Bundeswehr "Es gibt keine neue Afghanistan-Strategie"Seite 2/2

ZEIT ONLINE: Soldaten im Einsatz haben aber immer wieder gefordert, dass die Regierung von Krieg spricht.

Höfer: Es kann nicht sein, dass nur der Soldat im Krieg ist. Die Bundesrepublik Deutschland müsste dann auch im Krieg sein. Das hätte rechtliche Folgen ohne Ende. Dass man die Seele der Soldaten damit besser anspricht, bestreite ich gar nicht. Die Forderung nach der Einordnung als Krieg ist gefährlicher Populismus.

Kiesewetter: Uns ist es wichtig, dass die Soldaten immer wissen, wo die Politik steht. Die Bezeichnung "bewaffneter, nichtinternationaler Konflikt" ist ein klarer Begriff aus dem Völkerrecht und nicht so ein schwammiger Begriff wie "kriegsähnliche Zustände" oder "robuster Einsatz".

ZEIT ONLINE: Brauchen wir nicht ein Entsendegesetz in dem die Rechte und Pflichten der Soldaten klar definiert ist für Auslandeinsätze?

Höfer: Es würde schon reichen, wenn es eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft und eine eigene Kammer für vermutete Straftaten im Ausland gäbe. Auch für andere Kriminalitätsbereiche gibt es spezialisierte Ermittler. In Frankfurt kümmert sich die Schwerpunktstaatsanwaltschaft gerade um die Steuerdaten-CDs. In Potsdam sollten sich spezialisierte Ermittler mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr beschäftigen.

ZEIT ONLINE: Welchen Vorteil hätte eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft?

Höfer: Wir brauchen Juristen, die Ahnung von den Dienstvorschriften haben. Es dürfen nicht solche Dinge passieren wie mit der Staatsanwaltschaft Frankfurt/Oder, die  nach einem Zwischenfall an einem Checkpoint gleich wegen fahrlässiger Tötung ermittelt hat. Das ist eine Vorverurteilung. Außerdem sollten die Ermittlungen nicht immer ein halbes Jahr dauern.

Kiesewetter: Ein Menschenleben zählt bei uns. Es wäre einfach nicht richtig zu sagen, wir ermitteln gar nicht mehr, weil wir in einem Krieg sind – was wir nicht sind. Ich halte es für falsch, ein besonderes Kriegsrecht zu fordern. Wenn ein Mensch ums Leben kommt, ist es wichtig, dass ein Gericht darüber entscheidet, ob das richtig war. Das ist auch im Interesse unserer Soldaten.

ZEIT ONLINE: Was halten Sie denn davon, dass deutsche Ausbilder bald mit ihren Schützlingen hinaus ins Feld ziehen sollen?

Höfer: Das ist doch nichts Neues. Bei Einsätzen der Bundeswehr in Afghanistan war immer die afghanische Armee oder die Polizei dabei. Die gehen längst gemeinsam raus.

Kiesewetter: Der Ansatz ist nun ein anderer. Bisher fuhren die Soldaten aus dem Feldlager raus, erledigten Aufträge und kehrten zurück. Künftig soll es so sein, dass die rausfahren, sich im Gelände aufhalten und länger vor Ort sind und den Raum, den sie genommen haben auch halten.

ZEIT ONLINE: Steigt damit nicht auch das Risiko?

Kiesewetter: Wir wollen nicht sagen, dass eine Aufgabe weniger risikoreich oder gefährlicher ist als andere in Afghanistan. Dabei muss man sehr vorsichtig mit der Bewertung sein. Die öffentliche Debatte und die Einsatzwirklichkeit unterscheiden sich sehr.

ZEIT ONLINE: Rund 300 Reservisten sind momentan in Afghanistan. Warum sind sie für die Truppe wichtig?

Kiesewetter: Wir entlasten die Truppe in den Heimatstandorten, damit sie in den Einsatz gehen kann. Natürlich muss ein Reservist auch kämpfen können, das ist selbstverständlich! Zusätzlich haben viele Reservisten eine besondere kulturelle Kompetenz für die Region, sie sind Wissenschaftler, Handwerker oder arbeiten für Firmen, die dort tätig sind. Die können Wesentliches zum besseren Verständnis mit Afghanen und den anderen Nationen beitragen. Wir haben in Deutschland den Einsatz bisher viel zu sehr aus der westlichen Warte gesehen und zu wenig die afghanische Perspektive eingenommen.

