Umfrage Westerwelles Worte kommen an – er selbst nicht
Die Mehrheit der Bürger gibt dem FDP-Chef Recht. Seinen persönlichen Werten und denen der gesamten Koalition indes kommt dies nicht zu Gute. Auch die Kanzlerin verliert.
© Rainer Jensen dpa/lbn

Auf Abstand: Die gute Stimmung zwischen Westerwelle und Merkel ist dahin
Wenn Vize-Kanzler Guido Westerwelle mit seinen scharfen Attacken auf die Hilfen für Arbeitslose die Umfragewerte seiner Partei verbessern wollte, so ist dies dem FDP-Vorsitzenden nicht gelungen. Dies zeigt das jüngst veröffentlichte ZDF-Politbarometer. Demnach sind zwar 54 Prozent der befragten Bürger der Meinung, dass Westerwelle Recht hat. Seine persönlichen Zustimmungswerte jedoch verschlechterten sich, seine Partei konnte nicht mehr Stimmen hinzugewinnen.
Westerwelle rutschte in der Rangfolge der zehn beliebtesten Politiker vom drittletzten auf den vorletzten Platz ab und verbuchte mit minus 0,8 (Ende Januar minus 0,3) erneut große Einbußen. Für einen Vizekanzler und Außenminister sind dies ungewöhnliche Zahlen, genießt der Inhaber dieser Ämter doch normalerweise hohe Zustimmung in der Bevölkerung.
Nach einer Emnid-Umfrage halten zwei von drei Deutschen Westerwelle gar für den Haupt-Störfaktor in der Koalition. Demnach hält sogar eine deutliche Mehrheit von 64 Prozent der FDP-Anhänger den Vizekanzler für den Verursacher der meisten Probleme. Seinen Einfluss halten alle Wähler für gering. Nur jeder Fünfte vertrat die Ansicht, dass er die politische Richtung der Koalition vorgibt.
Überhaupt sind die Bürger über das Klima in der schwarz-gelben Koalition verärgert. Der ZDF-Erhebung zufolge ist die überwiegende Mehrheit der Ansicht, dass sich die Stimmung zwischen den Regierungspartnern rasant verschlechtert habe. Für fast drei Viertel (73 Prozent) ist das Verhältnis zwischen CDU/CSU und FDP eher schlecht. Vor zwei Monaten empfanden dies nur 42 Prozent so. Die Schuld an der Missstimmung sehen 51 Prozent vor allem bei der FDP, ermittelte auch die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen.
Unzufrieden sind die Bürger mit der konkreten Arbeit der Bundesregierung, die öffentlich neben Hartz IV auch über die Gesundheitsreform, Steuersenkungen und Atomkraft streitet. Nur 36 Prozent bescheinigen der Koalition, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Lösung der anstehenden Probleme leistet, 57 Prozent bezweifeln dies. Im Oktober 2009 waren noch 47 Prozent der Ansicht, die Koalition werde die drängenden Probleme in den Griff bekommen.
Diese Zahlen schlagen sich dem aktuellen Politbarometer zufolge auch in der politischen Stimmung nieder. Demnach verschlechterte sich die CDU/CSU um vier Punkte auf 37 Prozent. Die FDP kam zum dritten Mal in Folge auf neun Prozent. Die SPD wiederum verlor ihrerseits vier Punkte und kam auf 24 Prozent. Zugewinne erlangten dagegen die Grünen, die sich um fünf Punkte auf 16 Prozent verbesserten. Die Linke verbesserte sich um einen Punkt auf zehn Prozent.
Wenn bereits am nächsten Sonntag gewählt würde, würden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien sowie koalitionstaktische Überlegungen eine etwas größere Rolle spielen. Dies berücksichtigt die Politbarometer-Projektion: Die CDU/CSU erhielte danach 36 Prozent (minus eins), die SPD 25 Prozent (minus eins), die FDP käme unverändert auf zehn Prozent, die Linke ebenfalls unverändert auf zehn Prozent und die Grünen auf 14 Prozent (plus zwei).
So wie Westerwelle verschlechterten sich die meisten Politiker der Koalition auf der Liste der ZDF-Top-Ten. Auf Platz eins liegt weiterhin Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Er erreicht auf der Skala von plus 5 bis minus 5 einen Durchschnittswert von 1,9 (Ende Januar 2,1). CSU-Chef Horst Seehofer erreicht unverändert 0,1.
Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel musste Einbußen hinnehmen: Sie folgt Guttenberg auf Platz zwei, allerdings verschlechterte sich ihr Wert. Hatte sie im Januar noch eine Zustimmungsrate von 1,6. Nun verliert sie 0,1 Punkte.
- Datum 26.02.2010 - 13:49 Uhr
- Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP
- Kommentare 32
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gibt's jetzt den "Erwerbslosenteller Westerwelle" für 10,90 Euro (wird direkt vom Regelsatz abgebucht und als Parteispende an die FDP weitergeleitet).
Vielleicht würde es Ihnen gut tun auch mal im Mövenpick zu essen. Schmecken tut es auf alle Fälle, und so teuer ist es ja nun auch nicht. Ein gutes Mövenpick-Restaurant gibt es z.B. in Potsdam, direkt hinter Schloss Sanssouci. Da kann man den Klassenkampf mal hinter sich lassen und ohne Sorge sein Mittagessen genießen.
Vielleicht würde es Ihnen gut tun auch mal im Mövenpick zu essen. Schmecken tut es auf alle Fälle, und so teuer ist es ja nun auch nicht. Ein gutes Mövenpick-Restaurant gibt es z.B. in Potsdam, direkt hinter Schloss Sanssouci. Da kann man den Klassenkampf mal hinter sich lassen und ohne Sorge sein Mittagessen genießen.
....den Nestbeschmutzer zu mobben. Das lernt man hier bereits in der Kinderstube. Dass Der nur auf Dreck deutet, den andere machten, ist dabei nicht wesentlich.
um sich als Agitator selbstverliebt darzustellen.
Es gab noch nie einen Politiker, dessen Sympathiewerte nach Übernahme des Amtes eines Außenministers schlechter wurden.
Westerwelle schafft das. Weiterbildung im Selbstmarketing wäre von Nöten. Kontakte zur Industrie hat er ja. Aber dann müsste er bezahlen, nein, so nicht. Er will lieber Tausende von EURO einstecken. Es ist nur noch peinlich ! Schafft ihn raus, ich kann ihn nicht mehr sehen und hören.
"Arbeit muss sich wieder lohnen." Diese Worte kommen an. Schlimm genug, dass Westerwelle das betonen muss. Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
Deshalb faire Löhne für faire Arbeit. Löhne, von denen man menschenwürdig leben kann.
Diese Konsequenz zieht Westerwelle nicht. Das kommt nicht an. Beim Autor dieses Artikels anscheinend auch nicht.
... offen korrupt ist und dann den Ärmsten nichtmal das Brot auf der Butter gönnt, der muss sich nicht wundern wenn er in einer verarmenden Gesellschaft nicht geliebt wird.
@Online-Redaktion
"Die Mehrheit der Bürger gibt dem FDP-Chef Recht."
Sowas im Aufmacher zu schreiben grenzt an BI*D-Niveau. Billige Manipulation. Weil in einer Emnid-Umfrage die meisten der Meinung waren, dass wer arbeitet mehr bekommen sollte als jemand der nicht arbeitet, dann bedeutet das noch lange nicht, dass die Bürger auf der Westerwelle mitschwimmen.
Genau genommen ist das Gegenteil der Fall, die überwiegende Mehrheit der Bürger ist z.B. für einen Mindestlohn, ganz im Gegensatz zu unserem neoliberalen FDP-ler:
http://www.mindestlohn.de...
Während obige Aussage suggeriert, die Bürger würden Kürzungen von H4 befürworten, so wie Guido das tut.
Das die FDP grundkorrupt ist, dürfte mittlerweile jeder gemerkt haben, falls nicht, diese Meldung passt hervorragend:
http://www.ftd.de/politik...
Aus *rechtlichen* Gründen Kauf abgelehnt, versteht sich ;-)
Nicht das der Guido böse wird, wo der (und die FDP) doch auf der "Förderliste" von Schweizer Banken stehen:
http://www.die-linke-baye...
Mag die Partei für immer in der Versenkung verschwinden, verdient hätte sie es.
... meinte ich :-)
Nicht umgedreht.
Westerwelle polemesiert gegen HIV-Empfänger und steht in den Diensten der Unternehmen, die mit Steuersündern Geld verdienen.
http://www.heise.de/tp/bl...
Das passt ins Gesamtbild: die FDP stellt Steuersünder tentendziell eher so dar, als würden sie aus purer und berechtigter Notwehr handeln, weil der Staat ihnen einfach zuviel aus den Taschen zieht. (Was in mehreren der letzten Artikel der "Zeit" über den Zustand der FDP ja auch analysiert wurde.)
