Wehrbericht 2009 Not am Mann
Ungeduldig zeigte sich Robbe bei seinem letzten Auftritt als Wehrbeauftragter. Der Truppe mangelt es an vielem – und sie ist in der Einsatzrealität noch nicht angekommen.
© Ingo Wagner/dpa

Not am Mann: Der Bundeswehr fehlt es an Ärzten, Ausrüstung und politischer Unterstützung
Reinhold Robbe ist in fünf Jahren als Wehrbeauftragter des Bundestages mehr durch sorgsam abgewogene Stellungnahmen aufgefallen als durch verbalen Biss. Doch als der Sozialdemokrat kurz vor Ende seiner Amtszeit seinen letzten Jahresbericht vorstellt, ist es mit der Diplomatie vorbei. Der parlamentarische Ombudsmann der Bundeswehr fordert ziemlich unverhohlen einen Kopf. Der Führung des Sanitätsdienstes, "insbesondere dem verantwortlichen Inspekteur", könne er nur "klares Versagen" vorhalten, sagt Robbe in Berlin. "Nicht wenige Experten in der Bundeswehr" sprächen sogar davor, dass der Mann die Sanität "regelrecht vor die Wand gefahren" habe.
Den Namen nennt er nicht, womöglich ein Rest norddeutscher Zurückhaltung. Beispiellos ist der Vorgang so oder so. Der Wehrbeauftragte hat den Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath allerdings schon lange im Visier. Der Mediziner im Generalsrang leitet den Sanitätsdienst seit 2006. In all seinen Berichten, sagt Robbe, habe er auf Defizite in der Sanität hingewiesen. Die Situation sei aber nicht besser geworden, sondern Jahr für Jahr schlechter. Das gelte für die Ausbildung für den Einsatz ebenso wie für den schlichten Personalbestand: "Es fehlen effektiv 600 Ärzte." Erst massiver Druck aus dem Verteidigungsausschuss habe dazu geführt, dass jetzt endlich Initiativen ergriffen worden seien.
Nicht nur die Sanität kriegt diesmal ihr Fett weg. Robbe wehrt sich zwar gegen die Bezeichnung seines Berichts 2009 als "Paukenschlag". Doch unverkennbar ist sein letzter Auftritt von Ungeduld geprägt. Und der rührt nicht von Schikanen gegen Rekruten oder Soldatinnen her, nicht von Beförderungsstaus und von Versorgungsproblemen, nicht einmal von den immer wiederkehrenden "Besonderen Vorkommnissen", ein amtlicher Euphemismus, hinter dem sich Rechtsextremismus verbirgt – 122 Verdachtsfälle gab es 2009, so viel wie in den Vorjahren. Die bizarren Männlichkeitsrituale bei den Gebirgsjägern in Mittenwald, denen Robbe selbst zu großer öffentlicher Aufmerksamkeit verholfen hatte, erscheinen ihm jetzt sogar eher überbewertet: Da sei nicht die Spitze eines Eisbergs sichtbar geworden, sondern ein seltener Exzess.
Wirklich besorgt zeigt sich Robbe aber über etwas anderes: Ein Gesamtbild, das sich nicht nur aus den 5700 Eingaben von Soldaten an den Beauftragten ergebe, sondern auch aus vielen, oft unangemeldeten Besuchen bei der Truppe. "Ich sehe die Armee, wenn Sie so wollen, von unten", sagt Robbe. Der Blick von dort zeigt eine Armee im Einsatz, die trotzdem funktioniert – trotz schlechter oder fehlender Ausrüstung, trotz unzureichender Ausbildung, trotz Mangel an Zuspruch daheim aus der Bevölkerung, trotz aller "bürokratischen Unsinnigkeiten" und Ignoranz in vorgesetzten Stellen. Die Praktiker in der Truppe wüssten genau, was fehle und wo es hapere – das komme aber weiter oben oft nicht an.
Dass es chronisch an Geld mangelt, mag der Wehrbeauftragte nicht mehr gelten lassen. "Nicht hinnehmbar" sei es, dass in Afghanistan immer noch nicht ausreichend gepanzerte Fahrzeuge und lange noch nicht genug Hubschrauber zur Verfügung stünden. Nicht hinnehmbar auch, dass Soldaten als Fahrer tonnenschwerer Radpanzer an den Hindukusch geschickt würden, die sie vorher vielleicht mal gesehen, aber nie auf einem Übungsplatz gesteuert haben.
- Datum 17.03.2010 - 06:49 Uhr
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- Quelle ZEIT ONLINE, Tagesspiegel
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Hallo
... ist die Politik. (Kleine Polemik, es ist nicht jeder Politiker gemeint)
Es waren Politiker die die Trennung von Wehrverwaltung und Truppe einführten, es sind Politiker die Einsatzrichtlinien festlegen die restlos realitätsfremd sind, es sind Politiker die dafür gesorgt haben das jeder Soldat im Auslandseinsatz permanent mit einem Bein im Gefängnis steht.
Es sind Politiker die sich Gelöbnis-Feiern verweigern, es sind Politiker die sich um das Leben der Feinde der Bundeswehr mehr Sorgen machen als um das der eigenen Soldaten, es sind Politiker die die eigenen Soldaten permanent diffamieren und unverholen missachten.
Fazit
Die Soldaten haben mehrere Feinde
-den einen an der Front, mit dem rechnet er
und mehrere im Rücken.
-Teile der deutschen Politik
-die Wehrverwaltung
-nonkonfomistische Mitbürger die es bejubeln wenn die eigenen Soldaten im Sarg wiederkommen
Gruss
Rene
könnte ich mir einige Schlagzeilen vorstellen....
Aber gestern abend im ZDF heute journal lief der Bericht des Wehrdienstbeauftragten unter "Kurzmitteilungen", während man dafür Zeit hatte Teile aus einer lustigen? Rede von Rössler zu sehen.
Der Kommentator in meiner Tageszeitung schreibt heute morgen: "Im nächsten Jahr wird der neue Wehrbeauftragte, der FDP-Politiker Königshaus, ähnliche Fälle schildern wie Robbe jetzt. Und genau das dist das Problem der Bundeswehr: Es änder sich nichts."
Wäre Schröder noch Kanzler bin ich mir ziemlich sicher sein Kommentar wäre in etwa so gewesen: " Wer wie Sie, Kanzler, öffentlichkeitswirksam die neue Ehrenmedaille an Bundeswehrsoldaten verteilt, muss sich auch um die Sicherheit seiner Soldaten kümmern."
Wer wie in Afghanistan einen Krieg führen will sollte erst-
mal für Ausrüstung sorgen,aber das kostet Geld!Keinen Kampf-
panzer oder Haubitze wie Holland in Afghanistan geschweige
denn Kampfhubschrauber zur Unterstützung der Bodentruppen,
so kampft man nicht und bei Adolf hatte die Waffen-SS mit
der Wehrmacht immer die neuesten Waffen und eine höhere Feuerkraft wie die heutige BW!Was fehlt sind vernünftige
Generäle,die sich gegen die Politik und Bürokratie durch
setzen,ob Jung oder Gutenberg [...] und seine eigene Meinung vertreten,die ganze BW
muss umgebaut werden zur Berufsarmee,verkleinert und dafür
Schlagkräftiger,bis heute kein Flugzeug ausser der 40 Jahre
alten Transall,ein Witz,immer auf andere angewiesen sein!
Die Marine und Luftwaffe geht ja noch,aber das Heer hat die
schlimmsten Strukturprobleme,wer als Interventionsarmee in
der Welt eingesetzt werden will,muss eine Reform durchführen.
[Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/vv]
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