Höfer: Die Masse der Reservisten ist in Afghanistan mit Dienstleistungen beschäftigt. Dazu zähle ich die Feldpost, Verwaltung und zivil-militärische Zusammenarbeit. Der Reservist als kämpfender Soldat ist eher die Ausnahme. Gefährlich kann der Einsatz dennoch sein. Wer in Afghanistan Uniform trägt, ist ein Ziel der Aufständischen.

Das Gespräch führte Hauke Friederichs.

 
Leser-Kommentare
  1. "Der Weg zum Ziel musste mit Minen[sic!] geschützten Fahrzeugen sicherer werden."
    Mit Minen sicherer, eher doch wohl nicht, oder?

    "Die Gegner haben dazu[sic!] gelernt."
    Was haben sie denn zusätzlich gelernt?

    "Früher war ich Legastheniker, heute bin ich Redakteur einer großen Wochenzeitung." Daß dieser alte Rechtschreibreformwitz einmal wahr werden würde...?

    MfG

  2. Da müsste doch nach 8 Jahren schon viel zu besichtigen sein.
    Kennt jemand konkrete Adressen, zu denen sich ein Flug für die Besichtigung des zivilen Aufbaus lohnt?

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    die Bundeswehr ist in Afghanistan überflüssig. Sie ist hauptsächlich in den Kasernen, die Bundeswehr ist keine Organisationsform, die Taliban in Manövern angreift. Auch wenn es manchmal so dargestellt wird. Sonst wäre schon mehr dt. Soldaten gestorben.
    Es wäre schön, wenn wir die Bundeswehr bald aus Afghanistan raus haben könnten. Viel haben sie glaube ich nicht bewirkt.
    Liebe Soldaten, ich ehre und würdige eure Leistung, ihr habt das getan was man euch befahl und ich Danke euch für diesen Einsatz für Deutschland. Aber es ist nicht eure Schuld dass der Einsatz ein Reinfall ist, und es liegt auch nicht an eurem guten Dienst, das der Einsatz i.d. BRD schlecht angesehen ist.
    Nein, es liegt an der Regierung. Das dt. Volk war gegen diesen Einsatz, und nun wundert man sich, die Bundeswehr und die Regierung, dass der Rückhalt so gering ist.
    Es ist nunmal so, das dt. Interessen nicht in Afghanistan liegen, das sind die amerik. .
    Auch will das dt. Volk keinen Krieg, wenn er nicht notwendig ist, und dieser ist nicht notwendig!

    Das der Einsatz im Volk schlecht ankommt, ist nicht das Problem der Bundeswehr, das er wenig gewürdigt wird, ist auch nicht ihre Schuld.
    Die Bundeswehr sollte nicht den mangelnden Rückhalt i.d. Bevölkerung bemängeln, sondern die Politiker, die dennoch einen solchen Einsatz mitmachten, obwohl das Volk es nicht wollte.
    Es liegt nicht am Volk, sondern an der Regierung.

    Mir geht es nicht i.d. Kopft, warum Taliban d.BRD gefährden sollten!?

    euch diese Videos mal an. Darauf wird es so dargestellt, als wäre die Bundeswehr ständig in Kämpfen verwickelt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nciht mehr weiß, was ich denken soll. In der tagesschau dominiert die Darstellung, dass die Truppen hauptsächlich in den Basen wären, auf der Bundeswehrseite sieht es ganz anders aus.
    http://www.bundeswehr.de/...

