Vertriebene Steinbachs schlecht kaschierte Niederlage
Erika Steinbachs Verzicht auf einen Sitz im Rat der Vertriebenenstiftung war unvermeidlich. Alles andere hätte dem Versöhnungsgedanken geschadet.
Eigentlich war es immer klar, dass es am Ende so ausgehen würde: Die Präsidentin des Bundes des Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, wird nicht Mitglied im Beirat der Stiftung "Flucht, Vertreibung, Versöhnung", die sich vornehmlich der Erinnerung an Millionen nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebener Deutscher widmen soll. Darauf haben sich die Fraktionsvorsitzenden von CDU/CSU und FDP am Donnerstag mit ihr und der BdV-Spitze verständigt.
Damit geht ein mehr als einjähriger, quälender Streit zu Ende, der zuerst die Große Koalition, später aber fast noch mehr die schwarz-gelbe Koalition belastete. Die Konservativen in der Union, die in Steinbach eine der ihren sehen, wollten ihre Benennung unbedingt durchsetzen. Die Liberalen waren vehement dagegen.
Und sie mussten das sein, nachdem Guido Westerwelle (FDP) sich schon kurz nach seinem Amtsantritt als Außenminister in dieser Sache festgelegt und Warschau signalisiert hatte, dass er die Mitgliedschaft Steinbachs in dem Stiftungsrat verhindern werde. Die CDU-Politikerin ist in Polen verhasst. Weniger, weil sie 1991 gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als polnischer Westgrenze stimmte, als vielmehr, weil die Polen in ihr die Vorkämpfer eines revisionistischen Geschichtsverständnisses sehen, demzufolge sich die Deutschen zunehmend weniger als Täter denn als Opfer des Zweiten Weltkriegs verstehen.
Nun kann man es ungerecht finden, dass Erika Steinbach die Mitarbeit in einer Stiftung verwehrt bleibt, die ohne ihr Engagement nie zustande gekommen wäre. Man kann auch geltend machen, dass das Bild, das in Polen von Steinbach kursiert, in mancher Hinsicht ein Zerrbild ist, und dass möglicherweise diejenigen, die nun an ihrer Stelle in dem Stiftungsrat mitwirken werden, durchaus weniger moderate Positionen vertreten könnten als sie.
Und dennoch: Zu dem jetzigen Ergebnis gab es keine Alternative. Das hat nicht nur Westerwelle, das hat auch Merkel immer gewusst. Eine Benennung Steinbachs wäre einer Brüskierung Polens gleichgekommen, und die Stiftung, die doch die "Versöhnung" in ihrem Titel trägt, hätte eines ihrer Ziele von Anfang an verfehlt.
Vor diesem Hintergrund geht auch die Klage fehl, die Polen hätten sich unverhältnismäßig in eine innerdeutsche Angelegenheit eingemischt. Ein Argument, das auch Steinbach selbst am Donnerstag indirekt erneut bemühte. Denn eine Stiftung, in der es nicht zuletzt um die Aufarbeitung eines gemeinsamen Kapitels deutsch-polnischer Geschichte geht, kann nie eine rein nationale Sache sein.
Weil auch Steinbach letztendlich wusste, dass sie keine Chance hatte, tatsächlich in den Stiftungsrat einzuziehen, hat sie bereits kurz nach Weihnachten ihren Verzicht in Aussicht gestellt, diesen aber an Bedingungen geknüpft. Ohne Gegenleistung wollte sie das Feld nicht räumen.
- Datum 12.02.2010 - 09:24 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE
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und ob das reine gute Basis für "Versöhnung" ist, wage ich zu bezweifeln. Mal sehen, wer als nächster dran ist. Mal sehen, ob die polnischen Nationalisten jene Erinnerungsstätte jetzt akzeptieren.
Mal sehen, ob andere Vertreter des BdV versöhnlicher und diplomatischer sind als Frau Steinbach.
Alles in allem eine blamable Geschichte.
