Atomstreit in der Union Störfall Röttgen
Unionsminister aus dem Süden sind sauer auf Umweltminister Norbert Röttgen. Für Bayerns Ressortchef Söder war selbst dessen SPD-Vorgänger Gabriel kooperativer.
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In der Kritik: Umweltminister Norbert Röttgen
Das Klima unter den Umweltpolitikern von CDU und CSU ist vergiftet. "Unglaubwürdig" und "unverlässlich" habe sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen verhalten, sagt Markus Söder, sein bayerischer Landes-Ressortkollege. Seine jüngste Forderung, Deutschland so bald wie möglich von Kernenergie unabhängig zu machen, sei nicht hinnehmbar – und widerspreche dem Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP.
Und so geht es weiter, Söder und seine beiden Ministerkolleginnen, Silke Lautenschläger aus Hessen und Tanja Gönner aus Baden-Württemberg, lassen kaum einen Satz verstreichen, ohne Röttgen einen mitzugeben. Röttgen habe sich "hektisch", "apodiktisch", "enttäuschend" verhalten. Er befinde sich eben noch in einer "Lern- und Konzeptionsphase", mutmaßen die Ressortchefs. Dann wird Söder wirklich fies: "Selbst der alte Bundesminister" habe noch ab und zu den "Dialog" mit den Standort-Ländern von Atomkraftwerken gesucht. Der alte Minister ist Sigmar Gabriel, der heutige SPD-Chef.
Es ist Freitagvormittag. Im Bundesrat haben die Umweltminister dreier Bundesländer zur Pressekonferenz geladen, um eine knappe Stunde auf den Bundesumweltminister zu schimpfen. Es sind nicht irgendwelche Länder, sondern die drei einflussreichen und wirtschaftlich überaus potenten "Südländer", wie Söder sie nennt. Alle werden von Schwarz-Gelb regiert, wie auf Bundesebene.
Röttgens Vorstellungen hinsichtlich der Zukunft der Atomenergie widerstrebt ihnen. Röttgen sieht sie als überflüssig an, sobald der Anteil von Ökoenergie an der Stromproduktion 40 Prozent erreicht. 2009 lag der Anteil bei 16 Prozent, Atomkraft steuerte 23 Prozent zum Energiemix bei. Röttgen begründete seinen Kurs unter anderem mit der schwindenden "gesellschaftlichen Akzeptanz" für Atomenergie.
Die Landesminister empfinden das als Populismus. Es dürfe nicht darum gehen, "wer der beliebteste" Politiker sei, sagt die Hessin Lautenschläger, sondern um eine verlässliche Energieversorgung für die Zukunft. Immerhin habe sich die Union im Wahlkampf und im Grundsatzprogramm für die Kernkraft als "Brückentechnologie" ausgesprochen. Auch im Koalitionsvertrag ist das Bekenntnis zur Kernenergie politisch dokumentierter Wille von Union und FDP.
Die Minister werfen Röttgen vor, er wolle die Atomkraftwerke vom Netz nehmen, ohne für den stattdessen propagierten Ausbau von Ökostrom ein tragfähiges Konzept zu haben. Röttgen habe "überstürzt und hektisch" angekündigt, die Subventionen für die Solarenergie zu kürzen. Dabei soll doch Röttgen zufolge der Ökostrom zuerst die Atom- und dann die Kohlekraft ersetzen.
Röttgens Kritiker wittern bei dieser Prioritätensetzung nicht nur inhaltliche, sondern auch landsmannschaftliche Interessen. Dazu muss man wissen, dass in Deutschland die meisten Atomkraftwerke in den drei südlichen Bundesländern stehen. Reaktoren in Hessen und Baden-Württemberg droht noch in diesem Jahr die Abschaltung nach gültigem Atom-Ausstiegsbeschluss, einem bayerischen im kommenden Jahr. Die Minister wollen das unter allen Umständen verhindern.
In Nordrhein-Westfalen hingegen, dem Heimatland Röttgens, steht kein Atomkraftwerk, dafür mehrere Kohlekraftwerke. Die Baden-Württembergerin Gönner sieht ein "Ringen zwischen Kernkraft und Kohlekraft" im Entstehen begriffen.