... meinte ich :-)
Nicht umgedreht.
Westerwelle polemesiert gegen HIV-Empfänger und steht in den Diensten der Unternehmen, die mit Steuersündern Geld verdienen.
http://www.heise.de/tp/bl...
Das passt ins Gesamtbild: die FDP stellt Steuersünder tentendziell eher so dar, als würden sie aus purer und berechtigter Notwehr handeln, weil der Staat ihnen einfach zuviel aus den Taschen zieht. (Was in mehreren der letzten Artikel der "Zeit" über den Zustand der FDP ja auch analysiert wurde.)
... meinte ich :-)
Nicht umgedreht.
Wer den letzten Beckmann gesehen hat, konnte unseren Ex-Bundeskanzler Schmidt erleben. Alle Achtung ! Herr Schmidt sprach sich für den branchenunabhängigen Mindestlohn aus. Richtig ! Wenn wir sagen, dass ein Vollzeit-Arbeitnehmer von seiner Arbeit leben muss, dann ist es doch unwichtig, ob z.B. eine Werkzeugmacher oder eine Verkäuferin den ganzen Tag arbeitet. Die Bedürfnisse der Vorgenannten (Miete, Energie, Lebensmittel usw) unterscheiden sich ja auch nicht nach dem Beruf, oder?. Mir ist es noch nicht passiert, dass ich bei Aldi aufgrund meines Vorruhestandes einen Rabatt erhalten habe. Bei der Ermittlung der Inflationsrate wird auch nicht nach Berufen unterschieden. Das wissen natürlich Merkel, Westerwelle, Brüderle, Rösner und Co natürlich auch. Sie wollen es aber nicht wissen, weil Ihnen die Industrie dies nicht erlaubt. Die Kommunikationswege sind bei Politik und Industrie auch sehr kurz, quasi leben sie auf demselben Flur!
Vielleicht würde es Ihnen gut tun auch mal im Mövenpick zu essen. Schmecken tut es auf alle Fälle, und so teuer ist es ja nun auch nicht. Ein gutes Mövenpick-Restaurant gibt es z.B. in Potsdam, direkt hinter Schloss Sanssouci. Da kann man den Klassenkampf mal hinter sich lassen und ohne Sorge sein Mittagessen genießen.
Klassenkampf ? Was bedeutet das ? Ihr Beitrag setzt voraus, dass es 1. unterschiedliche Klassen gibt und 2. dass diese sich bekämpfen. Bezogen auf unser Land, und da bin 100% Patriot, sollten wir alle in eine Richtung gehen. Nämlich, dass alle Bürger zufrieden sind. Das heißt nicht, dass jeder einen Porsche fährt, sondern entsprechend seiner Leistungen entlohnt wird und sich nicht über den Tisch gezogen fühlt. Dies findet derzeit statt, Klassenkampf von oben nach unten. Jeden EURO rauspressen wo es auch immer geht, keine Rücksicht. Wenn die untere Klasse nichts mehr hergibt, dann holt man sich es vom Staat. Das sich die ausgenutzen Bürger wehren ist nur verständlich. Ich wünschte mir mehr Hilfe von der katholischen Kirche, dessen Aufgabe es ja ist, die Schwachen zu unterstützen. Aber diese laufen in Samt und Seide und trinken Wein und einige pervertieren ihren Auftrag und werden noch geschützt. Was für eine Welt in Deutschland.
Klassenkampf ? Was bedeutet das ? Ihr Beitrag setzt voraus, dass es 1. unterschiedliche Klassen gibt und 2. dass diese sich bekämpfen. Bezogen auf unser Land, und da bin 100% Patriot, sollten wir alle in eine Richtung gehen. Nämlich, dass alle Bürger zufrieden sind. Das heißt nicht, dass jeder einen Porsche fährt, sondern entsprechend seiner Leistungen entlohnt wird und sich nicht über den Tisch gezogen fühlt. Dies findet derzeit statt, Klassenkampf von oben nach unten. Jeden EURO rauspressen wo es auch immer geht, keine Rücksicht. Wenn die untere Klasse nichts mehr hergibt, dann holt man sich es vom Staat. Das sich die ausgenutzen Bürger wehren ist nur verständlich. Ich wünschte mir mehr Hilfe von der katholischen Kirche, dessen Aufgabe es ja ist, die Schwachen zu unterstützen. Aber diese laufen in Samt und Seide und trinken Wein und einige pervertieren ihren Auftrag und werden noch geschützt. Was für eine Welt in Deutschland.
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