Nein, nicht Frau Steinbach hätte diplomatischer sien sollen, sondern unser ach so liberaler Guiso Westerwelle. Steinbach wurde rausgemobbt, sie hat dann eingelenkt, und nun wird sie als Versagerin hingestellt?
Nein, nicht Frau Steinbach hätte diplomatischer sien sollen, sondern unser ach so liberaler Guiso Westerwelle. Steinbach wurde rausgemobbt, sie hat dann eingelenkt, und nun wird sie als Versagerin hingestellt?
Keine Versöhnng entsteht aus so einer Behandlung. Die Polen haben sich mit unfairen Mitteln durchgesetzt und die FDP ha keinen Erfolg errungen, sondern sich wieder einmal blamiert. Wüde bei uns jemand so argumentieren wie die Polen, würde man ihn unweigerlich als rechtsextrem verurteilen. Ja, wirklich: eine blamable Geschichte.
Auf meine kritischen Leserbriefe zur ursprünglichen Absicht von Frau Steinbach, Mitglied im Stiftungsrat werden zu wollen, habe ich viel Zustimmung erhalten. Die meisten sind wie ich der Meinung, dass der Bund der Vertriebenen keineswegs die Mehrheit der Vertriebenen vertritt. Vermutlich sind manche Mitglieder ebensowenig echte Vertriebene wie Frau Steinbach. Es ist auch zu befürchten, dass die künftigen Vertreter des BdV im Stiftungsrat in ihrer Sturheit das Unversöhnliche besonders hervorheben werden.
Es sollten deshalb die 3 zusätzlichen Sitze des BdV an anerkannte Pesönlichkeiten vergeben werden, die sich schon seit langer Zeit durch eigenes Handeln beispielhaft für die Versöhnung mit den osteuropäischen Nachbarvölkern eingesetzt haben.
[Text entfernt, bitte verweisen Sie nicht auf Bücher, die aus nachweislich rechtsnationalen Verlagen stammen/ Redaktion; svb]
Deutsch sprach der Tod wohl nicht? Das war alles nur ein Spaß.
Was und wen möchtet Ihr eigentlich reinwaschen?
Das Buch, auf das Sie hier verweisen, ist im Arndt-Verlag erschienen. Hierzu heisst es bei Wikipedia:
"Der Arndt Verlag mit angeschlossenen Zweigniederlassungen zählt nach Einschätzung der schleswig-holsteinischen Verfassungsschutzbehörde und der Bundesregierung zu den bekanntesten Verlagen des rechtsextremistischen Spektrums.
1996 erschien im „Arndt-Verlag“ ein Buch mit dem Titel „Dokumente polnischer Grausamkeiten“, für das in verschiedenen Vertriebenenzeitungen, so z. B. in „Der Schlesier“, geworben wurde. Im Anzeigentext heißt es dazu: Diese Dokumentation aus amtlichen Quellen (Auf Wunsch des Auswärtigen Amtes: ,Nachdruck aus dem Jahr 1940') belegt die grenzenlosen Quälereien, denen Deutsche zwischen 1919 und 1939 unter polnischer Gewalt ausgesetzt waren (...)Der Untertitel des Buchs lautete im Auftrage des Auswärtigen Amtes aufgrund urkundlichen Beweismaterials herausgegeben, wodurch nach Meinung des Auswärtigen Amtes der Eindruck entstehen konnte, es würde sich bei dem Herausgeber der Dokumentensammlung um das derzeitige Auswärtige Amt unter dem damaligen Bundesminister Klaus Kinkel handeln. Einen vom Auswärtigen Amt angestrengten Prozess gegen den Arndt-Verlag auf Unterlassung der Nennung des Untertitels gewann das Amt[11], einen weiteren, in dem es die Urheberrechte für den Text des Buches beanspruchte, verlor es."
M.a.W.: das Buch ist ein Nazi-Buch.