Die Südländer fordern nun einen Energiegipfel, auf dem alle Bundesländer mit Atomkraftwerken die Laufzeitfrage von Reaktoren verbindlich klären und ein Konzept zur Förderung regenerativer Energien erarbeiten sollen. Söder betont, dass er längere Laufzeiten für Atomkraftwerke für "unabdingbar" halte. Die neue Handschrift der Koalition müsse deutlich werden. Sonst hätte man gleich bei Rot-Grün bleiben können.
Söder, der im Bundesrat eine grüne Krawatte trägt, beteuert mehrfach, alle drei Minister seien "Befürworter erneuerbarer Energien". Ihnen gehe es um Planungssicherheit. Außerdem wolle man nicht bald auf Atomstrom aus Tschechien angewiesen sein. Ob die Union inzwischen eine "Atomausstiegspartei" sei, fragt einer die Landesminister. Tanja Gönner verneint nicht. Ihre Partei sei derzeit "im Umstieg zum Ausstieg".
Das findet auch die Kanzlerin, sagt Lautenschläger, die ihre Kritik an Röttgen durch Merkel gedeckt sieht. Sie habe in den letzten Tagen nicht feststellen können, dass die Kanzlerin begeistert Stellung nimmt zu dem Thema, "wie man noch schneller aus der Kerntechnologie herauskommt".
- Datum 12.02.2010 - 18:26 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, misch
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Bei Gabriel wären dieses Jahr einige AKWs abgeschalten worden. Röttgen dagegen wird die Laufzeiten verlängern.
Die Bundesländer sollen mit ihrem Atommüll doch selbst klarkommen oder wenigstens für die Kosten aufkommen. Aber so ist das bei Schwarzgelb: Die Gewinne werden privatisiert, die Kosten sozialisiert.
Bleibt zu hoffen daß bei einem Regierungswechsel eine Brennelementesteuer eingeführt wird die abhängig vom Alter des AKWs ist. So könnte man alle 17 unsicheren dt. AKWs sofort abschalten.
Großartiger Röttgen,kann ich da nur frohlocken: Wie er die"Südländer" in Rage bringt, wie sie ihn schlagen und doch auch ihre gemeinsame (?) Bundeskanzlerin meinen!
Oder hat sich Frau Merkel nicht unterstützend für Röttgen gemeldet?
Großartige Merkel, wie sie doch gemeinsam mit Röttgen viel genauer auf jene zielt, auf die es in diesen Monaten ankommt: Die Wähler von NRW eoinerseits und die Grünen oder gar die SPD (?) andrerseits.
Ja, das gefällt mir, wie hier die KKW-Freunde schäumen. Dabei ist über die Atomkraft noch längst nicht entschieden.
Es geht bei dieser Aktion nicht in erster Linie um die Wähler. Man will hier die Grünen für eine eventuelle Koalition gewinnen, was die Grünen nicht ausgeschlossen haben, leider.
Selbst wenn die Grünen gänzlich konservativ würden (was programmatisch eine "glanzleistung" wäre), wären sie überaus wählbar. Sie haben die richtigen Ansichten zu Umwelt, Bildung, Soziales und vorallem: Tieschurtz! Mit den Grünen in NRW wird es endlich ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände geben, wie es die CDU mal wieder blockiert hat und wie es das für Umweltverbände längst gibt. Mit den Grünen würden wir unserem im Grundgesetz verankerten Staatsziel "Tierschutz" endlich gerecht werden. unter FDP-CDU ist dank Lobbyarbeit der Tierverbrauch in Tirversuchen angestiegen. Tirheime gehen Bankrott aufgrund der Wirtscahftskriese. Es bleibt kein Geld für die intelligente dezimierung von Stadttauben.
Ich hoffe also auf Grün, egal in welcher Konstellation. Am liebsten aber natürlich Rot-(Rot)-Grün
Es geht bei dieser Aktion nicht in erster Linie um die Wähler. Man will hier die Grünen für eine eventuelle Koalition gewinnen, was die Grünen nicht ausgeschlossen haben, leider.
Selbst wenn die Grünen gänzlich konservativ würden (was programmatisch eine "glanzleistung" wäre), wären sie überaus wählbar. Sie haben die richtigen Ansichten zu Umwelt, Bildung, Soziales und vorallem: Tieschurtz! Mit den Grünen in NRW wird es endlich ein Verbandsklagerecht für Tierschutzverbände geben, wie es die CDU mal wieder blockiert hat und wie es das für Umweltverbände längst gibt. Mit den Grünen würden wir unserem im Grundgesetz verankerten Staatsziel "Tierschutz" endlich gerecht werden. unter FDP-CDU ist dank Lobbyarbeit der Tierverbrauch in Tirversuchen angestiegen. Tirheime gehen Bankrott aufgrund der Wirtscahftskriese. Es bleibt kein Geld für die intelligente dezimierung von Stadttauben.
