Streit um Umgangsformen Westerwelle droht CSU

Schlechtes Koalitionsklima: Guido Westerwelle hat der CSU wegen der anhaltenden Attacken gegen seine Partei mit Konsequenzen gedroht. Die FDP könne auch anders.

Guido Westerwelle ist erzürnt über die Umgangsformen des Koalitionspartners CSU

Guido Westerwelle ist erzürnt über die Umgangsformen des Koalitionspartners CSU

FDP-Chef Guido Westerwelle zeigt sich ungehalten angesichts der Umgangsformen innerhalb der Koalition. Die CSU müsse sich mehr am fairen Stil ihrer Schwesterpartei CDU orientieren, forderte Westerwelle in einem Spiegel-Interview. Dies täte der Koalition und vor allem Deutschland sehr gut. Der Vizekanzler warnte die CSU: "Ich habe eine Engelsgeduld. Aber die FDP kann auch anders."

Er erinnerte daran, dass die CSU in Bayern bereits die absolute Mehrheit verloren habe - und seither zusammen mit der FDP regiere. Die CSU ist in Bayern also bereits auf die FDP angewiesen. "Daran sollte die CSU gelegentlich denken", sagte Westerwelle.

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Der FDP-Vorsitzende betonte, er werde trotz sinkender Umfragewerte an seinem Kurs festhalten. "Ich möchte eine geistig-politische Wende in Deutschland schaffen." Der Politikwechsel werde Widerstand erzeugen. "Aber wenn wir den Kurs halten und Gegenwind aushalten, dann werden wir von den Bürgern belohnt werden".

Westerwelle räumte erneut ein, dass es beim Start der neuen Regierung "Anfangsschwierigkeiten" gegeben habe. Es brauche Zeit, "bis sich Dinge in der täglichen Routine und in der täglichen Arbeit zurechtrütteln".

Die FDP-Spitze kommt am Sonntagabend in Berlin zu einer Sondersitzung zusammen. Grund für die Zusammenkunft von Präsidium und Fraktionsvorstand ist das Erscheinungsbild der Partei, das zuletzt durch den Vorstoß von FDP-Vize Andreas Pinkwart zur Abschaffung der Mehrwertsteuer-Senkung für Hotels gelitten hat. Auch die öffentliche Debatte über Spenden in Millionenhöhe aus der Hotelbranche setzte der Partei schwer zu. In der Koalition machen der FDP vor allem die Dauerquerelen mit der CSU zu schaffen. Diese lehnt die Pläne der Liberalen in der Steuer- und Gesundheitspolitik vehement ab.

In Umfragen hat die FDP entsprechend stark an Zustimmung verloren. Im ARD-Deutschlandtrend erreichte sie nur noch acht Prozent nach 14,6 Prozent bei der Bundestagswahl im Herbst. FDP-Generalsekretär Christian Lindner räumte vor der Krisensitzung Fehler ein und kündigte zugleich eine Beschleunigung der Reformpolitik an. "Ungeduld und Veränderungswillen in der Bevölkerung habe ich unterschätzt", sagte er der Bild am Sonntag. "Das ist eine Chance für die FDP, wenn wir unsere Konzepte jetzt schneller als geplant konkret machen." Konkret kündigte Lindner einen FDP-Vorstoß in der Steuerpolitik an: "Im April legen wir zum Beispiel einen liberalen Entwurf für die Steuerreform vor, mit dem die Koalition die Steuer fairer und einfacher machen kann."

 
Leser-Kommentare
    • Hugo14
    • 07.02.2010 um 20:12 Uhr

    Werter Herr Lindner,mich treibt lediglich die Ungeduld,
    wann endlich diese unsägliche Mövenpickpartei von der
    Bildfläche abtritt.

  1. Ich bin sicher kein CSU Wähler aber in dieser Situation halte ich klar zu letzterer. Aus dem ganz einfachen Grund, dass die FDP und Westerwelle so windig sind, dass es mir unter keinen Umständen möglich ist, diese zu Unterstützen.
    Westerwelle redet von "die FDP könne auch anders".
    Was kann die FDP denn ausser ihren persönlichen Kumpels durch Manipulation der Steuerpolitik Geld in den Hintern zu blasen? Was für ein Konzept hat Westerwelle denn?
    Gar keins!
    Leerer und windiger als die FDP geht's wirklich nicht.

  2. Hugh,ich habe gesprochen, sagte der Häuptling der FDP und stampfte mit dem Fuß auf. Er droht der CSU, dass sie etwas erleben könne, wenn sie sich nicht „westerwellisch“ verhalte.
    Ich bin besorgt, denn schließlich könnte der bayrische Boden erzittern. Im Ernst, ich weiß als normaler Bürger nicht mehr wie ich mich vorbildlich verhalten soll? Wie verhalte ich mich in Zukunft, wenn ich bedroht werde, zum Beispiel von meinem Nachbarn? Soll ich „kuschen“, weil ich mich nicht nachbarschaftlich wünschenswert verhalten habe? Muss ich dann aufgrund der Drohung etwas tun oder lassen was ich ohne diese Drohung nicht getan oder gelassen hätte? Ist das gemeint? Oder ist es ratsam erst zu prüfen, ob der Nachbar wirklich so stark ist? Darf ich dann die Drohung ignorieren? Ist sie dann dass, was man gemein hin eine „leere“ nennt. Oder was ist, wenn beides nicht stimmt und ich diese eine neue kommunikative Art sich verständlich zu machen nicht mitbekommen habe? Oder ist diese „westerwellische“ Drohgebärde ein neuer Virus, der im Milieu langanhaltender Opposition besonders gut gedeiht. Ich bin völlig verunsichert!

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