Das von diesem Herrn Kretzschmar genannte Buch ist im Arndt-Verlag/Plön erschienen. Wie der Buchtitel schon vermuten lässt, wird oder wurde dort rechtsextreme Literatur verlegt. Man greift hier voll ins deutschnationale Braun.
http://de.wikipedia.org/w...
http://www.netz-gegen-naz...
Deutsch sprach der Tod wohl nicht? Das war alles nur ein Spaß.
Was und wen möchtet Ihr eigentlich reinwaschen?
Das Buch, auf das Sie hier verweisen, ist im Arndt-Verlag erschienen. Hierzu heisst es bei Wikipedia:
"Der Arndt Verlag mit angeschlossenen Zweigniederlassungen zählt nach Einschätzung der schleswig-holsteinischen Verfassungsschutzbehörde und der Bundesregierung zu den bekanntesten Verlagen des rechtsextremistischen Spektrums.
1996 erschien im „Arndt-Verlag“ ein Buch mit dem Titel „Dokumente polnischer Grausamkeiten“, für das in verschiedenen Vertriebenenzeitungen, so z. B. in „Der Schlesier“, geworben wurde. Im Anzeigentext heißt es dazu: Diese Dokumentation aus amtlichen Quellen (Auf Wunsch des Auswärtigen Amtes: ,Nachdruck aus dem Jahr 1940') belegt die grenzenlosen Quälereien, denen Deutsche zwischen 1919 und 1939 unter polnischer Gewalt ausgesetzt waren (...)Der Untertitel des Buchs lautete im Auftrage des Auswärtigen Amtes aufgrund urkundlichen Beweismaterials herausgegeben, wodurch nach Meinung des Auswärtigen Amtes der Eindruck entstehen konnte, es würde sich bei dem Herausgeber der Dokumentensammlung um das derzeitige Auswärtige Amt unter dem damaligen Bundesminister Klaus Kinkel handeln. Einen vom Auswärtigen Amt angestrengten Prozess gegen den Arndt-Verlag auf Unterlassung der Nennung des Untertitels gewann das Amt[11], einen weiteren, in dem es die Urheberrechte für den Text des Buches beanspruchte, verlor es."
M.a.W.: das Buch ist ein Nazi-Buch.
Das von diesem Herrn Kretzschmar genannte Buch ist im Arndt-Verlag/Plön erschienen. Wie der Buchtitel schon vermuten lässt, wird oder wurde dort rechtsextreme Literatur verlegt. Man greift hier voll ins deutschnationale Braun.
http://de.wikipedia.org/w...
http://www.netz-gegen-naz...
Danke Gerfried!
Ich habe schon soviele gruselige und hanebüchene Kommentare (z.B.: die beiden vorangegangenen) gelesen, da freue ich mich über diesen geistreichen Beitrag. Und denen, die unzufrieden mit der "Versöhnung" sind: Meldet euch doch bei der Stiftung Treuhand Preussen. Die verklagen jährlich Polen auf Schadensersatz im Namen der Vertriebenen. Ist das eher euer Niveau?
haben wir nun für lange Zeit das letzte Mal Foto und Namen dieser Frau sehen und lesen müssen. Es ist wahrlich schon Zunmutung genug, die FDP-Riege dauernd vorgehalten zu bekommen. Und dann noch diese Dame. Muss mich nun endlich nach einem brauchbaren Antiallergen umschauen.
Deutsch sprach der Tod wohl nicht? Das war alles nur ein Spaß.
Was und wen möchtet Ihr eigentlich reinwaschen?
„Einigermaßen zufrieden sein mit der Lösung kann jedoch eigentlich NUR die FDP. Sie hat das erreicht, WAS WESTERWELLE WOLLTE“.
Und EBEN DAS ist das Apogäum der Dummheit! Bleibt nur klären, warum Westerwelle das wollte? Warum ist ihm auf einmal diese Seile unter den Schwanz gekommen? Und das hat mit Versöhnung usw. nichts zu tun! Die Lösung liegt im anderen Bereich... Und das zeigt vor allem: Was DIESE FDP wert ist...
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