Ich hoffe also auf Grün, egal in welcher Konstellation. Am liebsten aber natürlich Rot-(Rot)-Grün
Das sollte bald verschwinden. Schön, dass Herr Minister Röttgen da mitmacht. Ich freue mich schon auf Schwarz-Grün in NRW.
Man kann die immer wieder aufgekochte Diskussion um die Laufzeit der AKW's nun schon nicht mehr hören. Irgendwann müsste das Land und vor allem die Politik mal akzeptieren, dass diese Technologie ihren Platz in der Energiegeschichte hat. Wenn wir uns anschauen was in der Asse so los war und ist. Shame on you CDU! Natürlich waren auch welche von den anderen dabei. Was Söder so zu melden hat, ist schlicht Klientelpolitik für die Kernkraftindustrie, nichts anderes. Es hat nichts mit einer sinnvollen Energiepolitik zu tun. Das will Söder auch nicht. Eigentlich soll Röttgen die Interessen der AKW-Industrie verkünden und vertreten. Und nun macht und sagt in der CDU ein Energieminister mal was er denkt. Nein, das darf es nicht geben. Besser wäre natürlich einer, der die Laufzeit der Uraltmeiler verlängern hilft und dann nach dem Ende der Legislaturperiode einen gut dotierten Posten im Vorstand oder Aufsichtsrat einer Kernkraftfirma (dafür) erhält. Mal sehen wann sie ihn klein gekriegt haben....
Weshalb achten denn alle "Kommentatoren" niemals auf die Rechtschreibung, gar auf die Kommata?
...denn unter Rot-Grün wären die AKWs beginnend mit nächstem Jahr abgeschaltet worden. Siehe achimvr.
Also, wie zu erwarten, die Schwarz-Gelben wollen lieber strahlen! Wollten sie schon immer.
Aber Röttgen ist dennoch ein Querulant in Sachen Parteilinie.
Oder wer hat das letzte Mal von einem Schwarzen gehört, er wolle die Atomenergie- als Brückentechnologie verstanden wissen?
Werter Herr Westerwelle, das römische Reich ist zwar an Dekadenz untergegangen aber es war die der Intellektuellen und Reichen, die zum Niedergang geführt haben.
Also erst Geist einschalten und dann reden
Werter mcjazz,
In diesem Artikel, zu welchem Sie ihren Kommentar verfassten, ging es nicht um G.W. sondern dessen Kollegen N.R. und dessen Ressort (man muss fairerweise auch mal sagen, Herr W. ist in dieser Regierung gar nicht für die Belange sozial Benachteiligter zuständig).
Soweit zu Ihnen.
Zum Thema selbst: Ich bin überrascht, dass Herr R. sich erlaubt von der Mehrheitsmeinung der Koalition abzuweichen, glaube aber, die Wut der Landespolitiker rührt eher daher, dass er sich überhaupt erlaubt, sich am Rande der Koalitionslinie zu bewegen.
Werter mcjazz,
In diesem Artikel, zu welchem Sie ihren Kommentar verfassten, ging es nicht um G.W. sondern dessen Kollegen N.R. und dessen Ressort (man muss fairerweise auch mal sagen, Herr W. ist in dieser Regierung gar nicht für die Belange sozial Benachteiligter zuständig).
Soweit zu Ihnen.
Zum Thema selbst: Ich bin überrascht, dass Herr R. sich erlaubt von der Mehrheitsmeinung der Koalition abzuweichen, glaube aber, die Wut der Landespolitiker rührt eher daher, dass er sich überhaupt erlaubt, sich am Rande der Koalitionslinie zu bewegen.
Wie lange zählt für Schwarz-Gelb die Kernenergie denn noch als Brückentechnologie?
Bei 40 % erneuerbarer Energie ist diese „Brücke“ definitiv nicht mehr notwendig.
Die Verlogenheit der Politiker in den südlichen Bundesländern wird ohne Umschweife restlos entlarvt, wenn es um die Frage eines Atommüll-Endlagers in einem ihrer Bundesländer geht. Jeder von den Konsorten weiß, dass es politischer Selbstmord wäre, auch nur der Erforschung einer möglichen Lagerstätte zuzustimmen.
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