    die Bundeswehr ist in Afghanistan überflüssig. Sie ist hauptsächlich in den Kasernen, die Bundeswehr ist keine Organisationsform, die Taliban in Manövern angreift. Auch wenn es manchmal so dargestellt wird. Sonst wäre schon mehr dt. Soldaten gestorben.
    Es wäre schön, wenn wir die Bundeswehr bald aus Afghanistan raus haben könnten. Viel haben sie glaube ich nicht bewirkt.
    Liebe Soldaten, ich ehre und würdige eure Leistung, ihr habt das getan was man euch befahl und ich Danke euch für diesen Einsatz für Deutschland. Aber es ist nicht eure Schuld dass der Einsatz ein Reinfall ist, und es liegt auch nicht an eurem guten Dienst, das der Einsatz i.d. BRD schlecht angesehen ist.
    Nein, es liegt an der Regierung. Das dt. Volk war gegen diesen Einsatz, und nun wundert man sich, die Bundeswehr und die Regierung, dass der Rückhalt so gering ist.
    Es ist nunmal so, das dt. Interessen nicht in Afghanistan liegen, das sind die amerik. .
    Auch will das dt. Volk keinen Krieg, wenn er nicht notwendig ist, und dieser ist nicht notwendig!

    Das der Einsatz im Volk schlecht ankommt, ist nicht das Problem der Bundeswehr, das er wenig gewürdigt wird, ist auch nicht ihre Schuld.
    Die Bundeswehr sollte nicht den mangelnden Rückhalt i.d. Bevölkerung bemängeln, sondern die Politiker, die dennoch einen solchen Einsatz mitmachten, obwohl das Volk es nicht wollte.
    Es liegt nicht am Volk, sondern an der Regierung.

    Mir geht es nicht i.d. Kopft, warum Taliban d.BRD gefährden sollten!?

    euch diese Videos mal an. Darauf wird es so dargestellt, als wäre die Bundeswehr ständig in Kämpfen verwickelt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nciht mehr weiß, was ich denken soll. In der tagesschau dominiert die Darstellung, dass die Truppen hauptsächlich in den Basen wären, auf der Bundeswehrseite sieht es ganz anders aus.
    http://www.bundeswehr.de/...

  3. Ergänzung: Ich meine natürlich nicht die vielen neu aufgebauten Friedhöfe für die im Krieg umgekommenen Frauen und Kinder.

  4. die Bundeswehr ist in Afghanistan überflüssig. Sie ist hauptsächlich in den Kasernen, die Bundeswehr ist keine Organisationsform, die Taliban in Manövern angreift. Auch wenn es manchmal so dargestellt wird. Sonst wäre schon mehr dt. Soldaten gestorben.
    Es wäre schön, wenn wir die Bundeswehr bald aus Afghanistan raus haben könnten. Viel haben sie glaube ich nicht bewirkt.
    Liebe Soldaten, ich ehre und würdige eure Leistung, ihr habt das getan was man euch befahl und ich Danke euch für diesen Einsatz für Deutschland. Aber es ist nicht eure Schuld dass der Einsatz ein Reinfall ist, und es liegt auch nicht an eurem guten Dienst, das der Einsatz i.d. BRD schlecht angesehen ist.
    Nein, es liegt an der Regierung. Das dt. Volk war gegen diesen Einsatz, und nun wundert man sich, die Bundeswehr und die Regierung, dass der Rückhalt so gering ist.
    Es ist nunmal so, das dt. Interessen nicht in Afghanistan liegen, das sind die amerik. .
    Auch will das dt. Volk keinen Krieg, wenn er nicht notwendig ist, und dieser ist nicht notwendig!

    Das der Einsatz im Volk schlecht ankommt, ist nicht das Problem der Bundeswehr, das er wenig gewürdigt wird, ist auch nicht ihre Schuld.
    Die Bundeswehr sollte nicht den mangelnden Rückhalt i.d. Bevölkerung bemängeln, sondern die Politiker, die dennoch einen solchen Einsatz mitmachten, obwohl das Volk es nicht wollte.
    Es liegt nicht am Volk, sondern an der Regierung.

    Mir geht es nicht i.d. Kopft, warum Taliban d.BRD gefährden sollten!?

  5. euch diese Videos mal an. Darauf wird es so dargestellt, als wäre die Bundeswehr ständig in Kämpfen verwickelt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich nciht mehr weiß, was ich denken soll. In der tagesschau dominiert die Darstellung, dass die Truppen hauptsächlich in den Basen wären, auf der Bundeswehrseite sieht es ganz anders aus.
    http://www.bundeswehr.de/...

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