "Menschenwürde" begründet. Die da draussen sind nämlich auch Menschen und leben schlechter als die 15%. Sie sind nur keine Bürger.

    Antwort auf "Tja irgendwann"
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    • lepkeb
    • 18.02.2010 um 4:06 Uhr

    schon mal gelebt oder mit den dortigen Eliten zu tun gehabt oder zusammengearbeitet, nehme stark an, dass dies nicht der Fall ist. Sie sollten sich mal näher mit den Fördermechanismen und den Nutzniesser der Entwicklungshilfe befassen, da wird es ein böses Erwachen geben.
    Gut ist auch, wenn sie mal einen Workshop von Oxfam oder ähnlich gearteten Institutionen besuchen, dass erweitert den Förderhrizont ungemein, leider nicht im positiven Sinne.
    Ich weiß, dass die Auffassung das einem das Hemd näher ist als die Hose und man an seine Landsleute zuerst denken sollte, nicht in das dt. Gutmenschentum passt. Aber sie werden es wahrscheinlich ihren Kindern und Enkeln gut erklären können, wenn sie fragen warum hast du nichts für dein Land getan.

    • lepkeb
    • 18.02.2010 um 4:06 Uhr

    schon mal gelebt oder mit den dortigen Eliten zu tun gehabt oder zusammengearbeitet, nehme stark an, dass dies nicht der Fall ist. Sie sollten sich mal näher mit den Fördermechanismen und den Nutzniesser der Entwicklungshilfe befassen, da wird es ein böses Erwachen geben.
    Gut ist auch, wenn sie mal einen Workshop von Oxfam oder ähnlich gearteten Institutionen besuchen, dass erweitert den Förderhrizont ungemein, leider nicht im positiven Sinne.
    Ich weiß, dass die Auffassung das einem das Hemd näher ist als die Hose und man an seine Landsleute zuerst denken sollte, nicht in das dt. Gutmenschentum passt. Aber sie werden es wahrscheinlich ihren Kindern und Enkeln gut erklären können, wenn sie fragen warum hast du nichts für dein Land getan.

  2. Wenn man sich den katastrophalen Stand Afrikas anschaut und dann überlegt was die ganze Entwicklungshilfe bewirkt, muss man sich doch wirklich fragen: Wozu?

    Soll nicht heißen, dass ich die Unterstützung von Afrika generell ablehne, aber Entwicklungshilfe hat einfach versagt. Die Armut ist ebenso groß wie zuvor (oder größer) und Afrika hängt weiter am Tropf reichen Länder. Auch wenn die FDP sonst nix auf die Reihe zu bekommen scheint fand ich den Vorschlag das Entwicklungshilfeministerium umzustrukturieren gar nicht mal so schlecht. Investitionen könnten mehr bewirken und für alle Parteien Vorteile bringen.

    Mittlerweile nehmen afrikanische Diktatoren gerne Gelder von China an und bereichern sich indem sie die Ressourcen ihres Landes verscherbeln.

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    Aber müssen wir den Verteilern der Entwicklungsgelder denn erklä-
    ren wie man das macht?? Man ist nicht fähig und zwar weltweit, das richtig zu organisieren, Man wundert sich nur, dass die Menschen aus
    den Entwicklungsländern unter Lebensgefahr nach Europa strömen -
    (über Griechenl. Italien,Spanien usw.), weil sei besser leben wollen.
    Richtige Hilfe ist nie angekommen (ausser K.H.Böhm und anderen),
    aber Absatzgebiete für die subventionierten Waren,hatte man in dieser Welt und hat es brutal ausgenutzt. Die Leute brauchen Nahrung und Anleitung für Fortschritt. Die Sklaven durch Kollonialmächte wurden nie frei. Was helfen Cola Dosen, Fast Food usw. Afrika wird ausgebeutet warum ist Südafrika so arm ? Gold, Diamanten usw. wer raubt das denn dem Volk? das ist eine Frage

    Aber müssen wir den Verteilern der Entwicklungsgelder denn erklä-
    ren wie man das macht?? Man ist nicht fähig und zwar weltweit, das richtig zu organisieren, Man wundert sich nur, dass die Menschen aus
    den Entwicklungsländern unter Lebensgefahr nach Europa strömen -
    (über Griechenl. Italien,Spanien usw.), weil sei besser leben wollen.
    Richtige Hilfe ist nie angekommen (ausser K.H.Böhm und anderen),
    aber Absatzgebiete für die subventionierten Waren,hatte man in dieser Welt und hat es brutal ausgenutzt. Die Leute brauchen Nahrung und Anleitung für Fortschritt. Die Sklaven durch Kollonialmächte wurden nie frei. Was helfen Cola Dosen, Fast Food usw. Afrika wird ausgebeutet warum ist Südafrika so arm ? Gold, Diamanten usw. wer raubt das denn dem Volk? das ist eine Frage

  3. Haben Sie in den vergangenen 30 Jahren verfolgt, was mit deutscher
    Entwicklungshilfe geschah?? Neuester Flop unter Sendung verpasst ARD,noch zu finden. Aber da standen die Drehbänke und Maschinen in Ghana im Hafen sind verrostet, Ackergeräte Bagger in Ostafrika und sind verrostet, weil sie niemand bedienen konnte. da werden Sachen von Herstellern angeliefert, vom Bund bezahlt (Steuerzahler) und keine Sau kümmert sich drum. Für andere Gelder wurden goldene Betten gekauft und Waffen für die Kindersoldaten. Damit Afrika keine eigene Landwirtschaft aufbauen kann liefert die EU Zwiebeln, Restfleisch von Hühnern,usw., was hier keiner essen will und macht die dortige Landwirtschaft fertig, weil es subventioniert von uns
    billiger ist. Ihr Heuchler wo ist richtige Hilfe - TV zeigt es oft,
    das muss man nur ansehen, die TV Superstars kann man vergessen ..

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